FAQs: Häufige Fragen zum Wirtschaftschemie-Studium

In Ergänzung zu den untenstehenden Informationen gibt es unter folgendem Link eine Übersicht über die Berufsbilder, Jobchancen und Verdienstmöglichkeiten der AbsolventInnen: http://www.businesschemistry.org/downloads/articles/Issue02-2018_272.pdf

  • Warum Wirtschaftschemie studieren?


    Die Wertschöpfung in der chemischen Industrie und benachbarten Branchen ist durch hohe Forschungsintensität, komplexe Prozesse und ein Zusammenwachsen der Fachdisziplinen gekennzeichnet. WirtschaftschemikerInnen beherrschen das Management dieser Rahmenbedingungen, weil sie sowohl in Chemie als auch in Betriebswirtschaftslehre gleichwertig ausgebildet sind. Sie bewegen sich auf dem Stand der Forschung in Chemie und kennen die derzeitige Entwicklung in den Naturwissenschaften. Da sie ebenso mit modernen Managementkonzepten vertraut sind, können sie in Unternehmen Schlüsselpositionen für die erfolgreiche Kommerzialisierung chemischer Erkenntnisse einnehmen. Die Ausbildung im Fach Wirtschaftschemie ist durch Interdisziplinarität und Praxisnähe geprägt. Neben klassischen Lehrveranstaltungen wie Vorlesungen und Seminaren werden in Gruppen Fallstudien aus der Managementpraxis gelöst. Auch UnternehmensvertreterInnen sind häufig zu Gast und halten Vorträge oder führen Blockveranstaltungen durch.

  • In welchen Unternehmensbereichen werden WirtschaftschemikerInnen eingesetzt?

    Chemieunternehmen haben einen zunehmenden Bedarf an naturwissenschaftlich ausgebildeten Nachwuchskräften, die zugleich über betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen. Diese Absolventen werden insbesondere in so genannten Schnittstellenbereichen (bspw. Marketing, Forschung & Entwicklung oder Vertrieb/Produktion) und in zentralen Funktionen (bspw. Controlling, Geschäftsfeldanalysen, Konzernentwicklung etc.) eingesetzt. Mittelständische Unternehmen suchen Absolvierende der Wirtschaftschemie, um die Geschäftsführung zu unterstützen. Im Beratungsbereich geht es insbesondere um den Aufbau von branchenspezifischer Beratungskompetenz, allerdings stehen den WirtschaftschemikerInnen auch andere Bereiche offen, da ihre analytischen und interdisziplinären Fähigkeiten sehr geschätzt werden.

  • Wirtschaftschemie – Brücke zwischen verschiedenen Disziplinen?


    Der forschungsorientierte Studiengang „Master of Science Wirtschaftschemie“ bietet die Möglichkeit zur Spezialisierung in aktuellen Gebieten der Chemie. Dabei sollen die Wirtschaftschemikerinnen und Wirtschaftschemiker nicht die Aufgaben eines Chemikers übernehmen, sondern im Berufsalltag eng mit diesem Zusammenarbeiten und eine Brücke in die Forschungsabteilung schlagen. Die WirtschaftschemikerInnen sind also keine Konkurrenz zu klassischen ChemikerInnen. WirtschaftschemikerInnen verstehen und beherrschen elementares chemisches Vokabular, vermitteln in klassische betriebswirtschaftliche Unternehmensfunktionen und erleichtern den Forschungs- und Entwicklungsteams so die Zusammenarbeit mit Kunden, Marketingexpertinnen -und experten und anderen Führungspersonen. Die Studierenden des Masterstudiengangs Wirtschaftschemie in Münster erlangen das für die chemische Industrie relevante Wissen der BWL, bei dem die Vermittlung von Managementmethoden und Instrumenten zur Unterstützung unternehmerischer Entscheidungen im Zentrum steht. Großer Wert wird dabei auch auf die Vermittlung von Präsentationsskills und Teamfähigkeit gelegt. Das Masterstudium baut auf den wissenschaftlichen Grundlagen, Methoden und Fachkenntnissen auf, die die Studierenden in einem ersten berufsqualifizierenden Studium erworben haben. Es berücksichtigt Veränderungen in der Berufswelt und der Gesellschaft, die durch zunehmende Vernetzung, Zusammenwachsen von Fachdisziplinen und damit einhergehender erhöhter Komplexität in Forschung und Unternehmenspraxis geprägt sind.

  • Seit wann wird Wirtschaftschemie in Münster angeboten?

    Der Masterstudiengang Wirtschaftschemie wurde erstmalig zum Wintersemester 2010/2011 angeboten und ist zum Wintersemester 2012/2013 sowie 2015/16 überarbeitet worden. Vor der bundesweiten Umstellung auf das Bachelor-/Mastersystem wurde seit dem Wintersemester 2001/2002 der Diplomstudiengang Wirtschaftschemie in Münster angeboten. Seit dem Wintersemester 2007/2008 ist eine Einschreibung in den Diplomstudiengang Wirtschaftschemie aufgrund der Bachelor/Master-Umstellung nicht mehr möglich.

  • Welche persönlichen Voraussetzungen bestehen für den Masterstudiengang Wirtschaftschemie?


    Das Masterstudium baut auf den wissenschaftlichen Grundlagen, Methoden und Fachkenntnissen auf, die die Studierenden im Bachelor Chemie (bzw. Lebensmittelchemie oder Wirtschaftschemie) erworben haben. Um die Veränderungen in Berufswelt und Gesellschaft, z.B. zunehmende Vernetzung, Zusammenwachsen von Fachdisziplinen und erhöhte Komplexität, zu berücksichtigen, werden die Studierenden zu eigenständiger wissenschaftlicher Problemlösung, zu dessen Umsetzung und damit zu verantwortlichem Führungsverhalten ausgebildet. Die Studierenden sollten daher neben einem hohen Interesse an beiden Gebieten, der Chemie und der Betriebswirtschaftslehre, ein hohes Maß an Offenheit und Eigeninitiative mitbringen, um den unterschiedlichen Anforderungen der späteren Berufstätigkeit gerecht zu werden.

  • Welche formalen Voraussetzungen bestehen für den Masterstudiengang
    Wirtschaftschemie?

    Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudiengang Wirtschaftschemie ist die Absolvierung eines fachlich einschlägigen Studiums (das heißt i.d.R. ein Studium in Chemie, Lebensmittelchemie oder Wirtschaftschemie an einer deutschen oder ausländischen Hochschule) mit einer Regelstudienzeit von mindestens 6 Semestern, das mit einem Bachelor oder mit einem anderen berufsqualifizierenden Abschluss (Diplom, Stattsexamen etc.) erfolgreich beendet worden ist. Darüber hinaus muss der sogenannte „Nachweis der besonderen Eignung“ erbracht werden. Dieser besagt, dass bei diesem Abschluss (Bachelor, Diplom, Staatsexamen etc.) eine Mindestnote von 2,5 erreicht worden sein muss oder Sie zu den besten 70% Ihres Abschlussjahrgangs gehören müssen.

  • Besteht ein Numerus clausus für den Masterstudiengang Wirtschaftschemie?


    Die Plätze für den Masterstudiengang Wirtschaftschemie sind beschränkt. Aus diesem Grund entscheiden zwei Kriterien über die Auswahl der aufgenommenen Studierenden. Das sind die im ersten berufsqualifizierenden Abschluss erbrachte Note (also in den meisten Fällen die Abschlussnote aus dem Bachelor-Studiengang) und für den Masterstudiengang Wirtschaftschemie einschlägige Qualifikationen. Damit sind u.a. berufs- oder forschungsrelevante Praktika, einschlägige Berufserfahrungen oder eine besondere Motivation für den Masterstudiengang Wirtschaftschemie gemeint. Aus diesem Grund kann ein konkreter
    Numerus clausus im Vorhinein nicht angegeben werden.

  • Sind Praktika während des Studiums empfehlenswert?


    Praktika sind sehr empfehlenswert, beispielsweise um einen ersten Einblick in den Berufsalltag zu bekommen, Kontakte für eine zukünftige Masterarbeit oder die berufliche Zukunft zu knüpfen. Firmen suchen den regelmäßigen Kontakt mit unserem Lehrstuhl und offerieren Praktikums- oder Masterarbeitsplätze. Diese Angebote leiten wir schließlich an unsere Studierende weiter. Zur Kenntnis genommen sollte hierbei, dass in der Vorlesungszeit eine Abwesenheit für ein Betriebspraktikum nicht ohne weiteres möglich ist, weil beispielsweise in Forschungs- und Laborpraktika Anwesenheitspflicht besteht. Auch bei Vorlesungen und Seminaren ohne Anwesenheitspflicht wird der Besuch dringend empfohlen, um sich u.a. in den Lernstoff einarbeiten zu können. Aus diesem Grund sollten sich Studierende früh Gedanken um ein Praktikum machen und ihre Planung zielstrebig verfolgen.
    In der Regel eignet sich die erste Phase des Masters noch besser, um die hinzugewonnenen wirtschaftlichen Kenntnisse direkt in der Praxis anzuwenden. So kann der Einblick in das spätere Berufsfeld einer Wirtschaftschemikerin oder Wirtschaftschemikers schon sehr früh gelingen. Einblicke in Berichte von bereits absolvierten Praktika bekommen Sie auf Anfrage von den "Wirtschaftschemiker der Universität Münster e.V." (WUM).

  • Ausland: ja oder nein?


    Das Anforderungsprofil vieler Unternehmen beinhaltet einen Auslandsaufenthalt der BewerberInnen. Dabei ist nicht von vorrangigem Interesse, ob die Bewerber oder der Bewerber im Ausland studiert oder ein Praktikum absolviert hat. Beide Möglichkeiten bieten sich auch für Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftschemie an. Beispielsweise kann ein Auslandsaufenthalt über unsere Kontakte zu ausländischen Universitäten oder die Partnerschaftsabkommen der Fachbereiche erfolgen.

  • Kann ich mit einem Abschluss in Wirtschaftschemie promovieren?


    Ja! Dafür gibt es drei Möglichkeiten: Die gängigste Wahl ist die Promotion bei uns am Institut. Hier haben Sie die Möglichkeit in einem unserer Forschungsschwerpunkte an einem wissenschaftlichen Thema zu arbeiten, dass eng an das Wirtschaftschemiestudium anknüpft. Auf unserer Internetpräsenz können Sie sich einfach einmal über unsere Forschungsgebiete informieren. Darüber hinaus sind aktuelle Forschungsfragen bei uns Teil der Lehre, sodass Sie schon im Studium mit Fragestellungen für eine mögliche Forschungstätigkeit zu tun haben. Daneben können Sie mit einem Abschluss in Wirtschaftschemie auch an einem Lehrstuhl der Chemie promovieren und dort chemische Grundlagen- oder angewandte Forschung betreiben.
    Ebenfalls besteht die Möglichkeit einer Vertiefung in Betriebswirtschaftslehre: An vielen betriebswirtschaftlichen Lehrstühlen wird explizit nach Doktoranden gesucht, die interdisziplinäre Kompetenzen mitbringen.

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