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Der Alltag in unseren Augen im Juni 2018: 50 Jahre nach 1968 - eine Ausstellung zum Protest in den Schulen

Lambertibrunnen in Münster, samstags nach Schulschluss, 1972
Lambertibrunnen in Münster, samstags nach Schulschluss, 1972
© Andreas Janning

„1968“ in der Provinz: Welche Rolle spielten Schülerinnen und Schüler in diesem Zusammenhang? Diese Frage steht im Zentrum der Ausstellung „#mehralsdagegen. Schüler (protest)bewegungen 1968ff“. Sie nimmt die Veränderungen der Schul- und Jugendkultur und deren politische Anliegen seit Mitte der 1960er Jahre in den Blick. Unter dem Stichwort „deutsche Bildungskatastrophe“ (1964) begann eine schulpolitische Debatte, in der sich im Laufe der Zeit auch die Schülerinnen und Schüler zu Wort meldeten. Sie forderten: mehr Demokratie an den Schulen, mehr Lehrpersonal, modernere Lehrinhalte und Vermittlungsformen, eine bessere Ausstattung der Gebäude und vieles mehr. Auch außerhalb der Schulen engagierten sich Schülerinnen und Schüler für Veränderungen: neue Musik- und Kleidungsstile, eigene Treffpunkte, gesellschaftliche und politische Teilhabe. Im Unterschied zur Studentenbewegung hat die Protestbewegung der Schülerinnen und Schüler bislang wenig Aufmerksamkeit gefunden. Studierende des Masterstudiengangs Kulturanthropologie/Volkskunde haben diese Geschichte in einem zweisemestrigen Lehrforschungsprojekt (Leitung: Christiane Cantauw, Volkskundliche Kommission des LWL) erforscht; ein Blog gibt Einblick in ihre Arbeit der vergangenen zwei Semester. Das Ergebnis ist eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museum Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo, die vom 8. Juni bis 16. September 2018 gezeigt wird. Die Ausstellung zeigt anhand von Schülerzeitungen, Fotografien, Gegenständen der Alltagskultur und Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen Formen und Folgen des jugendlichen Auf- und Ausbruchs an Beispielen aus Westfalen und Lippe.