Neuerscheinungen

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© Zeitschrift für Kulturwissenschaften

Der Alltag in unseren Augen im Juni 2019: Wie kommt das Münsterland ins Museum?

Plakat der Ausstellung. Gestaltung: Paul Eslage
© Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie

Bauernhäuser waren schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts weltweit beliebte Exponate, beispielsweise auf Weltausstellungen. In Europa wurden um 1900 erste Freilichtmuseen gegründet: zunächst als Reaktion auf den Wandel der bäuerlichen und handwerklichen Lebens- und Arbeitswelt durch die Industrialisierung, später auch im Kontext völkischer Politik, die nach germanischen Wurzeln einer deutschen Nation suchte.
Mit der Etablierung historisch-kritischer Bauforschung kam es ab den 1960er-Jahren zur sogenannten zweiten Gründungswelle von Freilichtmuseen, darunter die beiden heutigen LWL-Freilichtmuseen in Hagen und Detmold. Der Werbefachmann Theo Breider (1903-1993) aber orientierte sich bei seinem 1961 am Aasee eröffneten Museum weniger an wissenschaftlicher Forschung. Sein Interesse an der Geschichte des Münsterlandes war eng mit der Entstehung von Stadtmarketing und Regionaltourismus seit den 1930er-Jahren verbunden. Studierende des Masterstudiengangs Kulturanthropologie an der WWU Münster haben diese Museumsgeschichte erforscht: im Museumsarchiv, aber auch in Quellen, die das Landesarchiv NRW und das Bundesarchiv Berlin verwahren. Wir laden herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung »Vorgestellt und Aufgebaut Die Musealisierung des Münsterlands im Freilichtmuseum Mühlenhof seit den 1960er Jahren« im Freilichtmuseum Mühlenhof am Sonntag, 23. Juni 2019, 14 Uhr. Die Ausstellung ist bis 10. November 2019 zu besichtigen, eine kleine Broschüre dokumentiert die Ergebnisse.