Entzündung im Gehirn: Neue bildgebende Perspektiven auf Multiple Sklerose

Cells in Motion – der Audiopodcast | Folge 1

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Bei der Nervenkrankheit Multiple Sklerose wird das Hirn in Schüben attackiert. Professorin Lydia Sorokin (vorne) und ihr Team machen dies auf Basis eines neuen Spürstoffs sichtbar.
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  • Diese neuen Bilder aus der Hirnregion entstehen durch molekulare Bildgebung. Dazu werden Spürstoff-Moleküle benötigt, auf die Chemiker Prof. Günter Haufe spezialisiert ist. Mit diesen Stoffen lässt sich das erkrankte Gewebe mikroskopisch darstellen.
    © CiM - Elisabeth Deiters-Keul
  • Den Spürstoff entwickeln Professor Günter Haufe und sein Team im Organisch-Chemischen Institut. Voraussetzung ist es, spezifische molekulare Prozesse der Multiplen Sklerose zu kennen, um den Stoff genau darauf zuzuschneiden.
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  • Doktorand Vysakh Prasad protokolliert die exakte Zusammensetzung des Stoffs. Die Moleküle aus dem Labor müssen wie ein Schlüssel in das vorhandene Schloss passen, sich also an solche Moleküle binden, die an der Multiplen Sklerose beteiligt sind.
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  • Erste Varianten des Stoffs werden dann in der Arbeitsgruppe von Lydia Sorokin, hier von Dr. Eva Korpos, an Gewebeschnitten angewendet und überprüft.
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  • Mit ihrem Kollegen Dr. Jiang Song wertet Eva Korpos die Untersuchungsergebnisse aus. Ziel ist es, den neuen Spürstoff so weit zu entwickeln, dass er in Zukunft für die Untersuchung von Patienten eingesetzt werden kann.
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Zwischen dem Zentralen Nervensystem, das im Hirn liegt, und dem Blutkreislauf des Körpers liegt eine natürliche Barriere, die Blut-Hirn-Schranke. Sie sorgt dafür, dass nichts in die Hirnregion gelangt, was dort nicht hingehört.

Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung innerhalb des Zentralen Nervensystems, die schwere Schäden nach sich zieht. Wie und warum es überhaupt zu einer Entzündung jenseits der Blut-Hirn-Schranke kommen kann, das ist bisher unklar. In ihrem Projekt möchten Prof. Lydia Sorokin und Prof. Günter Haufe den Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose besser verstehen – und benutzen hierfür neuste Methoden, um die Entzündung mit der molekularen Bildgebung sichtbar zu machen. Ganz ohne einen operativen Eingriff. Eine Auswertung der Bilder ermöglicht es, Zeitpunkt und Ort der immer weiter wandernden Entzündung zu bestimmen. Dies trägt zu einem verbesserten Verständnis der Krankheit bei.