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Arbeitsbereich "Strategische Kommunikation II"

Über den Arbeitsbereich

Der von Prof. Dr. Kerstin Thummes geführte Arbeitsbereich widmet sich der Erforschung des Spannungsfelds zwischen Ideal und Wirklichkeit der strategischen Kommunikation in der Öffentlichkeit. Im Zentrum steht die Frage, wie und mit welchen Auswirkungen Unternehmen in der Kommunikation mit ihren Anspruchsgruppen mit Widersprüchen zwischen Moral und Täuschung, Dialog und Persuasion, gesellschaftlicher Verantwortung und ökonomischen Interessen umgehen. Theoriegeleitet und empirisch wird untersucht, (1) welche Erwartungen an Organisationen und ihre Kommunikation gerichtet werden, (2) welche Strategien Kommunikationsverantwortliche anwenden, um diese Erwartungen zu erfüllen, und (3) wie Kommunikationsangebote von Unternehmen gesellschaftliche Entwicklungen und die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen. Methodisch werden qualitative und quantitative Verfahren kombiniert, wobei ein besonderer Fokus auf experimentellen Forschungsdesigns liegt. Ziel ist es, aus soziologischer Perspektive Wertkonflikte im Zusammenspiel von strategischer Kommunikation, Öffentlichkeit und Gesellschaft zu erklären und mögliche Lösungswege aufzuzeigen.

(1) Täuschung in der strategischen Kommunikation

In diesem Themenfeld wird untersucht, welche schützenden und schädigenden Funktionen Täuschungen durch Unternehmen im Kontext moralischer Dilemmata erfüllen und inwiefern sie von Anspruchsgruppen akzeptiert werden. Weitere Projekte beschäftigen sich mit dem Phänomen der Selbsttäuschung unter Kommunikationsverantwortlichen und mit Täuschungen auf Online-Bewertungsportalen.

(2) Öffentliche Diskurse über unternehmerische Verantwortung

Theoretische Arbeiten und Forschungsprojekte in diesem Bereich konzentrieren sich darauf, wie Verantwortungsurteile im öffentlichen Diskurs zustande kommen und wie Anspruchsgruppen auf Abweichungen zwischen dem kommunizierten Ideal und umgesetzten CSR-Maßnahmen reagieren.

(3) Dialog als Form der strategischen Kommunikation

Hier steht der Vergleich von normativen Anforderungen des Dialogs mit realen Interaktionen zwischen Organisationen und ihren Anspruchsgruppen im Vordergrund. Erforscht wird aus theoretischer und empirischer Perspektive, unter welchen Bedingungen Dialoge zustande kommen können.

(4) Kommunikations-Controlling
Die theoretisch-konzeptionelle Forschungsarbeit in diesem Feld nimmt die Vereinbarkeit von ökonomischen Ansprüchen mit den Bedingungen der Kommunikationspraxis in den Blick und lotet Möglichkeiten und Grenzen der Messung der Zielerreichung strategischer Kommunikation aus.