Neuerscheinung: Handbuch Landesgeschichte

Cover Handbuch Lg
© De Gruyter

Handbuch Landesgeschichte, hg. v. Werner Freitag, Michael Kißener, Christine Reinle, Sabine Ullmann, Berlin/Boston 2018.

ISBN 978-3-11-035411-9

Das „Handbuch Landesgeschichte“ ist als erstes regionenübergreifendes Handbuch zur deutschen Landesgeschichte neu erschienen. Das Handbuch, das von Ria Hänisch (IStG) redaktionell betreut wurde, stellt Erkenntnisinteressen, Methodologie, Themenfelder und Raumbegriffe landesgeschichtlicher Forschung vor. Dabei werden in einem ersten Schritt übergreifende Fragestellungen sowie die Geschichte des Fachs thematisiert. Im zweiten Teil des Handbuchs richtet sich der Blick auf die verschiedenen methodischen Zugriffe und Gegenstandsbereiche der Landesgeschichte, die an ausgesuchten historischen Räumen in vergleichender Perspektive beschrieben werden.

Das Handbuch wird im Rahmen des 58. Historikertages auf dem „Abend der Landesgeschichte“, der von der Arbeitsgruppe Landesgeschichte des VHD und der Historischen Kommission für Westfalen ausgerichtet wird, am 26.09.2018 im Erbdrostenhof in Münster präsentiert.

Neuerscheinung zur Städtegeschichte

Kommunale Selbsinszenierung
© Chronos Verlag

Kommunale Selbstinszenierung. Städtische Konstellationen zwischen Mittelalter und Neuzeit, hg. v. Martina Stercken und Christian Hesse (Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen 40), Chronos Verlag Zürich 2018.

ISBN 978-3-0340-1435-9

Der von Martina Stercken, Mitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte, mitherausgegebene Band befasst sich in zeitlich langer und geografisch breiter Perspektive mit kommunalen Selbstinszenierungen, also mit Momenten, in denen die Stadtgemeinde für unterschiedliche Öffentlichkeiten sichtbar gemacht wird. Vorgestellt werden Konstellationen der Zurschaustellung des bürgerlichen Gemeinwesens, die sich auf je eigene Art und Weise der Schriftlichkeit, Bildlichkeit sowie Performativität bedienen und dabei ältere Muster der Vermittlung variieren. Damit nimmt der Band, der Beiträge einer Tagung der Internationalen Kommission für Städtegeschichte 2015 in Zürich versammelt, Formen der Kommunikation in der Stadt und mit ihnen Objekte und Praktiken ins Blickfeld. Werner Freitag hat in diesem Werk einen Beitrag zur „ Inszenierten Stadtwirtschaftspolitik im Spätmittelalter. Marktplatz, Kaufhaus, Straße“ publiziert.

Summerschool: „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“ - 6.-8. September 2018

Summerschool 2018Summerschool 2018
© IStG

Vom 6.-8. September 2018 veranstaltete das IStG eine Summerschool zu „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“. Organisiert und betreut wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Werner Freitag, Dr. Thomas Tippach, Dr. Daniel Stracke und Tobias Kniep, B. Eng. Die Summerschool vereinte den Themenkomplex „Urbanität in der Industrialisierung in Kleinstädten“ mit der Vermittlung methodischer und technischer Kompetenzen zur historischen Kartografie im Kontext der Digital Humanities.
Insbesondere am Beispiel der sauerländischen Kleinstadt Menden wurde eine definitorische Abgrenzung des Kleinstadtbegriffs im 19. Jahrhundert an Hand verschiedener Aspekte, wie Verwaltung, struktureller ökonomischer Wandel, urbaner Topografie und bürgerlichem Selbstverständnis diskutiert. Eine Einführung in die Geschichte der Uraufnahmen und frühen Flurkarten des 19. Jahrhunderts im Hinblick auf Entstehungszweck, kartografische Präzision und Rezeption, vermittelte Kompetenzen zu einer Quellenkritik historischer Karten. Ergänzt wurde diese Einheit durch einen Überblick über allgemeine Grundbegriffe, Prinzipien und Visualisierungsprobleme der thematischen Kartografie. Eine Einführung in das Potential digitaler Kartografie durch die Verwendung von Geoinformationssystemen (GIS) schloss den theoretischen Teil des Seminars ab.
Ausgestattet mit diesem Handwerkszeug erprobten die Teilnehmer der Summerschool auch selbst die Anwendungsmöglichkeiten von GIS in der historischen Kartografie. Mit Hilfe der Software QuantumGIS wurde die Georeferenzierung und Georektifizierung historischer Karten eingeübt. Die darauf folgende Kartierung metallverarbeitender Industriestandorte in Menden legte die Grundlage für die Erstellung eigener thematischer Karten zur Industrialisierung einer westfälischen Kleinstadt. Hierbei konnte auf die Arbeiten von Wilfried Reininghaus für den Band „Menden (Sauerland)“ des Historischen Atlas westfälischer Städte 8, Münster 2017, zurückgegriffen werden. Abschließend wurden die Teilnehmer angehalten, eigene geschichtswissenschaftliche Fragestellungen zur kleinstädtischen Industrialisierung Mendens zu entwickeln und diese, gestützt durch QGIS, mit Hilfe des zuvor aufbereiteten kartografischen Materials zu beantworten. Diese Verbindung der Vermittlung praktischer Kompetenzen in der digitalen historischen Kartografie mit einem geschichtswissenschaftlichen Thema bot den Teilnehmern nicht nur einen vertiefenden Einblick in einen Teilbereich der Digital Humanities, sondern ermöglichte es ihnen zugleich dessen Potential für die historische Forschung unmittelbar zu erproben.

Neuerscheinung zur Stadtgeschichte

© Aschendorff-Verlag

Constanze Sieger, Kleinstädtische Öffentlichkeit - Billerbeck auf dem Weg zur Ludgerusstadt im 19. Jahrhundert, Münster 2018
ISBN 978-3-402-13266-1
Aschendorff-Verlag

Die im Rahmen des Projekts „Geschichte der Stadt Billerbeck“ entstandene Dissertation beschäftigt sich mit der Entwicklung der katholischen Kleinstadt Billerbeck in Westfalen zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs (1870–1914). Als Sterbeort des ersten Bischofs von Münster erlangt der Ort für die Ludgerusverehrung im Kulturkampf für das gesamte Bistum Bedeutung. Neben der Bezugnahme zum Bistumsheiligen prägen Agrarmodernisierung und Naherholung die Ortsentwicklung. Ziel dieser Studie ist es, die Aneignung, Gestaltung und Herstellung des städtischen Raumes zu dekonstruieren und dadurch Akteure, Motive und Strategien der Stadtentwicklung nachzuzeichnen. Mithilfe der Betrachtung verschiedener Öffentlichkeitsebenen gelingt es, den Einfluss der Lokalzeitung auf die „städtische und kirchliche Versammlungsöffentlichkeit“ und umgekehrt aufzuzeigen. Durch die zusätzliche Einbeziehung von Bildpostkarten und katholischen Massenmedien als gezielte Eigenwerbung nach außen („massenmediale Außenkommunikation“) wird sichtbar, auf welch mannigfaltige Weise die Medien bereits um 1900 die Ortsentwicklung in Kleinstädten durch Rezeption und Aneignung prägten. Das Forschungsdesign der Arbeit offenbart einen ganz neuen Blick auf die Entscheidungsstrukturen, informellen Aushandlungen und Reflexionsprozesse in einer Kleinstadt um 1900 und führt zu neuen Erkenntnissen über Katholizismus und Kleinstadtentwicklung in der Moderne.
Constanze Sieger wurde nach dem Studium der Fächer Geschichte, katholische Theologie und Philosophie in Freiburg und Münster an der WWU Münster im Fach Geschichte promoviert. Sie war am Institut für vergleichende Städtegeschichte Münster im Projekt „Stadtgeschichte Billerbeck“ beschäftigt und ist seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich 1150 „Kulturen des Entscheidens“ im Projekt C05 „Preußische Amtmannbürokratie und lokale Selbstverwaltung“.

Neuerscheinung zur Städtegeschichte

Topographien Des Alltags
© De Gruyter

Colin Arnaud, Topographien des Alltags – Bologna und Straßburg um 1400 (Europa im Mittelalter 28 ), Berlin/Boston 2018.
ISBN 978-3-11-054520-3
Link zur Verlagsseite

Die an der Humboldt-Universität zu Berlin vorgelegte Dissertation vergleicht mit einem sozialtopographischen Ansatz die europäischen Städte Bologna und Straßburg. Anhand der Indikatoren Bude, Markt und Haus untersucht die Studie die Verschmelzung bzw. Trennung der privaten und wirtschaftlichen Lebensbereiche in den beiden spätmittelalterlichen Städten.

Der Band sticht durch die starke kartographische Darstellung der Ergebnisse hervor; der ausführliche Anhang zu den Belegstellen des Autors ergänzt den Band und stellte eine wertvolle Grundlage für weitere Forschungen dar.

Colin Arnaud ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Neuer Band zur Stadtbuchforschung - Tagungsankündigung

Das älteste Görlitzer Stadtbuch - Teil 1
© Verlag Gunter Oettel

Krzysztof Fokt / Christian Speer / Maciej Mikula (Hg.), Liber Vetustissimus Gorlicensis. Das älteste Görlitzer Stadtbuch 1305-1416 (1423), Bd. 1, Görlitz/Kraków 2018.
ISBN 978-3-944560-75-5488

Der erste Band der Edition des ältesten Görlitzer Stadtbuchs konnte im Juli präsentiert werden und zeigt die ersten 1.768 Einträge des sog. Roten Buches von 1305 bis zum Jahr 1343.
Das deutsch-polnische Projekt gilt bereits jetzt als Referenzwerk im Rahmen der Erforschung der Quellengattung „Stadtbücher“ und wurde auf deutscher Seite vom DFG-Langzeitprojekt „Index Librorum Civitatum“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Ranft und der Mitarbeit von Dr. Christian Speer betreut. Krzysztof Fokt und Maciej Mikula von der Jagiellonen Universität Kraków erarbeiteten die Edition auf polnischer Seite.

Begleitend zur Buchvorstellung findet in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec vom 6. bis 8. September 2018 die internationale Tagung „Stadtbücher – Die Erforschung kommunalen Handelns im Spiegel administrativer Schriftlichkeit“ statt. Die Tagung wird organisiert von der Jagiellonen-Universität Kraków und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Während sich der erste Tag der Veranstaltung vor allem dem Görlitzer Stadtbuch von 1305 widmet, werden am Freitag und Samstag das Thema Stadtbücher in internationaler Perspektive behandelt sowie Aspekte digitaler Methoden der Stadtbuchforschung und -erschließung thematisiert.

Informationen zur Tagung finden Sie hier

Um Voranmeldung wird gebeten.

Städtegeschichte auf dem Historikertag

Vom 25. bis 28. September 2018 findet in Münster der 52. Deutsche Historikertag statt. Unter dem Thema ‚Gespaltene Gesellschaften‘ gibt es auch dieses Mal wieder viele Sektionen, Vorträge, Veranstaltungen und Exkursionen, die für Städtehistoriker interessant sind. Das IStG (Werner Freitag) und die Internationale Kommission für Städtegeschichte (Martin Scheutz) organisieren am Mittwoch, dem 26.09.2018, die Sektion „Ein bürgerliches Pulverfass? Waffenbesitz und Waffenkontrolle in der alteuropäischen Stadt“. Regula Schmid (Bern), Holger Gräfe (Marburg), Jean-Dominique Delle Luche (Paris) und Enno Bünz (Leipzig) behandeln die Themen, Waffengebrauch und Waffenbesitz sowie die Orte der Aufbewahrung in Mittelalter und früher Neuzeit. Werner Freitag (IStG) referiert in der Sektion „Man kennt sich“ – Verflechtungen und Verwerfungen zwischen Niederländern und Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert anhand des jüngsten Historischen Atlas westfälischer Städte zu Gronau über Niederländische Unternehmer und Arbeiter in der westmünsterländischen Baumwollindustrie um 1900.

Besonders hinweisen möchten wir Sie zudem auf den „Abend der Landesgeschichte“ am 26.09.2018 im Erbdrostenhof, auf dem das neue „Handbuch Landesgeschichte“ präsentiert werden wird.

Weitere Veranstaltungen mit städtegeschichtlichem Bezug

Gastwissenschaftler am IStG

Vom 4.6. bis 30.9.2018 forscht Marcin Sumowski aus Toruń als Gastwissenschaftler am IStG zu seinem Dissertationsthema: "Clerus et cives. Die Niedergeistlichkeit im städtischen Sozialraum des spätmittelalterlichen Preußens".

Weitere Meldungen

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