FB 13: Forschungsaufenthalt am Instituto de Pesquisas da Biodiversidade (IPBio), Brasilien
Antragstellende: Josephine Pfeifer
Fachbereich, Studienrichtung: FB 13, Biowissenschaften
Dank der Förderung des Santander Mobilitätsfonds der Universität Münster war es mir möglich, im Rahmen meines Bachelorstudiums der Biowissenschaften einen achtwöchigen Forschungsaufenthalt am Instituto de Pesquisas da Biodiversidade (IPBio) in Brasilien zu absolvieren. IPBio ist ein Forschungsinstitut mit Schwerpunkt Biodiversitätsforschung, Ökosystemanalyse und angewandter Naturschutz im Atlantischen Regenwald bei Iporanga (Bundesstaat Sao Paulo), einem der weltweit artenreichsten und zugleich stärksten bedrohten Ökosysteme.
Während meines Aufenthalts war ich in laufende Forschungsprojekte zur ökologischen Erfassung und zum langfristigen Monitoring terrestrischer sowie aquatischer Ökosysteme integriert. Ein wesentlicher Bestandteil meiner Tätigkeit bestand in der Anwendung standardisierter Methoden zur Erhebung biodiversitätsrelevanter Daten. Dazu zählten Vegetationsaufnahmen, Transekt- und plotbasierte Erhebungen sowie die systematische Dokumentation von Artenzusammensetzung, Abundanz und Habitatstrukturen in unterschiedlichen Wald- und Sukzessionsstadien. Außerdem war ich an der Weiterverarbeitung der Proben beteiligt, darunter die morphologische Bestimmung von Pflanzen- und Tierarten sowie die strukturierte Datenerfassung für anschließende statistische Analysen.
Zudem konnte ich zusätzlich ein eigenes Forschungsprojekt durchführen, das sich mit der Frage beschäftigte, wie unterschiedliche Landnutzungsformen die Artenvielfalt und Abundanz der Vögel beeinflussen. Ziel war es, Unterschiede zwischen intakten Regenwaldhabitaten und angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen zu erfassen und daraus Implikationen für lokale Naturschutzstrategien abzuleiten. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe standardisierter, avifaunistischer Erfassungsmethoden, darunter visuelle und akustische Punktzählungen entlang festgelegter Transekte.
Die enge Zusammenarbeit mit brasilianischen und internationalen Wissenschaftler*innen ermöglichte mir einen intensiven Einblick in den wissenschaftlichen Forschungsalltag. Da die gesamte Kommunikation englischsprachig erfolgte, konnte ich zudem meine wissenschaftliche Fachkommunikation auf internationalem Niveau weiterentwickeln.
Insgesamt stellte der Forschungsaufenthalt eine bedeutende fachliche Erweiterung meines Studiums dar und trug maßgeblich zu meiner akademischen und persönlichen Entwicklung bei. Die finanzielle Unterstützung durch den Santander Mobilitätsfonds war eine wesentliche Voraussetzung für diesen Aufenthalt und ermöglichte mir wertvolle praktische Erfahrungen in diesem internationalen Forschungsumfeld, welche ich am Berufsfeldertag für Biowissenschaftler*innen teilen werde.