
Promotionsprojekt
NaWigieren: Naturwissenschaftliche Informationen zu gesellschaftlichen Kontroversen im Internet recherchieren und reflektieren lernen
Wie recherchiert man sachgerechte Informationen im Netz und wie kann man dabei wissenschaftliche von unwissenschaftlichen Aussagen unterscheiden? Diesen Fragestellungen geht das vom BMFTR geförderte Kooperationsprojekt mit der Biologiedidaktik in Bielefeld nach. Ziel ist es, einen schülergerechten, digitalen Leitfaden für die Recherche und Bewertung von Informationen im Internet zu entwickeln.
Forschungsprojekte
NaWigieren: Naturwissenschaftliche Informationen zu gesellschaftlichen Kontroversen im Internet recherchieren und reflektieren lernen
Wie recherchiert man sachgerechte Informationen im Netz und wie kann man dabei wissenschaftliche von unwissenschaftlichen Aussagen unterscheiden? Diesen Fragestellungen geht das vom BMFTR geförderte Kooperationsprojekt mit der Biologiedidaktik in Bielefeld nach. Ziel ist es, einen schülergerechten, digitalen Leitfaden für die Recherche und Bewertung von Informationen im Internet zu entwickeln.
Find.The.Fallacy: Logische Fehlschlüsse im naturwissenschaftlichen Unterricht
In einer Zeit, in der soziale Medien für Schüler:innen eine zentrale Informationsquelle darstellen und sich insbesondere dort Fake News schnell verbreiten, gewinnt die schulische Vermittlung von Strategien zur Erkennung solcher Falschinformationen zunehmend an Bedeutung. Ein wichtiges Merkmal von Fake News ist die Verwendung logischer Fehlschlüsse.
Logische Fehlschlüsse sind vereinfacht gesagt Argumente, bei denen eine Behauptung nicht oder nicht ausreichend durch die angeführte Begründung gestützt wird. Es handelt sich somit um scheinbar überzeugende, bei genauerer Betrachtung jedoch schlechte Argumente. Ein Beispiel:
„Ihr könnt mit dem Produkt nichts falsch machen (Behauptung), schließlich ist es 100 % natürlich und ganz ohne Chemie (Begründung)!“
Dieses Argument beruht auf der impliziten Annahme, dass alles „Natürliche“ grundsätzlich gut und alles „Unnatürliche“ schlecht sei. Gerade in der Werbung wird diese Art von Argument häufig genutzt, da sie an weit verbreitete Überzeugungen anschließt. Dass diese Annahme jedoch falsch ist, zeigen unter anderem hochgiftige Pflanzen wie die Tollkirsche ebenso wie lebensrettende synthetische Medikamente.
Im Rahmen meines Promotionsprojekts entwickle ich das Unterrichtskonzept „Find the Fallacy“ – eine Weiterentwicklung des „feil“-Konzepts nach van den Boom (2022) und Marohn. Dabei setzen sich Schüler:innen anhand naturwissenschaftlicher Kontroversen mit ausgewählten logischen Fehlschlüssen auseinander und entwickeln einen reflektierten Umgang mit ihnen. Auf diese Weise werden nicht nur die im Kernlehrplan geforderten Kommunikations- und Bewertungskompetenzen gefördert, sondern den Lernenden auch konkrete Werkzeuge zur Erkennung von Fake News an die Hand gegeben.
Literatur: van den Boom, M. (2022). Die Unterrichtskonzeption feil: Fehlschlüsse identifizieren lernen (Vol. 12). Logos Verlag Berlin GmbH.
sustain.able?! - Multiperspektivische Bewertung von Nachhaltigkeit
Die Frage der Nachhaltigkeit begegnet uns in allen Lebensbereichen, vom Einkauf der Lebensmittel über die Kleidung bis hin zur Mobilität. Nachhaltigkeit bildet daher ein verpflichtendes Querschnittsthema über alle Unterrichtsfächer hinweg.
Viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich – als Teil der jungen Generation – in besonderer Weise von der Thematik betroffen, da sich (wenig) nachhaltiges Handeln unmittelbar auf die eigenen, zukünftigen Lebensumstände auswirken kann.
Das Promotionsprojekt sustain.able?! widmet sich der Weiterentwicklung des Unterrichtskonzepts nachhaltig.bewerten (Banse & Marohn, 2022) und ermöglicht Schülerinnen und Schülern eine differenzierte und multiperspektivische Bewertung der Nachhaltigkeit von Kontroversen (z.B. Elektromobilität, vegane Ernährung) unter Berücksichtigung der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Das Unterrichtsmaterial reduziert die Komplexität von Nachhaltigkeitsthemen für die Lernenden und strukturiert deren Bewertungsprozess mithilfe der Methoden BewertungsBubbles und BewertungsScheibe, welche unabhängig vom Thema und Unterrichtsfach eingesetzt werden können. Das Konzept differenziert zwischen der sachlichen Beurteilung der Nachhaltigkeit einer Kontroverse und der persönlichen Gewichtung und Bewertung. Außerdem werden die Lernenden zum Nachdenken über zukunftsfähiges Handeln angeregt.
Weiteres Ziel des Promotionsprojekts ist die Unterstützung von Lehrkräften bei der Implementation des Konzepts in den Unterricht, zum Beispiel durch die kostenlose, webbasierte App Sustain.APP.
