Freitags-Kolloquium am 12. Juli 2019

Zum Abschluss des Freitags-Kolloquiums im Sommersemester 2019 spricht Prof. Dr. Clemens Zimmermann aus Saarbrücken zum Thema:
Land-Stadt-Beziehungen und die Debatte über "Rurbanität"

Stadt und Land, Urbanität und Ruralität - Die Beziehungen zwischen Stadt und Land sowie Land und Stadt unterliegen starken historischen Wandlungen, die im Vortrag für das 20. Jahrhundert beleuchtet werden sollen. Verschiedene historische Faktoren wirkten auf diese Beziehungen ein: Fortschreitende Urbanisierung und Industrialisierung, der Rückgang der agrarischen Bevölkerung, die Transformation der alten Landgemeinden in suburbane Wohnorte sowie die mediale Durchdringung auch des Landes. Die allgemeine Geschichtswissenschaft hat sich mit dem Thema bislang nur wenig beschäftigt, jedoch stehen Erkenntnisse und Konzepte aus den Nachbardisziplinen zur Verfügung, insbesondere aus der Soziologie und Geographie. Auch das Fach der Mediengeschichte hat sich neuerdings dörflicher Kommunikation, der Bedeutung moderner Massenmedien und den Eigenarten des Mediengebrauchs in ländlichen Räumen zugewandt. In dem Vortrag wird auf diese Prozesse eingegangen und es werden zwei Konzepte vorgestellt, die aus der US-amerikanischen Rural Sociology stammen: Auf „Rurbanität" als Mischtypus, der fast schon zum Regelfall von Siedlungsentwicklung wurde, und auf „Ruralität“, - das, was als „ländlich“ gilt und was in den Medien ständig aktualisiert und inszeniert wird.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Eröffnung der Ausstellung "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" (30.06.2019 - 09.08.2019)

Vortrag von Sebastian Schröder über Borgholzhausen im 18. Jahrhundert

Am 30. Juni 2019 eröffnet die Stadt Borgholzhausen eine Ausstellung mit dem Titel "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" - 300 Jahre gemeinsame Geschichte.

1719 wurden die früheren Dörfer, Flecken oder Weichbilder Borgholzhausen, Bünde, Enger, Halle (Westf.), Preußisch Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther (Westf.) durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zu Städten erhoben. Die Ausstellung schildert die Ausgangslage und beschreibt die Auswirkungen und Folgen der Stadtrechtsverleihungen und der gleichzeitig durchgeführten Steuerreform. Sie skizziert auch die unterschiedlichen Entwicklungen, die die neuen Städte fortan nahmen. Erstmals widmet sich eine Ausstellung dieser Zeit, der gemeinsamen Geschichte der Orte im Ravensberger Land und den unterschiedlichen historischen Profilen der heutigen Städte in den Kreisen Gütersloh, Herford und Minden-Lübbecke.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 30. Juni 2019, um 11:15 Uhr in der Rathausgalerie, Schulstraße 5, statt. Der Eintritt ist frei.

Begrüßung: Bürgermeister Dirk Speckmann
Einführung in die Ausstellung: Dr. Rolf Westheider
Vortrag von Sebastian Schröder M. A., Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster: "Des Königs neue Stadt: Borgholzhausen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts"

Dr. Mechthild Black-Veldtrup erhält den Titel einer Honorarprofessorin im Fachbereich 8 Geschichte/Philosophie

Black-veldtrup AntrittsvorlesungBlack-veldtrup Antrittsvorlesung
Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup mit Prof. Dr. Thomas Großbölting
© IStG

Am 24. Juni 2019 wurde Dr. Mechthild Black-Veldtrup vom Dekan des Fachbereichs 8 Geschichte/Philosophie an der WWU, Prof. Dr. Thomas Großbölting, der Titel einer Honorarprofessorin verliehen. Prof. Dr. Werner Freitag würdigte als Laudator die Arbeit von Mechthild Black-Veldtrup, die als Leiterin des Landesarchivs NRW, Abteilung Westfalen, schon seit vielen Jahren durch Seminare und Quellenübungen den intensiven Austausch zwischen Studierenden und dem Landesarchiv pflegt und fördert. In ihrer Antrittsvorlesung zeigte Black-Veldtrup am Beispiel der Urkunden zum Besuch Kaiser Heinrichs III. in Münster im Jahr 1040 eindrucksvoll, welchen Erkenntnisgewinn eine quellenkritische Urkundenanalyse bietet.
Dank des Engagements von Mechthild Black-Veldtrup, die Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des IStG sowie Direktorin des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, und Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen ist, werden Studierende der Geschichtswissenschaft an der WWU in den sogenannten Hilfswissenschaften geschult und an die Arbeit mit historischen Quellen herangeführt. Mit dem richtigen Werkzeug in den Bereichen Diplomatik, Paläographie, Kodikologie u.v.m. lassen sich kulturwissenschaftliche Überlegungen anstellen und neue stadtgeschichtliche wie auch landesgeschichtliche Erkenntnisse gewinnen. Das Wissen um die reichen Bestände des Landesarchivs NRW und deren adäquate Interpretation gibt Mechthild Black-Veldtrup an die Studierenden des Historischen Seminars weiter – von nun an als Honorarprofessorin. Die Mitarbeiter des IStG gratulieren ihr zu dieser Auszeichnung.

Freitags-Kolloquium am 28. Juni 2019

Im Freitags-Kolloquium am 28. Juni spricht Frau apl. Prof. Dr. Michaela Schmölz-Häberlein aus Bamberg zum Thema:

Judentum und Urbanität im frühneuzeitlichen Franken – ein Widerspruch? Beobachtungen zu den jüdischen Gemeinden im Hochstift Bamberg

Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich Existenzbedingungen und Selbstverständnis mitteleuropäischer Juden nicht mit einheitlichen Raum- und Regionsbegriffen fassen lassen. Bis vor kurzem hat sich die Diskussion vor allem auf die Dichotomie von Stadt- und Landjuden beschränkt. Ausgehend von der These Ernst Schuberts, dass es „keine Urbanität in der Welt des fränkischen Judentums im 18. Jahrhundert“ gegeben habe, soll am Beispiel der Residenzstadt Bamberg, zweier Festungsstädte (Kronach und Forchheim), der Amtsstadt Lichtenfels sowie der Landgemeinde Zeckendorf der Frage nachgegangen werden, welche Rolle „Urbanität“ in der Lebenswelt fränkischer Juden des 17. und 18. Jahrhunderts gespielt haben könnte.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung - A 91 Extra Muros

A 91 Extra MurosA 91 Extra Muros
© Böhlau


Stadt und Umland sind auf vielfältige Weise miteinander vernetzt. Die durch den „Spatial Turn“ in den Sozial- und Geisteswissenschaften eingebrachten Impulse, Geschichte wieder verstärkt in räumlichen Bedingungen zu denken und Veränderungen der Raumwahrnehmung intensiver in den Blick zu nehmen, sind das Anliegen des vorliegenden Bandes. Im Fokus der 24 Beiträge stehen u.a. Fragen zur kartographischen Repräsentation, zur Sozialtopographie vorstädtischer Räume, zu Inklusions- und Exklusionsprozessen sowie zur unterschiedlich starken Ausprägung von Zonen städtischen Einflusses. Beleuchtet werden ausgewählte Städte aus Mittel-, Süd- und Osteuropa und besonders auch Festungsstädte sowie die in diesem Kontext oft wenig beachteten „Kleinen Städte“.

Bibliographische Angaben
Guy Thewes/Martin Uhrmacher (Hg.), Extra muros. Vorstädtische Räume in Spätmittelalter und Früher Neuzeit / Espaces suburbains au bas Moyen Âge et à l’époque moderne (Reihe Städteforschung A 91), Wien/Köln/Weimar 2019.

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© WWU

LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Dr. Christof Spannhoff verliehen

Preisverleihung Christof Spannhoff Doerenthe 5juni2019Preisverleihung Christof Spannhoff Doerenthe 5juni2019
v.l.n.r. vorne: Prof. Werner Freitag, Dr. Christof Spannhoff, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger; Mitte: Karl-Heinz Dingerdissen, Anneli Hegerfeld-Reckert, Gisela Köster; hinten: Dr. Mechthild Black-Veldtrup, Prof. Elisabeth Timm; Arne Strietelmeier
© R. Hänisch / IStG

Am Abend des 5. Juni 2019 ist im Kulturspeicher in Dörenthe der LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Dr. Christof Spannhoff verliehen worden.

Zur Begrüßung sprachen Gisela Köster, stellvertretende Landrätin des Kreises Steinfurt, sowie LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Prof. Dr. Werner Freitag, wissenschaftlicher Vorstand des IStG sowie Doktorvater des Preisträgers, übernahm die Würdigung. Freitag betonte, dass Christof Spannhoffs langjähriges berufliches wie ehrenamtliches Engagement stets darauf ausgerichtet war, die Geschichte Westfalens – insbesondere die des Nordmünsterlandes – zu erforschen und seine Ergebnisse sowohl für das Fachpublikum wie auch für die interessierte Öffentlichkeit vor Ort zugänglich zu machen. Christof Spannhoff hat neben seiner Tätigkeit in verschiedenen Projekten am IStG (Die deutschen Königspfalzen; Reformation in Westfalen; Bibliographie) ein umfangreiches Spektrum an historischen, sprach- sowie volkskundlichen Schwerpunkten entfaltet, das sich sowohl in seiner eigenen Publikationsreihe (Nordmünsterland. Forschungen und Funde) wie auch in Vorträgen, Ausstellungen und Zeitungsartikeln spiegelt. Erst vor kurzem konnte in dem Kooperationsprojekt von IStG und Historischer Kommission für Westfalen der „Historische Atlas westfälischer Städte. Bd. 11: Lengerich“ erscheinen, für den Christof Spannhoff seine Fachkompetenz und zahlreiche Stunden wissenschaftlicher Forschung im Ehrenamt zur Verfügung gestellt hat, ohne die dieses Werk so nicht zustande gekommen wäre. Um all diese Projekte zu würdigen, hat der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe im Februar 2019 auf Vorschlag des Rates für westfälische Landeskunde beschlossen, den Preis an Dr. Christof Spannhoff zu verleihen. Der Preisträger rundete den offiziellen Teil des Festaktes mit einem wissenschaftlich fundierten Vortrag über frühneuzeitliche Herrschaftslegitimation in Tecklenburg ab.

Die Mitarbeiter des IStG gratulieren Christof Spannhoff zu dieser Auszeichnung und danken ihm für seine Arbeit.

Das Freitagskolloquium am 7. Juni 2019 fällt aus!

Das Freitags-Kolloquium am 7. Juni zum Thema:

Basel und die Eidgenossenschaft. Städtische Bedrohungsszenarien und ihre Bewältigung in einem System kollektiver Sicherheit.

fällt leider krankheitsbedingt aus. Ein Nachholtermin wird im Wintersemester stattfinden.


Publikation "Tatort Domplatz" jetzt wieder erhältlich

Tatort Domplatz CoverTatort Domplatz Cover
© IStG

Die sehr schnell nach ihrer Veröffentlichung vergriffene Publikation "Tatort Domplatz. Der Münster-Plan von 1609 und seine Geschichte(n) - Dokumentation und Faksimile" ist nun - dank der Unterstützung des Stadtarchivs Münster sowie der NRW.BANK -  in zweiter, korrigierter Auflage erhältlich.

Die Präsentation des Bandes findet am 23. Mai 2019, um 18 Uhr, im Stadtarchiv Münster (An den Speichern 8, 48157) im Seminarraum im EG statt.

Nach Grußworten von Dr. Peter Worm (Stadtarchiv) und Dr. Angelika Lampen (IStG) wird Dr. Mechthild Siekmann einen Vortrag halten über eben diese Geschichte(n) um den ältesten erhaltenen Plan der Stadt Münster, die sie 2009 zusammen mit einem interdisziplinär ausgerichteten Team von Wissenschaftlern erforscht hat.

Freitagskolloquium am 24. Mai 2019

Im Freitags-Kolloquium am 24. Mai sprechen Simon Schneider M.A. und Dr. Martin Uhrmacher aus Luxemburg zum Thema:

Die Sozialtopographische Entwicklung der Stadt Luxemburg im 19. und 20. Jahrhundert. Vorstellung erster Forschungsergebnisse und Einbindung in den digitalen historischen Stadtatlas Luxemburgs.

Luxemburg war als Festungsstadt jahrhundertelang in ein militärisches Korsett eingeschlossen. Erst nach 1867 setzte mit der Schleifung der Festung ein Wachstum ein, das die Entwicklung zu einer modernen Hauptstadt ermöglichte. Vor diesem Hintergrund nimmt Simon Schneider Veränderungen in der Sozialtopographie der städtischen Gesellschaft in den Blick. Auf Grundlage sozioökonomischer Quellen untersucht er, wie sich die Sozialstruktur aufschlüsseln und in langer Dauer vergleichen lässt.
Martin Uhrmacher geht im zweiten Teil des Vortrags auf die Einbindung der Forschungsergebnisse in den historischen Stadtatlas Luxemburgs ein, der sich gerade im Aufbau befindet. Dieser wird die städtische Entwicklung seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Form von digitalen und interaktiven Karten im Internet darstellen. Fünf Zeitschnitte sind vorgesehen, um die tiefgreifenden Wandlungsprozesse Luxemburgs zu analysieren und zugleich auch spannend und anschaulich zu präsentieren.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Präsentation des „Historischen Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold“

Praesentation VersmoldPraesentation Versmold
v.l.n.r.: Prof. Dr. W. Freitag (IStG), Dr. M. Black-Verldtrup (Historische Kommission für Westfalen), Dr. R. Westheider, M. Meyer-Hermann (Stadt Versmold), Th. Kaling (Hiko/IStG), Dr. Th. Tippach (WWU Münster)
© IStG

Am Abend des 15. Mai 2019 wurde im Rathaus der Stadt Versmold der 12. Band des „Historischen Atlas westfälischer Städte“ zur ravensbergischen Stadt Versmold feierlich präsentiert.

Michael Meyer-Hermann, Bürgermeister der Stadt Versmold, begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher mit Verweis auf eine Reihe von Veranstaltungen, die derzeit anlässlich „300 Jahre Stadtrechte“ in der Region gefeiert werden. Bereits am 17. April war in Halle (Westfalen) der Verleihung der Akzise an verschiedene Städte der ehemaligen Grafschaft Ravensberg und die damit einhergehende Stadtrechtsverleihung gedacht worden. Dieses Jubiläum bot auch für Versmold die Gelegenheit, sich intensiv mit der eigenen Stadtgeschichte auseinanderzusetzen und sie von Dr. Rolf Westheider, der sich bereits in seiner Dissertation mit dem ‚Aufstieg Versmolds vom Dorf zur Stadt‘ beschäftigt hatte, wissenschaftlich bearbeiten zu lassen. Eine Wanderausstellung zu diesem Thema, die u.a. auch von Sebastian Schröder (IStG) miterarbeitet worden ist, kann aktuell im Rathaus Versmold besichtigt werden.

Prof. Dr. Werner Freitag, der als wissenschaftlicher Vorstand des IStG und als zweiter Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen das Kooperationsprojekt „Historischer Atlas westfälischer Städte“ repräsentierte, sprach seinerseits Grußworte an die Besucher aus der Versmolder Stadtgesellschaft. Dabei verwies er auf das übergeordnete Projekt der „Europäischen Städteatlanten“, das einen Städtevergleich anhand des einheitlichen Kartenkanons – jeweils basierend auf dem Urkataster des 19. Jahrhunderts – im überregionalen Kontext möglich macht.

Dr. Wolf Westheider, Autor des ‚Städteatlas Versmold‘, präsentierte anschließend die Atlasmappe, die aus einem 27-seitigen, reich bebilderten Textheft und – neben den vier zum gängigen Kanon gehörigen topographischen und administrativen Tafeln – sechs weitere thematische Tafeln zu „Grafschaft Ravensberg“, „Amt Ravensberg“, „Akzise im preußischen Westfalen“, ferner ‚Siedlungsentwicklung und Grundbesitzer in Kirchspiel bzw. Dorfkern Bockhorst‘ sowie „ausgewählte Industriebranchen“ behandeln. Bei seiner Vorstellung der verschiedenen Inhalte des Atlaswerkes ging R. Westheider einerseits auf Besonderheiten der Stadtgeschichte ein (Stichwort: „Vom Leinen zum Fleisch“) und hob immer wieder den Charakter des Kooperationsprojektes hervor, für dessen Gelingen verschiedene Wissenschaftler von IStG, Historischer Kommission für Westfalen und Universität Münster einen Beitrag geleistet haben. Allen Beteiligten sei auch hier noch einmal ein herzlicher Dank ausgesprochen.
Unter dem Motto einer Postkarte vom Anfang des 20. Jahrhunderts, die das Cover des Atlas ziert, durften sich alle Besucher im Anschluss an den Vortragsteil des Abends von der Richtigkeit des Ausspruches überzeugen:
„Pumpernickel, Mettwurst, Bier,
Gibt’s in großen Mengen hier.
Leckeren Schinken nicht vergessen[.]
Kraft gibt solch Westfalenessen“

Neuerscheinung - Atlas "Versmold"

VersmoldVersmold
© Hiko/IStG

Die Präsentation des "Historischen Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold" findet am 15. Mai 2019, um 18 Uhr, im Rathaussaal Versmold (Münsterstraße 16, 33775 Versmold) statt.

Conference: Interpreting 20th Century European Urbanism

21-23 October 2019, Stockholm
2nd Urbanhist Conference Stockholm Poster2nd Urbanhist Conference Stockholm Poster
© urbanHIST

urbanHIST welcomes abstracts on the main theme of its second conference: Interpreting 20th Century
European Urbanism. As an explicitly interdisciplinary project, we encourage submissions from urbanism,
planning, and architectural historians; preservationists; geographers; museum curators; and independent
scholars. Abstracts should be related to the following suggested tracks:

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Freitagskolloquium am 3. Mai 2019

Im Freitags-Kolloquium am 3. Mai spricht Dr. Norbert Fasse vom Stadtarchiv Borken zum Thema:
Systemwechsel für Herzensmonarchisten - Die revolutionäre Demokratisierung 1918-1919 in Borken, Bocholt und Coesfeld

Alle interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Freitagskolloquium am 26. April 2019

Im Rahmen des Freitag-Kolloquiums am 26. April 2019 spricht Nadja Thiessen aus Darmstadt zum Thema:

Hochwasser und die Gefährdung städtischer Infrastruktur im besetzten Deutschland. Mannheim und Dresden im Vergleich

Hochwasserschutz ist bis heute eine herausfordernde Aufgabe für Städte. Besonders jedoch in der direkten Nachkriegszeit (1945-49) gestaltete sich seine Organisation äußerst schwierig. In den Untersuchungsstädten Dresden und Mannheim wurden die Stadtverwaltungen unter den Augen der Besatzungskräfte re-organisiert oder gänzlich neu aufgebaut. Zugleich waren die Innenstädte noch deutlich vom Krieg gezeichnet und Debatten rund um Wiederaufbau- und Enttrümmerungsmethoden dominierten. Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich der Hochwasserschutz vor dem Hintergrund dieser außergewöhnlichen Situation vollziehen ließ.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Freitagskolloquium am 12. April 2019

Das Freitags-Kolloquium im Sommersemester 2019 beginnt am 12. April mit einem Vortrag von Sebastian Schröder, M.A. aus Münster zum Thema:

Des Königs neue Steuer: Die preußischen Akzisereformen in Minden-Ravensberg am Beginn des 18. Jahrhunderts

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) verkündete zu Beginn seiner Amtszeit ehrgeizige Pläne. Insbesondere wollte er die staatlichen Einnahmen erhöhen. Die Einführung der Akzise (einer indirekten Steuer, die bei Kauf- und Eigentumsübertragungen entrichtet werden musste) versprach ein Erfolgskonzept zu sein. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang die Erhebung einiger Orte zu Städten - eigens zu dem Zweck, um dort die Akzise einführen zu können. Diese neuen Städte wurden als "Akzisestädte" bekannt. In dem Vortrag sollen die preußischen Stadt- und Akzisereformen und ihre Auswirkungen in der Grafschaft Ravensberg sowie im Fürstentum Minden vorgestellt werden.

Alle Interessierten sind um 15 Uhr c.t. herzlich ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Mitarbeiter des IStG identifiziert das seit über 100 Jahren verschollene „Banner von Péronne“

Banner Von Peronne
© D. Stracke

Als ein Bibliotheksbenutzer im IStG das Foto von einer gestickten Belagerungsszene vorlegte und um Rat fragte, war für Dr. Daniel Stracke klar, dass es sich dabei um ein außergewöhnliches Stück handelte. Doch war ungewiss, welche Stadt und welches Ereignis hier in Seide mit Gold- und Silberfäden dargestellt waren. Dies war der Anfang von langwierigen Recherchen in die Geschichte und Überlieferung der faszinierenden Vogelschauansicht mit ihren detailreichen Szenen, die schließlich zur Identifizierung der Stadt führten: Es handelt sich um Péronne in der Picardie. Die Stadt mit ihrer strategischen Lage an der Somme wurde im Jahr 1536 von Kaiser Karl V. im Konflikt mit seinem Rivalen, dem französischen König Franz I., belagert.

Das „Banner“ war nach dem Sieg von 1536 angefertigt worden, um bei einer Dankprozession getragen zu werden. Mit der Darstellung des bedeutenden Ereignisses und der heldenhaften Bürgerin Marie Fouré, die dabei eine wichtige Rolle gespielt hatte, war das Stück für das kollektive Gedächtnis Péronnes stets ein wichtiger Markstein. Im Ersten Weltkrieg aber wurde das Musée Alfred-Danicourt, in dem es verwahrt war, während der Somme-Schlacht von 1916 beschädigt, und nach der Evakuierung der Zivilbevölkerung aus dem von deutschen Truppen besetzten Ort verloren sich die Spuren dieses einzigartigen Dokuments der Stadtgeschichte.

Mit der öffentlichen Vorstellung der historischen Stickerei in Maastricht auf der TEFAF (The European Fine Arts Fair) 2019 durch die Franses Gallery London, die es auf einer Auktion aus Privatbesitz erworben hatte, haben die Forschungen Strackes, der die Identifizierung vornahm und den Nachweis zur Provenienz der Stickerei erbrachte, ein erstes wichtiges Ergebnis gezeitigt.

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Frühjahrstagung 2019

Istg Fruehjahrstagung 2019Istg Fruehjahrstagung 2019
© IStG

Am 11. und 12. März 2019 findet am IStG das 46. Frühjahrskolloquium statt zum Thema:

Geschichtsbilder in Residenzstädten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Präsentationen – Räume – Argumente – Praktiken

Die diesjährige Tagung des Instituts für vergleichende Städtegeschichte fragt nach den Bildern, die von Städten und ihrer jeweiligen Vergangenheit, insbesondere auch innerhalb der Städte selbst, zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert entstanden. Diese ‚Bilder‘ sind nie statisch, sondern sie werden, das hat die Geschichtswissenschaft in den letzten Jahrzehnten gezeigt, ‘gemacht‘. Sie werden von bestimmten Gruppen erschaffen, immer wieder verändert, angepasst und schließlich innerhalb wie außerhalb der Stadt in Texten, Bildern, Denkmälern sowie Bau- und Kunstwerken verbreitet und rezipiert.
Die Tagung der Städtehistoriker widmet sich diesem Prozess und nimmt dabei den Typus der Residenzstadt in den Blick. Bisher wurden in der Forschung vor allem die in den Quellen besser dokumentierten Reichsstädte und Metropolen betrachtet. Residenzstädte, die sich zunehmend seit dem späten Mittelalter ausbildeten, blieben zumeist kleinere urbane Formationen. Die in Münster versammelten Wissenschaftler werden anhand so unterschiedlicher Städte wie Budapest, Halle, Berlin oder den niederländischen und flandrischen Residenzstädten die Prozesse der Historisierung, die Herausbildung von Geschichtskonzepten sowie die Konstruktion, mediale Vermittlung und Wirkung von Geschichtsdeutungen analysieren.
Die als „46. Frühjahrskolloquium des IStG“ ausgewiesene Tagung wird in Verbindung mit dem Projekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800)“ der Göttinger Akademie der Wissenschaften veranstaltet.

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Nachruf auf Prof. Dr. Wilhelm Rausch

Wilhelm Rausch
(1927 – 2019)

Am 14. Februar ist in Groß Gerungs im niederösterreichischen Waldviertel Wilhelm Rausch gestorben, ein Ehrenmitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte.

Er wurde am 14. Jänner 1927 in Wien geboren. Dort wuchs er auf, besuchte die Volksschule, wechselte 1939 auf das Gymnasium, bis er 1944 zum Reichsarbeitsdienst und dann zur Luftwaffe eingezogen wurde. Nach der Matura begann er 1946 ein Studium der Rechtswissenschaften und der Geschichte an der Universität, das ihn schließlich in den 46. Ausbildungskurs des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, der Ausbildungsstätte für Archivare in Österreich, führte (1951–1953). Das war eine entscheidende Station. Dort begann seine Mitarbeit an dem großen Quellenwerk der Linzer Regesten, das damals vom Institut mitgetragen wurde. Damit begründete er eine Basis für seine Berufung an das Stadtarchiv Linz 1954. Dort ist er dann geblieben bis zu seiner Pensionierung 1987.

In dieser Zeit hat er die Grundlagen für die Erforschung der Geschichte der Landeshauptstadt Oberösterreichs auf neue Grundlagen gestellt und ihr vielfältige neue Möglichkeiten eröffnet. Dabei blieb es nicht. Er blickte über Linz hinaus, er wurde zu einem der bewegenden Kräfte in der Geschichtswissenschaft Österreichs und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass er es war, der die moderne Stadtgeschichtsforschung in Österreich etabliert hat. Das geschah in verschiedenen Anläufen.

... zum vollständigen Nachruf von Prof. Peter Johanek

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