Sprachliche Überzeugungsstrategien in der Frühen Neuzeit

Projekt gefördert vom Forschungsförderungsfonds des Fachbereichs 09 der WWU

Leitung: Dr. Anna-Maria Balbach
Mitarbeiterin: Elena Haase M.A.

© Germanistisches Institut

Elena Haase M.A.

Westfälische Wilhelms-Universität
Germanistisches Institut
Stein-Haus, Schlossplatz 34
48143 Münster

Raum: 47d
Tel.: 0251-8324947
Email: elenahaase@uni-muenster.de

  • Kurzbiographie

    2009 Bachelorstudium Germanistik und Erziehungswissenschaften an der WWU

    2012-2017 Studentische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Deutsche Philologie, Abteilung Literatur des Mittelalters, Prof. Dr. Tomasek

    2013 Tätigkeit als freie PR-Texterin

    2014 Abschluss B.A. Germanistik und EW

    2014-2019 Studentische Volontärin bei der LWL Kommission für Mundart- und Namenforschung

    2014 Masterstudium Wissenschaftsphilosophie an der WWU

    2017-2019 Studentische Hilfskraft am Philosophischen Seminar, Prof. Dr. Bayertz

    2019 Bildungsreferentin beim Deutschen Roten Kreuz Landesverband Westfalen-Lippe

    2019 Abschluss M.A. Wissenschaftsphilosophie

    Seit Oktober 2019 Wissenschaftliche Hilfskraft am Philosophischen Seminar, Prof. Dr. Bayertz und am Germanistischen Institut, Dr. Anna Balbach

  • © Leiden University Library, Vossiani Chymici F19, fol. 116r.

    „Auß wunderbarlicher schickungk gottes“ – Sprachliche Überzeugungsstrategien in der Frühen Neuzeit“

    Wie Politiker heute im Wahlkampf überzeugen, wie Prediger ihre Botschaften vermitteln und wie Meinungen und Einstellungen über die Medien verbreitet werden, ist Gegenstand zahlreicher Forschungen. – Noch nicht erforscht ist allerdings, wie in der Frühen Neuzeit überzeugt wurde.

    Hinweise darauf sind in einer unveröffentlichten Rezeptsammlung der Alchemistenfamilie Mymer aus dem 16. Jahrhundert (1568-1601) zu finden. In dieser Rezeptsammlung halten zunächst der Vater Franz Mymer, dann seine drei Söhne, ihre Reisen durch ganz Europa fest und notieren detailreich, wo sie wie an welche alchemistischen Rezepte gelangt sind, wie wirkungsvoll sie waren und an wen sie ihre Rezepte weiterverkauften.

    Doch wie konnte die Alchemistenfamilie Mymer andere Kollegen und zahlungskräftige Kunden davon überzeugen, dass sie im Besitz des einzig wahren Wissens zur Silberherstellung oder Goldgewinnung waren?

    Ziel des Projekts ist es, diese Überzeugungsstrategien aufzudecken und Hinweise dahingehend zu untersuchen, dass die Familie Mymer ihre Überzeugungsstrategien je nach Region angepasst hat. Sogar religiöse Ausrichtung (Konfession) des anvisierten Kundenkreises scheint zu sprachlicher Variation in den Rezepten geführt zu haben.