
Abtei Corvey
Reformierender Landesherr: /
Reformatoren: /
Jahr der Reformation: /
Kirchenordnung: /
Den Reichsständen Westfalens gehörten auch mehrere Fürstäbtissinnen und Fürstäbte an, die ähnlich wie Bischöfe als Landesherr über ein kleines Territorium regierten – so auch der Abt von Corvey, der über ein kleines Gebiet einschließlich der Stadt Höxter bestimmte. Da der Corveyer Konvent an der Wende des 15. zum 16. Jahrhundert die Bursfelder Reform angenommen hatte, fanden lutherische Ideen kaum Eingang in das Kloster. Auch für das Territorium, wenn man von den Reformationsgeschehnissen in der Stadt Höxter absieht, die unter den Stadtreformationen beschreiben werden, findet sich lediglich ein dokumentierter Fall, der hier näher dargestellt werden soll. An ihm zeigt sich, dass die Herrschaftsrechte des Fürstabtes über die zu seinem Territorium gehörenden Orte nur schwach ausgeprägt waren. Hinzu kam, dass im Corveyer Land in kirchlicher Hinsicht der Bischof von Paderborn zuständig war. Der Einfluss des Abtes war also gering, so dass sich in Hinsicht auf die Reformation die Interessen des lokalen Adels durchsetzen konnten.
Im Kirchspiel Bruchhausen, gut 12 km südlich von Höxter gelegen, wohnten auf dem gleichnamigen Adelssitz die Herren von Kanne, die auch das Patronat über die Dorfkirche besaßen. In den 1540er Jahren wandte sich Jost von Kanne der Reformation zu. Um 1600 scheint dann nicht nur auf der Hauskapelle, sondern auch in der Pfarrkirche des Dorfes der lutherische Gottesdienst praktiziert worden zu sein. Der Pfarrer Heinrich Wedemeyer galt als lutherisch.

