Freitagskolloquium

Zum Abschluss der Reihe Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte im Sommersemester 2018 spricht Prof. Dr. Werner Freitag (Münster) am 20.07.2018 zum Thema:

Entscheidungsgesellschaften? Dörfer und Kleinstädte um 1900 in Westfalen

Dörfer und Kleinstädte standen um 1900 vor ähnlich großen Herausforderungen wie die großen Städte. Der Vortrag beleuchtet, wie in den Gemeindeversammlungen über Krankenhausbauten, E-Werke, Parkanlagen, Schulneubau und Gemeindegrenzen beraten und entschieden wurde. Welche Mittel nutzten die Gemeindeverordneten, um den „Graben der Ungewissheit“ zu überspringen? Hielten sie sich an das von der Landgemeindeordnung von 1856 vorgegebene Verfahren? Welche Rolle spielten Informationen? Kam es zu Vertagungen oder zur Verlagerung von Entscheidungen in Kommissionen? Diese Fragen, die im Kontext des münsterischen SFB „Kulturen des Entscheidens“ stehen, werden am Beispiel westfälischer Landgemeinden und Titularstädte (Eickel, Liesborn, Neubeckum, Versmold, Wanne) thematisiert.
Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Städtegeschichte auf dem Historikertag

Vom 25. bis 28. September 2018 findet in Münster der 52. Deutsche Historikertag statt. Unter dem Thema ‚Gespaltene Gesellschaften‘ gibt es auch dieses Mal wieder viele Sektionen, Vorträge, Veranstaltungen und Exkursionen, die für Städtehistoriker interessant sind. Das IStG (Werner Freitag) und die Internationale Kommission für Städtegeschichte (Martin Scheutz) organisieren am Mittwoch, dem 26.09.2018, die Sektion „Ein bürgerliches Pulverfass? Waffenbesitz und Waffenkontrolle in der alteuropäischen Stadt“. Regula Schmid (Bern), Holger Gräfe (Marburg), Jean-Dominique Delle Luche (Paris) und Enno Bünz (Leipzig) behandeln die Themen, Waffengebrauch und Waffenbesitz sowie die Orte der Aufbewahrung in Mittelalter und früher Neuzeit. Werner Freitag (IStG) referiert in der Sektion „Man kennt sich“ – Verflechtungen und Verwerfungen zwischen Niederländern und Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert anhand des jüngsten Historischen Atlas westfälischer Städte zu Gronau über Niederländische Unternehmer und Arbeiter in der westmünsterländischen Baumwollindustrie um 1900.

Besonders hinweisen möchten wir Sie zudem auf den „Abend der Landesgeschichte“ am 26.09.2018 im Erbdrostenhof, auf dem das neue „Handbuch Landesgeschichte“ präsentiert werden wird.

Weitere Veranstaltungen mit städtegeschichtlichem Bezug

Summer School: „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“ - 6.-8. September 2018

Das dreitägige Blockseminar führt anhand des Forschungsthemas ‚Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten‘ in die historische Geographie/Kartographie ein. In dem Seminar werden digitale Techniken zur Aufbereitung und Präsentation raumbezogener, wissenschaftlicher Befunde und Daten vermittelt (QGIS). Die Studierenden sollen lernen, historische Pläne durch Georeferenzierung mit den aktuellen Kartenangeboten (OpenStreetMap, Google Maps) in Beziehung zu setzen und auf diese Weise Wandlungen und Kontinuitäten städtischer Räume sichtbar zu machen. Ziel ist die Aneignung neuer fachlicher und methodischer Kenntnisse im Bereich der Digital Humanities, die als Zusatzqualifikation bewerbungsrelevant sein können.

Die Summer School richtet sich an Studierende der Geschichtswissenschaft wie auch anderer Geisteswissenschaften. Das Seminar kann im Rahmen der Studiengänge der Lehreinheit Geschichte in den Modulen zu den Historischen Grundwissenschaften im Wintersemester 2018/19 angemeldet und angerechnet werden.

Im Vorfeld des Seminars erhalten die Teilnehmer eine Literaturliste zur Vorbereitung sowie eine Liste der zu installierenden Software.

Lehrende: Prof. Dr. Werner Freitag; Dr. Thomas Tippach; Dr. Daniel Stracke; Tobias Kniep, B.Eng.

Anmeldung: bis zum 18.07.2018 bei istg@uni-muenster.de.

Datum: 06.-08. September 2018 (Vorbesprechung am 19.07.2018 um 10:30 Uhr)

Ort: Institut für vergleichende Städtegeschichte, Königsstr. 46, 48143 Münster

Gastwissenschaftler am IStG

Vom 4.6. bis 30.9.2018 forscht Marcin Sumowski aus Toruń als Gastwissenschaftler am IStG zu seinem Dissertationsthema: "Clerus et cives. Die Niedergeistlichkeit im städtischen Sozialraum des spätmittelalterlichen Preußens".

International Workshop: The 1:2.500 base map of Historic Towns Atlases and the prospects of digital editing

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© Jennifer Moore, Royal Irish Academy

subject: European Historic Towns Atlases and Geographic Information System (GIS)
period: 16 and 17 May 2018
cooperation: Institute for Comparative Urban History – IStG (Münster), Royal Irish Academy (Dublin) und Queen’s University (Belfast)
host: Royal Irish Academy

On 16 and 17 May 2018 the Royal Irish Academy hosted a workshop co-organised by Sarah Gearty (Royal Irish Academy, Dublin), Keith Lilley (Queen’s University, Belfast), and Daniel Stracke (Institute for Comparative Urban History – IStG, Münster). It was on the most important feature of the Historic Towns Atlases, the 1:2.500 base map each atlas in the European scheme features. It is the main map and primary source for analysis in urban morphological studies. The event was held to follow up on the more general meeting of the previous year hosted by the IStG in Münster reiterating the use of Geographic Information Systems (GIS) in the production of Historic Towns Atlases. Bringing together thirteen colleagues from Ireland, the United Kingdom, Hungary, Poland, and Germany, the group was small enough for a hands-on approach to the comparison of working methods.
Before the digital practices were explored, however, print copies of the 1:2.500 map were laid out on the table. Each atlas team reported on the sources they use to prepare the maps as well as their cartographic properties, elements, and styles. Drawing on further examples from the IStG collection, Daniel Stracke identified four basic approaches to realising this map which the discussion showed to be rooted in the individual traditions of the projects as much as in the historic sources used to produce them. The differences the large-scale maps display across the European Historic Towns Atlas are widely held to be a problem for comparative morphological studies.
On the following day, the Irish atlas team presented their map production process in detail with the other participants commenting on commonalities and alternative methods. Regarding the crucial steps of geo-referencing and vectorisation, considerable progress was made towards Best Practice solutions. Perhaps the most important result is that many of the differences in visualisation and map content are largely irrelevant on a data level. Thus, there are fewer inhibitions to the comparative use of the geodata than of the print maps which is beneficial to conducting urban studies based on GIS.
The workshop organisers are planning to submit the findings in detail in an article for the periodical Urban History to ensure their maximum visibility. They would like to thank the participants, Justin Colson (UK), Frank Cullen (IRE), Tobias Kniep (GER), Jennifer Moore (IRE), Rachel Murphy (IRE), Melanie Müller-Bering (GER), Agnieszka Pilarska (PL), Jacinta Prunty (IRE), and Magdolna Szilágyi (HUN) for coming to Dublin and offering their first-hand insights. Thanks are also due to the Royal Irish Academy for hosting the event and to Anngret Simms for her introductory remarks and contribution to the discussion.

D. Stracke

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung - A 98

A 98 Selzer
© Böhlau

Stephan Selzer (Hg.), Die Konsumentenstadt - Konsumenten in der Stadt des Mittelalters (Reihe Städteforschung A 98), Köln/Wien/Weimar 2018.
ISBN 978-3-412-50830-2

Für eine moderne Stadtgeschichtsforschung hat sich die Wiederaneignung von Max Webers Überlegungen zum Typus der okzidentalen Stadt als besonders inspirierend erwiesen. Weniger präsent ist demgegenüber, dass in den Debatten der Zeit um 1900 der ökonomische Aspekt des Stadtbegriffs von ganz erheblicher Bedeutung gewesen ist. Dieser Zusammenhang ist am Werk von Max Weber ablesbar. Deutlicher noch findet er sich bei Werner Sombart ausgestaltet, der gegenüber Produzenten und Fernhändlern den Konsumenten eine zentrale Rolle für Stadtentstehung und Stadtentwicklung zuweist. Der vorliegende Sammelband prüft die Ertragskraft konsumgeschichtlicher Konzepte und bezieht sie auf aktuelle Problemzusammenhänge der mittelalterlichen Stadtgeschichte.

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung - A 97

A 97 Pauly-scheutz
© Böhlau

Jean-Luc Fray, Michel Pauly, Magda Pinheiro und Martin Scheutz (Hg.), Urban Spaces and the complexity of Cities (Reihe Städteforschung A 97), Köln/Wien/Weimar 2018.
ISBN 978-3-412-50759-6

For some time the “Commission Internationale pour l’Histoire des Villes“ has been working actively on the comprehensive topic of urban space which is also the aim of this book – result of conferences in Lisbon (2013) and in Clermont-Ferrand (2014). Two thematic priorities are presented in this combined English and French speaking volume: on the one hand cultural-symbolic spaces, on the other hand complexity of urban districts which formed in spite of all diversities collective cities (such as Clermont-Ferrand). Continuous transformation of urban space and dichotomy shaped cities: Cities can be understood as space of town rulers, but also as space of a growing “bohème”, but you will find also neighbourhood of Jewish and Muslim quarters.

Freitagskolloquium Ss 2018
© IStG

Programm des Freitagskolloquiums im Sommersemester 2018

20.4.
Marie-Paule Jungblut, Luxemburg

Digitale historische Führungen und Spiele am Beispiel der Stadt Luxemburg

4.5.
Dr. Daniel Schmidt, Gelsenkirchen

„Gelsenkirchen – Stadt der Arbeit und Erholung“. Eine Industriestadt als NS-Musterkommune: Anspruch und Wirklichkeit

18.5.
Niklas Alt, Trier

Geschichtswissenschaft, Geoinformationssysteme und das Web. Herausforderungen und Chancen einer digitalen historischen Geographie

8.6.
Marcin Sumowski, Toruń

Clerus et cives. Die Niedergeistlichkeit im städtischen Sozialraum des spätmittelalterlichen Preussens

29.6.
Dr. Dominik Kuhn, Lübeck

Diplomatische Aspekte hansestädtischer Urkunden

6.7.
Dr. Nina Gallion, Kiel

Wenn Städte sterben. Prozesse der Deurbanisierung in ausgewählten Regionen Mitteleuropas (1250–1650) – eine Projektvorstellung

20.7.
Prof. Dr. Werner Freitag, Münster

Entscheidungsgesellschaften? Dörfer und Kleinstädte in Westfalen um 1900

Präsentation des Historischen Atlas westfälischer Städte. Band 10: GRONAU

Praesentation Atlas Gronau 19maerz2018Praesentation Atlas Gronau 19maerz2018
v.l.n.r.: W. Reininghaus, Th. Kaling, Th. Tippach, G. Lippert, H. Klein, R. Doetkotte, E. Bohn
© IStG

Am 19. März 2018 wurde im Drilandmuseum in Gronau der 10. Band des "Historischen Atlas westfälischer Städte" der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem Werk lässt sich die Geschichte von Gronau und Epe anhand zahlreicher Karten, historischer Quellen und einem von Hartmut Klein verfassten, 35-seitigen Textheft nachvollziehen. Die Entwicklung des Ortes ist v.a. durch seine Grenzlage zu den Niederlanden und eine im 19. Jahrhundert aufblühende Textilindustrie sowie deren Niedergang in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert geprägt. Letzterer war von einer beispiellosen Stadtkernsanierung in den 1960er Jahren begleitet, wobei seit der Jahrtausendwende durch verschiedene Maßnahmen zur wirtschaftlichen Regeneration wie zur Aufwertung des Stadtbildes auf den Strukturwandel reagiert wird.

Einen ausführlichen Bericht über die Atlaspräsentation in den Westfälischen Nachrichten können Sie hier einsehen.

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