Stefan Feuser, M. A.


Institut für Klassische Archäologie und Frühchristliche Archäologie / Archäologisches Museum
Domplatz 20 - 22
48143 Münster
E-mail: stefan.feuser@web.de

Betreuer: Prof. Dr. Dieter Salzmann

Monopodia – Figürlich verzierte Tischbeine in Kleinasien



In der Arbeit soll eine Gattung hellenistischer, vor allem aber kaiserzeitlicher und spätantiker Werke aus Kleinasien untersucht werden, die dazu bestimmt waren, Tischplatten zu tragen. Hauptmerkmale sind eine meist rechteckige Basis, aus der eine senkrechte, häufig pfeilerartige Stütze aufwächst, vor der sich eine plastische Verzierung aus einer oder mehrerer Figuren befindet. Diese sind keine tragenden Elemente, sondern verbergen die eigentliche Stütze. Die Tischbeine wurden meist aus einem Marmorblock gefertigt und können von rundplastisch bis reliefartig gearbeitet sein. Funde aus Städten in Kampanien zeigen, dass die Tische einen festen Platz an der Wand hatten, an die sie mit einer Langseite anstießen. Daher ist der figürliche Schmuck der Werke auf eine Seite beschränkt und daher erklärt sich auch der einansichtige Charakter der Figuren.

Die nicht nur in Kleinasien, sondern auch im gesamten Mittelmeergebiet räumlich und auch zeitlich weit verbreitete Gattung soll in dieser Arbeit zusammengestellt und hinsichtlich ihrer Chronologie und Ikonographie eingehend untersucht werden. Die dabei erzielten Ergebnisse sind vor allem auch für die Erforschung der römischen Plastik von Bedeutung.

Ebenso soll der Frage nach den Herstellungszentren nachgegangen werden. Da für Monopodia angenommen wird, dass sie in Werkstätten gefertigt wurden, in denen auch Sarkophage hergestellt wurden, können die in dieser Arbeit erzielten Ergebnisse auch für die Frage nach den Herstellungszentren der Sarkophage und den dortigen Produktionsabläufen neue Erkenntnisse liefern.

Die Untersuchung der Funktion der figürlich verzierten Tischbeine führt in den privaten Lebensbereich ihrer Besitzer, da sie häufig in Privathäusern anzutreffen waren. Die Bilder spiegeln das Selbstverständnis und den gesellschaftlichen Anspruch des Hausherrn wider. Die Veränderungen in diesem Selbstverständnis während der römischen Kaiserzeit sind auch im Wandel der Dekorationsformen der Tischbeine zu erkennen und sollen im Verlauf dieser Arbeit genauer beleuchtet werden.