Freitagskolloquium am 15.7.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium wird Prof. Dr. Thomas SCHILP (Bochum) zum Thema: Stadtgründung zum Totengedenken: Pienza (1459-1464) halten.
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Der Vortrag diskutiert die Erhebung Pienzas durch Papst Pius II. 1459-1464 zur Stadt. Pienza als "Planstadt" mit dem berühmten zentralen Frührenaissanceplatz dient der Sicherung von FAMA und MEMORIA des humanistischen Papstes - eine Dimension, die vor allem die bislang fast ausschließlich kunsthistorische Forschung zu Pienza übersehen hat.

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung

A 89 Igel Lau
© böhlau

Band A 89 der Reihe Städteforschung zum Thema Die Stadt im Raum. Vorstellungen, Entwürfe und Gestaltungen im vormodernen Europa ist erschienen. Die Publikation fasst Beiträge einer im Rahmen des "Netzwerks Vormoderner Stadtgeschichte" organisierten Tagung in Fribourg (Schweiz) aus dem Jahr 2012 zusammen und wurde von Karsten Igel und Thomas Lau herausgegeben.

Eine oft gestellte Forderung, die Stadt in ihrem vielgestaltigen Verhältnis zu den sie umgebenden und von ihr mitgenerierten Räumen historisch zu fassen, wird in den Beiträgen des vorliegenden Bandes von Mediävisten, Frühneuzeithistorikern und Kunsthistorikern thematisiert und eingelöst. Drei Themenbereiche stehen dabei im Mittelpunkt: die Entstehung des städtischen Raumes, das Ausgreifen des städtischen Raumes in das Umland und die Beteiligung städtischer Akteure bei der Konstruktion supralokaler Räume. Die Ansätze der jüngeren Stadtgeschichtsforschung, der Staatsbildungsforschung und Diplomatiegeschichte sowie der Umwelt- und Kunstgeschichte werden dabei zusammengeführt und wechselseitig fruchtbar gemacht.

Bibliographische Angaben
Die Stadt im Raum. Vorstellungen, Entwürfe und Gestaltungen im vormodernen Europa (Reihe Städteforschung A 89), hg. v. Karsten Igel und Thomas Lau, Böhlau: Köln/Wien/Weimar 2016.
(361 S., 11 s/w- u. 16 farb. Abb., ISBN 978-3-412-22128-7)

Freitagskolloquium am 1.7.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium wird Jochen HERMEL M.A. (Bonn) zum Thema: Minderheit und Magistrat. Evangelische Gemeinden in Köln im 17. Jahrhundert halten.
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

In der frühen Neuzeit bemühte sich der Rat der Stadt Köln um ein betont katholisches Image und unterdrückte rigoros nichtkatholische Gruppierungen. Dennoch existierten in der Stadt mehrere evangelische Gemeinden, die in diesem Umfeld als „heimliche Gemeinden“ bestanden. Der Vortrag geht den Fragen nach, wie groß die konfessionelle Grauzone in Köln war und welcher Gestaltungshorizont sich den heimlichen Gemeinden bot. Wie erhält man eine funktionsfähige Gemeinde in Zeiten von Verfolgung und Krieg – verborgen vor der Obrigkeit und ohne Kirchenbau?

Die digitale Zukunft der Städteatlanten – Besuch von der Royal Irish Academy (Dublin) und der Maynooth University

Royal Irish Academy 2016 06 15
© IStG

Am 15. Juni 2016 besuchten Sarah Gearty, kartografische Redakteurin des Irischen Städteatlas (Irish Historic Towns Atlas), und Rachel Murphy, die derzeit an der Maynooth University für das Projekt kartografische Arbeiten in einem Geoinformationssystem umsetzt, das IStG. Das Ziel der Visite war nicht nur, das Institut und seine Ressourcen kennenzulernen, sondern vor allem der Austausch mit den deutschen KollegInnen, die die hier angesiedelten Atlasreihen Deutscher Historischer Städteatlas und Historischer Atlas westfälischer Städte erarbeiten.
Wie die Mehrzahl der europäischen Partnerprojekte nimmt derzeit auch der Irische Städteatlas den Übergang von der Arbeit mit Grafikprogrammen hin zur Verwendung eines GIS in Angriff, während das IStG diese technische Innovation schon seit 2013 in Teilaspekten zum Tragen bringt. So standen nach einer ausführlichen Besichtigung des Instituts, der Forschungsbibliothek und vor allem der Karten- und Atlantensammlung praktische Fragen der Arbeit bei der Katasteredition im Vordergrund. Auch der polnische Gastwissenschaftler am IStG Radosław Glinski, der am schlesischen Teilprojekt des polnischen Städteatlas (Historyczny atlas miast polskich) beteiligt ist, nahm an dem lebhaften und in alle Richtungen fruchtbaren Erfahrungsaustausch teil. Besonders ging es um das konkrete Vorgehen beim Georeferenzieren und Vektorisieren, also Arbeitsschritte, die immer wieder auch Überlegungen zu den theoretischen Implikationen für die Quellenkritik nach sich zogen.
Die diskutierten Probleme stellen sich so oder ähnlich bei allen europäischen Partnerprojekten, und die Erarbeitung von Best-Practice-Standards ist nicht nur eine Frage der Arbeitsökonomie, sondern von grundlegender Bedeutung für die Verwendbarkeit der Daten in vergleichenden Studien. Daher wurden auch Pläne für einen Workshop zum Thema „Städteatlanten und GIS“ gemacht, der die anderen Partnerprojekte des Europäischen Städteatlas mit einbeziehen soll und Finanzierungsperspektiven dafür diskutiert.
(Daniel Stracke)

Freitagskolloquium am 17.6.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium wird Prof. Dr. Gabriel ZEILINGER (Kiel) zum Thema: Wie wird Stadt im Mittelalter? Überlegungen zwischen ‚Stadtgründung' und ‚Urbanisierung' (nicht allein) am Beispiel des Oberelsass halten.
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Das ,klassische' Bild von Stadtentstehung und -entwicklung im Hoch- und Spätmittelalter zeigt – bei allen Differenzierungen – einen adligen oder kirchlichen Herrn, der eine  Siedlung mit städtischen Freiheiten und Rechten ausstattet. Der Ort wächst in der Folge, entwickelt sich wirtschaftlich und seine Gemeinde erringt dann weitreichendere Autonomie vom Stadtherrn – so weit die von ,Stadtgründung' ausgehende, lineare Vorstellung von mittelalterlicher Stadtgeschichte. Der Vortrag argumentiert v.a. am Beispiel des Oberelsass vom 12. bis 14. Jahrhundert, dass der Begriff ,Urbanisierung' – verstanden als Verbreitung von bestimmten Lebens- und Politikformen nicht nur in ent- bzw. bestehenden Städten – die vielschichtigen, mehrere Akteursgruppen aufweisenden Prozesse um Stadtwerdung(en) in jener Zeit, die Europa so nachhaltig veränderten, präziser erfassen kann.

Gastwissenschaftler am IStG

Vom 2. Mai bis 1. Juli 2016 forscht Radosław Gliński aus Breslau im Rahmen des Erasmusprogrammes als Gastwissenschaftler am IStG. Für sein Dissertationsprojekt zum Thema: "Medieval and early modern town house in middle-sized and small town in the Sudetes and their foothill" stehen ihm die Sammlungen des IStG, vor allem die umfangreiche Fachbibliothek, zur Verfügung.

Freitagskolloquium im SoSe 2016

Freitagskolloquium Ss 2016

Das Programm für das Freitagskolloquium im Sommersemester 2016 liegt nun vor und läd alle Interessierten zu unterschiedlichen Themen der vergleichenden Städteforschung ein. Es werden Vorträge mit kultur-, sozial-, wirtschafts- und religionswissenschaftlichen Schwerpunkten vom Mittelalter bis in die Moderne angeboten. Den ersten Vortrag hält am 22.4.2016 Dr. Markus Keller (Berlin) zum Thema: "Wer baut? Die Wohnungsfrage in Ungarn in vergleichender Perspektive (1945-1960)".

Beginn der Veranstaltungen im Sommersemester ist wie gewohnt um 15 Uhr c.t. (!!!) im Sitzungszimmer des IStG.

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