Rieke Siemon

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Akademischer Werdegang
WiSe 2019/20 WiSe 2019/20 Aufnahme in das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, WWU Münster
10/2016 – 04/2019 Master of Arts (Angewandte Sprachwissenschaft), WWU Münster
02/2015 – 12/2018 Stipendiatin Evangelisches Studienwerk Villigst
10/2013 – 03/2016 Bachelor of Arts (Deutsche Sprache und Literatur), Philipps-Universität Marburg
Universitäre/Berufliche Tätigkeiten
Seit 08/2019 Lehrerin im Fach Deutsch an der BBS Marienhain Vechta
04/2018 – 09/2019 Studentische Hilfskraft am Germanistischen Institut der WWU in der Abteilung Sprachwissenschaft am Lehrstuhl von Prof- Dr. Christine Dimroth
Seit 2015 Tätigkeit als Autorin

Dissertationsprojekt

Konzeptualisierung von Motion Events im Deutschen und Französischen: Die Kodierung von Ähnlichkeiten und Kontrasten

Um außersprachliche Ereignisse sprachlich zu kodieren, müssen alle rezipierten Informationen gefiltert, ausgewählt und geordnet werden. Wonach wird entschieden, welche Parameter für die sprachliche Wiedergabe besonders wichtig sind? Die Auswahl der Informationseinheiten und der Argumentstruktur sind nicht universal, sondern unterscheiden sich beispielsweise bei Sprachen, die nach Talmy (1975, 1985) als Verb- bzw. Satellitensprachen eingeordnet werden. Bei der sprachlichen Kodierung der Situation werden die Informationen auf vorsprachlicher Ebene, der Konzeptualisierung, unterschiedlich gefiltert und kombiniert. Untersuchungen zu Motion Events zeigen, dass französische Sprecher*innen bei der Beschreibung von Bewegungsereignissen von der Figur, der sich bewegenden Entität, ausgehend konzeptualisieren, während deutsche Muttersprachler*innen ihre Aufmerksamkeit auf Rauminformationen, also Eigenschaften des Weges oder den Endpunkt von Bewegungen richten (vgl. v. Stutterheim et al. i.Dr./v. Stutterheim, Gerwien 2019). Dimroth et al. (2010) haben herausgefunden, dass französische Proband*innen für die Kodierung von Ähnlichkeiten und Kontrasten die Markierung von Entitäten präferieren, deutsche Sprecher*innen nutzen dafür hingegen bevorzugt die Polarität und Assertion (vgl. Dimroth et al. 2010). Im Dissertationsprojekt ist geplant, beide Ansätze miteinander zu verbinden und die Ergebnisse im Zusammenhang zu untersuchen. Dafür soll eine empirische Studie mit deutschen und französischen Muttersprachler*innen durchgeführt werden. Im Mittelpunkt soll dabei die Auswahl von Informationseinheiten stehen, anhand derer Ähnlichkeit bzw. Kontraste kodiert werden. Welche Parameter werden durch den unterschiedlichen Ausgangspunkt der Vergleichssprachen Deutsch und Französisch für diese Kodierung prominent genutzt und welche werden übersehen?