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Münster (upm).
Mithilfe einer Community-Forscherin sollen im Stadtteil Berg Fidel genauere Erkenntnisse über die gesundheitliche Situation der Bewohner gewonnen werden.<address>© WWU - WOWfilm</address>
Mithilfe einer Community-Forscherin sollen im Stadtteil Berg Fidel genauere Erkenntnisse über die gesundheitliche Situation der Bewohner gewonnen werden.
© WWU - WOWfilm

Gesundheit und Lebensqualität fördern

Zwei Projekte aus Münster und Schöppingen erhalten den Citizen-Science-Preis

Urbanes Gärtnern auf dem Dorf und Gesundheitsförderung im Stadtteil – damit befassen sich die Siegerprojekte des diesjährigen Citizen-Science-Wettbewerbs der Stiftung WWU. Die Gewinner dürfen sich über eine Förderung von jeweils 7.500 Euro freuen.

Im Projekt „Community Forscher/Forscherin für Berg Fidel“ ermitteln Prof. Dr. Iris Dzudzek vom Institut für Geographie und Community-Forscherin Natividad Abaga Ayecaba, die in dem Stadtteil aufgewachsen und verwurzelt ist, Bedarfe der Gesundheitsförderung für Berg Fidel. Dieser ist von gesundheitlicher Chancenungleichheit geprägt: Kinder und Jugendliche von hier schneiden beispielsweise in den Schuleingangsuntersuchungen deutlich schlechter ab als Kinder aus weniger stigmatisierten Stadtteilen. Das Projekt widmet sich den damit verbundenen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung. In einem Workshop mit allen Beteiligten, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie mit Akteuren aus Berg Fidel spiegelt die erhobenen Daten in die Community zurück und bietet so Raum für Diskussionen, Vernetzung und für die Entwicklung von gesundheitsrelevanten Strategien.

Im Künstlerdorf Schöppingen treffen Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit aufeinander, um Ideen für mehr Nachhaltigkeit zu gewinnen.<address>© WWU - WOWfilm</address>
Im Künstlerdorf Schöppingen treffen Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit aufeinander, um Ideen für mehr Nachhaltigkeit zu gewinnen.
© WWU - WOWfilm
Das Künstlerdorf Schöppingen steht im Mittelpunkt des zweiten Gewinnerprojekts „Transformationen im Münsterland“. Gemeinschaftsgarten, Küche, Werkstatt, Bibliothek, Galerie und die Ausstellungshalle des Dorfes werden dabei als Lern- und Wissensorte für die Bürger verstanden. Welchen Beitrag kann das Dorf als sozial-ökologisch orientierter Akteur für eine nachhaltige Regionalentwicklung leisten? Künstlerinnen und Künstler tauschen sich dafür mit Studierenden der Landschaftsökologie und Soziologie über die Bedeutung von urbanen Gärten für die Gemeinschaftsbildung aus. Prof. Dr. Matthias Grundmann vom Institut für Soziologie, Dr. Cornelia Steinhäuser vom Institut für Landschaftsökologie sowie Julia Haarmann von der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen leiten das Projekt. Der sozial-ökologische Transformationsprozess des Künstlerdorfs wird vom Zentrum für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung der Universität Münster wissenschaftlich begleitet.

Die Stiftung WWU Münster finanziert den Citizen-Science-Wettbewerb an der Universität Münster seit 2020. Damit fördert die Stiftung Forschung, bei der Bürger aktiv eingebunden werden. Inhaltlich wird der Wettbewerb von der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) koordiniert und begleitet. Er soll den Stellenwert des Citizen-Science-Ansatzes der Universität stärken, für das Potenzial in Forschungsprojekten sensibilisieren und zu neuen Projekten anregen. Ziel ist es, das Vertrauen in wissenschaftliche Methoden zu stärken und gleichzeitig eine stärkere Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu schaffen.

Autorinnen: Franziska Menge und Brigitte Heeke

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 3, 3. Mai 2023.

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