„Visionen einer besseren Welt? Utopische Konzepte im kunsthistorischen Kontext“

Wie wollen wir in Zukunft (zusammen)leben? Seit Thomas Morus 1516 den Begriff der Utopie prägte, dessen ideelle Grundlage bereits in Platons „Politeia“ angelegt ist, begleitet die Vorstellung möglicher und unmöglicher Zukünfte die Kunstgeschichte. Die fantastischen Nicht-Orte der Utopien, aber auch die Dystopien, entstehen stets aus einer kritischen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ist-Zustand: Sie entwerfen Visionen eines besseren Lebens beziehungsweise warnen vor drohenden gesellschaftlichen Missständen. Doch wie lassen sich solche Warnungen, Alternativen oder Hoffnungen visuell formulieren? Und welche Funktionen erfüllen diese Zukunftsbilder in ihren historischen und gesellschaftlichen Kontexten?
Im Rahmen des kunsthistorischen Symposiums untersuchen die Master-Studierenden der Universität Münster, wie Künstler:innen verschiedener Epochen düstere Zukunftsszenarien, ideale Welten oder transformative Gesellschaftsentwürfe gestalteten. Das thematische Spektrum reicht von frühneuzeitlichen Paradies- und Endzeitdarstellungen über politisch-ideologische Bildprogramme bis hin zu queeren, multimedialen und technologischen Zukunftskonzepten der Gegenwartskunst. Welche Motive formen diese Imaginationen? Wie verändern sich Bildsprachen, Bedeutungen und Wirkungsweisen im Laufe der Zeit? Historische und aktuelle Beispiele machen deutlich, wie vielfältig Utopien und Dystopien künstlerisch visualisiert werden – als Hoffnung, Kritik, Experiment, Spiegel gesellschaftlicher Zustände oder als Warnung vor ihrem Scheitern.
Die Beiträge umfassen alle Epochen und beschäftigen sich mit künstlerischen und filmischen Positionen von Hieronymus Bosch, der Frauenbewegung um 1900, der queeren Moderne, über Alexander Deineka, Ronald Paris, Fritz Lang, biomaterielle Raumutopien in der zeitgenössischen Kunst, Yto Barrada, Ólafur Elíasson, Cao Fei, bis hin zur Ambivalenz der Smart City. Außerdem freuen wir uns sehr, als Keynote-Speaker Herrn Dr. Andreas Beitin, den Kurator der Ausstellung „Utopia. Recht auf Hoffnung“ und Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, mit einem Abendvortrag zum Thema „Utopia. From Nowhere to Now Here“ ankündigen zu dürfen.
Das Symposium im Rahmen des Master-Workshops findet am 12. und 13. Februar 2026 unter dem Titel „Visionen einer besseren Welt? Utopische Konzepte im kunsthistorischen Kontext“ im Institut für Kunstgeschichte in Hörsaal 102 statt. Das Programm finden Sie hier.
























































