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Münster (upm/jh).
Zwei Studierende sitzen an einem Tisch in einem Seminarraum und sprechen mit einer Professorin, die neben ihnen steht.<address>© Nike Gais</address>
Becky Osazuwa (links) und Julia Prawitz (Mitte) gehören zu den ersten Studierenden des neuen Masterstudiengangs „Knowledge and Communication“ – hier sind sie im Gespräch mit Prof. Dr. Julia Metag.
© Nike Gais

Wissen neu denken

Neuer Masterstudiengang vermittelt Kompetenzen in der Wissenskommunikation

Wir leben in einer Wissensgesellschaft. Sei es in der Politik, Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft oder Zivilgesellschaft: In fast allen Lebenslagen spielen der Erwerb und die Verbreitung von Wissen eine immer größere Rolle. Doch wer entscheidet, was Wissen ist? Wie kann Wissen effektiv kommuniziert werden? Und in welcher Beziehung stehen Daten zum Wissen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Studierende im neuen Masterstudiengang „Knowledge and Communication“ am Institut für Kommunikationswissenschaft, der im Wintersemester 2025/26 gestartet ist. Bewerbungen für das kommende Semester sind noch bis zum 15. Juli möglich.

„Verschiedene Formen von Wissen – wissenschaftliches Wissen ist eine davon – sind die Basis für Entscheidungen in der Politik, Gesellschaft und in Organisationen“ sagt die Studiengangverantwortliche Prof. Dr. Julia Metag. „Deswegen brauchen wir Expertinnen und Experten, die sich mit der Wirkung und dem Management von Wissen auskennen.“ Der Masterstudiengang ist englischsprachig und richtet sich auch an Studierende aus dem Ausland. Er ist forschungsorientiert und vermittelt Studierenden mit einem sozialwissenschaftlichen Hintergrund analytische Kompetenzen sowie zusätzliche methodische Fähigkeiten. „Die Digitalisierung verändert, wie Wissen geschaffen und verbreitet wird und schafft ihrerseits neue Grundlagen für Wissen, insbesondere in Form von Daten“, hebt auch Prof. Dr. Thorsten Quandt vom Institut für Kommunikationswissenschaft hervor. In vielen Bereichen würden aus großen Datenmengen neue Erkenntnisse gewonnen, Wissens- und Datenbestände seien insgesamt zugänglicher geworden. Daher verknüpft der Studiengang Fragen der Wissenskommunikation mit Methoden automatisierter Datenanalyse. Diese Kopplung mit „Computational Methods“ macht das Angebot einzigartig in Deutschland.

Für Becky Osazuwa und Julia Prawitz, zwei Studentinnen der ersten Kohorte, waren die ersten eineinhalb Semester herausfordernd, aber lehrreich. „Die Lehr- und Prüfungsformate sind abwechslungsreich und es bleibt viel Raum, eigene Schwerpunkte zu setzen und Fragen einzubringen“, sagt Julia Prawitz, die ihren Bachelor in Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt gemacht hat. In der kleinen Gruppe seien alle gefordert mitzudenken. 18 Plätze bietet das Studienprogramm. „Ich wollte mich spezialisieren, ohne den breiten Horizont und die Interdisziplinarität zu verlieren. Im Studiengang kommen Perspektiven aus verschiedenen Ländern zusammen – der Austausch untereinander ist sehr wertvoll“, betont die 23-Jährige.

Becky Osazuwa hat in Nigeria Massenkommunikation studiert und als Kind bereits in Deutschland gelebt. „Ich war an einem Programm interessiert, das über traditionelle Kommunikationsstudien hinausgeht und die Realitäten des 21. Jahrhunderts widerspiegelt, in denen künstliche Intelligenz, digitale Medien und die Art und Weise, wie Menschen mit öffentlichen Themen umgehen, ständig im Wandel sind“, berichtet die 37-Jährige. „Das Studium hilft mir, kritischer über Kommunikation und ihre Rolle in der Gesellschaft nachzudenken.“ Besonders schätze sie die internationale Lernumgebung sowie den überfachlichen Charakter des Studiums und die Verknüpfung der Inhalte mit aktuellen sozialen Themen.

Mit Blick auf ihre berufliche Zukunft haben sich beide noch nicht festgelegt. Julia Prawitz kann sich vorstellen, für Nichtregierungsorganisationen, internationale Organisationen, in der Wissenschaft oder im Bereich der Desinformationsbekämpfung zu arbeiten. Becky Osazuwa sieht sich im Bereich digitaler Medien, denen eine verantwortungsvolle Kommunikation wichtig ist. Allen Absolventinnen und Absolventen eröffnen sich internationale und vielfältige Berufsperspektiven, zum Beispiel in der Forschung, in der Datenverarbeitung oder Kommunikation in Unternehmen, in Kulturorganisationen oder in der Medienwelt.

Autorin: Julia Harth

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 4, 17. Juni 2026.

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