Qualitätszyklus der Bildungsarbeit
Damit alle Kinder die Bildungsziele in den relevanten Bereichen erreichen können, müssen diagnostische Informationen zum individuellen Kompetenzniveau eines Kindes erhoben werden. Auf deren Grundlage können dann Bildungsangebote geplant und durchgeführt werden, die an die individuellen Bedarfe der Kinder angepasst sind. D.h. frühkindliche Bildung kann dann gelingen, wenn sie im Verlauf eines Kita-Jahres in einem wiederkehrenden Zyklus von Diagnostik, Förderplanung, Förderung und Reflexion (Erfolgskontrolle) organisiert wird. Dieser Zyklus umfasst die folgenden fünf Schritte:
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1. Diagnostik: Erfassung des aktuellen Kompetenzniveaus
Dies gelingt zeitökonomisch durch den jährlichen Einsatz des BIKO-Screenings in den vier Bildungsbereichen Mathematik, Motorik, Sozio-Emotionalität und Sprache. Die Ergebnisse zeigen für jedes Kind, inwieweit es altersgemäße Basiskompetenzen bereits erworben hat oder einen zusätzlichen Förderbedarf aufweist.
2. Planung von Bildungsangeboten
Anhand der Diagnostikergebnisse werden Bildungsangebote entworfen, die vom aktuellen Kompetenzniveau des Kindes ausgehen und die darauf aufbauenden Kompetenzen auf dem Weg zum Bildungsziel in den Blick nehmen. Die auszuwählenden Spiele sollen also Anforderungen in der Zone seiner nächsten Entwicklung enthalten. Der BIKO-Entwicklungsplan bietet eine hilfreiche Planungsvorlage und die Spielesammlungen wie z.B. die BIKO-Mathe-Kiste und die BIKO-Motorik-Kiste wertvolle Anregungen zur Planung von Bildungsangeboten.
3. Durchführung der Bildungsangebote in Einzel- und Kleingruppensettings
In solchen Settings lernen Vorschulkinder am besten. Daher sollten die Fachkräfte einer Gruppe ihr Gruppenmanagement koordinieren: Jeweils eine von ihnen führt die geplanten Bildungsangebote regelmäßig mit (auch einzelnen) Kindern durch und dokumentiert sie in den Entwicklungsplänen. Die andere kümmert sich währenddessen um die übrige Gruppe.
4. Kontinuierliche Reflexion der Förderung und Erfolgskontrolle
In Teamgesprächen reflektieren die Fachkräfte, inwieweit
- die geplanten (spielbasierten) Förderangebote regelmäßig durchgeführt wurden und damit eine erfolgversprechende Förderzeit realisiert werden konnte,
- das Kind dabei Spielfreude und Selbstwirksamkeit erlebte und
- Lernfortschritte mit Blick auf die im Entwicklungsplan anvisierten Kompetenzen (in der Zone der nächsten Entwicklung) erzielt wurden.
Sie passen die Angebote und ihren Umfang für die weitere Förderung entsprechend an.
5. Erneute Diagnostik
Die jährliche Durchführung der BIKO-Screenings zeigen Fachkräften, inwiefern ein (Förder-) Kind seine Kompetenzen im abgelaufenen Kita-Jahr auf ein altersangemessenes Niveau erweitert hat oder (weiterhin) zusätzlich gefördert werden sollte. Damit beginnt der Qualitätszyklus von Neuem mit den aktuellen Diagnostikergebnissen, der Reflexion der vorangegangenen Förderung und der erneuten Planung mit Hilfe des Entwicklungsplans.




