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Die Übung "Grammatik der deutschen Sprache" zielt mithilfe von Anwendungsübungen darauf, ein fundiertes Verständnis für schulgrammatische Gegenstände aufzubauen und grammatische Grundlagenkenntisse für das weitere Studium anzubahnen. Die regelmäßige Teilnahme wird dringend empfohlen.
- Lehrende/r: Anja Heitmann
In der Übung geht es darum, sog. grammatisches ‚Schulwissen‘, u.a. in den Bereichen Wortarten, syntaktische Funktionen und Syntax (einfache und komplexe Sätze) zu vermitteln. Im Zentrum steht hierbei v.a. die Wiederholung und Festigung grammatischer Grundlagen durch Übungs- und Anwendungsaufgaben.
- Lehrende/r: Ilka Lemke
In der Übung geht es darum, sog. grammatisches ‚Schulwissen‘, u.a. in den Bereichen Wortarten, syntaktische Funktionen und Syntax (einfache und komplexe Sätze) zu vermitteln. Im Zentrum steht hierbei v.a. die Wiederholung und Festigung grammatischer Grundlagen durch Übungs- und Anwendungsaufgaben.
- Lehrende/r: Ilka Lemke
Kursbeschreibung
Die Lehrveranstaltung bietet einen Überblick über die linguistisch relevanten Aspekte von Schrift. Zunächst werden Schrifttypen und Schriftsysteme, Graphematik und Orthografie thematisiert. In einem zweiten Schritt liegt der Schwerpunkt auf der Graphematik des Deutschen. Es geht hierbei um die Besonderheiten der Schreibung des Deutschen auf verschiedenen Ebenen (Laut-Buchstaben-Zuordnungen, Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Interpunktion usw.).
Lernziele
- Sie kennen die wesentlichen Merkmale und Prinzipien der deutschen Graphematik und Orthografie und können diese erläutern.
- Sie können die Merkmale und Prinzipien der deutschen Graphematik an Beispielen illustrieren.
- Sie können Schriftstücke (von Schülern) anhand der Graphematik des Deutschen analysieren und erklären.
- Sie können eigene Texte zur Thematik „Literalität” verfassen.
Die Studienleistung ist eine schriftliche Leistung. Es handelt sich um eine Beispielanalyse (ca. 5 Seiten) eines Schülertextes.
Die Prüfungsleistung ist gemäß Prüfungsordnung eine Modulabschlussprüfung in Form einer schriftlichen Modulreflexion.
- Lehrende/r: Katerina Stathi
Die Planung, Durchführung und Reflexion von Gedenkstättenfahrten und Besuchen historischer Lernorte gehören zu den zentralen Aufgabenbereichen von Geschichtslehrpersonen. Gleichwohl sind Ansätze einer Gedenkstättendidaktik bislang rar, und Geschichtsstudierende verfügen zumeist nur über Besuchserfahrungen aus der eigenen Schulzeit. Anliegen des Hauptseminars ist es daher, die Funktion von Gedenkstätten als geschichtskulturelle Institutionen und historische Lernorte zu systematisieren sowie zentrale Kompetenzen für die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Gedenkstättenfahrten zu vermitteln.
Einen besonderen Schwerpunkt des Seminars liegt auf dem fächerverbindenden historischen Lernen. Ein entsprechender Blick auf Gedenkstätten ist zum einen im Hinblick auf die Schulpraxis sinnvoll, weil Geschichte an vielen Schulformen in sog. Verbundfächern unterrichtet wird. In NRW ist hier das Fach Gesellschaftslehre zu nennen, in dem Unterrichtsgegenstände aus historischer, politischer, ökonomischer und geographischer Perspektiven zu thematisieren sind. Zum anderen bieten Gedenkstätten selbst vermehrt Angebote an, die sich nicht ausschließlich aus historischer Perspektive mit dem jeweiligen Ort und den dort vermittelten Inhalten befassen. So ergänzen beispielsweise sprach- und literaturdidaktische Workshops zunehmend das gedenkstättenpädagogische Repertoire.
Das Hauptseminar ist dreigeteilt. Im ersten Teil erfolgt die Erarbeitung theoretischer Grundlagen, die mit Blick auf diejenigen Lernorte konkretisiert und diskutiert werden, die im Zuge der viertägigen Exkursion zu besuchen sind. Die viertägige Exkursion nach Berlin, die gemeinsam mit Studierenden der Universität Jena durchgeführt wird, bietet dann die Gelegenheit, die Ausstellungen und Bildungsangebote der Gedenkstätten Berliner Mauer, der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, East Side Gallery sowie der Stasiunterlagenbehörde kennenzulernen, zu analysieren und mit Expert:innen vor Ort zu diskutieren. Im dritten Teil stehen die Reflexion der Exkursionserfahrungen sowie die Erarbeitung von Konzepten zur Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen im Fokus.
Organisatorische Hinweise
Die Auftaktsitzung findet am Montag, den 03. April 2023, von 10-12 Uhr statt. Die Berlin-Exkursion ist für den 01.-04. Juni 2023 geplant. Die Teilnahme an der Exkursion ist verbindlich. Die Zahl der Teilnehmer:innen an Seminar und Exkursion ist auf 15 Personen begrenzt.
Die Veranstaltung ist ein von der Stiftung Aufarbeitung gefördertes Kooperationsprojekt zwischen der Villa ten Hompel, Berliner Erinnerungs- und Gedenkstätten zur deutsch-deutschen Geschichte sowie der Universität Jena. Mit dem Seminarangebot sollen neue Wege der Lehrerbildung zur Förderung von Gedenkstättenkompetenz beschritten und gemeinsam mit Studierenden diskutiert und entwickelt werden.
- Lehrende/r: Felix Ostermann
- Lehrende/r: Christian Winklhöfer
Dieser Kurs ist für Studierende, die keine Vorkenntnisse im Deutschen haben. In dem Kurs lernen Sie erste Grundlagen der deutschen Sprache kennen. Ziel ist eine Basis-Kommunikationsfähigkeit in Alltag und Studium. Im Kurs üben Sie einfache Satzstrukturen und elementares Vokabular. // This course is designed for students who have no previous knowledge of German. Students will learn the first basics of the German language. The goal is a basic ability to communicate in everyday life and at university. In the course you will practise simple sentence structures and elementary vocabulary.
- Lehrende/r: Albina Haas
Eine Anmeldung in HISLSF dient der Organisation der Vorlesung und sollte nach Möglichkeit vorgenommen werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung sowie die Verbuchung Ihrer Leistungen in QISPOS ist jedoch auch ohne vorherige Anmeldung via HISLSF möglich.
Zwischen 1949 und 1990 hat es circa 40 Jahre lang in Deutschland zwei Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen gegeben, die in einer politischen, ideologischen und soziokulturellen Konkurrenz zueinanderstanden. In der DDR und der Bunderepublik hatten sich in diese Zeit auch zwei unterschiedliche Bildungssysteme entwickelt, die zu unterschiedlichen Biographien der West- und der Ostdeutschen beigetragen haben. Seit der Vereinigung der beiden Teilstaaten im Jahre 1990 sind schon wieder mehr als 30 Jahre vergangen, so dass es Zeit wird, den historischen Ort dieser Phase der Bildungsgeschichte erziehungswissenschaftlich zu reflektieren und damit im Bewusstsein der nachgewachsenen Generation wach zu halten und zu erinnern.
‚Bildung‘ ist einerseits im Zuge der Pädagogisierung vieler Lebensbereiche nach 1945 in Deutschland eine inflationär verwendete Worthülse geworden, andererseits ist in diesem Zeitraum aber auch eine tatsächlich ständig wachsende Bedeutung des Erwerbs von Bildungszertifikaten für die Verteilung von Lebenschancen festzustellen. Die Analyse der pädagogischen Zeitgeschichte ist deshalb relevant für die Entwicklung eines belastbaren Selbstverständnisses der professionell handelnden Pädagogen wie auch der Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Die Überblicksvorlesung will ein breites thematisches Spektrum von Erziehungsverhältnissen, Sozialisationsprozessen und Lernbedingungen in sozialen Wandel behandeln.
Inhaltliche Schwerpunkte der Veranstaltung sind die Untersuchung der ideengeschichtlichen, politik- und sozialgeschichtlichen sowie internationalen Voraussetzungen für die Entwicklung der beiden unterschiedlichen Bildungssysteme der DDR und der Bundesrepublik sowie einige Veränderungen seit 1990 im vereinten Deutschland. Die dargestellten Inhalte sollen gleichermaßen an autobiographischen und bildungspolitischen Quellen sowie erziehungs- und bildungstheoretischen Deutungsansätzen behandelt werden.
Prof. Jürgen Overhoff und Hans-Joachim von Olberg wechseln sich ab bei der Vorstellung der einzelnen Sitzungsthemen; anschließend haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in jeder Sitzung die Gelegenheit zu Diskussionsbeiträgen und Fragen.
- Lehrende/r: Jürgen Overhoff
- Lehrende/r: Hans-Joachim von Olberg
- Lehrende/r: Hans-Joachim von Olberg
- Lehrende/r: Nils Bahlo
- Lehrende/r: Rieke Siemon
- Lehrende/r: Sabine Frilling
Ich, Jörg von Ehingen, Ritter – so beginnt das von Georg von Ehingen (1428-1508) verfasste Selbstzeugnis, das von seinen ‚Reisen nach der Ritterschaft‘ berichtet. Das Werk setzt in der Jugendzeit Georgs an, während seines Hofdienstes in Innsbruck, und berichtet zunächst von einer Heilig Land-Reise 1454 und dann im Zeitraum von 1456-1459 von Reisen nach Spanien, Portugal, England und Schottland. Seine Abenteuer und Aufenthalte an fremden Höfen bieten ihm vielfältig Gelegenheit, ‚Rittertugenden‘ unter Beweis zu stellen. In seiner Darstellung zeigen sich Parallelen zu zeitgenössischen Reiseberichten, aber auch zur höfischen Literatur; so steht die Schilderung eines Zweikampfs zwischen Georg und einem ‚Heiden‘ bei Ceuta heldenepischen Kampfszenen in nichts nach.
Nach einem Überblick über die Literatur der Frühen Neuzeit und zeitgenössische medien- und ideengeschichtliche Entwicklungen werden wir uns zunächst mit der Person Georgs von Ehingen sowie mit dem Text selbst und der Überlieferungs- und Editionslage auseinandersetzen. Der Text soll Stück für Stück gemeinsam erschlossen und mit Werken der höfischen Literatur sowie mit zeitgenössischer Reiseliteratur in Bezug gesetzt werden. Daneben soll die Gattungsfrage ausgehend von der Auseinandersetzung mit historischen Selbstzeugnissen und den Anfängen autobiografischen Schreibens als soziale Praxis im Mittelpunkt stehen. Außerdem werden wir abschließend die historische Funktion des Berichts zu rekonstruieren versuchen und der Frage nachgehen, welche Bedeutung der Bericht Georgs für seine adlige Familie gehabt haben könnte: Geht es Georg um ein „Schreiben für Status und Herrschaft” (vgl. Schmid, Barbara: Schreiben für Status und Herrschaft. Deutsche Autobiographik in Spätmittelalter und früher Neuzeit. Zürich 2006) und für wen ‚sammelt‘ Georg seine Orden?
Das Seminar wird durch einen Learnweb-Kurs begleitet, über den Material zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen zur Verfügung gestellt wird. Die Zugangsdaten werden in der ersten Sitzung kommuniziert. Textgrundlage unserer gemeinsamen Arbeit ist die Edition von Gabriele Ehrmann (dies., Georg von Ehingen, Reisen nach der Ritterschaft. 2 Tl. Edition, Untersuchung, Kommentar. Göppingen 1979 [GAG, 262]), die ich Ihnen zu Beginn des Seminars zur Verfügung stelle. Da es keine neuhochdeutsche Übertragung des frühneuhochdeutschen Textes gibt, ist die Bereitschaft zur intensiven Textlektüre eine wichtige Teilnahmevoraussetzung.
- Lehrende/r: Susanne Spreckelmeier
Schwerpunkte: Deutsch als Zweitsprache, Mehrsprachigkeit im Kontext religiöser Bildung, sprachsensibler Religionsunterricht
Die sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler ist im Unterricht eine Herausforderung und Chance zugleich. Zuerst werden in der Lehrveranstaltung diverse Aspekte der Mehrsprachigkeit und des Deutschen als Zweitsprache im Blick auf den Religionsunterricht und seine Spezifik thematisiert. Verschiedene Konzepte zum Umgang mit der sprachlichen Heterogenität werden mit Bezug auf den Religionsunterricht erörtert. In einem weiteren Schritt wird gemeinsam nach Wegen gesucht, die Mehrsprachigkeit der Kinder und Jugendlichen als Ressource im Religionsunterricht zu entdecken und in Lernprozessen aktiv zu nutzen. Die Studierenden werden dabei begleitet, Materialien zum Umgang mit sprachlicher Heterogenität selbständig zu entwickeln.
- Lehrende/r: Yauheniya Danilovich
Dass Klöster und Orden im europäischen Mittelalter auch Stätten der Buchproduktion waren, ist bekannt. Eine besondere Konstellation kennzeichnet aber den spätmittelalterlichen Kartäuserorden: Die Kartäuser erlebten im ‚langen fünfzehnten Jahrhundert‘ (c. 1350-1520) eine Phase verstärkter Beliebtheit und Produktivität, da nunmehr viele Kartausen in der Nähe von Städten gegründet wurden und neue Förderungsbeziehungen zu Adeligen und städtischen Oberschichten entstanden. Zudem erachteten die Kartäuser die religiöse Lektüre und die Produktion geistlicher Schriften als heilsbringend. Daher entstanden Netzwerke der Textproduktion und -zirkulation, die über die Klostermauern hinweg lesende und schreibende Klosterinsassen und Stadtbewohner verbanden. Unter anderem aus den Kartausen Köln und Basel besitzen wir noch reiche Handschriftenbestände und frühe Drucke, die viele Aussagen über die Wissensgeschichte und die Lektürepraktiken in den Kartausen und den sie umgebenden Städten erlauben.
Das Masterseminar wird einen Einstieg in die Geschichte der Kartäuser und der spätmittelalterlichen Kultur des religiösen Lesens bieten, will die Teilnehmer*innen aber vor allem in die Lage versetzen, sich den überlieferten Handschriften und Drucken selbständig zu nähern. Dazu werden Grundkenntnisse der Handschriftenkunde und in der Praxis der Transkribierens und der (digitalen) Edition vermittelt und in praktischen Übungen gemeinsam entwickelt. Es sind Besichtigungen in der Handschriftenabteilung der ULB Münster und ein Besuch in Köln geplant. An digitalisierten (frühneuhochdeutschen oder lateinischen) Texten sollen die Teilnehmer*innen dann Quellen beschreiben, transkribieren, übersetzen und interpretieren. Die Ergebnisse sollen (in Fortsetzung früherer Seminare) möglichst auf dem Forschungsblog kartaeuser.hypotheses.org dokumentiert werden.
- Lehrende/r: Sita Steckel
Neben dem Schulsport ist der Sport im Verein und in den Sportverbänden die zweite Säule der Sportbewegung in Deutschland und Europa. Die Ursprünge des Sports im Verein liegen im 19. Jahrhundert in der bürgerschaftlich organisierten Turn- und Vereinsbewegung. Seitdem ist die Sportvereinsbewegung zu einer bedeutenden gesellschaftlichen, sozialen und kulkturellen Kraft geworden. Sie wird durch die Dachorganisation der Turn- und Sportvereine, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), vertreten.
Im Seminar wird sowohl die Entwicklung des in Vereinen und Verbänden organisierten Sports an ausgewählten Beispielen und Quellen behandelt als auch seine pädagogischen und ethischen Grundlagen diskutiert. Schließlich wird es auch um aktuelle Probleme der bürgerschaftlich organisierten Sportbewegung gehen.
- Lehrende/r: Michael Krüger
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Das Seminar beschäftigt sich mit der Idee der (deutschen) Universität im 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dafür wird eine Auswahl programmatischer Schriften, u.a. auch Rektoratsreden, gemeinsam gelesen und diskutiert, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven und historischen Kontexten mit den Aufgaben und Ansprüchen von Universität, Wissenschaft bzw. universitärer Bildung befassen (Humboldt, Schleiermacher, Fichte, Helmholtz, Heidegger, Jaspers, Adorno, Dahrendorf).
- Lehrende/r: Andreas Oberdorf
Unsere heutigen materiellen Lebensumstände fußen in der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts. Bis zum späten 19. Jahrhundert bildete sich in Deutschland ein Entwicklungs- und Wachstumsmuster heraus, dem unsere Wirtschaft in den Grundzügen bis heute folgt. Das Hauptseminar konkretisiert die Themen, die in der Vorlesung zur Industrialisierung dargestellt werden, für Deutschland. Wir werden wichtigen Triebkräften des wirtschaftlichen Wandels – Marktintegration im Inneren, die erste Welle der modernen Globalisierung, im Zusammenhang mit der deutschen Einigung stehender institutioneller Wandel – nachgehen, aber auch die Folgen der Industrialisierung für den Lebensstandard der breiten Bevölkerung untersuchen. Die Teilnahme am Seminar erfordert Kompetenzen, die in der Übung von Matthias Hartermann (Theorien und Methoden der Volkswirtschaftslehre und der Wirtschaftsgeschichte) vermittelt werden; die beiden Lehrveranstaltungen dieses Moduls sollten zusammen belegt werden. Auch der Besuch der thematisch eng auf das Hauptseminar bezogenen Vorlesung von Ulrich Pfister ist dringend empfohlen.
- Lehrende/r: Matthias Hartermann
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Ulrich Pfister
Das Thema ‚Intermedialität‘ wird in diesem Seminar auf der einen Seite an historischen Beispielen aus der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit aufgearbeitet. In den Blick genommen werden „ein Zusammenwirken von oder eine Grenzüberschreitung zwischen unterschiedlichen Medien”, in Formen des ‚Medientransfers‘ (z.B. „bildliche Darstellung literarischer Stoffe”) und der ‚Medienkombination‘ (z.B. Text-Bild-Verbindung in mittelalterlichen Handschriften, „Verbindungen von Text, Gesangstimme und Instrumentalbegleitung beim Lied”) (Lienert, Elisabeth: Zur Einführung: Medialität und Intermedialität im Mittelalter. In: Text – Bild – Ton. Spielarten der Intermedialität in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hrsg. von Joachim Hamm und Dorothea Klein. Würzburg 2021, S. 2). Auf der anderen Seite werden wir uns mit jeweils korrespondierenden modernen Rezeptionen vormoderner Literatur, die sich wiederum durch Intermedialität auszeichnen (z.B. Comic, Literaturverfilmung), auseinandersetzen. Auf diese Weise sollen verschiedene medienhistorische Konstellationen in Bezug auf ihre jeweiligen Potenziale ästhetischer Erfahrung und Gestaltung untersucht und dabei auch hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Deutschunterricht der Grundschule reflektiert werden. Historische Textzeugnisse werden – soweit möglich – in Übersetzung angeboten; Kenntnisse in älteren Sprachstufen des Deutschen werden nicht vorausgesetzt.
Das Seminar wird durch einen Learnweb-Kurs begleitet, über den Material zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen zur Verfügung gestellt wird. Die Zugangsdaten werden in der ersten Sitzung kommuniziert.
- Lehrende/r: Susanne Spreckelmeier
2019 erschien bei Suhrkamp das opus magnum von Jürgen Habermas „Auch eine Geschichte der Philosophie: Bd. 1: Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen; Bd. 2: Vernünftige Freiheit: Spuren des Diskurses über Glauben und Wissen”. Seit seinem Erscheinen hat dieses Werk viel öffentliche und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Tagungen wurden zu diesem Werk veranstaltet, eine Fülle von Rezensionen ist erschienen, Sammelbände sind in Vorbereitung. Es scheint, dass dieses Spätwerk aus der Feder des Großmeisters der deutschen Philosophie und Sozialwissenschaften zu einer unverzichtbaren Referenzgröße in der Auseinandersetzung mit der Geschichte des europäischen Denkens, aber auch mit der Geschichte der Religionen, die in diesem Werk eine Zentralstellung einnimmt, wird. Grund genug, sich mit diesem Werk ausführlich zu beschäftigen. Wir wollen Teile des über 1.700 Seiten umfassenden Werkes lesen und diskutieren.
Die Blocktermine werden in der Vorbesprechung vereinbart.
- Lehrende/r: Detlef Pollack
„Unter den Künstlern ist Dannecker, ein Bildhauer, bei weitem der beste“, so schrieb bereits sein Schulfreund Friedrich Schiller – und tatsächlich gilt Dannecker auch heute noch als einer der bedeutendsten Bildhauer des deutschen Klassizismus. In Stuttgart geboren und an der Hohen Carlsschule ausgebildet, war er dem württembergischen Fürstenhaus lebenslang verbunden. Wie viele Künstler seiner Zeit folgte er der Maxime Winckelmanns, „die wahre, völlige Kenntniß des Schönen in der Kunst […] durch die Betrachtung der Urbilder selbst“ zu erlangen und reiste zum Studium der Antike mehrfach nach Paris und Rom. Seine Begeisterung für die Idealisierung nach klassischem Vorbild kombinierte Dannecker mit einer feinen Individualisierung seiner Bildnisse. So sind beispielsweise die Porträtbüsten von Schiller nicht nur Heroisierungen des bewunderten Dichters und Denkers, sondern auch spannende Charakterstudien. Ein weiteres Feld des künstlerischen Schaffens Danneckers waren die Darstellungen mythologischer Szenen. Hierbei orientierte er sich teils an bekannten Vorläufern, entwickelte aber auch völlig neue und innovative Bildkompositionen. Beispiel ist hierfür die bekannte „Ariadne auf dem Panter“, die schon im frühen 19. Jahrhundert eine touristische Attraktion wurde. Das Seminar führt in das Werk Danneckers ein und verortet es unter Bezugnahme auf gesellschaftliche und kunsthistorische Strömungen im Kontext seiner Entstehungsgeschichte.
- Lehrende/r: Annette Georgi
John L. Austin und sein Schüler John Searle gelten als Gründerväter der Sprechakttheorie und Austins 1955 gehaltene und 1962 posthum veröffentlichte Vortragsreihe How to Do Things with Words (im Deutschen: Zur Theorie der Sprechakte) als Gründungsdokument derselben. Kerngedanke und zentraler Untersuchungsgegenstand ist, dass mit sprachlichen Äußerungen nicht nur Behauptungen aufgestellt, sondern Handlungen vollzogen werden können. Beispielsweise kann mit der Äußerung „Ich verspreche es dir.” die Handlung des Versprechens vollzogen werden. Nicht in allen Fällen ist die vollzogene Handlung direkt an der Formulierung der Äußerung abzulesen, und die vollzogene Handlung kann je nach Kontext unterschiedlich sein. So kann mit der Äußerung “Ich komme morgen.” die Handlung des Versprechens, Warnens oder gar Drohens vollzogen werden. Wir werden im Seminar Austins Werk lesen und diskutieren.
- Lehrende/r: Timo Dresenkamp
Franz Kafka ist zu einem Autor der Weltliteratur avanciert, dessen Werke aufgrund ihrer Komplexität vielfältige Deutungsoptionen anbieten. Als ein Interpretationsschlüssel ist vielfach Kafkas Beziehung zum Judentum in Anschlag gebracht worden. Hier will das Seminar einen differenzierten Blick eröffnen: In der plurikulturellen Situation des Prager Entstehungskontextes von Kafkas Werk kann nicht von dem Judentum gesprochen werden, sondern von verschiedenen Facetten, die sich zwischen ostjüdischem Chassidismus über orthodoxe Richtungen, ersten Ansätzen einer religiösen Liberalisierung, (Kultur-)Zionismus bis hin zu Assimilation spannten. Kafka kam mit all diesen Ausprägungen modernen jüdischen Lebens in Kontakt und suchte nach durchaus auch wechselnden Positionierungen.
Im Seminar sollen vor dem Hintergrund des kulturhistorischen Kontextes der multiethischen und multireligiösen Prager Situation Spuren der Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Religion, Geschichte und jüdischem Denken in Kafkas Werk behandelt werden. Zu finden sind sie sowohl in seinen literarischen Werken als auch in seinen Tagebucheinträgen, markant etwa in seinen Überlegungen zum jiddischen Theater.
Empfohlene Literatur:
Zum einführenden Überblick:
Kilcher, Andreas: „8.2 Zur Geschichte der Böhmischen Länder. Spezifika der jüdischen Kulturgeschichte”. In: Peter Becher / Steffen Höhne / Jörg Krappmann / Manfred Weinberg (Hgg.), Handbuch der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder, Stuttgart 2017, S. 66-73.
Weiterführende Literatur:
Capková, Katerina: Czechs, Germans, Jews? National Identity and the Jews of Bohemia. New York / Oxford 2012 [original tsch. 2005].
Massino, Guido, Kafka, Löwy und das jiddische Theater, Frankfurt a.M. 2007.
Miron, Dan, The Animal in the Synagogue. Franz Kafka’s Jewishness, 2021.
Shumsky, Dimitry: Zweisprachigkeit und binationale Idee. Der Prager Zionismus 1900–1930. Göttingen 2013.
Spector, Scott: Prague Territories National Conflict and Cultural Innovation in Franz Kafka's Fin de Siècle. Berkeley 2000.
- Lehrende/r: Regina Grundmann
- Lehrende/r: Nicolas Sylvester Stursberg
- Lehrende/r: Irina Wutsdorff
- Lehrende/r: Johannes Donnermeyer
- Lehrende/r: Verena Wecker
Ich bin Tutorin für den Lektüretest in der Neueren deutschen Literatur am Germanistischen Institut.
- Lehrende/r: Marie-Sofia Trautmann
ZUSAMMENFASSUNG
Dieses Seminar befasst sich mit den 16 Parteiensystemen der deutschen Länder. Nach der grundlegenden Auseinandersetzung mit Theorien, Definitionen und Methoden der Parteiensystemforschung werden die Landesparteiensysteme anhand ihrer qualitativen und quantitativen Merkmale typologisch verortet und miteinander verglichen. Beachtung finden auch Kontextfaktoren, insbesondere das Wahlrecht. Im Mittelpunkt stehen Vergleichsperspektiven, die längsschnittanalytisch und querschnittanalytisch (u.a. Ost-West, Stadt-Land, Nord-Süd) herausgearbeitet werden sollen. Dabei werden auch die jeweiligen Landesparteien, die aktuell im jeweiligen Landesparlament vertreten sind, analysiert. Schließlich werden wir uns mit aktuellen Wandlungen wie der Landesparteipolitik im europäischen Mehrebenensystem, Dealignmentprozessen, der Herausforderung durch den Rechtspopulismus und dem Erstarken von Klein- und Kleinstparteien beschäftigen.
Studienleistung: eigene Berechnungen von Parteiensystemindikatoren und schriftliche Einordnungen (ca. drei Seiten), Prüfungsleistung: Klausur
Ausgewählte Literatur
Bräuninger, Thomas/Debus, Marc/Müller, Jochen/Stecker, Christian (2020): Parteienwettbewerb in den deutschen Bundesländern, Wiesbaden.
Eilfort, Michael (2006): Landes-Parteien: Anders, nicht verschieden, in: Schneider, Herbert/Wehling, Hans-Georg (Hrsg.): Landespolitik in Deutschland. Grundlagen − Strukturen − Arbeitsfelder, Opladen, S. 207-224.
Jun, Uwe/Haas, Melanie/Niedermayer, Oskar (Hrsg.) (2008): Parteien und Parteiensysteme in den deutschen Ländern, Wiesbaden.
Niedermayer, Oskar (2022): Parteimitgliedschaften im Jahre 2021, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 53. Jg., H. 2, S. 382-408.
Sartori, Giovanni (1976): Parties and Party Systems. A Framework for Analysis, New Haven/London.
Wiesendahl, Elmar (2022): Parteienforschung. Ein Überblick, Wiesbaden.
- Lehrende/r: Benjamin Höhne
Am Beispiel des Minnesangs, der mittelhochdeutschen Liebeslyrik, werden grundlegende Fragen der mittelalterlichen Literatur besprochen.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Das Kunstlied des 19. Jahrhunderts zeichnet sich durch eine spezifische Interaktion zwischen dem zugrunde liegenden Gedicht und dessen Vertonung aus. Dies lässt sich auf mehreren formalen und inhaltlichen Ebenen nachvollziehen. Anhand von Beispielen vor allem aus dem deutschen Sprachraum (z.B. Franz Schubert, Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms), aber auch darüber hinaus (z.B. Gabriel Fauré), werden die unterschiedlichen Herangehensweisen der Komponist/innen an Texte von Dichtern wie Heinrich Heine, Friedrich Rückert oder Charles Baudelaire analysiert. Die Leitfrage des Seminars ist, wie aus Lyrik Musik entsteht und welchen schöpferischen Beitrag der/die Komponist/in durch die Vertonung eines Gedichts leistet."
- Lehrende/r: Judith Irmela Haug
Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann ist Gast der Münsterschen Vorlesung 2023, die vom 08. bis 10. November 2023 in Münster stattfinden wird.
Gethmann forschte und lehrte unter anderem an den Universitäten Bochum, Essen, Düsseldorf und Göttingen. Von 2012 bis 2020 war er Professor am Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten” der Universität Siegen. Seit 2021 ist er, ebenfalls in Siegen, als Professor für Wissenschaftsethik und Medizinethik an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät tätig.
Von 1996 bis 2012 war Gethmann Direktor der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH. Von 2006 bis 2008 bekleidete er das Amt des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Philosophie e.V., von 2013 bis 2021 war er Mitglied des Deutschen Ethikrates. Daneben stehen weitere Mitgliedschaften unter anderem in einer Arbeitsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft und im Rat der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Gethmanns Forschungsschwerpunkte sind Sprachphilosophie, Philosophie der Logik, Phänomenologie, Ethik sowie Angewandte Philosophie insbesondere in den Bereichen Wissenschafts-, Medizin- und Umweltethik und Technikfolgenabschätzung. Philosophiehistorisch beschäftigt er sich unter anderem mit der Phänomenologie, Heidegger, Husserl und der Erlanger Schule.
Dieses Seminar wird in die Philosophie von Carl Friedrich Gethmann einführen und soll gleichzeitig der Vorbereitung auf die 25. Münsterschen Vorlesungen dienen. Dazu werden wir eine Auswahl einschlägiger Texte Gethmanns lesen und diskutieren, die das breit gefächerte Spektrum seines Werks repräsentieren. Einige dieser Themen sind: Protoethik, Sprachphilosophie und Angewandte Ethik (Umweltethik, Medizinethik, Wissenschaftsethik). Insbesondere die 2023 erscheinende Monographie „Konstruktive Ethik: Einführung und Grundlegung” wird im Seminar behandelt werden. Nicolas Koj, Mitorganisator der MV 2023, wird ebenfalls an diesem Seminar teilnehmen.
Seit 1997 geben die Münsterschen Vorlesungen Student:innen der Philosophie die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Werk einer renommierten Philosophin oder eines renommierten Philosophen zu beschäftigen. Nach einer öffentlichen Abendvorlesung des Gastes findet ein zweitägiges Kolloquium statt, in dem die Student:innen mit dem Gast Aspekte seines philosophischen Werks diskutieren. Die Kolloquiumsbeiträge werden in kleinen Gruppen unter Anleitung von Lehrpersonen aus dem Mittelbau des Philosophischen Seminars vorbereitet. Die Beiträge werden schließlich zusammen mit den Antworten des Gastes in einem Sammelband veröffentlicht. Für ausführliche Informationen zu den Münsterschen Vorlesungen siehe: https://www.uni-muenster.de/PhilSem/veranstaltungen/mvph/mvph.html.
Auch wenn das Seminar der Vorbereitung auf die MV dienen soll, kann es selbstverständlich auch unabhängig von der Teilnahme an den MV besucht werden.
- Lehrende/r: Anna Kahmen
Persönliche Anmeldung bei Frau Vogelsang!
Es handelt sich um ein Projektseminar, genauer das Vorbereitungsseminar im Rahmen des Mercator-Projekts (Infos auch auf der Projekthomepage).
Im Vorbereitungsseminar werden Sie darauf vorbereitet, Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an Grundschulen, verschiedenen Schultypen der Sek. I sowie Berufskollegs zu erteilen. Mit Teilnahme am Vorbereitungsseminar verpflichten Sie sich, im Schuljahr 2023/24 ein Jahr lang wöchentlich 4 Schulstunden DaZ-Förderunterricht an einer Schule im Kreis Warendorf oder Coesfeld zu erteilen. Die Unterrichtstätigkeit wird mit 16,- Euro pro Unterrichtsstunde vergütet und durch die Seminarleiterin im Rahmen eines Begleitseminars betreut. Bei erfolgreichem Abschluss der Projektteilnahme erhalten Sie ein Zertifikat, das die erworbenen theoretischen und praktischen Kompetenzen bescheinigt. Die Lehrtätigkeit kann als Berufsfeldpraktikum angerechnet werden.
Seminarinhalte:
- Ein- und mehrsprachiger Spracherwerb
- Sprachwissenschaftliche Grundlagen
- Grundlagen der Sprachdiagnostik
- Didaktik des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache
- Sprachfördermöglichkeiten in Kleingruppen
Seminartermine: Das Seminar findet im SoSe 2023 mittwochs von 16 bis 18 Uhr statt.
Anrechnung: Das Vorbereitungsseminar können Sie sich in verschiedenen sprachwissenschaftlichen und sprachdidaktischen Modulen des ZFB, BA HRSGe, BA BK und BA G ab dem dritten Semester anrechnen lassen. Der Förderunterricht kann zudem als Berufsfeldpraktikum angerechnet werden. Im Masterstudium dient das Seminar Ihrer eigenen Qualifikation. Es wird Ihnen zusammen mit der Tätigkeit als Förderlehrkraft zertifiziert.
Voraussetzungen: Sie sollten mindestens im dritten Fachsemester Bachelor Germanistik bzw. Lehramt Deutsch sein und die Grundlagenmodule abgeschlossen haben. Studierende des Zertifikatsstudiums DaFZ sind ebenfalls willkommen.
Verpflichtung: Sie nehmen während des Wintersemesters am Vorbereitungsseminar teil und werden mit Beginn des neuen Schulhalbjahres als Förderlehrkraft an einer Schule in den Kreisen Coesfeld oder Warendorf tätig sein. Sie verpflichten sich für ein Schuljahr, vier Schulstunden pro Woche DaZ-Förderunterricht in Kleingruppen von 2-6 Schüler/innen zu erteilen. Dabei werden Sie von der Seminarleiterin im Rahmen eines Begleitseminars betreut und einmal hospitiert.
Anmeldung: Bei Interesse melden Sie sich bitte im Projektbüro (mercator.projekt@uni-muenster.de) mit folgenden Angaben: Name, Matrikel-Nr., Studiengang und –fächer, Semesterzahl, Emailadresse.
Eine Infoveranstaltung findet am 18.01.2023 statt (genauere Angaben auf der Projekthomepage). Falls Sie die Infoveranstaltung verpasst haben, finden Sie ausführliche Infos zum Projektverlauf auch auf der Projekthomepage. Bei Fragen melden Sie sich gerne.
- Lehrende/r: Silvia Vogelsang
Die Kulturen des antiken und mittelalterlichen Sudan standen in intensivem Austausch mit seinem prominenten Nachbarn Ägypten. Standen bis vor kurzem die Beeinflussung vom pharaonischen Reich in den Süden im Mittelpunkt, so gilt es nun, vor allem im Kontext des Dekolonialismus, das Eigenständige der Kulturen und die Rückwirkungen auch in den Norden, zu erforschen. In einem breiten chronologischen Rahmen werden die nubischen Kulturen unter postkolonialer Perspektive beleuchtet. Ein besonderes Augenmerk gilt nubischen Objekten in deutschen Museen.
- Lehrende/r: Angelika Lohwasser
Vor 80 Jahren versanken große Teile Münsters in Schutt und Asche. Die schweren Bombenangriffe vom 10. Oktober 1943 machten allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt deutlich, dass der Krieg nun endgültig an die „Heimatfront“ zurückgekommen war. Wie reagierten Partei und „Volksgemeinschaft“ auf die schweren Zerstörungen? Was waren die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Folgen der Angriffe? Und wie ging die Stadt nach 1945 mit der Erinnerung an den Bombenkrieg um? Welche Rolle spielten die Bomben im Gedächtnis der Stadt und für Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die bis heute vom „Untergang“ Münsters berichten? Diese und weitere Fragen werden wir im Seminar behandeln, um der Sozial-, Kultur- und Erinnerungsgeschichte des Bombenkriegs am Beispiel Münsters sowie im europäischen Vergleich nachzuspüren. Welche Folgen hatten die Zerstörungen in anderen deutschen und europäischen Städten und wie gingen diese mit der Erinnerung an den Bombenkrieg um? Ist Münsters Stadtgeschichte also relativ typisch oder ein Sonderfall? Die Spurensuche zu diesen Fragen beinhaltet einen sechsstündigen Projekttag am Stadtarchiv Münster während der Vorlesungszeit, an dem wir Quellen zum Bombenkrieg und zur Erinnerungskultur auswerten werden. Der Termin des Projekttags wird in der ersten Sitzung des Seminars verabredet.
- Lehrende/r: Malte Thießen