








Für ihre 2024 erschienene Dissertation zum Thema „Inklusiver Literaturunterricht mit Balladen“ (WVT-Verlag, Trier) wurde am 11.12.2025 Dr. Laura Maria Lewald-Romahn mit dem Offermann-Hergarten-Preis (2025) ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der gleichnamigen Stiftung wird seit 1994 jährlich für herausragende Qualifikationsarbeiten vergeben, die an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln entstanden sind. Laura Maria Lewald-Romahn wurde 2023 am Institut für deutsche Sprache und Literatur II promoviert und legte in dieser Zeit zudem erfolgreich das zweite Staatsexamen ab. Seit dem Wintersemester 2025/2026 arbeitet sie als Studienrätin im Hochschuldienst in der Abteilung Literatur- und Mediendidaktik am Germanistischen Institut der Universität Münster.
Die Fachjury begründete die Entscheidung im überzeugenden interdisziplinären Vorgehen, das literaturdidaktische, mediendidaktische und sonderpädagogische Ansätze miteinander verzahnt. Die ausgezeichnete Dissertation entwickelt ein innovatives Modell für eine inklusive Literaturdidaktik, um Schüler*innen einen vielfältigen Zugang zur Ballade zu eröffnen. Die Ballade stellt die wichtigste Kleinstgattung für das Gattungslernen und das Gattungsbewusstsein dar und ist curricular verankert. Der Ausgangspunkt des Modells ist ein potenzialorientiertes didaktisches Verständnis, das nicht zwischen Lernenden mit und ohne Förderschwerpunkt unterscheidet. Der Ansatz wurde im Sinne des Design-based Research entwickelt und in Kooperation mit der Heliosschule Köln, Inklusive Universitätsschule der Stadt Köln, empirisch erprobt.
Die Arbeitet leistet einen wichtigen Beitrag für die inklusive und diversitätsorientierte Literatur- und Mediendidaktik in Theorie und Praxis. Mit der Dispermedialität wird ein partizipatives mediendidaktisches Prinzip für die inklusive Literaturdidaktik an der Schnittstelle zur Sonderpädagogik vorgelegt. Dispermedialität betont, dass nicht das Mehr an Zugängen entscheidend ist, sondern die Partizipation der Lerner*innen durch Materialität und Medialität. Dabei wird Literaturunterricht so geplant, dass Zugänge zu Inhalten reflektiert und konsequent von den Lernenden her gedacht werden. Dispermediale Didaktik strukturiert Unterrichtsplanung entlang von drei miteinander verschränkten Ebenen: Partizipation (Wie können alle aktiv teilhaben?), didaktisches Design (Wie bleibt Unterricht fachlich anspruchsvoll und zugleich flexibel?) und Reflexion durch die Lehrpersonen (Welche Annahmen, Zuschreibungen und Routinen beeinflussen meine didaktischen Entscheidungen?). Die Ebenen sind prozessual und werden je nach Lerngruppe immer neu austariert. In der Dissertation wird dies durch die „Balladenpyramide“, die unterschiedliche sensorische und mediale Zugänge miteinander verbindet, erreicht.
Inklusiver Literaturunterricht mit Balladen. Eine Design-based Research-Studie zur Konzeption und empirischen Rekonstruktion einer Balladenkulturdidaktik für die Sekundarstufe I (DiLiKuS 7). WVT 2024. Open Access.

der am 28. Dezember 2025 nach längerer schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie in Sprendlingen verstarb. Wolfgang F. Bender wurde am 18. August 1935 in Neuss geboren. Nach dem Abitur am Naturwissenschaftlichen Humboldtgymnasium in Köln studierte er von 1957 bis 1964 an den Universitäten zu Köln und in Wien Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. In Köln promovierte er 1964 zum Dr. phil. Berichterstatter zu seiner Dissertation mit dem Titel Verwirrung und Entwirrung in der „Octavia/Römische Geschichte“ Herzog Anton-Ulrichs von Braunschweig waren Wolfgang Binder und Paul Böckmann. Die wegweisende Dissertation ist eine grundlegende Publikation über die komplexen Erzählstrukturen des höfisch-historischen Barockromans.
Von 1964 bis 1966 war Wolfgang F. Bender Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln. Es folgte die mehrjährige universitäre Tätigkeit in den USA, von 1966 bis 1969 als Assistant Professor of German Literature an der University of California/Davis Campus, dann bis 1972 als Associate Professor. 1972 wurde er zum Wissenschaftlichen Rat und Professor am Germanistischen Institut der Universität Münster ernannt. Von 1987 bis 1989 war er Dekan des Fachbereichs Germanistik.
Gastprofessuren nahm er in Johannesburg (1970), Kairo (1985 und 1989) und Vilnius (2001) wahr. Seit dem Wintersemester 2000/2001 im Ruhestand, lehrte er gleichwohl weiterhin einige Jahre in Blockseminaren im Germanistischen Institut der Universität Münster. 2001 wurde er mit einer 25 Beiträge enthaltenden Festschrift von Kollegen, Schülern und Freunden geehrt: „Das Schöne soll sein“– ,Aisthesis‘ in der deutschen Literatur.
Seine zahlreichen Publikationen zur deutschsprachigen Literatur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert dokumentieren die vielfältigen Forschungsinteressen und umfassen ein auch in inhaltlicher Hinsicht breites Spektrum. Er edierte zusammen mit Paul Böckmann und Friedrich Sengle Texte von Johann Jacob Bodmer und Johann Jacob Breitinger (1965, 1966), Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen (1967, 1968, 1970, 1975) und Gotthold Ephraim Lessing (1972). Die perspektiveneröffnende Monographie zu Johann Jacob Bodmer und Johann Jacob Breitinger (1973) bildet nach wie vor die Basis für jegliche Beschäftigung mit beiden Schweizer Autoren. Auch alle Aufsätze zeichnen sich durch vorausgegangene präzise Recherchen und philologische Genauigkeit aus. Neben profunden Studien zur Tradition der Rhetorik im 18. Jahrhundert und über Herzog Anton Ulrich, Daniel Casper von Lohenstein, Johann Jacob Bodmer, Johann Jacob Breitinger sowie Gotthold Ephraim Lessing bilden Autoren der österreichischen Literatur einen Schwerpunkt seiner Forschungen: Mit Werken von Ferdinand Raimund, Franz Grillparzer, Adalbert Stifter, Ingeborg Bachmann und Thomas Bernhard hat er sich intensiv auseinandergesetzt.
Mehrfach richtete er seine besondere Aufmerksamkeit auf Themenfelder des Theaters und der Schauspielkunst im 18. Jahrhundert. Über seine sich diesen Sujets widmenden Aufsätze hinaus warf der von ihm herausgegebene Sammelband Schauspielkunst im 18. Jahrhundert: Grundlagen – Praxis – Autoren (1992) neues Licht auf dieses Forschungsterrain im Grenzbereich von Literatur- und Theaterwissenschaft. Besonders hervorzuheben ist das zusammen mit Siegfried Bushuven und Michael Huesmann publizierte achtbändige opus magnum Theaterperiodika des 18. Jahrhunderts – Bibliographie und inhaltliche Erschließung deutschsprachiger Theaterzeitschriften, Theaterkalender und Theatertaschenbücher (1994–2005). Über Jahre gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fritz Thyssen Stiftung und der Fördergesellschaft der Universität Münster, ist ein vorzügliches Hilfsmittel entstanden, mit dem weitgehend unbekanntes Quellenmaterial zur Theatertheorie und -praxis im 18. Jahrhundert erschlossen wird.
Eine 2019 vorgelegte Monographie mit dem Titel Hauptweg und Nebenwege – Studien zu Lessings „Hamburgischer Dramaturgie“ lenkte den erhellenden Blick auf die Verflechtung sozialgeschichtlicher, anthropologischer und poetologischer Aspekte von Lessings europäisch orientiertem Theaterpanorama.
Indes war der Beruf des Literaturwissenschaftlers nur zweite Wahl: Schon in jungen Jahren hatte er den Wunsch Pianist zu werden. Sein Herz schlug für klassische Musik und Bühnenkunst und so liebte er besonders die Musik- und Theatermetropole Wien. Wenn Gäste kamen, setzte er sich noch im hohen Alter an seinen Flügel und gab Konzerte – vorzugweise Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms.
Wolfgang F. Bender hinterlässt seine Ehefrau, einen Sohn und eine Schwiegertochter sowie zwei Enkelkinder. Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl.
Der Dekan
des Fachbereichs Philologie
Prof. Dr. Eric Achermann
Die Geschäftsführende Direktorin
des Germanistischen Instituts
Prof. Dr. Juliane Stude
apl. Prof. Dr. Peter Heßelmann
Germanistisches Institut
Abteilung Neuere deutsche Literatur
Die Termine für die mündlichen Prüfungen im Master of Education (Fachdidaktik) stehen nun fest. Weitere Informationen finden Sie hier .
Hinweis: Heute, am 13.01. muss das Literaturwissenschaftliche Kolloquium leider ausfallen.

Die pdf-Datei zum Plakat kann hier abgerufen werden.

Der Flyer als pdf-Dokument findet sich hier.
Issa ist schwanger. Doch die Rituale, die sie vor ihrer ersten Geburt durchlaufen soll, stehen ihr noch bevor. Ihre Mutter glaubt, es gehe um Leben und Tod. Issa hingegen weiß, dass sich ihre Mutter nur beruhigen wird, wenn sie den Weg von Frankfurt am Main nach Buea auf sich nimmt. Zunächst lässt Issa die Prozeduren über sich ergehen, kommentiert sie mit ironischer Distanz. Die Reise in ihr Geburtsland Kamerun, zu ihren Omas, wird aber zunehmend zu einer sehr persönlichen Geschichte: Sie lernt, was es für sie bedeutet, mit ihren Ahnen verbunden zu sein.
Es sind mehr als 100 Jahre, die zwischen der deutschen Kolonialisierung Kameruns und der Gegenwart liegen. Wie wenig Zeit das eigentlich ist, wird in Mirrianne Mahns Roman deutlich. Als Hintergrund ist die Geschichte immer präsent. Im Vordergrund stehen jedoch die individuellen Erfahrungen und der unbedingte Wille der Frauen. Ihre Schicksale und ihre Stärke wirken immer auch auf die Generationen ein, die ihnen folgen. In größter Einfühlsamkeit und nicht ohne Humor macht Mahn aus Geschichte Literatur.

Literatur beruht auf eigenen Prinzipien und Normen. Sie ist fiktional, hat aber trotzdem immer einen Bezug zur Wirklichkeit. Deshalb verhandeln literarische Texte und fiktionale Medien auch regelmäßig Schlüsselprobleme ihrer Gegenwart. Dabei eröffnen sie Konfliktfelder und ermutigen zur philosophischen Reflexion. Mithilfe ästhetischer Verfremdung laden Literatur und Medien so zu einem differenzierten Blick auf die Welt ein. Entsprechend bietet sich der Einsatz literarischer Medien im Unterricht der Sekundarstufen an, um auf ungewohnten Wegen an Themen heranzuführen. Die Beiträge in diesem Band demonstrieren anschaulich, wie Literatur erfolgreich in der Schule genutzt werden kann. Sie beweisen zudem, dass Literatur und Medien im Schulunterricht verwendet werden können, ohne ihren Zauber zu verlieren oder zu bloßen Impulsgeber:innen zu werden.
Weitere Informationen zur Veröfentlichung finden Sie hier.

Wenn Kinderliteratur in der Grundschule zum Einsatz kommt, steht die Leseförderung in der Regel an erster Stelle. Oft geht es aber auch darum, Kinder an Themen heranzuführen, ihre Neugierde zu wecken und sie zum Nachdenken anzuregen. Wie das gelingen kann, steht im Mittelpunkt dieses Bandes. Die Autor:innen greifen dabei durchaus „heikle“ Themen auf, darunter Tod und Trauer, Vorurteile, Missbrauch, Umweltbewusstsein oder den Kampf für Kinderrechte. Anhand von konkreten Textbeispielen aus der Kinderliteratur entwickeln sie Perspektiven für einen themenorientierten Literaturunterricht in der Grundschule. Dabei kommt die Literatur trotz aller didaktischen Kniffe sehr wohl in ihrer ganzen Vielfalt und Strahlkraft zur Geltung.
Weitere Informationen zur Veröffentlichungen finden sich hier.
Das Online-Journal "Textpraxis", das seit seiner Gründung 2010 inzwischen zu einem
renommierten Publikationsorgan für den wissenschaftlichen Nachwuchs und etablierte Stimmen
avanciert ist, sucht Redakteur*innen.
Promovierende haben die Möglichkeit, im Rahmen der Mitarbeit redaktionelle sowie
editionstechnische Kenntnisse bei der Herausgabe einer wissenschaftlichen Publikation zu
erwerben. Das Journal bietet die Gelegenheit, als Herausgeber*in sowie Redakteur*in ein
wissenschaftliches Journal zu betreuen. Dieses organisiert sich in flachen Hierarchien und
ermöglicht den Redaktionsmitgliedern, eigene thematische Akzente zu setzen. Die
Redaktionsmitglieder begleiten alle Schritte der Online-Publikation, vom Lancieren der CfP
und der Auswahl von Artikeln über die Suche nach adäquaten Gutachter*innen, die
wissenschaftliche Betreuung der Artikel bis hin zum Layout und Satz sowie der
internen/externen Kommunikation der Zeitschrift. Damit besteht die Chance, Erfahrungen im
digitalen Publizieren und in der Open Access Distribution zu sammeln und sich dabei auch
auf potenzielle Themen- und Aufgabenfelder beruflicher Tätigkeit vorzubereiten.
Die Zeitschrift ist im Sinne von Open Access frei zugänglich unter
https://www.textpraxis.net/ und veröffentlicht Beiträge aus allen
literaturwissenschaftlichen Fächern in den Rubriken "Literatur und Gesellschaft",
"Theorien der Literaturwissenschaft" und "Literaturwissenschaft und Praxis". Hinzu kommen
in unregelmäßigen Abständen Sonderausgaben zu bestimmten, enger gefassten Themenbereichen.
Gesucht sind Promovierende sowohl strukturierter Programme (Kollegs, Graduiertenschulen
etc.) als auch individueller Verfahren und Mitarbeiter*innenstellen. "Textpraxis" ist eine
interphilologische Zeitschrift und freut sich deshalb über Promovierende aus allen
Philologien. Interessierte können sich hier melden:
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