Sprache und Konfession im Radio (DFG)

Ab 2019

© Germanistisches Institut

Das Christentum hat die deutsche Sprache Jahrhunderte lang stark beeinflusst. Die jüngste Frühe Neuzeitforschung konnte zeigen, dass sogar die Reformation und die anschließende Etablierung verschiedener Konfessionen zu Sprachgebrauchsdifferenzen zwischen Katholiken und Protestanten geführt haben. Für die Gegenwartssprache hingegen ist eine große Forschungslücke bezüglich des Zusammenhangs von Sprache und Konfession zu konstatieren: Untersuchungen zur Pluralität sprachlicher Ausdrucksformen haben Konfession als möglichen sprachlicher Variationsfaktor noch kaum berücksichtigt. Eine Umfrage in 2014 hat jedoch Hinweise darauf gefunden, dass Katholiken und Protestanten mit jeweils unterschiedlichem Wortgebrauch und Sprachstilen, ja sogar differierender Textstrukturierung verbunden werden. Linguistisch untersucht worden sind diese Zuordnungen bislang noch nicht. Ziel dieses Projekts ist es daher, Texte der heutigen öffentlichen Glaubensverkündigung im Radio auf verschiedenen sprachlichen Ebenen von der Themenwahl, der Textstruktur über die Syntax und Wortbildung bis hin zur Lexik zu analysieren und herauszufinden, ob auch heute noch – 500 Jahre nach der Reformation – konfessionelle Sprachgebrauchsdifferenzen festzustellen sind. Damit kann die deutsche Sprachgeschichte um ein wichtiges Kapitel erweitert werden.