Exlibris 2Otto Lauffer: Inhaber des ersten volkskundlichen Lehrstuhls in Deutschland


Otto Lauffer, geboren am 20. Februar 1874 in Weende bei Göttingen, gestorben am 8. August 1949 in Hamburg, studierte in Göttingen, München und Berlin Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte und promovierte 1896 zum Landschaftsbild Deutschlands im Zeitalter der Karolinger [1] beim germanistischen Mediavisten Moritz Heyne, der seit 1867 mit Jacob Grimm die Herausgeberschaft des Deutschen Wörterbuch innehatte. 

Kuratorentätigkeiten in historischen städtischen Museen (in Frankfurt a. M. und Nürnberg) machten Otto Lauffer im Kaiserreich und der Weimarer Republik zum Kenner volkskundlicher Sammlungen und Ausstellungs-
arrangements, die auf den Geschmack eines bürgerliches Publikum ausgerichtet waren. [2]
Als Inhaber des ersten Lehrstuhls für Volkskunde in Deutschland an der Universität Hamburg ab 1919 (deren Rektor er 1922/23 war) und als Gründungsdirektor des Museums für Hamburgische Geschichte 1922 steht Lauffer für die doppelte Institutionalisierung des Faches. Sein besonderes Engagement für die Etablierung der wissenschaftlichen Volkskunde zeigte sich bereits anhand der Vereinstätigkeiten im Kaiserreich. Er war nicht nur im Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine aktiv, in dem es ab 1901 eine Sektion für Volkskunde [3] gab, sondern zählte 1904 auch zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes deutscher Vereine für Volkskunde [4], dessen zweiten Vorsitz er später innehatte.
Lauffer setzte sich für die Profilierung historischer Museen ein und tat sich als Museumsdirektor einer aktiven hamburgischen Bürgerschaft auch als Kunstmäzen hervor. [5] Für die Sammlungen historischer Museen postulierte er die Aufstellung nach Sachbereichen und Gebrauchszwecken, die er auf Ordnungen der Altertumskunde zurückführte: Familie, Haus, Staat und Gemeinde, Recht, Kirche [6].

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