| Aus der AG Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik
Aus der AG Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik

Die Beurteilung von Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst

© Springer VS

Die Beurteilung von Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst ist Gegenstand der Dissertation von Christoph Kruse (AG Allgemeine Didaktik und Unterrichtsforschung), die nun in der Reihe „Rekonstruktive Bildungsforschung“ im Springer Verlag erschienen ist. Christoph Kruse nutzt in seiner Studie schriftliche Gutachten aus dem Referendariat als bislang unerforschtes Datenmaterial und fragt danach, wie und anhand welcher Kriterien Fach- und Schulleitungen den (Miss-)Erfolg von Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst beurteilen. Eingebettet in den Kontext der Professionsforschung werden mittels (konstruktivistischer) Grounded Theory Methodologie Einsichten in die Beurteilungspraxis im Vorbereitungsdienst und den hier relevanten Erwartungen, Bewertungs- und Legitimierungsmustern generiert. In der Studie kann gezeigt werden, wie die Verwobenheit dieser Phänomene dazu dient, die Beurteilung kontingenter Situationen in eine eindeutige und justiziable Beurteilung von Personen zu transformieren. Als dabei erfolgsentscheidend werden Erwartungen an die Unterrichtsplanung, -interaktion und -nachbesprechung herausgearbeitet. Davon ausgehend können problembehaftete Aspekte der Beurteilung – wie etwa die „Lehrerpersönlichkeit“ oder die Vorstellung der Kontrollierbarkeit von Schüler*innenverhalten – als funktional für die Legitimierung der Bewertung von Referendar*innen erklärt werden. Somit werden „durch“ Gutachten forschungsbasierte Einblicke in den Vorbereitungsdienst eröffnet, die über die Beurteilungspraxis hinausgehen.

Kruse, Chr. (2026). Die Beurteilung von Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst (Rekonstruktive Bildungsforschung, Bd. 53). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-50449-6