Abteilung für Westfälische Landesgeschichte am Historischen Seminar

Die landesgeschichtliche Forschung ist am Historischen Seminar der Universität Münster seit 1961 mit einer Professur vertreten, die 1965 zu einer eigenen Abteilung für Westfälische Landesgeschichte mit einem Lehrstuhl ausgebaut wurde. Lehrstuhlinhaber ist seit 2004 Werner Freitag, seine Vorgänger waren Peter Johanek (1985-2002), Heinz Stoob (1964-1985) sowie Albert K. Hömberg (1961-1963). Neben den traditionellen Schwerpunkten der Abteilung in der mittelalterlichen Geschichte Westfalens widmen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Westfalen und anderen Regionen in der Frühen Neuzeit und der Moderne.

Eng verbunden ist die Abteilung mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte, das seit 1970 der europäischen Städteforschung innerhalb des deutschsprachigen Raums einen institutionellen Rahmen bietet. Da Landesgeschichte als Teildisziplin der Geschichtswissenschaft seit jeher eine Servicefunktion für die außeruniversitäre Öffentlichkeit einnimmt, verbindet die Schnittstelle Geschichte & Beruf an der Abteilung eine landeshistorisch ausgerichtete Public History mit der Berufsorientierung für Studierende.

| Veranstaltungsbericht
© M. Hecht

Kirchenbücher als Quellen

Im Wintersemester 2019/20 fand unter Leitung von Prof. Dr. Michael Hecht eine Übung zum Thema „Kirchenbücher als Quellen: Lektüre, Interpretation, Kontext“ statt. In der Lehrveranstaltung ging es darum, anhand von Forschungsliteratur und konkreter Quellenarbeit zu untersuchen, für welche Fragestellungen und Erkenntnisinteressen der frühneuzeitlichen und neuzeitlichen Geschichte Kirchenbücher herangezogen werden können. Ein ausführlicher Bericht zur Veranstaltung ist im Blog Beruf:Geschichte erschienen.

| Veröffentlichung
© Aschendorff Verlag

Westfalen in der Vormoderne

Die von Bastian Platte als Masterarbeit verfasste Studie "Erweckung als heimatliche Erfahrung. Ravensberger Prediger in der Äußeren Mission (1860-1930)" erscheint beim Aschendorff-Verlag als Band 33 der Reihe "Westfalen in der Vormoderne", deren Geschäftsführender Herausgeber Prof. Dr. Werner Freitag auch als Betreuer der ursprünglichen Masterarbeit fungierte. In der neu erschienen Publikation befasst sich Platte mit dem Wirken von Anhängern der Minden-Ravensberger Erweckungsbewegung, welche sich der Barmer Mission anschlossen und in ihren Einsatzgebieten in Deutsch-Südwestafrika und Indonesien eigene Gemeinden nach heimischem Vorbild gründeten. Dabei folgt der Autor dem Prinzip der entangled history und geht der Frage nach, in welchen Lebensbereichen und in welchem Ausmaß das konservativ-traditionelle und das pietistische Milieu ihrer Heimat die Missionare in ihrem Vorgehen in den Missionsgebieten beeinflusste und welche Rückwirkungen sich aus der Mission für die ostwestfälische Gesellschaft ergaben.

| Historische Kommission für Westfalen

Call for Papers: Vierter Workshop für Doktoranden zur Geschichte Westfalens

Zum vierten Mal veranstaltet die Historische Kommission für Westfalen einen Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden, die sich im weitesten Sinne mit der Geschichte Westfalens beschäftigen. Der Workshop richtet sich nicht nur an den wissenschaftlichen Nachwuchs im Fach Geschichte, es sind auch ausdrücklich Arbeiten aus verwandten Disziplinen wie der Archäologie, Kunstgeschichte, Theologie und Ethnologie, ebenso wie aus den Bereichen Rechtsgeschichte, Musikwissenschaft oder Architektur erwünscht. Das Angebot ist offen für Promotionsprojekte zu allen Epochen und Themenfeldern. Die Dissertation kann auch an einer nicht-westfälischen Universität betreut werden, Teilnahmebedingung ist lediglich der thematische Bezug zu Westfalen. Im Rahmen des Workshops erhalten die Doktorandinnen und Doktoranden Gelegenheit, ihre Projekte zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Die Vernetzung von Forschungsprojekten zur westfälischen Geschichte gehört – neben der Herausgabe grundlegender Werke zur Landesgeschichte und der Ausrichtung von Tagungen – zu den zentralen Aufgaben der Historischen Kommission für Westfalen. Dieses Netzwerk soll nicht nur bereits etablierten Forscherinnen und Forschern zur Verfügung stehen. Ausdrücklich sollen auch Nachwuchskräfte angesprochen und ihnen die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch geboten werden. Hierfür wurde das „Doktoranden-Netzwerk“ der Historischen Kommission eingerichtet. Mit dem Doktoranden- Netzwerk und den alle zwei Jahre stattfi ndenden Workshops möchte die Kommission den Kontakt zu Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern herstellen und zugleich auf ihre landesgeschichtlichen Arbeiten aufmerksam machen.

Der vierte Doktoranden-Workshop zur Geschichte Westfalens fi ndet am 25. und 26. März 2021 im Freiherr vom Stein -Saal der Bezirksregierung (Domplatz 36) in Münster statt. Es können bis zu zwölf Projekte vorgestellt werden. Die Kosten der Referentinnen und Referenten für Anreise und Übernachtung werden übernommen.
Wenn Sie Interesse haben, Ihr Dissertationsprojekt im Rahmen des Workshops vorzustellen, senden Sie bitte bis zum 30. September 2020 eine knappe Projektskizze (maximal eine Seite) und einen knappen Lebenslauf an die Geschäftsstelle der Kommission. Sofern es die künftigen Entwicklungen angesichts der Pandemie erlauben, wird die Veranstaltung öffentlich sein. Zur Teilnahme an der Diskussion sind alle interessierten Forscherinnen und Forscher -soweit zulässig- herzlich willkommen.

Download: Call for Papers
Link: Doktorandennetzwerk
Für Rückfragen zum Doktoranden-Netzwerk und zum Workshop wenden Sie sich bitte an:

Jan-Hendrik Evers, M. A. – Wissenschaftlicher Volontär
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL),
Historische Kommission für Westfalen
jan-hendrik.evers@lwl.org, Tel. 0251 591-4722
www.historische-kommission.lwl.org/de
Weiteres zum Doktoranden-Netzwerk unter:
www.historische-kommission.lwl.org/de/doktoranden-netzwerk/


| Absage der Tagung
© E. Timm

Absage von Tagung und Festakt

Die Tagung Genealogie in der Moderne: Akteure - Praktiken - Perspektiven am 20. und 21. März 2020 und der Festakt am 22. März 2020 müssen leider abgesagt werden. Wir halten Sie unter https://go.wwu.de/genealogietagung sowie unter https://vereine.genealogy.net/wggf/ über die Planungen für das Nachholen dieser Veranstaltungen auf dem Laufenden.

| Tagung
© M. Hecht

Genalogie in der Moderne

Vom 20. bis 21. März 2020 findet in Münster eine Tagung zur Geschichte der Genealogie in der Moderne statt, organisiert von Prof. Dr. Michael Hecht (Historisches Seminar) und Prof. Dr. Elisabeth Timm (Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie). In drei Sektionen und einem Podiumsgespräch wird über genealogisches Wissen und genealogische Praktiken sowie über aktuelle Kontaktaufnahmen zwischen Geschichte, Genealogie und Genetik diskutiert. Der Tagung schließt sich am 22. März ein Festakt an, auf dem eine Monografie zur hundertjährigen Geschichte der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung präsentiert wird. Das detaillierte Programm und die Anmeldeinformationen finden Sie auf der Tagungshomepage

| Auszeichnung

Die 2019 von Johannes Hitzegrad eingereichte und von Prof. Dr. Werner Freitag betreute Bachelorarbeit ,Einigkeit ist Ehrenpflicht.‘ Die Kommunalwahl in der Stadt Arnsberg 1919 wird mit dem Matthias-Erzberger-Preis für die beste Bachelorarbeit ausgezeichnet, der vom Verein Weimarer Republik und der Forschungsstelle Weimarer Republik der Friedrich-Schiller-Universität Jena vergeben wird. Der Preisträger wird seine Arbeit, die im Herbst in der Zeitschrift SüdWestfalen Archiv publiziert wird, auch auf dem Forum der Preisträger*innen bei der Fachtagung Vom drohenden Bürgerkrieg zum demokratischen Gewaltmonopol, 1918-1924 vorstellen. Die Abteilung für Westfälische Landesgeschichte gratuliert Johannes Hitzegrad herzlich zu dieser Auszeichnung.

| Veröffentlichung
© Kreisarchiv Warendorf

Entscheidungskulturen um 1900

Im Rahmen der Kleinen Schriftenreihe aus dem Kreisarchiv Warendorf ist im Verlag für Regionalgeschichte der Band "Entscheidungskulturen um 1900" veröffentlicht worden, herausgegeben von Dr. Knut Langewand, dem Leiter des Kreisarchives. Neben einem Beitrag des Herausgebers zum Thema "Ende Legende: die ,Revolution von Benteler' und wie es wirklich war" wurden dort zwei auch zwei von Prof. Dr. Werner Freitag betreute Masterarbeiten publiziert, die aus einem Seminar hervorgingen, welches Ideen und Konzepte des von 2015 bis 2019 an der Uni Münster angesiedelten Sonderforschungsbereichs "Kulturen des Entscheidens" aufnahm. Entscheidungskulturen standen dabei auch im Zentrum der beiden Arbeiten. Jan Stalder beschäftigt sich in seiner Studie mit dem Thema "Amtmannbürokratie und dörfliche Selbstverwaltung: Modernisierungsprozesse in der Gemeinde Liesborn um 1900", wobei er genau das Procedere in der Gemeindeverordnetenversammlung nachvollzieht, als es um die Errichtung eines E-Werks ging. Philip Lenser blickt auf "Konsensfindung und Verfahren. Die Bildung der Gemeinden Benteler und Neubeckum um 1900 auf der Basis der Landgemeindeordnung von 1856" und beschreibt, ob und wie sich anwachsende Siedlungen aus dem Verband einer Landgemeinde lösten und eigene Landgemeinden bildeten. Prof. Freitag dankt dem Kreisarchiv "für die Möglichkeit, diese ortsgeschichtlich so aussagekräftigen Arbeiten zu publizieren."

| Preisverleihung
© L. Krull

Sebastian Schröder erhält den Mindener Geschichtspreis

Am Dienstag den 19.11 wurde  Sebastian Schröder  in der historischen Aula der Mindener Domschule mit dem Geschichtspreis des Mindener Geschichtsvereins ausgezeichnet. Anlass bot die nunmehr preisgekrönte Studie "Die Lübbecker Mark. Die Organisation städtischer Markenherrschaft im Minden-Ravensberger Land (1570–1800)", die zunächst als Masterarbeit verfasst und später als Band 29 der Reihe "Westfalen in der Vormoderne" veröffentlicht wurde. "Dass eine Masterarbeit publiziert wird, ist als eindeutiges Indiz für Qualität zu werten, und dass eine Masterarbeit mit einem Geschichtspreis ausgezeichnet wird, ist ein Ausweis ganz besonderer Qualität" betonte Prof. Dr. Werner Freitag in seiner Laudatio. Doch diese Auszeichnung beruhe, so Freitag ferner, nicht nur auf einer einzelnen Arbeit, sondern zeige "Anerkennung für einen thematisch breit aufgestellten Nachwuchswissenschaftler, der immer die Nähe zu den geschichtsinteressierten Bürgern sucht." Auch Ulrike Grannemann, die Vorsitzende des Kulturausschusses (1. von rechts) und Peter Kock (2. von rechts), der Vorsitzende des Mindener Geschichtsvereins fanden in ihren Ansprachen lobende Worte. Der Preis wird alle drei Jahre vergeben und zeichnet "wissenschaftliche Forschungen zur Geschichte aller Epochen auf dem Gebiet des ehemaligen Fürstentums Minden bzw. des heutigen Kreises Minden-Lübbecke aus."

| Veröffentlichung
© Historische Kommission für Westfalen

Beiträge zur Geschichte der Reformation in Westfalen

Im Rahmen ihrer Herbsttagungen 2015 in Lippstadt und 2017 in Lemgo setzte sich die Historische Kommission mit neueren Forschungen zur Geschichte der Reformation in Westfalen auseinander. Im Aschendorff-Verlag ist nun der dazugehörige, von Prof. Dr. Werner Freitag gemeinsam mit Prof. Dr. Wilfried Reininghaus herausgegebene Tagungsband Beiträge zur Geschichte der Reformation in Westfalen. Band 2: Langzeitreformation, Konfessionskultur und Ambiguität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erschienen. Der Band dokumentiert die Tagung in Lemgo und behandelt insbesondere die Auswirkungen und ausgewählte Sonderfälle der Reformation. Darin sind neben der Einführung der Herausgeber drei weitere Beiträge aus der Abteilung für Westfälische Landesgeschichte enthalten: Dr. Lena Krull beschäftigt mit "Indifferenz und Konflikt. Konfessionelle Koexistenz von Lutheranern und Reformierten in Lemgo", Sebastian Schröder schreibt über "Nonkonforme Nonnen und „böze Lutterie“. Zum Verlauf und zur Wahrnehmung des reformatorischen Geschehens in Kloster und Kirchspiel Herzebrock (1530er- und 1540er-Jahre)" und Anna-Lena Schumacher thematisiert "Die Katechese - Vorgaben und Stellenwert in der Gemeinde".