Ökumenisches Institut bei 23. Konsultation der Societas Oecumenica vertreten

Theolog:innen aus ganz Europa diskutierten in Utrecht über die Rolle von Kirchen angesichts zunehmender Polarisierung
Gruppenbild der Teilnehmer der 23. Konsultation der Societas Oecumenica
© Societas Oecumenica

Vom 21. bis 25. August 2026 fand in Utrecht die 23. Wissenschaftliche Konsultation der Societas Oecumenica, der Europäischen Gesellschaft für ökumenische Forschung, statt. Die Konsultation widmete sich der Frage, welche Rolle Kirchen angesichts zunehmender Polarisierung zukommt. Das Thema wurde dabei aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: In sechs Panels wurden unterschiedliche Formen von Polarisierung, die Kirche als de/kolonisierender Raum, das Verhältnis von Advocacy und/oder Diplomatie, Gender als polarisierendes bzw. entpolarisierendes Thema sowie Fragen der Wahrheitsfindung im Kontext von Polarisierung diskutiert.

Blick in das Plenum | Prof. Dr. Simone Sinn bei ihrem Eröffnungsvortrag
© Societas Oecumenica | Johannes Oeldemann

Das Ökumenische Institut, eines der Gründungsinstitute der Societas Oecumenica, wurde in Utrecht durch Prof. Dr. Regina Elsner, Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik, und David Kulke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ostkirchenkunde und Ökumenik, vertreten. Regina Elsner sprach auf dem Panel „Gender and Human Identities as a De/polarising Topic“ zu „Gender Essentialism as Theological Problem and Populist Tool in the Catholic Church“, David Kulke hielt einen Short Paper-Vortrag mit dem Titel „Imperial Teleology and Ecclesial Subjectivity: The Heritage of the Kyivan Rus’ between Russian Imperial Appropriation and Ukrainian Self-Assertion“.

David Kulke bei seinem Short Paper-Vortrag | Prof. Dr. Regina Elsner auf dem Panel „Gender and Human Identities as a De/polarising Topic“
© Regina Elsner | Societas Oecumenica

In der Mitgliederversammlung wurde Heta Hurskainen, Associate Professor an der School of Theology der Universität Ostfinnland in Joensuu, zur neuen Präsidentin der Societas Oecumenica gewählt. Heta Hurskainen hat durch Forschungsaufenthalte in Münster ein besondere Nähe zum Ökumenischen Institut. Die nächste Konsultation findet Ende August 2028 in Valencia statt.

Das Ökumenische Institut war unter Peter Lengsfeld (Institutsdirektor von 1967–1992) maßgeblich an der Gründung der Societas Oecumenica 1978 im niederländischen Driebergen, unweit von Utrecht, beteiligt. Die erste Konsultation fand 1980 in Münster statt. Auch personell gab es stets enge Verbindungen zur Societas: Heinz-Günther Stobbe, damals Wissenschaftlicher Mitarbeiter, später von 1986 bis 1996 Professor am Ökumenischen Institut, war ihr erster Sekretär, eine Funktion, die auch Thomas Bremer von 1988 bis 1992 innehatte. Seit der 20. Konsultation 2018 in Ludwigshafen ist die frühere Wissenschaftliche Mitarbeiterin Agnes Slunitschek Schatzmeisterin der Societas. Das Ökumenische Institut ist institutionelles Mitglied der Societas Oecumenica, die vorrangig als von den europäischen ökumenischen Instituten getragenes Netzwerk gegründet worden war. Darüber hinaus sind einige Institutsangehörige auch individuelle Mitglieder der Societas Oecumenica.

Ansichten von Utrecht
© Societas Oecumenica | Regina Elsner