Freitags-Kolloquium am 6.12.2019

Im Freitags-Kolloquium am 6. Dezember spricht PD Dr. Christoph Volkmar vom Stadtarchiv Magdeburg über das Projekt

Magdeburger Spuren. Virtuelle Rekonstruktion des verlorenen Stadtarchivs.

Magdeburg bestand bereits mehr als 800 Jahre, als die Stadt am 10. Mai 1631 ihre dunkelste Stunde erlebte. Die vollständige Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg brachte nicht nur tausendfachen Tod, sondern nahm der Stadt auch ihre Geschichte. Der vollständige Verlust des mittelalterlich-frühneuzeitlichen Archivs, das im Rathaus verbrannte, war eine kulturelle Katastrophe ohne Beispiel. Seither leidet Magdeburg unter schwerstem Gedächtnisverlust. Das Projekt „Magdeburger Spuren“ will dieser Amnesie mit den modernen Möglichkeiten der Digital Humanities entgegenwirken, um die facettenreiche Vergangenheit der Stadt wiederzuentdecken.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Zusätzliche Informationen zum Projekt des Stadtarchivs Magdeburg finden sie hier

Institut für vergleichende Städtegeschichte bietet Kooperationsveranstaltung mit dem Kreisarchiv Warendorf an

Kreisarchiv WarendorfKreisarchiv Warendorf
© Kreis Warendorf

Am 1. Januar 2020 startet ein neues Forschungsprojekt am IStG: Der „Historische Atlas der Städte und Gemeinden des Kreises Warendorf und der Stadt Münster im 19. und 20. Jahrhundert“. In Verbindung damit findet im Wintersemester 2019/2020 auch ein Praxis-Seminar „Die Ämter und Städte der Altkreise Beckum und Warendorf im 19. Jahrhundert“ statt, das von Prof. Dr. Werner Freitag und Dr. Christof Spannhoff, dem Projektbearbeiter, betreut wird. Mit im Boot ist auch Dr. Knut Langewand, Leiter des Kreisarchivs Warendorf, denn die Studierenden sollen in der Veranstaltung auch den Umgang mit Verwaltungsschriftgut des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts erlernen. Dazu ist allerdings der Weg ins Archiv unumgänglich. Hier erfahren die Teilnehmer des Seminars etwas über Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft um 1900. Das Seminar soll vermitteln, wie sich der wirtschaftliche und soziale Wandel für die Städte und Landgemeinden der Altkreise vollzog und die preußische Verwaltung vor Ort funktionierte. Aus dieser Beschäftigung sollen später auch Bachelor- oder Masterarbeit entstehen, die wieder in das Forschungsprojekt eingehen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagungsbericht "Westfälische Kleinstädte um 1900" veröffentlicht

Tagung Bueren Hiko 2019
© HiKo

Am 4. und 5. Oktober fand in Büren die Herbsttagung der Historischen Kommission für Westfalen, veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte zum Thema „Westfälische Kleinstädte um 1900. Typologische Vielfalt, Daseinsvorsorge und urbanes Selbstverständnis“ statt. Sebastian Schröder (IStG / WWU) hat hierzu einen ausführlichen Tagungsbericht geschrieben, der auf den Seiten von H-Soz-Kult einzusehen ist.

Sebastian Schröder erhält den Mindener Geschichtspreis

Schroder Und RednerSchroder Und Redner
Foto v.l.n.r.: Prof. Dr. Werner Freitag, Sebastian Schröder, Peter Kock, Ulrike Grannemann
© Lena Krull

Der Historiker Sebastian Schröder M.A. vom Institut für vergleichende Städtegeschichte an der WWU Münster wurde am 19.11.2019 mit dem Geschichtspreis des Mindener Geschichtsvereins ausgezeichnet. Er erhält den Preis für seine Masterarbeit „Die Lübbecker Mark. Die Organisation städtischer Markenherrschaft im Minden-Ravensberger Land (1570–1800)“, die im Jahr 2018 als Band 29 der Reihe „Westfalen in der Vormoderne“ beim Münsteraner Aschendorff-Verlag veröffentlicht wurde. In seinem Werk untersucht Schröder Verfahren und Medien städtischer Herrschaftsausübung der westfälischen Kleinstadt Lübbecke im Fürstentum Minden und greift damit ein empfindliches Desiderat der historischen Forschung auf. Gleichzeitig zeigt er dabei die gesellschaftliche, soziale und sozioökonomische Bedeutung vormoderner Markennutzung auf. Der Geschichtspreis wird alle drei Jahre verliehen für „herausragende wissenschaftliche Forschungen zur Geschichte aller Epochen auf dem Gebiet des ehemaligen Fürstentums Minden bzw. des heutigen Kreises Minden-Lübbecke“.
Zurzeit promoviert Sebastian Schröder über die preußischen Steuerreformen und die Entstehung der „Akzisestädte“ im preußischen Westfalen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das IStG gratuliert ihm herzlich zu der erhaltenen Auszeichnung!

Freitags-Kolloquium am 22.11.2019

Im Freitags-Kolloquium am 22. November spricht Dr. Niels Petersen aus Göttingen zum Thema:

Zwischen Stadt und Land: Gestalt und Nutzen vorstädtischer Gartenanlagen (14.-16. Jh.)

Historische Stadtansichten zeigen oft Gartengrundstücke, die sich unmittelbar vor den Toren und unterhalb der Mauern erstrecken. Ihre Nutzung vom Spätmittelalter bis in das frühe 17. Jahrhundert hinein war vielfältig und reichte von der Selbstversorgung über den Anbau von Spezialpflanzen bis zur Nutzung als repräsentativer Freizeitort. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Reich sollen die Gestalt, die Lage und das Recht der Gärten ebenso diskutiert werden, wie die Personen, die mit ihnen verbunden waren und welche ökonomische Bedeutung diese Gärten als Teil der Stadt besaßen.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Freitags-Kolloquium am 8.11.2019

im Freitags-Kolloquium am 8. November spricht Dr. Luise Czajkowski aus Leipzig zum Thema:

Stadtbücher als Zeugnis spätmittelalterlichen Sprachwandels

Stadtgeschichtliche Quellen sind für die Erforschung der historischen deutschen Sprache, insbesondere für die Erforschung von Sprachwandel sehr bedeutsam. So sind beispielsweise Stadtbücher bereits seit dem 13. Jahrhundert volkssprachlich überliefert und wurden über viele Jahrhunderte hinweg geführt. Sie legen Zeugnis ab über den Wandel der Sprache in einer Stadt oder auch in einer Region. Im Vortrag stehen ostmitteldeutsche Quellen aus der Zeit von 1265 bis 1490 im Mittelpunkt, in denen das Niederdeutsche allmählich von den ostmitteldeutschen Dialekten verdrängt wurde.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Ausschreibung für eine Promotionsstelle an der Christian-Albrechts Universität Kiel

An der Christian-Albrechts Universität Kiel ist eine Promotionsstelle für ein stadtgeschichtliches Thema ausgeschrieben (Urban Agency and Perception / Geschichte des Mittelalters).
Nähere Informationen hierzu können abgerufen werden unter H/SOZ/KULT

Band A 100 der Reihe Städteforschung erschienen

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© Böhlau

Der Tagungsband der Frühjahrstagung 2017 "Materielle Kultur der Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit" ist nun als Band A 100 der Reihe Städteforschung erschienen:

Der „material turn“ hat inzwischen auch die Forschung zur Vormoderne erreicht. Im vorliegenden Sammelband untersuchen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen der Geschichte und Kunstgeschichte die materielle Kultur der Stadt.
Dieser neue methodische Ansatz führt zu ganz neuen Ergebnissen in Bezug auf so traditionelle Quellen wie Chroniken, Rödel, Rechnungs- und Eidbücher. Er lenkt das Augenmerk auf Artefakte im Besitz von Bürgern und Rat, seien sie als Objekte erhalten oder nur schriftlich dokumentiert. So werfen die Beiträge ein neues Licht auf Aspekte der städtischen Kultur: Sie untersuchen die Rolle von Harnischen und Totenschilden, fragen nach der Bedeutung von Stoffqualitäten der Kleidung, erörtern Polster, Wandmalereien und Glasfenstern in Ratssälen als Medien der städtischen Kommunikation.

Bibliographische Angaben:
Sabine von Heusinger/Susanne Wittekind (Hg.), Die Materielle Kultur der Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit (Reihe Städteforschung A 100, Wien/Köln/Weimar 2019.

Lehrveranstaltung von Dr. Karsten Igel

Die Übung von Dr. Karsten Igel „Bäuerliches Wirtschaften im spätmittelalterlichen Westfalen im Spiegel der Gertrudenberger Überlieferung“ (Fr., 12-14 Uhr) beginnt am 25. Oktober 2019.

Melanie Althage (SCDH) und Philipp Schneider (IStG) gewinnen Interdisziplinären Corpus Contest

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© SCDH

Beim ersten Interdisziplinären Corpus Contest von InFoDiTex (Universität Heidelberg) und Discourse Lab (Technische Universität Darmstadt), der am 27. September 2019 in Heidelberg stattfand, belegten Melanie Althage (Servive Center for Digital Humanities, Münster) und Philipp Schneider (Institut für vergleichende Städtegeschichte) den ersten Platz. Zweck des Wettbewerbs war es, Nachwuchswissenschaftler*innen aus unterschiedlichen, mit Texten arbeitenden Disziplinen zusammenzubringen. Die Bewerberteams hatten die Aufgabe, anhand des digitalisierten Deutschen Novellenschatzes eigene Forschungsprojekte auszuarbeiten und sich dabei an Methoden aus dem Spektrum der Digital Humanities zu bedienen. Die Studierenden der WWU Münster konnten sich hierbei mit Ihrem Projekt "Topic Modeling und Soziale Netzwerkanalyse zur Kartierung der diskursiven Struktur deutschsprachiger Novellen des 19. Jahrhunderts – Methodische Ansätze des Distant Reading am Beispiel des Deutschen Novellenschatzes" gegen ihre Mitbewerberteams durchsetzen. Der von Melanie Althage und Philipp Schneider beschriebene Ansatz einer Vereinigung von Topic Modeling und Sozialer Netzwerkanalyse zur Untersuchung gesellschaftlicher Diskurse wurde von der interdisziplinär besetzten Jury begeistert aufgenommen. Eine Veröffentlichung des methodischen Ansatzes sowie erster Ergebnisse wird demnächst erfolgen.

Nachruf - Prof. Dr. Thomas Schilp

Am 28. September 2019 verstarb im Alter von 65 Jahren unser geschätzter Kollege und Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Thomas Schilp.  Die vergleichende Städtegeschichte hat ihm viel zu verdanken. Er war 1981 bei Walter Heinemeyer mit einer Arbeit über die Reichsburg Friedberg im Mittelalter promoviert worden. Ab 1987 war Schilp Mitarbeiter des Stadtarchivs Dortmund, von 2011 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2014 Direktor des Archivs. In dieser Funktion hat er eine Vielzahl grundlegender Beiträge zur Dortmunder Stadtgeschichte vorgelegt, zuletzt 2017 gemeinsam mit Stefan Mühlhofer und dem IStG den "Deutschen Historischen Städteatlas: Dortmund". Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten – er fehlt.

Bibliothek des IStG

Am Freitag, dem 4. Oktober 2019, bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Ab 7. Oktober stehen wir Ihnen wieder wie gewohnt mit unserem Wissenschaftsservice zur Verfügung.

Gastwissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriela Wąs am IStG

Am 1. Oktober 2019 wird Prof. Dr. Gabriela  Wąs von der Universität Wrocław für zwei Monate als DAAD-Stipendiatin ans Institut für vergleichende Städtegeschichte kommen, um das Thema "Frauen in den narrativen und visuellen Quellen der Frühen Neuzeit in Schlesien" zu erforschen.   

IStG-Mitarbeiter in der Leitung der internationalen Atlasarbeitsgruppe

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Foto v.l.n.r.: Ferdinand Opll, Anngret Simms, Daniels Stracke, Katalin Szende, Keith Lilley
© Andras Vadas

Der langjährige Institutsmitarbeiter Daniel Stracke ist am 18. September 2019 anlässlich des diesjährigen Treffens der Atlas Working Group der Internationalen Kommission für Städtegeschichte in Budapest von Ferdinand Opll als dessen Nachfolger in die Leitung der Atlasgruppe berufen worden. Als neuer ‚Convenor‘ wird er gemeinsam mit Katalin Szende (Budapest) und Keith Lilley (Belfast) die Arbeit an den Städteatlanten in zwanzig europäischen Staaten koordinieren. Die Arbeitsgruppe ist auf Initiative von Anngret Simms auch für jene aktiven Mitarbeiter in Atlasprojekten geöffnet worden, die nicht selbst Mitglieder der Internationalen Kommission sind. In Anerkennung seiner Arbeit für den gemeinsamen Europäischen Städteatlas wird nun mit Stracke erstmals ein Nicht-Kommissionsmitglied ins Leitungsgremium berufen.

Die Ernennung von Daniel Stracke unterstreicht die zentrale Position, die das Institut für die in der Atlas Working Group organisierten Städteatlasprojekte einnimmt. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, dass die Forschungsbibliothek fast den vollständigen Bestand der seit 1969 publizierten Städteatlanten besitzt, die in vergleichbarer Fülle lediglich in London, Oxford, Berlin, München und Chicago vorliegen. Seit langem prägt das Institut auch mit seinen Tagungen und Workshops die Atlasarbeit und heißt Gastwissenschaftler aus den Partnerprojekten willkommen. Mit seinen Initiativen in den Bereichen digitale Arbeitsmethoden, Interaktive Kartografie und Internetpublikation wird es als wegweisend für die digitale Zukunft der Atlasarbeit wahrgenommen.

Freitags-Kolloquium im Wintersemester 2019/20 - erster Vortrag am 18.10.2019

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© IStG

Den ersten Vortrag im Winter-Semester 2019/20 hält Prof. Dr. Holger Thomas Gräf aus Marburg am 18. Oktober 2019 zum Thema:

Das Arbeitsbuch des Frankfurter Kupferstechers Johann Philipp Thelott (1632-1671) - eine bislang unbekannte Quelle zu den städtischen Netzwerken im Buch- und Verlagswesen nach dem Dreißigjährigen Krieg


Rechnungs- und Arbeitsbücher von Künstlern des 17. Jahrhunderts sind rar; in der Regel war ihnen der Überlieferungszufall selten gnädig. Anders ist dies im vorliegenden Fall: Es handelt sich zwar um ein anonymes Fragment, doch konnte sein Verfasser mittlerweile identifiziert werden. Das sich aus der Analyse dieser Quelle ergebende Personennetzwerk aus Auftraggebern, Geschäftspartnern, Autoren und anderen Künstlern wirft nicht nur Licht auf das Buch- und Verlagswesen nach dem Dreißigjährigen Krieg, sondern es gewährt auch Einblicke in das von Multikonfessionalität und Heterodoxie geprägte geistige und kulturelle Leben in der Mainmetropole während des 17. Jahrhunderts.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Städteatlas Versmold

Versmold ErstauflageVersmold Erstauflage
© Hiko / IStG

Der "Historische Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold", der am 15. Mai 2019 erstmals in Versmold präsentiert worden war, ist bereits 4 Monate nach Erscheinen des Werkes ausverkauft. Dank zahlreicher Veranstaltungen rund um das Stadtjubiläum "300 Jahre Stadtrechte" wurde diese Publikation einem breiten Publikum vorgestellt. In der Bevölkerung ist das Interesse an der eigenen Stadtgeschichte groß, und auch der Ankauf einiger Exemplare durch die städtische Schule für Lehrzwecke trug dazu bei, dass dieser Atlas bereits nach kurzer Zeit vergriffen ist.

Ob es eine Neuauflage geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Informationen hierzu geben wir auf diesen Seiten bekannt, sobald wir Genaueres wissen.

Sollten Sie keinen Atlas der Erstauflage erworben haben, aber gerne ein Exemplar der Neuauflage bestellen wollen, dann senden Sie uns eine Mail an: istg@uni-muenster.de!

Freitags-Kolloquium am 12. Juli 2019

Zum Abschluss des Freitags-Kolloquiums im Sommersemester 2019 spricht Prof. Dr. Clemens Zimmermann aus Saarbrücken zum Thema:
Land-Stadt-Beziehungen und die Debatte über "Rurbanität"

Stadt und Land, Urbanität und Ruralität - Die Beziehungen zwischen Stadt und Land sowie Land und Stadt unterliegen starken historischen Wandlungen, die im Vortrag für das 20. Jahrhundert beleuchtet werden sollen. Verschiedene historische Faktoren wirkten auf diese Beziehungen ein: Fortschreitende Urbanisierung und Industrialisierung, der Rückgang der agrarischen Bevölkerung, die Transformation der alten Landgemeinden in suburbane Wohnorte sowie die mediale Durchdringung auch des Landes. Die allgemeine Geschichtswissenschaft hat sich mit dem Thema bislang nur wenig beschäftigt, jedoch stehen Erkenntnisse und Konzepte aus den Nachbardisziplinen zur Verfügung, insbesondere aus der Soziologie und Geographie. Auch das Fach der Mediengeschichte hat sich neuerdings dörflicher Kommunikation, der Bedeutung moderner Massenmedien und den Eigenarten des Mediengebrauchs in ländlichen Räumen zugewandt. In dem Vortrag wird auf diese Prozesse eingegangen und es werden zwei Konzepte vorgestellt, die aus der US-amerikanischen Rural Sociology stammen: Auf „Rurbanität" als Mischtypus, der fast schon zum Regelfall von Siedlungsentwicklung wurde, und auf „Ruralität“, - das, was als „ländlich“ gilt und was in den Medien ständig aktualisiert und inszeniert wird.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Eröffnung der Ausstellung "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" (30.06.2019 - 09.08.2019)

Vortrag von Sebastian Schröder über Borgholzhausen im 18. Jahrhundert

Am 30. Juni 2019 eröffnet die Stadt Borgholzhausen eine Ausstellung mit dem Titel "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" - 300 Jahre gemeinsame Geschichte.

1719 wurden die früheren Dörfer, Flecken oder Weichbilder Borgholzhausen, Bünde, Enger, Halle (Westf.), Preußisch Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther (Westf.) durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zu Städten erhoben. Die Ausstellung schildert die Ausgangslage und beschreibt die Auswirkungen und Folgen der Stadtrechtsverleihungen und der gleichzeitig durchgeführten Steuerreform. Sie skizziert auch die unterschiedlichen Entwicklungen, die die neuen Städte fortan nahmen. Erstmals widmet sich eine Ausstellung dieser Zeit, der gemeinsamen Geschichte der Orte im Ravensberger Land und den unterschiedlichen historischen Profilen der heutigen Städte in den Kreisen Gütersloh, Herford und Minden-Lübbecke.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 30. Juni 2019, um 11:15 Uhr in der Rathausgalerie, Schulstraße 5, statt. Der Eintritt ist frei.

Begrüßung: Bürgermeister Dirk Speckmann
Einführung in die Ausstellung: Dr. Rolf Westheider
Vortrag von Sebastian Schröder M. A., Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster: "Des Königs neue Stadt: Borgholzhausen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts"

Dr. Mechthild Black-Veldtrup erhält den Titel einer Honorarprofessorin im Fachbereich 8 Geschichte/Philosophie

Black-veldtrup AntrittsvorlesungBlack-veldtrup Antrittsvorlesung
Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup mit Prof. Dr. Thomas Großbölting
© IStG

Am 24. Juni 2019 wurde Dr. Mechthild Black-Veldtrup vom Dekan des Fachbereichs 8 Geschichte/Philosophie an der WWU, Prof. Dr. Thomas Großbölting, der Titel einer Honorarprofessorin verliehen. Prof. Dr. Werner Freitag würdigte als Laudator die Arbeit von Mechthild Black-Veldtrup, die als Leiterin des Landesarchivs NRW, Abteilung Westfalen, schon seit vielen Jahren durch Seminare und Quellenübungen den intensiven Austausch zwischen Studierenden und dem Landesarchiv pflegt und fördert. In ihrer Antrittsvorlesung zeigte Black-Veldtrup am Beispiel der Urkunden zum Besuch Kaiser Heinrichs III. in Münster im Jahr 1040 eindrucksvoll, welchen Erkenntnisgewinn eine quellenkritische Urkundenanalyse bietet.
Dank des Engagements von Mechthild Black-Veldtrup, die Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des IStG sowie Direktorin des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, und Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen ist, werden Studierende der Geschichtswissenschaft an der WWU in den sogenannten Hilfswissenschaften geschult und an die Arbeit mit historischen Quellen herangeführt. Mit dem richtigen Werkzeug in den Bereichen Diplomatik, Paläographie, Kodikologie u.v.m. lassen sich kulturwissenschaftliche Überlegungen anstellen und neue stadtgeschichtliche wie auch landesgeschichtliche Erkenntnisse gewinnen. Das Wissen um die reichen Bestände des Landesarchivs NRW und deren adäquate Interpretation gibt Mechthild Black-Veldtrup an die Studierenden des Historischen Seminars weiter – von nun an als Honorarprofessorin. Die Mitarbeiter des IStG gratulieren ihr zu dieser Auszeichnung.

Freitags-Kolloquium am 28. Juni 2019

Im Freitags-Kolloquium am 28. Juni spricht Frau apl. Prof. Dr. Michaela Schmölz-Häberlein aus Bamberg zum Thema:

Judentum und Urbanität im frühneuzeitlichen Franken – ein Widerspruch? Beobachtungen zu den jüdischen Gemeinden im Hochstift Bamberg

Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich Existenzbedingungen und Selbstverständnis mitteleuropäischer Juden nicht mit einheitlichen Raum- und Regionsbegriffen fassen lassen. Bis vor kurzem hat sich die Diskussion vor allem auf die Dichotomie von Stadt- und Landjuden beschränkt. Ausgehend von der These Ernst Schuberts, dass es „keine Urbanität in der Welt des fränkischen Judentums im 18. Jahrhundert“ gegeben habe, soll am Beispiel der Residenzstadt Bamberg, zweier Festungsstädte (Kronach und Forchheim), der Amtsstadt Lichtenfels sowie der Landgemeinde Zeckendorf der Frage nachgegangen werden, welche Rolle „Urbanität“ in der Lebenswelt fränkischer Juden des 17. und 18. Jahrhunderts gespielt haben könnte.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

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