Gestern im Wald: Eichengallapfel

Auf einer Eiche am Rande von Münster-Albachten fand ein aufmerksamer Spaziergänger eine sogenannte Galle, also eine kugelförmige Wucherung, die durch Eiablage bestimmter Insekten (z.B. Gallwespen) entsteht. Dabei veranlasst das Insekt (in diesem Fall vielleicht eine Schwammgallwespe) die Pflanze durch hormonelle Manipulation zur Bildung der Galle um sein Gelege. Solche Galläpfel können an Stängeln auftreten, wie im aufgefundenen Exemplar, sind aber häufiger auch an Blättern als Wucherung zu erkennen. Die oft kugeligen Gallen enthalten recht große Mengen an Gerbstoffen (syn. Tannine) und zwar aus der Untergruppe der hydrolysierbaren Gerbstoffe (Gallotannine), die aus Monosacchariden (meist Glucose) bestehen, die vielfach mit Gallussäure verestert sind (z.B. 1,2,3,4,6-Pentagalloylglucose).

Tannin-angereicherte Extrakte aus Gallen wurden auf Grund des Gehaltes an Tanninen zur Herstellung von Eisengallustinte verwendet.
Ehemals wurden sie auch medizinisch genutzt, nämlich äußerlich bei Entzündungen der Schleimhäute, bei Hautentzündungen oder leichten unspezifischen Durchfällen. Die Wirkungen der Gerbstoffe beruhen auf der Interaktion der Gallotannine mit Proteinen.

