• Vita

    Beruflicher Werdegang

    WiSe 2023/24 Lehrbeauftragte am Germanistischen Institut, Universität Münster
    seit Jan. 2023

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Referenzielle Praxis im Wandel: Das Pronomen man in der Diachronie des Deutschen“

    2020-2022

    SHB am Lehrstuhl von Prof. Dr. Antje Dammel, Tutorin für die Seminare “Einführung in die älteren Sprachstufen des Deutschen”

    2017-2019

    Tutorin für die Schreibwerkstatt des Philosophischen Seminars Münster (Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten)

    2017-2018 Tutorin für die VL “Einführung in die germanistische Sprachwissenschaft”

    Akademischer Werdegang

    Okt. 2023 Aufnahme in das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, Universität Münster
    März 2023

    Beginn der Promotion „deutsche Philologie“

    WiSe 2021/22 Auslandssemester an der Sorbonne Université, Paris, Frankreich
    2019-2022 Master of Education Deutsch/Philosophie, Universität Münster
    2014-2019 Zweifachbachelor of Arts Deutsch/Philosophie, Universität Münster
  • Dissertationsprojekt

    Man zwischen ‘Mann’ und ‘Mensch’ – Zum Geschlechtsbezug des Pronomens man in der Diachronie des Deutschen

    Das generische Pronomen man referiert im Gegenwartsdeutschen auf eine nicht-spezifizierte und mehr oder weniger eingeschränkte Grundgesamtheit. Es ist dabei implizit auf den Denotatbereich ‘Mensch’ beschränkt und kann sich somit trotz seines maskulinen Genus auf Menschen jeglichen Geschlechts beziehen (vgl. Zifonun 2000: 235-238). Gleichzeitig wurde das Pronomen in den 1980er Jahren aus genderlinguistischer Perspektive durch frau und mensch flankiert und seine Generizität als maskulines Pronomen und "historisches Produkt einer androzentrischen Kultur" (Zifonun 2000: 235) hinterfragt (vgl. Pusch 1984). Als Anlass dafür wird vor allem die Homophonie von Pronomen man und Substantiv Mann genommen, welche aus der gemeinsamen substantivischen Wurzel proto-germ. bzw. ahd. man ‘Mann’/‘Mensch’ resultiert. (vgl. Pusch 1984: 86, Trömmel-Plötz 1997: 51-53). Mit Verweis auf diesen Ursprung wird zudem die Gegenthese vertreten, dass das Pronomen auf Menschen im Allgemeinen bezogen und daher schon immer geschlechtsneutral-generisch sei (vgl. z.B. von Polenz 2019: 153). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob bzw. inwiefern man in der Diachronie des Deutschen einen Bezug zum männlichen Geschlecht hatte.

    Zur Beantwortung dieser Frage wird in einem ersten Teil der Pronominalisierungsprozess von man im Althochdeutschen in den Blick genommen. Hier wird mit Hilfe des Referenzkorpus Altdeutsch untersucht, inwiefern sich Koreferenz mit männlichen Personenbezeichnungen oder Persistenzerscheinungen wie pronominale Wiederaufnahme mit er zeigen.

    Für die zweite Teilstudie dient das Korpus „Fürstinnenkorrespondenz“, in welchem Briefwechsel von Fürstinnen 1546 bis 1756 über ANNIS durchsuchbar sind, als Datengrundlage. Hier ist die zentrale Frage, ob pronominales man für und von weibliche(n) Referenzpersonen in gleicher Weise – und auch autoreferenziell – verwendet wird wie bei männlichen Referenzpersonen. Dazu sollen die verschiedenen Gebrauchsspektren von man operationalisiert und annotiert, sowie ein Vergleich von Texten von Männern und Frauen vorgenommen werden.