Bachelor für das Lehramt Physik an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (HRSGe)

Für das Lehramt an Haupt-, Real- und Sekundarschulen sowie den entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschulen (HRSGe) wird der Bachelor HRSGe angeboten, der zwei Fächer umfasst, von denen eines Physik sein kann. Im Vergleich zum Studium für das Lehramt an Gymnasium, Gesamtschule oder Berufskolleg (Zwei-Fach-Bachelor/Bachelor BK) ist in diesem Studiengang der fachliche Anteil auf die für die Sekundarstufe I relevanten Bereiche der Physik reduziert. Dafür ist er durch umfangreiche fachdidaktische Anteile sehr praxisnah im Hinblick auf den Beruf als Lehrerin/Lehrer angelegt und thematisiert dazu auch den Aspekt des inklusionsorientierten Unterrichts. Zusätzlich zu den beiden Fächern müssen bildungswissenschaftliche und schulpraktische Studien absolviert werden. Um als Lehrerin/Lehrer tätig werden zu können, muss aufbauend auf das Bachelor-Studium ein Masterstudiengang mit dem Abschluss Master of Education (M.Ed.) für das Lehramt HRSGe absolviert werden.

Die folgende Grafik verdeutlicht den prinzipiellen Studienverlauf:

Module im Bachelor HRSGe Physik

Semester

1 (WS) Physik A
12 LP (PM)
 
2 (SS) Physik B
8 LP (PM)
3 (WS) Grundlagen
Physikalischer
Erkenntnisgewinnung
17 LP (PM)
4 (SS) Fachdidaktische
Grundlagen
15 LP (PM)
5 (WS)  
6 (SS) Physik C
12 LP (PM)
 
Bachelorarbeit
10 LP (WPM)
  PM: Pflichtmodul WPM: Wahlpflichtmodul

Inhalte der Module:

  • Physik A und B
    Inhalte der beiden Module sind die fachlichen Grundlagen für einen erfolgreichen Physikunterricht in der Sekundarstufe I. Diese reichen von den Gebieten Mechanik, Optik und Elektrodynamik über die Thermodynamik und Atomphysik bis zu den physikalischen Grundlagen der Struktur der Materie. Die fachlichen Inhalte werden in fachdidaktischen Ergänzungen im Hinblick auf ihre Bedeutung für den schulischen Unterricht analysiert.
  • Grundlagen physikalischer Erkenntnisgewinnung
    In diesem Modul wird die Physik in den Kontext weiterer Bezugsdisziplinen wie der Mathematik, der Technik, aber auch der Erkenntnistheorie gesetzt. Es enthält unter anderem eine Einführung in die für Physiklehrer/innen in der Sekundarstufe I relevante Mathematik, ein Werkstattseminar zum Umgang mit Maschinen sowie Veranstaltungen zu Strukturen und Konzepten der Physik und zur Wissenschaftstheorie.
  • Fachdidaktische Grundlagen
    Thema dieses Moduls sind Methoden und Techniken für eine erfolgreiche Vermittlung physikalischer Inhalte in der Schule. Veranstaltungen zur Fachdidaktik der Physik werden ergänzt durch eine Reihe von Seminaren zu Themen wie Methoden im Physikunterricht, Medien im Physikunterricht und inklusionsorientierter Physikunterricht. Vertieft werden die Kenntnisse im Lehr-Lernlabor sowie an außerschulischen Lernorten.
  • Physik C
    Diese Modul ist dem Basiskonzept Energie gewidmet, dem in der Schule wie in der Gesellschaft eine besondere Bedeutung zukommt. Im Mittelpunkt stehen grundlegende Theorien und Experimente zum Thema Energie. Dazu gehören neben den verschiedenen Energieformen insbesondere die Aspekte Energieumwandlung, Energiespeicherung und Energieentwertung. Diese Themen werden in den fachdidaktischen Ergänzungen im Hinblick auf den schulischen Physikunterricht aufgearbeitet.
  • Bachelorarbeit
    Im Rahmen der Bachelorarbeit werden erste Erfahrungen im selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten gesammelt. Die Ergebnisse werden in einer Arbeit schriftlich zusammengefasst und in einem Vortrag präsentiert. Die Arbeit kann entweder in Physik, im zweiten Fach oder in den Bildungswissenschaften angefertigt werden.

Qualifikationsziele

Ziel der gesamten Ausbildung ist primär die Befähigung, das Fach Physik in den jeweiligen Lehrämtern an öffentlichen und privaten Schulen selbständig auszuüben und einen abwechslungsreichen, qualitativ hochwertigen Unterricht zu gestalten. In Übereinstimmung mit dem von der Kultusministerkonferenz am 21.04.2005 beschlossenen Qualifikationsrahmen für Bachelor- und Masterstudiengänge lassen sich die erworbenen Kompetenzen in die Bereiche „Wissen und Verstehen“ sowie „Können“ gliedern. In den fachphysikalischen Lehrveranstaltungen wird das notwendige Fachwissen verbreitert und exemplarisch vertieft. In den experimentellen und theoretischen Übungen tritt neben den Erwerb des Wissens auch der Erwerb instrumentaler und systemischer Kompetenzen, indem das in Vorlesungen erworbene Wissen auf neue Fragestellungen angewendet und die Ergebnisse kritisch hinterfragt werden müssen. Dasselbe gilt für die fachdidaktischen Lehrveranstaltungen, in denen ebenfalls zunächst Wissen über die Methoden und Hintergründe der Vermittlung physikalischen Inhalte aufgebaut wird und dieses dann zunehmend selbständig in die Entwicklung von Unterrichtsplanung und Demonstrationsexperimenten umgesetzt wird. Das Seminar zur Theorie, Geschichte und Kultur der Naturwissenschaften in allen Bachelor-Studiengängen trägt zur Entwicklung der Fähigkeit bei, wissenschaftliches Denken in den größeren Kontext ethischer und gesellschaftlicher Erkenntnisse zu stellen. Schließlich werden beim Vorrechnen in den Übungen, in Seminarvorträgen und in den Vorträgen zur Bachelor- und Masterarbeit wichtige kommunikative Kompetenzen erworben.

Die vermittelten Kompetenzen im Bachelor- und Master-Studiengang HRSGe sind weitgehend analog zu den Kompetenzen im Zwei-Fach-Bachelor bzw. im Master GymGe. Allerdings ist das Fachwissen stärker auf den Bereich der phänomenorientierten Beschreibung physikalischer Vorgänge konzentriert; die theoretisch-mathematische Beschreibung der Vorgänge beschränkt sich auf das für die Sekundarstufe I relevante grundlegende Niveau. Dafür haben die Studierenden bereits im Bachelorstudium einen umfassenden Überblick über fachdidaktische Konzepte kennengelernt und Fähigkeiten entwickelt, fachliche Inhalte sowie die Bedeutung der Physik in der Gesellschaft zu vermitteln und den Stellenwert physikalischer Aussagen kritisch einschätzen zu können. Die Studierenden sind damit in der Lage, den Alltagsbezug physikalischer Themen zu erkennen, physikalische Inhalte zu elementarisieren und im Handlungsfeld Schule adressatenspezifisch zu vermitteln. Insbesondere sind sie in der Lage, erfolgreichen inklusionsorientierten Unterricht zu gestalten.

Detaillierte Modulbeschreibungen finden Sie als Anhang in der Prüfungsordnung des Bachelor-HRSGe-Studiengangs Physik.

Hinweise zu den Fächerkombinationen: Für das Berufsziel Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen muss der Bachelor HRSGe-Studiengang Physik mit einem Studiengang Bachelor HRSGe in einem weiteren Fach kombiniert werden. Informationen zu den möglichen Fächerkombinationen finden Sie auf den Seiten der Zentralen Studienberatung.

Weitere Informationen:

Prüfungsordnung Bachelor HRSGe, Studienbeginn ab WS 2026/27

Prüfungsordnung Bachelor HRSGe, Studienbeginn ab WS 2023/24 (Lesefassung)

Prüfungsordnung Bachelor HRSGe, Studienbeginn ab WS 2020/21 (Lesefassung)

Prüfungsordnung Bachelor HRSGe, Studienbeginn ab WS 2018/19

Prüfungsordnung Bachelor HRSGe vom WS 2016/17 (Lesefassung)

Info Bachelor HRSGe Physik der Zentralen Studienberatung (ZSB)

Informationen zu den Praxisphasen auf den Seiten des Zentrums für Lehrerbildung


Archiv mit alten Prüfungsordnungen