Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte

Den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium hält am 24.10.2017, um 16 Uhr c.t., Dr. Bastian Walter-Bogedain (Essen) zum Thema: "Und nennt meinen Namen mit keinem Wort!" Spionage und Gegenspionage im Kontext der Burgunderkriege (1468–1477).
Alle Interessierten sind dazu herzlich in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

„Und nennt meinen Namen mit keinem Wort!“
Spionage und Gegenspionage im Kontext der Burgunderkriege (1468-1477)


Es verwundert, dass sich die Mittelalterforschung bisher nur vereinzelt mit dem Phänomen der Spionage und Informationsbeschaffung beschäftigt hat. Schließlich enthalten Briefe, Berichte von Gesandten sowie Chroniken und zahlreiche andere Quellen zahlreiche Hinweise darauf, dass auch im Mittelalter Informationen auf geheimen Wegen beschafft, also „spioniert“ wurden. Am Beispiel der drei gegen den burgundischen Herzog verbündeten Städte Straßburg, Basel und Bern wird in dem Vortrag zunächst der Blick auf die Träger der Spionage gerichtet und versucht, Personen- und Berufsgruppen auszumachen, denen es besonders leichtfiel, Informationen zu eruieren, die für sie selbst oder aber auch ihre Führungsgruppen eine gesteigerte Brisanz besaßen. Sodann werden die Orte der Informationsbeschaffung in Augenschein genommen und gefragt werden, ob sich bestimmte Orte ausmachen lassen, an denen es einfach war, an Informationen und Nachrichten zu gelangen. Da es überdies häufig nicht klar ist, ob Informationen zufällig gehört wurden oder sich professionelle Wege der Beschaffung ausmachen lassen, sollen in dem Vortrag zuletzt die Formen und Funktionen der Spionage betrachtet werden.

10. November 2017 -– Festvortrag zu Ehren von Prof. Dr. Johanek

Johanek Institutsfeier Front
© IStG

Prof. Dr. Peter Johanek, einer der bekanntesten deutschen Landes- und Stadthistoriker, feierte am 28. August 2017 seinen 80. Geburtstag. Ihm zu Ehren findet am 10.11.2017, um 16 Uhr c.t., ein Festvortrag im Hörsaal F2 (Fürstenberghaus, Domplatz 20–22) statt, zu dem interessierte Zuhörer herzlich eingeladen sind.

Peter Johanek kam 1981 als Professor für Mittelalterliche Geschichte an die Universität Münster. 1985 wechselte er auf die Professur für Westfälische Landesgeschichte, die er bis 2002 innehatte. 1984 wurde Peter Johanek zum Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen berufen, die er von 1990 bis 2003 als 1. Vorsitzender leitete. Als wissenschaftlicher Vorstand prägte er zudem über mehr als 23 Jahre ganz maßgeblich die Arbeit und Ausrichtung des Instituts für vergleichende Städtegeschichte.
Einen besonderen Fokus legte Johanek sowohl in seiner aktiven Zeit wie auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und den Austausch über Ländergrenzen hinweg. Dabei lagen ihm die europäische Perspektive und insbesondere die Förderung von Kontakten nach Südost- und Mitteleuropa besonders am Herzen. Peter Johanek verstand sich immer ausdrücklich als Landeshistoriker, der vom Raum und seiner kulturellen Prägung ausgeht, wobei er es stets verstand, Mikrogeschichte und Globalgeschichte zu verbinden.

Den Festvortrag zu Ehren seines 80. Geburtstages hält seine Schülerin Prof. Dr. Birgit Studt, Universität Freiburg, zum Thema „Gutes Regiment durch gelehrtes Wissen? Universitätsabsolventen in städtischen Diensten“.

Bibliothek über Feiertage und Brückentag geschlossen

Bibliothek

Vom 30. Oktober bis 1. November 2017 bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Ab dem 2. November 2017 können Sie unsere Bestände wieder wie gewohnt zu den üblichen Öffnungszeiten nutzen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!

© IStG

„Routen der Reformation“ erweitert

Gestartet mit den Orten Minden, Münster und Osnabrück erfuhren die „Routen der Reformation“ in den ersten beiden Wochen nach der Freischaltung eine umfassende Erweiterung. Neben den nördlichen Kathedralstädten Westfalens können Sie sich jetzt auch in Bentheim, Steinfurt und Tecklenburg auf die spannende Suche nach Zeugnissen der Reformation begeben. Wie steht der Marktplatz in Tecklenburg mit der Reformation in Verbindung? Warum ist eine Kanone auf der Burg Bentheim ein Zeugnis des neuen Glaubens oder wussten Sie, dass es in Steinfurt einst eine Universität gab, die als Gegenstück zu den katholischen Gründungen der Jesuiten in Westfalen angelegt war? Weiter wurden Ortschaften des Lübbecker Landes in die Routen der Reformation aufgenommen: Kennen Sie schon den Altar in der Kirche von Stift Quernheim oder die prunkvollen Epitaphe der Reformationszeit in der Kirche von Bad Holzhausen? Auch in den Orten Alswede, Börninghausen und Lübbecke hat die Reformation Spuren hinterlassen.
Diesen Spuren und den oben gestellten Fragen kann mit den Routen der Reformationen nachgegangen werden.

Die „Routen der Reformation“ sind Teil des durch die LWL-Kulturstiftung geförderten historischen Informationsportals Reformation in Westfalen, das vom Institut für vergleichende Städteschichte in Münster erarbeitet wurde. Neben Informationen zur Reformationsgeschichte der Territorien und größeren Städte Westfalens informiert das Portal mit einem Kalender über Veranstaltungen in der Region, die sich mit der Reformation beschäftigen. Ergänzung findet der Veranstaltungskalender durch den Twitterauftritt des Portals Reformation in Westfalen @RefInWestfalen.

Workshop: TOWNS AS LIVING SPACES

Towns As Living Spaces Workshop
© Wiener Stadt- und Landesarchiv

Die im Rahmen einer europäischen Initiative der Internationalen Kommission für Städtegeschichte arbeitenden nationalen und regionalen Städteatlasprojekte haben in 20 europäischen Ländern über 520 Publikationen hervorgebracht, die der Forschung vergleichbares Quellenmaterial zur Verfügung stellen, insbesondere historische Stadtansichten, Karten und Pläne. Diese vielfältigen Quellenkorpra aus der Editionsarbeit der Städteatlanten standen im Mittelpunkt eines von Dr. Judit Majorossy (Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien) und Dr. Elisabeth Gruber (Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg) organisierten Workshops, der vom 4. bis 6. Oktober 2017 in Wien abgehalten wurde. Entlang thematischer Querschnitte zu den Bereichen Religion, Soziales, Macht, Wirtschaft und Verteidigung in der Stadt präsentierten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen Archäologie, Geographie, Kunst- und Stadtgeschichte die Ergebnisse ihrer vergleichenden Forschungen zur Stadttopographie und belegten dabei eindrücklich deren Nutzen. Die interdisziplinäre Besetzung der Sektionen und die Kommentierung der Vorträge durch Kollegen aus der Atlasarbeit, u.a. des IStG, führte zu produktiven Diskussionen, die die Möglichkeiten und Grenzen der Städteatlanten intensiv ausloteten.

... zum Programm des Workshops

Beginn der Seminare von Prof. W. Freitag im Wintersemester

Die Seminare von Prof. W. Freitag beginnen in der zweiten Vorlesungswoche:

Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte; Beginn: 16.10.2017
Übung: Lateinische und niederdeutsche Quellen zur Geschichte der lutherischen Reformation und des Täuferreiches in Münster, Beginn 18.10.2017
Hauptseminar: das preußische Westfalen, Beginn: 20.10.2017

Freitagskolloquium - Wintersemester 2017/18

Freitagskolloquium Ws 2017-18
© IStG

Das Programm für das Freitagskolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte im Wintersemester 2017/18 liegt nun vor und kann hier als PDF abgerufen werden.

Den Beginn der Vortragsreihe macht am 20.10.2017, um 16 Uhr c.t., Olof Blomqvist (Stockholm) zum Thema: Integration and Exclusion - prisoners of war in early 18th century Sweden, Denmark and the Holy Roman Empire.

Alle Interessierten sind dazu herzlich in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Skulptur Projekte 2017 – Eine Bilanz

Christian Odzuck
© IStG

Bevor an einem warmen Herbstsonntag die Skulptur Projekte 2017 ein letztes Mal zahlreiche Besucher anlockten, wurde für diese große Münster‘sche Kunstschau am Abend des 30.09.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur Bilanz gezogen. Vertreter aller Initiatoren und Veranstalter – LWL, Stadt Münster, Westfälische Provinzial, die Sparkassen-Finanzgruppe und die Kulturstiftung des Bundes – sowie das Kuratorenteam um Kasper König waren gekommen, um mit weiteren Kunstexperten der Frage nachzugehen, wem die Skulptur Projekte eigentlich gehören. Diese Frage wirkt auf den ersten Blick ebenso banal wie die Frage, wem die Stadt, das Land oder die Welt gehören – sie scheint aber ebenso wenig eindeutig beantwortet zu sein wie letztere. Darum lohnt es sich, hinzuschauen und hinzuhören. Bei allem Lob für die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte, für die über 8 Mio. Euro in die Hand genommen und über 600 000 Besucher angelockt worden waren, scheint auch an diesem Abend immer wieder die aus der Presse zitierte Kritik auf, die Skulptur Projekte seien – insbesondere auch im Vergleich zur dokumenta – zu unpolitisch, geradezu beschaulich, irgendwie nett, gefällig und sehr selbstreferenziell. Insbesondere letzteres liegt vor allem im Ursprungskonzept der Skulptur Projekte begründet, Kunst in Münster sowie Kunst für Münter(aner) zu schaffen und hier öffentliche Räume mit modernen Akzenten zu versehen, um sich künstlerisch mit dem Stadtraum auseinanderzusetzen. Zum ersten Mal wurde nun der Blick auch nach außen geöffnet und ein „heißer Draht“ nach Marl gespannt, wodurch das Thema des Strukturwandels in dieser Region offengelegt und eine interessante Vergleichsperspektive zwischen ‚blühender Universitätsstadt‘ und ‚im Niedergang begriffener Industriestadt‘ ermöglicht wird. Doch nicht das Nebeneinander, sondern das Miteinander habe hier – laut Marianne Wagner – im Mittelpunkt gestanden. ...

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„Routen der Reformation“ - erste Orte freigeschaltet!

© IStG

Das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“. Diese kirchliche und gesellschaftliche Erneuerungsbewegung gelangte im Lauf des 16. Jahrhunderts auch nach Westfalen. Und sie hinterließ hier nicht nur geistige, sondern auch deutliche materielle Spuren...

Die vollständige Pressemitteilung kann hier abgerufen werden.
Zur Pressemitteilung der WWU gelangen Sie hier.

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