Archiv

  • 12.09.2022: KONFERENZ: Feministische Perspektiven

    Während Recht und Literatur mit Gender- und Gleichstellungsfragen verknüpft sind, findet die interdisziplinäre Konvergenz beider Bereiche bislang weder theoretisch noch praktisch ausreichend Beachtung. Innerhalb der Literaturwissenschaft dominieren feministische Ansätze spätestens seit den 1970er-Jahren, feministische Rechtswissenschaften jedoch haben nicht das gleiche wissenschaftliche Interesse hervorgerufen. Der SFB 1385 veranstaltete dazu vom 14. bis 16. September 2022 die Konferenz "Feminist Perspectives on Law and Literature". Hier finden Sie das Programm der internationalen, englischsprachigen Konferenz.

  • 29.07.2022: WORKSHOP: Female Legal Professionals

    Am 11. und 12. August fand der Workshop "Images of Female Legal Professionals in Popular Culture: A Transnational Comparison" statt. Ausgerichtet wurde er von der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanties (AGYA) unter der Leitung von Dr. Lena-Maria Möller und Shahd Alshammari. Es gab sechs Panels zu Themen wie "Representing the First Indian Female Lawyer in Fiction" und "Celluloid Women Lawyers in Iran: Feminist Voices in Fictional Courtrooms". Hier finden Sie das Programm.

  • 11.07.2022: BLOG: Roben vor Gericht

    Leon Fried, wissenschaftlicher Mitarbeiter in C04, beschäftigt sich in seinem Blog-Beitrag, der am 11. Juli 2022 erschienen ist, mit der Rolle von Roben vor Gericht, sowohl von denen der Richter:innen als auch der Rechtspfleger:innen. "Das Tragen der richterlichen Amtstracht stellt eine langjährige Tradition dar, die im Allgemeinen akzeptiert, ja vielleicht sogar befürwortet wird. Der Funktion tradierter Verhaltensweisen muss allerdings dann auf den Grund gegangen werden, wenn jemand sie in Frage stellt." Und das ist der Fall. Hier können Sie den kompletten Text lesen.

  • 28.06.2022: BLOG: Kultur versus Kommerz

    Während ihres Forschungsaufenthalts am SFB 1385 von April bis Juni 2022 hat die Doktorandin Chiara Bullen (University of Stirling) einen Roundtable zum Thema "Culture v. Commerce in the UK Publishing Industry" veranstaltet. Dabei zu Gast waren Cat Mitchell (University of Derby), Dr. Audrey Laing (Robert Gordon University) und Jasmin Kirkbride (University of East Anglia). Für den Blog des SFB hat Chiara Bullen einen Beitrag über den Roundtable verfasst, den Sie hier lesen können (auf Englisch).

  • 27.06.2022: TAGUNG: Theater Stammheim

    Anlässlich der mobilen Theaterinstallation vom Regieduo krügerXweiss "Der Prozess II: RAF", in Münster auf dem Hafenplatz zu sehen vom 30. Juni bis 24. Juli 2022, fand am Freitag, 1. Juli, die vom SFB-Teilprojekt C04 organisierte Tagung "Theater Stammheim. Verhandlungen der Roten Armee Fraktion in Recht, Literatur und Kunst" statt. Thema war die Theatralität der Gerichtsprozesse gegen die erste Generation der RAF und deren Adaptationen im Theater. Indem Angeklagte das Gericht als Bühne für ihre politischen Agitationen nutzten, schufen sie Szenen, die durch Verfilmungen und Theaterproduktionen Teil des kulturellen Gedächtnisses wurden. Die Tagung untersuchte diese Gerichts-'Shows' der RAF-Mitglieder, analysierte das 'Bühnenbild' Stammheim und diskutierte, was Theater und Popkultur aus dem 'Mythos RAF' machen. Die öffentliche Tagung fand von 11.45 bis 16 Uhr im Festsaal (Schlossplatz 5) statt. Hier finden Sie Plakat und Programm.

  • 14.06.2022: SYMPOSIUM: Der Störung auf der Spur

    Das Teilprojekt A04 "Anthropologie des Verbrechens" veranstaltete am 23. und 24. Juni in der Aula am Aasee (Scharnhorststraße 100) das Symposium "Der Störung auf der Spur. Zur Interferenz von Moral- und Rechtsdiskurs in der deutschsprachigen Verbrechensliteratur des 19. Jahrhunderts". Es formieren sich innerhalb der Kriminalliteratur neue anthropologische Muster der Verbrechensdeutung, die u.a. auf medizinische und zunehmend psychologische Wissensbestände und Diskurse zurückgreifen und 'pathologisierende' Unterscheidungssemantiken etablieren, um vielfältige 'Störungen' gesellschaftlicher Ordnung zu beschreiben. Damit bilden sich zugleich neue narrative Verfahren heraus. Das Symposium machte die Konzepte 'Spur' und 'Störung' als semiotische Variablen sichtbar und untersuchte den Konnex von detektorischen 'Befunden' und jeweiligen narrativen Verfahren, Genredifferenzierungen etc. Die Teilnahme war via Zoom möglich. Hier finden Sie Plakat und Programmflyer.

  • 13.06.2022: PODCAST: "Als entlastet eingestuft"

    In der vierten Folge des Podcasts "Recht abgedreht" sprechen Daniel Arjomand, Kathrin Löhr, Marcus Schnetter und Dr. Sebastian Speth über die Folge "Als entlastet eingestuft" des Fernseh-Pitavals. Als 'Pitaval' reiht sich die Serie des DDR-Fernsehens ein in eine lange Tradition der Verbrechenserzählung und der Prozessberichterstattung. Der 'Staranwalt' Friedrich Karl Kaul präsentiert in dieser Folge ein Geschäftsmodell, das die Rezipierenden auch heute noch an den Entnazifizierungsbemühungen der jungen BRD zweifeln und verzweifeln lässt. Hier können Sie die Podcast-Folge hören.

  • 07.06.2022: WORKSHOP: Pitaval im Sozialismus

    Am SFB fand vom 14. bis 15. Juni im Tagungsraum (Domplatz 6) ein gemeinsamer Workshop der Teilprojekte A03 "Das Recht der Erfahrungsseelenkunde. Der Pitaval als Milieu- und Prozessliteratur" und B01 "Literarische Formen europäischer Rechtskultur in Polen, Russland und der Ukraine" zum Pitaval im Sozialismus statt. In dem zweitägigen Workshop sprachen u.a. Piotr Pilarczyk (Poznań) über "Crime and Criminal Trial in Non-Fiction Literature in People's Poland" und Katharina Rauschenberger (Frankfurt a. M.) über "Ein Mittel zur Bewältigung des Traumas. Friedrich Karl Kaul als Autor historischer Justizfälle". Das Programm finden Sie hier.

  • 25.05.2022: BLOG: Beitrag zu Presseverlagen vs. Big Techs

    In dem zweiten Mai-Beitrag auf dem Blog des SFB 1385 geht es um das Presseverleger-Leistungsschutzrecht. Die Rechtswissenschaftler Dr. Christian Peter aus dem Teilprojekt A02 ("Literatur und Markt") und Ansgar Lindhauer resümieren: "Das Presseverleger-Leistungsschutzrecht in seiner jetzigen Ausgestaltung als Verbotsrecht zeigt kaum Wirkung. [...] Da eine Lösung des Konflikts nicht in Sicht ist, wird der Gesetzgeber das Leistungsschutzrecht zu überarbeiten haben." Hier finden Sie den ganzen Beitrag.

  • 24.05.2022: MEDIENECHO: buchreport.de-Gastbeitrag

    Dr. Christian Peter, rechtswissenschaftlicher Mitarbeiter im SFB-Teilprojekt A02 "Literatur und Markt", hat für buchreport.de einen Gastbeitrag zum Thema Buchpreisbindung verfasst. Sein Fazit: "Diskutiert die Buchbranche [...] über Gestaltungsoptionen für die Buchpreisbindung, um stark steigende Kosten an Verbraucher weitergeben zu können, sollte sie sich zuallererst mit § 6 BuchPrG beschäftigen und die unter Umständen notwendige Reform dieser Vorschrift wieder auf ihre Agenda setzen." Hier können Sie den ganzen Beitrag lesen.

  • 14.05.2022: NEUERSCHEINUNG: Buchpreisbindung legitim

    Die Studie "Kulturgut Buch" von Dr. Christian Peter, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Literatur und Markt", verhält sich zu dem Thema der Meinungsfreiheit und benennt als Ziel der in Deutschland viel diskutierten Buchpreisbindung den Schutz des öffentlichen Diskursraumes in seiner Vielfalt vor einer Vermachtung. Das Buchpreisbindungsgesetz verfolge "mit dem Schutz des Buches als Kulturgut [...] einen legitimen Zweck", so der Jurist. Hier können Sie die ausführliche Pressemitteilung lesen. Börsenblatt und Buchreport berichten darüber.

  • 04.05.2022: BLOG: Justiziabilität fiktionaler Kunst

    Nursan Celik, wissenschaftliche Mitarbeiterin in A01, beschäftigt sich in ihrem Blog-Beitrag im Mai mit den Dürfensmodalitäten fiktionaler Literatur. Am Beispiel von Emmanuel Carrères breit diskutiertem Buch Yoga, 2020 in Frankreich erschienen, 2022 in deutscher Übersetzung, reflektiert sie das Verhältnis von Fiktion (und entsprechenden paratextuellen Markierungen), Wirklichkeit und Persönlichkeitsrechten. "Der Beantwortungsversuch der Frage nach dem Dürfen fiktionaler Literatur resultiert in einem infiniten Regress. Besteht jedoch zwischen den verschiedenen Teilnehmer:innen der Literaturinstitution Einigkeit darin, dass ein literarischer Text außerdem ein fiktionaler ist (eine solche Einigkeit ist zugegeben idealtypisch), so ist eine Rechtsförmigkeit kritisch zu betrachten." Hier können Sie den kompletten Text lesen.

  • 27.04.2022: GASTVORTRAG: Dr. Mehmet Daimagüler

    Am Donnerstag, 12. Mai um 19 Uhr (Schloss, S10), hat Dr. Mehmet Daimagüler am SFB einen Vortrag mit anschließender Diskussion gehalten. Als Rechtsanwalt setzt er sich regelmäßig für die Interessen der Opfer von politisch motivierten Hassverbrechen vor Gericht ein. Im Strafprozess gegen Mitglieder und Unterstützer des NSU vor dem OLG München vertrat er zwei Familien der Opfer der Terrorattentate. In Verfahren gegen ehemalige Angehörige der KZ-Wachmannschaften vertrat er Überlebende der Shoah und des Völkermords an den Sinti*ze und Rom*nja. Zuletzt erschienen ist sein Buch Das rechte Recht. Die deutsche Justiz und ihre Auseinandersetzung mit alten und neuen Nazis. Mehmet Daimagüler hat am SFB über Recht und Gerechtigkeit gesprochen (Plakat hier).

  • 13.04.2022: VIRTUELLER ROUNDTABLE: Culture v. Commerce in the UK Publishing Industry

    Literatur wird oft als etwas Abstraktes und kulturell 'Wertvolles' verstanden, das weit entfernt ist von den Logiken von Recht und Markt. Die 'Stränge' Kultur und Kommerz befinden sich im Verlagswesen nicht immer in Harmonie. Der virtuelle Roundtable am 17. Mai, 11:30 - 13 Uhr, moderiert von Chiara Bullen, bestand aus Präsentationen von Cat Mitchell, Dr. Audrey Laing und Jasmin Kirkbride. Sie hoben die Spannungen innerhalb des britischen Verlagswesens hervor, welche sich aufgrund des Konflikts von Kultur und Kommerz ergeben. Es folgte eine Diskussion. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • 08.04.2022: BLOG: Stories Matter

    Für den zweiten April-Blog-Beitrag ist der Krieg in der Ukraine Anlass, und zwar der Aspekt russischer Meinungsbildung. Dr. Eberhard Ortland aus dem Projekt ENZ (Online-Enzyklopädie Recht und Literatur) nimmt Bezug auf einen Tweet von Gerald Knaus, Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI), der am 3. April darstellte, inwiefern der Krieg jahrelang vorbereitet worden ist durch konsequente propagandistische Beeinflussung der öffentlichen Meinung in den Ländern der russischen Föderation. Eberhard Ortland fragt nach dem Stellenwert von Geschichten, etwa: "Können 'literarische' Geschichten direkt Einfluß auf das Rechtsempfinden, das Rechtsverständnis, die Rechtsprechung und die Rechtsentwicklung gewinnen?" Hier können Sie den Text lesen.

  • 04.04.2022: FILMREIHE: Recht abgedreht

    Der Cluster "Recht und Film" des SFB hat in Kooperation mit dem Filmclub Münster eine Filmreihe organisiert. Im Schlosstheater Münster wurden vier Filme gezeigt, die sich dezidiert mit Recht befassen sowie teilweise im SFB-Podcast "Recht abgedreht" besprochen wurden. Der Filmclub Münster zeigte am 4. April Nader und Simin, am 2. Mai Die Wannseekonferenz/Conspiracy (2001), am 30. Mai eine Folge des Fernsehpitaval, zu dem es schon einen Beitrag auf dem SFB-Blog gab (hier lesen), sowie am 4. Juli Antigone (2019). Zu jedem Film hat ein*e Expert*in einen kurzen Einführungsvortrag gehalten, diese waren Dr. Dr. hc Silvia Tellenbach, Nicholas Johnson, Dr. Sebastian Speth und Kathrin Löhr sowie PD Dr. JUlia Bodenburg. Hier finden Sie weitere Informationen zur Filmreihe, hier das Plakat.

  • 01.04.2022: BLOG: Beitrag zum Podcasten

    Im dem ersten April-Beitrag auf dem Blog des SFB geht es um das Podcasten. SFB-Beiratsmitglied Prof. Dr. Bodo Pieroth schreibt darin über seine Arbeit am Podcast "Jura literarisch", von dem es inzwischen über 30 Folgen gibt. Bodo Pieroth spricht in seinem Blog-Beitrag u.a. über die Auswahl literarischer Texte für seinen Podcast und stellt fest: "Die literarischen Werke müssen Bezüge zum Recht aufweisen, und zwar nicht zu nationalen Besonderheiten, überholten Einrichtungen oder unwichtigen Details, sondern zu Grundproblemen des Rechts, seiner Institutionen und seines Personals." Hier können Sie den Beitrag lesen.

  • 18.03.2022: WORKSHOP: Verbrechen wider die Natur

    Vom 28. bis 30. April fand in Präsenz in Münster der Workshop "Literatur und Strafrecht im 17. und 18. Jahrhundert II: Verbrechen wider die Natur" statt. Organisiert wurde er von Prof. Dr. Eric Achermann, Projektleiter von A01 und A03, sowie apl. Prof. Dr. Gideon Stiening, dem Wissenschaftlichen Koordinator des SFB 1385. Die spätestens mit dem Spätmittelalter zum Grundsatz geronnene theologische und juristische Auseinandersetzung mit 'Verbrechen wider die Natur' nimmt seit der Frühen Neuzeit neue, bisweilen drastische Formen an. Dabei spielt die Ausdifferenzierung von Sünde und Verbrechen ebenso eine Rolle wie die Neubestimmung der Natur. Vor dem Hintergrund dieser Prozesse wird nicht allein der Katalog der unter diese Rubrik fallenden Vergehen erweitert, sondern es werden auch das Strafmaß und die Strafformen modifiziert. Den ersten Vortrag hielt am Donnerstag, 28.4, um 9:30 Uhr der Siegener Germanist PD Dr. Hans-Joachim Jakob zu "'OB schon auß den Lobwürdigen Geschichten vnd Historien Trefflichen Nutz man haben kan'. Unaussprechliche Verbrechen in der Erzählsammlung Theatrum tragicum (1628) von Martin Zeiller". Das Programm des Workshops finden Sie hier, das Plakat hier. Der Workshop wurde auf Twitter begleitet: https://twitter.com/sfb1385/status/1519573924362829829.

  • 15.03.2022: BLOG: Debatte um Literatur im Parlament

    Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf schreibt in ihrem aktuellen Beitrag für den Blog des SFB 1385 über die deutsche Debatte zur möglichen Position einer Parlamentpoetin bzw. eines -poeten. Die Debatte wurde von Mithu Sanyal, Simone Buchholz und Dmitrij Kapitelman angestoßen und von der Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt positiv aufgenommen. Aufgabe des Amts könnte es sein, politische Debatten und Strömungen in Vers und Prosa zu verarbeiten; die dichterische Sprache sollte dabei unbedingt irritieren und als Störfaktor fungieren. Unsere Autorin blickt kritisch darauf. Lesen Sie hier ihren Artikel.

  • 03.03.2022: Solidarität mit der Ukraine

    Gemeinsam mit der Hochschul­rektorenkonferenz verurteilt die WWU Münster den russischen Überfall auf die Ukraine. Die WWU ist weltoffen, sie fühlt sich interkulturellem Dialog und globaler Verständigung verpflichtet - ihre Solidarität gilt der ukrainischen Bevölkerung. WWU-Expert*innen ordnen den Krieg ein (hier zu lesen). Das Institut für Slavistik der WWU, institutionell eng verbunden mit dem SFB 1385, insbesondere über das Teilprojekt B01, stellt auf seiner Seite weitergehende Informationen und Stellungnahmen für Sie bereit. Hingewiesen sei besonders auf die mittwochs online stattfindende Reihe "Lesen für die Ukraine", welche von mehreren Slavistiken in Deutschland, auch der der WWU, organisiert wird. Tetyana Dagovych und Prof. Dr. Irina Wutsdorff (Teilprojekt B01) gestalten eine der kommenden Lesungen.

  • 01.03.2022: BLOG: Rezension zu Schleys "Die Verteidigung"

    apl. Prof. Gideon Stiening, Wissenschaftlicher Koordinator des SFB "Recht und Literatur", hat für den SFB-Blog eine Rezension zu dem 2021 erschienenen Roman "Die Verteidigung" von Fridolin Schley verfasst. Er beschäftigt sich darin mit der Fiktionalisierung von Gerichtsverhandlungen und zeigt den Konnex von Fiktion und Fakt bei Schley auf. Es handele sich bei dem Text "um eine eigensinnige Rekonstruktion des Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesses gegen Ernst von Weizsäcker". Hier können Sie den ganzen Text lesen.

  • 21.02.2022: BLOG: Beiträge zu Böhmermann vor dem BVerfG

    Die beiden Februar-Beiträge des SFB-Blogs setzen sich mit dem Fall Böhmermann auseinander. Christian Peter, Jurist und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt A02 "Literatur und Markt", diskutiert, dass der Gastgeber der ZDF-Late-Night-Sendung "ZDF Magazin Royale" Ende Januar 2022 mit seiner gegen das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts sowie das Urteil des Landgerichts Hamburg gerichteten Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte. Lesen Sie hier den Beitrag. Daniel Arjomand, ebenfalls Jurist und SFB-Mitarbeiter, reagiert auf diese Analyse. Er beschäftigt sich dabei mit dem Aspekt der Begründungspflicht und reflektiert demokratietheoretische Konsequenzen des Nicht-Begründens. Hier finden Sie seinen Beitrag. Wir freuen uns über Kommentare!

  • 31.01.2022: GASTVORTRAG: "Narrative Authority, Affective Unreliability and Transing the Law"

    Am Donnerstag, 10. Februar, haben Prof. Dr. Greta Olson und Laura Borchert im Rahmen des Dynamischen Clusters "Feministische Perspektiven auf 'Recht und Literatur'" um 18 Uhr einen öffentlichen Abendvortrag über Zoom gehalten. Der Titel lautete: "Narrative Authority, Affective Unreliability and Transing the Law". Es ging darin um die Entbinarisierung von Gesetzen. Greta Olson und Laura Borchert hoben die inhärente Cisnormativität des Rechts hervor, indem sie von einem Zusammenfluss von Genitalien, Identität und sexuell-rechtlicher Person ausgingen, und schlugen eine entsprechender Forschungs- und Aktivistenagenda dagegen vor.

  • 28.01.2022: TAGUNG: "In dubio"

    Vom 8. bis 10. Februar fand die hybride Tagung "In dubio. Zweifel vor Gericht im Zeitalter der Aufklärung" zu den Prozessgeschichten Gayots de Pitaval statt. Anders als bei Kriminal- oder Detektivgeschichten stehen in den Causes célèbres (1734-1743) weder die Tat noch die Ermittlungsarbeit im Mittelpunkt, sondern die Verhandlung vor Gericht. Die Helden der Geschichten sind die Anwälte. Sie treten mit ihrem rhetorischen Geschick und intellektuellem Scharfsinn gegeneinander an. Zu ausgewählten Pitavalgeschichten wurden je ein rechtshistorischer und ein literaturwissenschaftlicher Vortrag zur gemeinsamen Diskussion gestellt. Hier finden Sie weitere Informationen, hier das Programm. Am 8. Februar hielt Hans-Jürgen Lüsebrink den öffentlichen Abendvortrag "Justizaffären im Raum der Öffentlichkeit. Die Causes célèbres im Kontext literarischer und publizistischer Diskurse im Frankreich des 18. Jahrhunderts".

  • 25.01.2022: PODCAST: Dritte Folge von "Recht abgedreht"

    Am 25. Januar ist die dritte Folge des SFB-Podcasts "Recht abgedreht" online gegangen. In dieser Folge sprechen Julius Noack, Johannes Ueberfeldt, Daniel Arjomand und Laura Wittmann über den Film Rashomon (1950) von Akira Kurosawa. Es geht dabei vor allem um Fragen von Schuld, Verantwortung, Wahrheit und Perspektive. Hier können Sie die Podcast-Folge hören.

  • 19.01.2022: BLOG: Neuer Beitrag zum Münster-"Tatort"

    Kathrin Löhr und Dr. Sebastian Speth aus dem Teilprojekt A03 "Das Recht der Erfahrungsseelenkunde. Der Pitaval als Milieu- und Prozessliteratur zwischen 1730 und 1840" nehmen den aktuellen "Tatort" Münster, der am 16. Januar 2022 ausgestrahlt wurde, zum Anlass, um den "Tatort" mit dem DDR-"Fernsehpitaval" zu konfrontieren. Ihr Blog-Beitrag imitiert das "Tatort"-Geschehen um Boerne und Thiel, und zwar das Moment der Hypnose; hier nun umgesetzt als Gedankenexperiment mit den Leser*innen. Hier finden Sie den Beitrag in voller Länge.

  • 17.01.2022: BLOG: Neuer Beitrag zu Danger Dan

    Auf dem Blog des SFB ist ein neuer Beitrag zu lesen. Die Promovierenden Daniel Arjomand und Nursan Celik aus dem Teilprojekt A01 "Deutungshoheit über Texte – Recht und Literatur im Streit um gerichtliche Zensur" schreiben darin über den Song "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" von Danger Dan und beschäftigen sich mit künstlerischen und grundrechtlichen Problematiken des medial breit rezipierten Songs. Hier können Sie den Beitrag lesen.

  • 05.01.2022: CALL FOR PAPERS: Feministische Perspektiven auf Recht und Literatur

    Als interdisziplinäres Fachgebiet hat sich "Recht und Literatur" seit langem als wichtige Schnittstelle in der Wissenschaft etabliert, doch ihr Potenzial für eine kritische intersektionale Analyse wurde bisher nur unzureichend erforscht. Obwohl das Recht und die Literatur untrennbar mit Fragen nach Gender und Gleichstellung verbunden sind, wurde der interdisziplinäre Konnex dieser Felder bisher weder theoretisch noch praktisch ausreichend beachtet. Während in der Literaturwissenschaft spätestens seit den 1970er-Jahren feministische Ansätze sehr präsent sind, haben feministische Studien des Rechts in der Rechtswissenschaft, Praxis und Ausbildung noch nicht dieselbe Aufmerksamkeit erfahren. Der SFB 1385 "Recht und Literatur" plant daher im September 2022 eine zweitägige Konferenz, um diese Disziplinen zusammenzuführen. Hier finden Sie den Call for Papers (auf Englisch). Frist: 31. März 2022.

  • 10.12.2021: BLOG: Neuer Beitrag zum Milizroman

    Der Dezember-Beitrag auf dem SFB-Blog (https://sfb1385.hypotheses.org/) ist erschienen. Melanie Foik, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt B01 "Literarische Formen europäischer Rechtskultur in Polen, Russland und der Ukraine. Forschungen zu Recht und Literatur zentral- und osteuropäischer Gesellschaften in vergleichender Perspektive", schreibt darin über den Milizroman im sozialistischen Polen. Konkret geht es um Texte des Juristen und Schriftstellers Jerzy Edigey. Hier können Sie den Blog-Text lesen und kommentieren.

  • 25.11.2021: WORKSHOP: "Fictions in Law, Literature, and Philosophy"

    Am Freitag, 3. Dezember, fand von 9 bis 12 Uhr der hybride Workshop "Fictions in Law, Literature, and Philosophy. Concept, Function, Development" statt. Organisiert wurde er von Nursan Celik, Dr. Laura Zander sowie Constantin Luft. Ziel war es, das Phänomen der Fiktion zu besprechen, das in zeitgenössischen Debatten in Recht, Literatur und Philosophie gleichermaßen präsent ist. Ausgehend von der Diskussion der konzeptionellen, funktionalen und historischen Merkmale von Fiktion in den verschiedenen Disziplinen sollten Gemeinsamkeiten eruiert werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • 23.11.2021: CALL FOR PAPERS: Recht und Literatur in Europa

    Nicht nur Krisen, sondern auch Phasen zunehmender europäischer Integration wurden von den nationalsprachigen Literaturen intensiv reflektiert und kritisch gestaltet (Menasse, McEwan, Houellebecq etc.). Es lassen sich Prozesse gegenseitiger Vergegenständlichung von Recht und Literatur ebenso feststellen, wie sich Perspektiven auf die Gründe dafür entwickeln lassen, dass die Verrechtlichungsprozesse Europas nicht von einer vergleichbaren kulturellen, vor allem literarischen Integration auf europäischer Ebene begleitet wurden – auch wenn die Institutionalisierung und rechtliche Garantie von Übersetzungen die Konstitution europäischer Bestseller erheblich befördert. Die SFB-Tagung (17.-19.10.2022) will die unhintergehbaren wie kulturell begleiteten, verglichenen und auch konstituierten Europäisierungsprozesse in Recht und Literatur sowie deren Korrelation seit der Frühen Neuzeit abbilden und kritisch reflektieren. Themenvorschläge konnten bis zum 31. Mai 2022 eingesandt werden. Hier finden Sie den Call for Papers.

  • 19.11.2021: MEDIENRESONANZ: Prof. Norrick-Rühl in WDR 5 Scala

    Prof. Dr. Norrick-Rühl kommentiert in der WDR 5 Sendung "Scala" den Erfolg von Dirk Rossmanns Roman "Der Zorn des Oktopus" über ein Klimakatastrophen-Szenario. Ihr Statement steht im Kontext des publizierten Aufsatzes "'Pay to Play' in the German Book Trade?" in Publishing Research Quarterly 37.2 (2021) von Corinna Norrick-Rühl, Christian Peter und Lena Schüler aus dem Teilprojekt A02. Hier geht es zu dem Artikel (Open Access): https://link.springer.com/article/10.1007/s12109-021-09804-x. Und hier können Sie die WDR-Sendung nachhören.

  • 17.11.2021: PODCAST: Zweite Folge von "Recht abgedreht"

    Die zweite Folge des SFB-Podcasts "Recht abgedreht" ist online. Besprochen wird, von Gesine Heger, Marcus Schnetter und Dr. Sebastian Speth, das Oscar-prämierte Drama "Nader und Simin – Eine Trennung" (2011) des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi. Der Film verhandelt Fragen nach Zugehörigkeit und die Frage danach, warum Menschen voneinander getrennt sind: durch soziale Klasse, Religion und Geschlecht. Die Podcast-Folge ist über Spotify hier abrufbar. Zudem gibt es hier weitere Informationen zum Podcast "Recht abgedreht".

  • 16.11.2021: TAGUNG: "Schau-Prozesse"

    Am 26. und 27. November fand die Tagung "Schau-Prozesse. Inszenierungen in Theater und Recht" unter Leitung von Dr. Kerstin Wilhelms und Prof. Dr. Arnold statt (Programm / Plakat). Die Tagung beschäftigte sich mit dem Begriff der 'Inszenierung' in der Rechts- und Theaterpraxis. Im Hinblick auf die Rechtspraxis stellt sich beispielsweise die Frage nach der Funktion ritualisierter Inszenierungen in Gerichtsverfahren. Umgekehrt ließe sich untersuchen, wie das Theater seinerseits Praktiken des Rechts inszeniert. Die Tagung lief hybrid. Hier finden Sie die Tagungshomepage.

  • 15.11.2021: PODCAST: "Jura literarisch"

    Am 15. November ist die inzwischen 20. Folge des Podcasts "Jura literarisch" online gegangen. In der Folge geht es um "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" (1884) von Mark Twain. Zentral darin ist die Frage, ob auch rassistische Gesetze befolgt werden müssen. Twains Roman zeigt zugleich die Problematik des N-Worts auf. Der Podcast "Jura literarisch" wird von Prof. Dr. Bodo Pieroth gemacht, der Rechtswissenschaftler und Beiratsmitglied des SFB 1385 ist. Die Folgen sind über Spotify hier abrufbar.

  • 15.11.2021: CALL FOR PAPERS: "Forms and Functions of Legal Discourse Intertextuality"

    Am SFB 1385 findet 2022 ein Workshop zum Thema "Forms and Functions of Legal Discourse Intertextuality in Works of Jewish and Islamic Law and Literature – Quotations, Allusions, References, and Plagiarism" statt. Organisiert wird er von Dr. Hakki Arslan, Dr. Luca Rizzo und Dr. Nicola Kramp-Seidel. Ziel des Workshops ist es, differente Arten von Intertextualität zu erforschen. Er konzentriert sich zum einen auf die Funktionen, die intertextuelle Bezüge in jüdischen Rechtstexten wie Responsa, Codes und klassischer rabbinischer Literatur sowie in Werken der islamischen Rechtswissenschaft (fiqh), responsa (fatāwā), juristischen Abhandlungen (rasāʾil) und Kommentaren (šurūḥ) haben. Zum anderen wird analysiert, wie der Rechtsdiskurs durch die Erwähnung juristischer Äußerungen und theologischer Prinzipien innerhalb literarischer Gattungen in den rein literarischen Bereich eindringt. Den Call for Abstracts finden Sie hier. Weitere Informationen gibt es auf der Indico-Projektseite.

  • 10.11.2021: BLOG: Blog-Post zu "Abtritt als Einspruch"

    Auf dem SFB-Blog (https://sfb1385.hypotheses.org/) ist der November-Beitrag erschienen. Er stammt von Dr. Kerstin Wilhelms, Projektleiterin im Teilprojekt C04 "Schau-Prozesse. Inszenierungen des Rechts als soziale Praxis". Ihr Blog-Beitrag "Abtritt als Einspruch" beschäftigt sich mit einem Prozess gegen zwei Neonazis in Thüringen, bei dem die Geschädigten aus Protest den Gerichtssaal verlassen. Dieses Abtreten wird aus theatertheoretischer Perspektive beleuchtet und dabei als politisches Statement gelesen. Hier geht es zu dem Beitrag von Kerstin Wilhelms.

     

  • 08.11.2021: NEUERSCHEINUNG: "Citizenship, Law and Literature"

    Am 8. November ist der neue Band "Citizenship, Law and Literature" in der de Gruyter-Reihe "Law and Literature" erschienen. Der Sammelband konzentriert sich erstmals darauf, wie Konzepte der Staatsbürgerschaft das seit Langem bestehende Feld von Recht und Literatur diversifizieren und stimulieren, und umgekehrt. Der Band wurde von Dr. Caroline Koegler, Prof. Dr. Klaus Stierstorfer und Dr. Jesper Reddig herausgegeben. Vonseiten des SFB 1385 enthält er Beiträge von Dr. Caroline Kögler (Literature and Performative Citizenship: Mohsin Hamid’s "Exit West" [2017]) und Dr. Laura Zander (Visions of Citizenship: "The Strangers' Case" or "What Would You Think to Be Thus Used?"). Der Band ist hier online verfügbar (über den ULB-Zugang auch vollständig als PDF).

  • 05.-06.11.2021: TAGUNG: "Rhetoriken"

    Am 5. und 6. November fand am SFB 1385 die Tagung "Rhetoriken. Interdisziplinäre und interkulturelle Zugänge" (Plakat/Flyer) unter Leitung von Prof. Dr. Wagner-Egelhaaf und Prof. Dr. Arnold statt. Sie ging der Frage nach, inwiefern sich rhetorische Perspektiven aus anderen Sprach- und Kulturräumen und Rechtsordnungen von denen deutscher bzw. westlicher Traditionen unterscheiden und mit welchen Rhetorikverständnissen in unterschiedlichen akademischen Disziplinen heute gearbeitet wird. Vorträge hielten u.a. Ulrike Babusiaux (Zürich), Rüdiger Campe (Yale), Rudolf Drux (Köln), Elisabetta Mengaldo (Padua), Ulfrid Neumann (Frankfurt a. M.) und Dietmar Till (Tübingen). Die Tagung fand sowohl in Präsenz als auch online über Zoom statt.

  • 26.10.2021: BLOG: Blog-Post zu SHARP 2021

    Es gibt einen neuen Blog-Post auf dem SFB-Blog (https://sfb1385.hypotheses.org/). Sara Holzmann, Lena Schüler, Fabio Thielemann und Philipp Woschek schreiben rückblickend über die drei Themenbereiche 'Digitale Hörbücher', 'E-Book-Piraterie' und 'Publikation' der Tagung "Moving Texts: From Discovery to Delivery". Die Tagung wurde als Jahrestagung der Society for the History of Authorship, Reading and Publishing (SHARP) von der Buchwissenschaft in Münster digital durchgeführt. Hier geht es zu dem Beitrag.

  • 25.10.2021: NEUERSCHEINUNG: "Symbolism"

    PD Dr. Franziska Quabeck hat die neue Ausgabe von "Symbolism. An International Annual of Critical Aesthetics" (de Gruyter) mit besonderem Schwerpunkt auf Recht und Literatur herausgegeben. In dem Band findet sich auch ihr Artikel "In Defense of Mr Micawber: Symbolic Equity in Dickens. Prof. Dr. Norrick-Rühl schreibt über "Contracts, Clauses, Controversy: JohnHersey, Alfred A. Knopf, Inc. and Reader’s Digest Condensed Books". Der Band (mit Inhaltsverzeichnis) kann hier abgerufen werden: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110756456/html.

  • 21.10.2021: MEDIENRESONANZ: "Wirtschaftswoche"

    Die "Wirtschaftswoche" nimmt in ihrem Artikel "Das Erfolgsgeheimnis des Oktopus" Bezug auf Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Corinna Norrick-Rühl, Christian Peter und Lena Schüler. Dabei geht es um diesen Artikel zu Dirk Roßmann, der im April erschienen ist: Corinna Norrick-Rühl, Christian Peter u. Lena Schüler. "'Pay to Play' in the German Book Trade?" Publishing Research Quarterly 37.2 (2021): 241-254. Das Ganze ist open access und hier erreichbar: https://link.springer.com/article/10.1007/s12109-021-09804-x. Zudem kommt Prof. Norrick-Rühl in dem Artikel "Warum Wirtschaftsgrößen Bücher schreiben" in der "Wirtschaftswoche" zu Wort. Warum Manager*innen Bücher schreiben: mit einem Buch könne man etwas Bleibendes schaffen.

  • 13.10.2021: BLOG: Neuer SFB-Blog auf Hypotheses

    Der neue SFB-Blog auf der Plattform Hypotheses ist online, und zwar hier: https://sfb1385.hypotheses.org/. In lockerer Folge werden in dem Blog Themenfelder der Forschung, kritische und diskussionswürdige Aspekte der verschiedenen Untersuchungsgegenstände und aktuelle Stellungnahmen im Spannungsfeld von Recht und Literatur verhandelt. Dabei geht es auch darum, Arbeitsweisen und Verfahren der Forschenden sichtbar zu machen. Diskussionspunkte aus den SFB-Foren und dynamischen Clustern sollen exemplarisch vorgeführt werden. Weitere Themen ergeben sich aus der Arbeit an der Online-Enzyklopädie "Recht und Literatur". Die Rubrik "Europe in Law and Literature: Vigoni Conversations Continued" zeigt Innen- und Außenperspektiven auf Europa und Fragen nach Partikularität und universalem Anspruch der in Europa entwickelten Rechtsordnungen und Literaturen bzw. einzelner literarischer Texte auf. In dem ersten Blogbeitrag von Dr. Nicola Kramp-Seidel und Dr. Laura Zander (hier) geht es um Olivia Bergdahl’s Gedicht "Europe".

  • 13.10.2021: BERICHT: Forschungsaufenthalt in Graz

    Marcus Schnetter, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt C01 "Rhetoriken. Begründung und Geltung in Recht und Literatur", hat zwei Monate bei Prof. Dr. Matthias Klatt an der Karl-Franzens-Universität in Graz (Arbeitsbereich: Graz Jurisprudence) geforscht. Hier schreibt er über seine Erfahrungen.

  • 12.10.2021: GASTVORTRAG: Dr. Thomas Weck (Monopolkommission)

    Am Dienstag, 12. Oktober, um 14 Uhr hat Dr. Thomas Weck, LLM, Leitender Analyst bei der Monopolkommission, am SFB 1385 einen Gastvortrag mit dem Titel "Der Buchhandel und die Digitalisierung" gehalten. Das Vortrag fand online über Zoom statt.

  • 30.09.2021: CALL FOR PAPERS: "Law and Literature in Europe"

    Am SFB entsteht der Sammelband "Law and Literature in Europe". Interessierte sind herzlich eingeladen, Beiträge einzureichen. Dabei sind drei Formate möglich: 1. Short Input Statement (≈ 2000 words), 2. Conversazioni/Statement & Reply (≈ 2000-5000 words), 3. Regular Essay (≈5000 words). Folgende Themenbereiche sind geplant: Europe from the Perspective of the Various Subdisciplines, Europe from a Global Perspective, Europe in Legal and Literary Texts, The Future of Europe. Deadline: 31.12.21, extended: 1.3.22. Der Band wird in der "Law and Literature"-Reihe von De Gruyter veröffentlicht. Publikationssprache ist Englisch. Abstract/Idee senden Sie bitte an Frau Dr. Laura Zander (lzander@uni-muenster.de).

  • 16.09.2021: INTERVIEW: SFB-Sprecher Prof. Stierstorfer in der Villa Vigoni

    Im Rahmen des SFB-Symposiums im Deutsch-italienischen Zentrum für europäischen Dialog, der Villa Vigoni, am Comer See hat der Sprecher des SFB, Prof. Dr. Klaus Stierstorfer, in einem Interview das Verhältnis von Recht, Literatur und Europa besprochen. Die Überlegungen stehen im Kontext der EU-Reihe "Konferenz zur Zukunft Europas". Sie finden das Gespräch hier auf dem YouTube-Kanal der Villa Vigoni.

  • 15.09.2021: PANEL DISCUSSION: Law and Literature in Europe

    Der SFB beteiligt sich an der Veranstaltungsreihe "Konferenz zur Zukunft Europas" der Europäischen Union mit einer Diskussion über "Law and Literature in Europe". Sie leistet einen Beitrag zum Themenschwerpunkt "Werte und Rechte, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit". Die Diskussion hat am Mittwoch, 15. September, von 14:30 bis 16:30 Uhr im Deutsch-italienischen Zentrum für europäischen Dialog, der Villa Vigoni, am Comer See stattgefunden und war auch live über Zoom zugänglich. Hier finden sich weitere Informationen.

  • 13.09.2021: PODCAST: "Recht abgedreht"

    Der dynamische Cluster "Justiz- und Kriminalfilm" hat die erste Folge seines neuen Podcasts "Recht abgedreht" online gestellt. In wechselnden Besetzungen bespricht das DC-Team Filme über Recht. Dabei sollen verschiedene Bereiche abgedeckt werden: Neues/Altes, Indie/Hollywood, Doku/Fiction, Ost/West/Süd/Nord. Die Filme thematisieren Recht durchaus divergent. Frage ist, ob sich das Recht in dem ihm vorgehaltenen Spiegel besser betrachten kann. Die Folgen stehen für sich allein und erscheinen ca. alle 2 Monate. Die erste Folge beschäftigt sich mit Stanley Kramers "Inherit the Wind" von 1960. Hier geht es zum Podcast.

  • 07.09.2021: NEUERSCHEINUNG: "The Lawyer in Dickens"

    Das neue Buch von PD Dr. Franziska Quabeck, The Lawyer in Dickens, ist im Verlag de Gruyter als 18. Band der Reihe "Law & Literature" erschienen. Die Monographie nimmt die Konstruktion von Anwaltstypen bei Charles Dickens in den Blick. Während Dickens' Kritik am Rechtssystem und an dessen Vertretern fast sprichwörtlich ist, zeigt ein genauerer Blick auf die Anwalts-Figuren komplexe und mehrdeutige Konstruktionen, die den Status der Figuren als viktorianische Gentlemen in Frage stellen. Informationen zu dem Buch gibt es hier auf der Verlagswebsite.

  • 25.08.2021: GASTVORTRAG: Dr. Walter Edward Young (Montreal)

    Am Mittwoch, 25. August, um 18 Uhr, hat Dr. Walter Edward Young (Institute of lslamic Studies, McGill University) einen Gastvortrag mit dem Titel "Form, Function and Historical Development of Genres of Juristic Dialectic (1ilm al-jadal & 1ilm al-khilif)" im Rahmen der Vortragsreihe "Monthly Lectures on Islamic Legal Genres" gehalten. Organisator von Seiten des SFB 1385 war Dr. Hakki Arslan (harslan@uni-muenster.de). Weitere Informationen finden Sie hier.

  • 18.08.2021: THEATERBESUCH: Der Prozess II - RAF

    Nach den vielen Monaten pandemiebedingten Ausfalls von Kulturveranstaltungen hat das Teilprojekt C04 analog in Hannover die Inszenierung "Der Prozess II - RAF" des Regieduos krügerXweiss angeschaut. Hanna Kroll und Nuria Mertens blicken zurück auf die Installation, in der sich Recht und Revolution, Intimität und Isolation sowie Vergangenheit und Gegenwart begegnen.

  • 28.07.2021: GASTVORTRAG: Prof. Dr. Christian Müller (Paris)

    Am Mittwoch, 28. Juli, 18 Uhr, hat Prof. Dr. Christian Müller (CNRS, Paris) einen Zoom-Gastvortrag mit dem Titel "Siǧills and transformations of the cadi documents in Islamic law (10th-16th centuries)" gehalten. Er fragte nach der Funktion osmanischer Gerichtsregister als "lebende Archive", die die Rechte und Pflichten des Einzelnen im Rahmen der Scharia und der osmanischen Rechtsordnung schützen. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • 26.-30.07.2021: TAGUNG: SHARP 2021 "Moving Texts"

    Der SFB 1385 war Mit-Veranstalter der Jahrestagung 2021 der Society for the History of Authorship, Reading and Publishing (SHARP) mit dem Thema "Moving Texts: From Discovery to Delivery" vom 26.-30. Juli 2021. Aktuelles zur Tagung findet sich auch auf Twitter.

  • 20.07.2021: Twitter-Account des SFB

    Der SFB ist ab Juli 2021 auch auf Twitter vertreten. Sie können sich dort über aktuelle Veranstaltungen des SFB 1385, externe Veranstaltungshinweise, Kooperationen, Neuerscheinungen, Forschungsgegenstände, Projektbereiche etc. informieren. Den Account finden Sie unter https://twitter.com/sfb1385. Wir freuen uns, dort mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!

  • 16.06.-07.07.2021: REIHE: Zwischen Recht und Literatur

    Im Sommersemester 2021 hat die Vortragsreihe "Zwischen Recht und Literatur" des Teilprojekts C03 stattgefunden, die in drei Vorträgen Fragen des literarischen Eigentums verhandelt hat. Es referierten Katrin Becker (Luxemburg / 16.6.), Dorothee Kimmich (Tübingen / 23.6.) und Katharina Kaesling (Bonn / 7.7.). Nähere Informationen finden Sie hier.

     

  • 30.06.2021: THEATERBESUCH: No Planet B

    Die Mitglieder des Teilprojekts C04 haben gemeinsam das Theaterstück "No Planet B. Das Gericht der Kinder zum Klimawandel" (2020) des ATZE Musiktheaters Berlin geschaut, das sich mit der Forderung nach Climate Justice beschäftigt und einen (theatralen) Gerichtssaal entwirft. Nuria Mertens blickte zurück auf den digitalen Theaterabend.

     

  • 30.06.2021: KONFERENZ: Lizensur fiktionaler Literatur

    Teilprojekt A01 hat, organisiert von Daniel Arjomand und Nursan Celik, vom 30. Juni bis 2. Juli die Konferenz "Lizensur fiktionaler Literatur. Modalitäten epistemischer, ethischer und ästhetischer Autorisierungsprozesse" veranstaltet. Sie verhandelte Autorisierungsprozesse fiktionaler Literatur, die als Prozesse der Lizensur umschrieben werden. Programm und Anmeldemodalitäten finden Sie hier.

  • 21.05.2021: WORKSHOP: Gendergerechte Sprache

    Die Gleichstellungskommission hat am Freitag, 21. Mai, 9:30 - 12:45 Uhr, den digitalen Workshop "Geschlechtergerechte Sprache" veranstaltet. Der Workshop widmete sich der Praxis geschlechtergerechter Sprache, die aus sprach- und rechtswissenschaftlicher Perspektive beleuchtet wurde. Fragen sowie Anmeldungen zur Veranstaltung (für Mitglieder des SFB) wurden von Hanna Luise Kroll (hkroll@uni-muenster.de) entgegengenommen. Hier finden Sie das Veranstaltungsplakat.

     

  • 04.05.2021: VERÖFFENTLICHUNG: Beitrag zum Thema E-Lending

    Von Prof. Dr. Petra Pohlmann und Christian Peter ist ein Beitrag zur gesetzlichen Regelung der digitalen Leihe von E-Books über öffentliche Bibliotheken erschienen: am 4. Mai 2021 in der MMR-Aktuell 2021, 438576. Den Beitrag finden Sie hier (abrufbar nur im Uni-Netz/VPN). Ein Abstract zu dem Beitrag kann hier eingesehen werden.

  • 25.-27.11.20: SEMINAR: Recht und Literatur

    Gemeinsames interdisziplinäres Seminar mit Herrn Prof. Dr. Sieg (Wirtschaftswissenschaften), Frau Dr. Caroline Kögler (Literaturwissenschaften), Frau Prof. Dr. Norrick-Rühl (Buchwissenschaften)

    Das Seminar richtet sich vor allem an Studierende aus den Schwerpunktbereichen 1, 3, 4, 6 und 9. Genauere Angaben finden sich in den Klammerzusätzen auf der Themenliste. Zudem steht das Seminar als Probeseminar Studierenden offen, die bereits vor dem Schwerpunkt üben wollen, Seminararbeiten zu schreiben und Vorträge zu halten.

    Im Rahmen des SFB 1385 "Recht und Literatur" bieten wir im Wintersemester 2020/21 ein interdisziplinäres Blockseminar für Studierende der Rechts-, Wirtschafts-, Literatur-und Buchwissenschaften an. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen und Überschneidungsbereiche von Recht und Literatur mit besonderem Bezug zu "Literatur und Markt" zu diskutieren. Konkrete Fragestellungen betreffen zum Beispiel die Buchpreisbindung, das Presserecht und die Auswirkungen der Digitalisierung. Die rechtswissenschaftlichen Themenvorschläge finden Sie in der untenstehenden Themenliste.

    Im ersten Teil des Seminars werden von uns aus Sicht der Rechtswissenschaften die interdisziplinären Grundlagen behandelt, die die Bereiche "Literatur und Recht" sowie "Law and Economics" betreffen. Hierzu werden einzelne Kapitel von Standardwerken vorgestellt und in den jeweiligen größeren Forschungskontext eingeordnet. Erwartet wird eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung, die über eine Inhaltsbeschreibung deutlich hinausgeht.

    Im zweiten Teil stehen neben juristischen Themen, wie sie "klassisch" in juristischen Seminaren zu finden sind, auch Monografien zur Auswahl, die besprochen werden können. Auch dies erfordert, dass die zentralen Thesen der Monografie herausgearbeitet, juristisch eingeordnet und bewertet werden. Die Bearbeitung der jeweiligen Monografie wird als alternative Form der Untersuchung der jeweils zu erschließenden rechtlichen Fragestellung verstanden.

    Die Seminarleistung setzt sich insgesamt aus einer schriftlichen Seminararbeit, einem mündlichen Vortrag nebst Diskussion sowie der Beteiligung an den übrigen Diskussionen zusammen.

    Ausdrücklich ermuntern möchten wir Sie, sich bei im Vorfeld Ihrer Seminarentscheidung auftretenden Fragen zu diesem Seminar direkt per E-Mail an Herrn Christian Peter (s.u.) zu wenden.

    Das Seminar wird als Blockveranstaltung vom 25.11. –27.11.2020 durchgeführt. Die zu diesem Zeitpunkt geltenden Covid-19-Vorgaben werden darüber entscheiden, ob das Seminar in Präsenz (im Landhaus Rothenberge in Wettringen oder einem großen Hörsaal in Münster) oder digital per Zoom stattfinden wird.

    Die Themenvergabe erfolgt in einer Vorbesprechung am Montag, 06. Juli 2020, um 11:30 Uhr via Zoom-Konferenz.

    Anmeldung (Frist: 29. Juni 2020): Die Anmeldefrist endet am 29. Juni 2020. Schwerpunktstudierende müssen sich über WiLMa II anmelden. Bachelorstudierende sowie Studierende, die das Seminar als Probeseminarbelegen möchten, melden sich per E-Mail (s. u.) an. Alle Interessenten reichen bitte das Anmeldeformular (s. u.) bis zum Anmeldeschluss ein, bitte per E-Mail an: iwr.pohlmann@uni-muenster.de.

    Abgabefrist: Die Seminararbeit sowie ein Thesenpapier sind in schriftlicher Form* am Institut sowie in elektronischer Form (Seminararbeit im Word-Format o.ä., Thesenpapier als pdf-Datei) an iwr.pohlmann@uni-muenster.de bis zum 29. Oktober 2020 (12:00 Uhr) einzureichen.

    * Der ausgedruckten Fassung der Arbeit ist eine unterschriebene Versicherung beizufügen, dass die Arbeit selbständig verfasst wurde und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt sowie Zitate kenntlich gemacht wurden.

    Für inhaltliche Fragen zu den einzelnen Themensteht Ihnen unser wiss. Mitarbeiter Herr Christian Peter (E-Mail: christian.peter@uni-muenster.de) gerne zur Verfügung. Für organisatorische Fragensteht Ihnen Frau Nicole Strack im Sekretariat gerne zur Verfügung (vormittags JUR 335, Tel.: 0251 83 22797 oder per E-Mail: iwr.pohlmann@uni-muenster.de).

    Themenliste und Anmeldebogen finden Sie hier.

  • 08.10.20: VORTRAG: Dr. Anamik Saha (London): Rethinking 'Diversity' in the British Book Industry

    Öffentlicher Zoom-Vortrag

    The SFB 1385 "Law and Literature" project A02 (Market and Literature) invites you to join us for a public talk by Dr. Anamik Saha.

    Datum: 8. Oktober 2020
    Zeit: 10:30 – Mittag

    Abstract
    This research project, conducted by Dr Anamik Saha and Dr Sandra van Lente at Goldsmiths, University of London, in cooperation with Spread the Word and The Bookseller, explores the obstacles that writers of colour face in UK trade publishing. It rethinks 'diversity' by shifting the debate from a sole focus on the quantity of minorities who work in publishing to the quality of the experience, particularly for writers of colour. The project’s aim was to examine the ways that writers of colour are published and to reflect the findings back to the industry to make visible where the structural problems are.
    The research entailed qualitative interviews with 113 professionals in the publishing industries (authors, agents, CEOs and managing directors, editors, designers, staff in marketing, PR and sales, as well as booksellers and literature festival organisers). We explored how writers of colour are affected by each of these stages of production, and developed recommendations and calls to action from our findings.
    In my talk, I would like to give you an overview of our approach, findings and conversations in our #RethinkingDiversityWeek – and give you the opportunity to ask questions and engage in a discussion. You can read the full report here: www.rethinkingdiversity.org.uk and an abridged version from The Bookseller here: https://content.yudu.com/web/1vcls/0A1xp12/Rethinking/html/index.html.

    Bio

    Dr. Anamik Saha is a Senior Lecturer in the Department of Media, Communications and Cultural Studies, and convenor of MA Race, Media and Social Justice at Goldsmiths, University of London. After completing his PhD in Sociology at Goldsmiths, Dr. Saha worked in the Institute of Communication Studies at the University of Leeds, firstly as an ESRC Post-Doctoral Research Fellow, then as a Lecturer in Communications. He has held visiting fellowship at Massachusetts Institute of Technology and Trinity College, Connecticut.


    Bitte hier registrieren: https://wwu.zoom.us/meeting/register/tJAsdeusqDMsHtAfG2oZeNhCu5fyidlOPBVh

  • 21.-23.09.20: WORKSHOP: Schau-Prozesse. Gericht und Theater als Bühnen des Politischen

    Vom 21. bis 23. September 2020 veranstaltet das Teilprojekt C04 einen Workshop mit Referent*innen, die sich sowohl aus juristischer als auch germanistischer Perspektive mit dem Forschungsbereich des Teilprojekts beschäftigen: Wir untersuchen, wie in Schau-Prozessen das komplexe Verhältnis von Recht und Politik zur Schau gestellt wird. Als Schau-Prozesse bezeichnen wir, im Gegensatz zum politischen Kampfbegriff des 'Schauprozesses', Gerichtsprozesse, die eine starke mediale Aufmerksamkeit und Öffentlichkeitswirksamkeit erfahren haben und die zum Stoff von Theaterinszenierungen geworden sind – wie etwa der NSU-Prozess. An deren Beispiel analysieren wir, wie theatrale Elemente für das Recht konstitutiv werden und wie umgekehrt Inszenierungen des Rechts das Theater prägen. Das Politische hat für unser Projekt als verbindendes Element eine herausragende Funktion: Wo das Politische inszeniert wird, sei es auf der Theaterbühne oder im Gerichtssaal, tritt die gegenseitige Konstituierung von Theater und Recht offen zutage. Die gemeinsame theatrale Konstitution von Gericht und Bühne ruht auf ihrer jeweiligen Öffentlichkeit und zeigt sich in der Rhetorizität, Performativität und Affektivität beider Inszenierungen. Im Fokus stehen vor diesem Hintergrund zudem die zentralen Fragen danach, welche politischen Funktionen das Theater haben kann oder erfüllt, wie Prozesse im Theater dargestellt werden und wie sich Ausmaß und Wirkung der Öffentlichkeit von Gerichtsprozessen gestalten.

    Mit unserem Workshop sollen die bereits vorhandenen Ansätze gebündelt und aus interdisziplinärer Perspektive beleuchtet werden. Zu diesem Zweck werden die Forschungsperspektiven aller Referierenden in digital gestalteten Input-Vorträgen präsentiert. Im ZOOM-Plenum steht anschließend Zeit zur Diskussion zur Verfügung. Unser Ziel ist es, eine gemeinsame Publikation vorzubereiten sowie Schnittstellen für die weitere Zusammenarbeit zu identifizieren.

    Programm:

    Montag, 21.09.2020
    (12–13.30 Uhr)
    Dienstag, 22.09.2020
    (9–13.30 Uhr)
    Mittwoch, 23.09.2020
    (9–13 Uhr)
    Begrüßung/Organisatorisches Diskussionsrunde 1
    ("Schau-Prozesse")
    Diskussionsrunde 3
    ("Öffentlichkeit und Publikum" / "Praktiken des Öffentlichen")
      Diskussionsrunde 2
    ("Politik des Publikums")
    Diskussionsrunde 4
    ("Medien und Öffentlichkeit")
      Brownbagmeeting Brownbagmeeting mit Abschlussdiskussion
    Individuelle Arbeit mit dem Workshopmaterial am Nachmittag Individuelle Arbeit mit dem Workshopmaterial am Nachmittag  

     

  • 04.09.20: VORTRAG: Carl White (Leeds): Neoliberal Financialization and the Twenty-First-Century US Novel

    Öffentlicher Zoom-Vortrag und Diskussion

    Datum: 4. September 2020
    Zeit: 15 Uhr / 3:00 PM (Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien)

    The SFB 1385 "Law and Literature project" A02 (Market and Literature) invites you to join us for a public talk by Carl White.

    Abstract

    In this talk, Carl White discusses how financialization—not synonymous with (neoliberal) capitalism, but constructed and sustained by it—is an integral component of the twenty-first century US novel. Finance, Alison Shonkwiler notes, obscures relations and power structures; there is a "problem of recognizing a system that is understood to be less and less tethered to the material, less directly connected to specific modes of production, and therefore less tangible, visible, or controllable" (The Financial Imaginary, xi). Through reading the everyday spaces in these fictions that finance touches—the household, the family, and the white-collar workplace—we can think through the multitudinous, often impenetrable, and seemingly nonsensical logics of finance itself. Carl White will be touching on novels by authors such as Jesmyn Ward, Lionel Shriver, David Foster Wallace, Jennifer Egan, and Colson Whitehead.

    Bio

    Carl White is a postgraduate researcher in the School of English at the University of Leeds. His current research, funded by the Arts and Humanities Research Council (AHRC), focuses on the literary representation of neoliberalism and finance in twenty-first-century American fiction. He has writing published for the British Society for Literature and Science, and recently co-edited Issue 5 of the WRoCAH Journal.

    Please register here: https://wwu.zoom.us/meeting/register/tJUkdeyrqT4tH9b6BmvRTU5BA1zGKUQ7P9QJ

    Zoom-Details will be sent out approximately one week before the event.

  • 18.07.20: INTERNATIONAL WEBCAST: Inaugural Lecture of The Law, Literature and Diaspora Lecture Series

    Datum: 18.07.2020
    Zeit: 15:00-17:00 IST
    Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.


    Speakers

    Welcome: Professor Nilufer E. Bharucha, Director CoHaB IDC, University of Mumbai

    Inauguration by Chief Guest: Professor Suhas Pednekar, Vice Chancellor, University of Mumbai

    Introduction: Professor Klaus Stierstorfer, Chair British Studies & Vice Dean of Philology, Spokesperson Collaborative Law and Literature Research Centre, University of Muenster

    Armin Wandrewala: Law & Literature: At loggerheads, or in harmony?

    Remarks by Co-Host: Professor Rajeshri Varhadi, Head, Department of Law, University of Mumbai

    Valedictory Remarks by Guest of Honour: Professor Ravindra Kulkarni, Pro-Vice Chancellor, University of Mumbai (TBC)

    Vote of Thanks: Dr. Sachin Labade, Assistant Professor, Department of English and Honorary Coordinator, Indo-Canadian Studies Centre, University of Mumbai

    Compere: Ms. Kirti Risbud, Research Associate, CoHaB IDC, University of Mumbai

    Registration

    For Registration fill the Google form on https://forms.gle/Zqz3uCqC7tKikgSY9. In case of difficulty in registering, contact cohabidc@gmail.com. Webcast details will be provided to registered participants via email near the date of the lecture. As the platform allows 300 participants, registration will be on the first come first served basis only. E-Certificates of participation will be given to all those who have registered and participated in the webcast.

  • 25.06./03.-04.07.20: KONFERENZ: The Treatise-Literature (rasāʾil) as Documentation of Socially Relevant Discussions in Pre–Modern Muslim Societies (14th – 19th Centuries)

    Online-Conference via Zoom-Meeting

    In the last twenty years, research on the history of Islamic Law has shifted from the Early Period to the Middle Periods, approaching all kinds of different genres and topics. But many of them are still entirely unexplored. Besides fatāwā-collections and commentaries (sharḥ and ḥāshiya), the treatise-literature (rasāʾil) seems to be a predominant medium of discussing socially relevant questions. Treatises are short texts on current topics, which are only covered in a very rudimentary sen¬se. Only a few studies have explored treatises (rasāʾil) that address topics such as tobacco and coffee consumption in the Ottoman Empire, the waqf system and the punishment of heretics etc. This will be the first international conference with a special focus on the risala-literature in Islamic law, theology and Sufism between the 13th and the 19th centuries.

    Since this literature covers topics that discuss contemporary social practices, it provides valuable information about how scholars and intellectuals responded to those practices, hence, reflects the intersection between theory and practice. Therefore, the following questions should stand in the middle of the studies: What topics of practical law or theology were dis¬cussed more intensely at a given time and location? What were the social and theological contexts of these discussions? Who was involved in these discussions? What was the motivation of the author? What were their arguments? What do these texts say about contextuality, flexibility and pragmatism of Islamic law? What conclusions can be drawn from this data for the treatise-literature (rasāʾil)?

    Informationen und Programm im Flyer.

  • Klaus Stierstorfer
    Prof. Dr. Klaus Stierstorfer
    © Friederike Stecklum

    20.01.20: INTERVIEW: Prof. Dr. Klaus Stierstorfer

    "Es werden sich ungewöhnliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben: Klaus Stierstorfer über Ziele und Inhalte des neuen Sonderforschungsbereichs 1385 "Recht und Literatur". Lesen Sie hier das gesamte Interview.

  • 18.-19.12.19: TAGUNGSBERICHT: Literatur und Strafrecht im 17. und 18. Jahrhundert

    Noch vor dem festlichen Auftakt am 20. Januar 2020 eröffnete ein Workshop am 18. und 19. Dezember 2019 den neuen SFB "Recht und Literatur" an der WWU Münster akademisch. Unter dem Titel "Literatur und Strafrecht im 17. und 18. Jahrhundert" und unter der Leitung von Eric Achermann (A03) und Gideon Stiening (MGK) wurde diskutiert, wie sich Rechtsfragen materialiter in die Literatur einschreiben und Literatur umgekehrt in rechtlichen und rechtsphilosophischen Zusammenhängen fungiert. Auf dem Programm standen zentrale Themen der Aufklärung wie die Legitimität von Folter und Todesstrafe, die Phänomene der Selbstjustiz und Selbsterhaltung, die Vereinbarkeit von positivem und Naturrecht sowie von göttlicher und säkularer Rechtsbegründung.

    • Tagungsbericht

      Noch vor dem festlichen Auftakt am 20. Januar 2020 eröffnete ein Workshop am 18. und 19. Dezember 2019 den neuen SFB "Recht und Literatur" an der WWU Münster akademisch. Unter dem Titel "Literatur und Strafrecht im 17. und 18. Jahrhundert" und unter der Leitung von Eric Achermann (A 03) und Gideon Stiening (MGK) wurde diskutiert, wie sich Rechtsfragen materialiter in die Literatur einschreiben und Literatur umgekehrt in rechtlichen und rechtsphilosophischen Zusammenhängen fungiert. Auf dem Programm standen zentrale Themen der Aufklärung wie die Legitimität von Folter und Todesstrafe, die Phänomene der Selbstjustiz und Selbsterhaltung, die Vereinbarkeit von positivem und Naturrecht sowie von göttlicher und säkularer Rechtsbegründung. Es zeigte sich, dass bei der in der Forschung allenthalben hervorgehobenen Tendenz, das Straf- und Prozessrecht zu humanisieren bzw. zu rationalisieren, gelehrte Exzesse bei der theoretischen Durchdringung des Strafvollzugs genauso wenig übersehen werden dürfen wie die Grenzen rein utilitaristischer Erwägungen, die historische Faktizität von religiösem Fanatismus, Kindsmord und Justizopfern sowie die bare Sensationslust der Rezipienten.

      Dem Kindsmord als einem Schlüsseldelikt im Verhältnis von Strafrecht und Literatur widmete sich JUTTA HEINZ (Freiburg i. Br.). Den rechtlichen Rahmen steckte sie zeitlich mit der Constitutio Criminalis Carolina (1532) und Kants Metaphysik der Sitten (1785) ab. Anhand von Harsdörffers Großem Schau-Platz jämmerlicher Mord-Geschichte (1650) entwarf sie ein typisches Verlaufsschema, das im Sturm und Drang aufgegriffen werde, um unter Rückgriff auf Prozessakten Kindsmord in emotionalisierender Form als gesellschaftliches Versagen zu deuten. Im späten 18. Jahrhundert werde die Frage nach dem strafrechtlichen Umgang mit Kindsmörderinnen genutzt, um die tabuisierte Debatte über eine Relativierung der Sexualmoral zu führen. Buchstäblich zur 'Farce' gerät die Debatte in Moritz August von Thümmels Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich (1791), wenn einem Mädchen Haare und Zähne einer hingerichteten Kindermörderin implantiert werden, um sie vor einem eigenen Fehltritt zu warnen.

      HANS-JOACHIM JAKOB (Siegen) stellte die Frage nach der Gattungszugehörigkeit von Harsdörffers Großem Schau-Platz jämmerlicher Mord-Geschichte (1650). Am ehesten handelt es sich demnach um eine frühneuzeitliche Erzählkompilation in digestenartigen Zusammenfassungen. Der studierte Jurist greife dabei aber nicht auf Aktenstücke, sondern vor allem auf die Erzählungen des Bischofs Jean Pierre Camus zurück und verfolge dabei ein Prinzip stupender Qualität. Die Strafe sei dabei immer zweifellos, da bei Vermittlungspannen Verlass auf die göttliche Gerechtigkeit ist. Im populären Medium der Rechtsvermittlung entwerfe Harsdörffer so eine Mikrologie juristischer Spezialfragen (wie die Verantwortlichkeit von Schlafwandlern oder die Tötung eines Diebes auf frischer Tat) und zeige dabei die Lücken des Rechtssystems (wie die Unzuverlässigkeit der Folter) auf.

      Dass ein Werk auch erst im Laufe seiner Rezeptionsgeschichte an rechtstheoretische Diskurse regelrecht herangeschrieben werden kann, demonstrierte ANNA SEBASTIAN (Hamburg). In diesem Sinn erweitert Christoph Kormart das Maria Stuart-Trauerspiel Joost van den Vondels bei seiner bearbeitenden Übersetzung zum Schultheater nicht nur erheblich. Die eingefügten Szenen zeichnen sich vielmehr gerade dadurch aus, dass sie Prozess-Szenen ergänzen und strafrechtliche Fragen diskursivieren. In der Folge trete der Gegensatz von kaiserlich-römischem und englischem Recht in Maria Stuart, oder Gemarterte Majestät (1672) viel deutlicher als in van den Vondels niederländischer Vorlage hervor. Der Fokus liege dabei auf der Durchsetzung des Gemeinwohls und auf der Sicherung eines funktionierenden Staates.

      Jacob Döplers Kompilation Theatrum Poenarum. [...] Oder Schau-Platz der Leibes- und Lebensstraffen (1693/1697) untersuchte UDO ROTH (München) unter der Frage, für wen diese Sammlung eigentlich gedacht sei. Einerseits intendiert die Formulierung des Untertitels explizit ein juristisch gebildetes Publikum und der angesehene Strafrechtsgelehrte Paul Johann Anselm von Feuerbach lobt das Theatrum Poenarum ausdrücklich als eine wirkliche Fallsammlung. Andererseits versammele Döpler hier eine Vielzahl kruder Beispiele für Morde, aber gerade auch für Formen natürlichen Ablebens oder für Unfälle ohne eine vorliegende Straftat. Am Ende zeigte sich daher von einem historisch vergleichenden Interesse an juristischen Detailfragen bis hin zu voyeuristischer Sensationslust ein ganzes Spektrum möglicher Rezeptionsweisen.

      Philosophiegeschichtlich betrachtete FRANZ HESPE (Marburg) den 'Geist der Strafe' aus der Perspektive von Montesquieus De l’esprit des loix (1748). Im elften und zwölften Buch handelt Montesquieu über die Freiheit des Bürgers gegenüber der Verfassung und gegenüber anderen Bürgern. Durch die Verschränkung beider Bereiche seien sowohl freie Verfassungen mit unfreien, weil vor einander ungeschützten Bürgern möglich wie auch freie Bürger unter unfreien Verfassungen, wenn trotz des Schutzes vor anderen Bürgern eine Teilung der Gewalten fehlt. Allerdings betonte Hespe, dass bei Montesquieu zum einen Sitten und Gebräuche für das Freiheits- und Sicherheitsgefühl der Bürger wichtiger seien als die Straf- und Prozessordnungen. Zum anderen unterscheide Montesquieu mit Religion, Sitte, Ruhe und Sicherheit vier Strafkategorien, zuständig seien die ordentlichen Gerichte dabei aber nur für einen Teilbereich, namentlich den der öffentlichen Sicherheit.

      In seinem Abendvortrag nahm DIETER HÜNING (Trier) seinen Ausgang von Voltaires Traité sur la tolérance (1763) und seiner Kritik am religiösen Fanatismus. Anlass der Schrift ist die Hinrichtung Jean Calas’, der fälschlicherweise in Verdacht gerät, seinen Sohn ermordet zu haben, um ihn an der Konversion zum Katholizismus zu hindern. In Wirklichkeit handelte es sich um einen Selbstmord, den Calas um der Ehre seines Sohnes und seiner Familie Willen vertuschen wollte. Während der Vater von den Mühlen der Justiz schmählich gerichtet wird, verklärt die katholische Kirche den eigentlichen Täter zum Märtyrer. In seiner publizistischen Kampagne gehe Voltaire dann über die Forderung nach einer Rehabilitierung des Justizopfers hinaus und übe grundsätzliche Kritik an der religiösen Legitimation des Ancien Régime.

      Zustimmung fand dieser Vorstoß bei Cesare Beccaria, dessen einflussreiche Schrift Dei delitti e delle pene (1764) GIDEON STIENING (Münster) kritisch einordnete. Dass sein Essay auf dem Index landete und Beccaria für die Neuauflage gezwungen war, seine rein säkulare Sicht theonom zu rahmen, zeige die Grenzen einer Aufklärung, die auf praktischen Erfolg abzielt. Fluchtpunkt des Vortrags war Beccarias gelassene Betrachtung der Homosexualität. Während für Christian Wolff die als 'Knabenschänderei' gebrandmarkte Sexualpraktik gegen das Naturrecht verstoße und Adam Bergk ihre staatliche Bestrafung fordere, erkennt Beccaria in ihr lediglich ein Laster, das strafrechtlich nicht zu verfolgen sei. Wie bei seiner Ablehnung von Folter und Todesstrafe argumentiere Beccaria dabei konsequent utilitaristisch: Der Staat profitiere mehr davon, die vermeintlichen Ursachen von Homosexualität präventiv zu bekämpfen. Von einer Humanisierung oder Rationalisierung des Rechts könne aber keine Rede sein, da reine Nützlichkeitserwägungen unter veränderten Ausgangsbedingungen zu ganz anderen Empfehlungen führen könnten.

      Zwischen Christoph Martin Wieland und Friedrich Heinrich Jacobi kommt es aufgrund einer gelehrten Auseinandersetzung um Volkssouveränität und göttliches Recht zum Zerwürfnis. MICHAEL SCHWINGENSCHLÖGL (München) analysierte mit Schach Lolo (1778) Wielands satirische Überführung dieses rechtstheoretischen Diskurses ins Medium der Literatur. Im orientalischen Setting wird der erkrankte, epikureische Despot Lolo durch den Arzt Duban geheilt. Doch kann der gewissenhafte Gelehrte den Schach nur äußerlich kurieren, innerlich bleibt er ein Despot, der in perverser Willkür das Strafrecht beugt. Da aber bei Wieland Gott hinter aller weltlichen Herrschaft steht, wird die ungerechte Strafe göttlich sanktioniert: Wie Lolo an einem durch Duban vergifteten Buch stirbt, wächst der Kopf des ungerecht Gerichteten wieder nach. Das göttliche Recht setzte sich final an die Stelle des korrumpierten Staatsrechts. Juridisch müsse dieses Ende der Satire zweifelhaft bleiben, doch werde Wielands anstößige ius divinum-Deutung damit ästhetisch kommensurabel.

      JENS OLE SCHNEIDER (Jena) entwarf eine Imaginationsgeschichte des absoluten polizeilichen Blicks. Ab dem 17. Jahrhundert wird die Ikonographie des allsehenden, göttlichen Auges säkularisiert – zunächst durch eine Übertragung auf den absolutistischen Herrscher, im 18. Jahrhundert dann auf das Recht. Sinnlich konkret wird dieses Faszinosum in Willey Reveleys Plan of the Panopticon of Jeremy Bentham (1791). Der potentiell permanent beobachtende Beobachter, der selbst nicht beobachtet werden kann, erweckt in diesem Entwurf ein immerwährendes Gefühl kontrolliert zu werden. Doch lege Friedrich Schiller die Grenzen der Imagination eines absoluten Blicks im Dramenentwurf Die Polizey (1799–1804) ästhetisch offen. Anders als die 'Policey' genannte Gesamtheit allumfassender Sicherheits- und Wohlfahrtsmaßnahmen wird die 'Polizei' hier eine sichtbare Institution der Gefahrenabwehr mit einer anthropologisch begrenzten Wahrnehmungsfähigkeit. Polizeispione werden ihrerseits beobachtet und die Praxis von Präventionseingriffe erweise Schiller als potentiell illegitim.

      Die Kernszenen von Schillers Wilhelm Tell (1804) untersuchte OLIVER BACH (München) unter dem Gesichtspunkt rechtstheoretischer Fragestellungen. Demnach ist Tells Handeln zwischen den Spannungspolen von väterlicher Schutz- und Bürgerpflicht zu beurteilen. Für den Familienvater wäre der Verzicht auf die conservatio sui eine schwerwiegende Unterlassungssünde, doch ist die selbsterhaltende Notwehr nur im Abgleich mit einem möglichen Interesse der Allgemeinheit am Überleben des Landvogts zu begründen. Ein untugendhafter Stellvertreter wie Geßler ist eingedenk der Theorien von Hermann Conring, Alberico Gentili und Gottlieb Achenwald zwar nicht positiv-rechtlich zu belangen, wohl aber naturrechtlich schuldig. Zweck sei dabei nicht die Bestrafung des Delinquenten, sondern die zukünftige Sicherung des Gemeinwohls vor dem Täter. Dass Gott das Privileg zu strafen zufalle, Tell jedoch selbst Geßler erschießt, löste Bach dahingehend auf, dass die selbstauferlegte Beschränkung der Vergeltung auf einen Schuss einem Gottesurteil gleichkomme.

      Einer kantischen Lektüre unterzog PHILIPP-ALEXANDER HIRSCH (Göttingen) Kleists Novelle Michael Kohlhaas (1810). Dass gerade sein Rechtsgefühl den Protagonisten zum Rechtsbruch führe, lasse sich im Rückgriff auf Kants absolute Straftheorie dahingehend auflösen, dass es iure materialiter geboten sei, dem Junker von Tronka ein Strafübel aufzuerlegen, doch dass iure formaliter der von Kohlhaas eingeschlagene Weg der Selbstjustiz ihn ins Unrecht setze. Schließlich obliege im bürgerlichen Zustand die strafgerechte Durchsetzung proportionaler Sanktionen für den Übeltäter dem Staat. Im Rückgriff auf Kants Lehre vom 'höchsten Gut' sah Hirsch den Rechtsbrecher als glücksunwürdig an: Da nach der praktischen Vernunft Glückseligkeit und Glückswürdigkeit verknüpft sein müssen, sei von Tronka zweifelsfrei zu strafen, jedoch müsse dies auch formaliter korrekt geschehen.

      Wie sich bereits in den Diskussionen erwies, verspricht der Austausch rechts- wie literaturgeschichtlichen Wissens Erkenntnisgewinne für alle Beteiligten. Texte und Diskurse lassen sich in ihrer wechselseitigen Durchdringung von Recht und Literatur erfassen und in größere historische wie theoretische Zusammenhänge einordnen. Auch führt eine interdisziplinäre Betrachtung zur Schärfung von Beobachtungen und Begrifflichkeiten wie etwa bei der basalen Unterscheidung von Strafe im Sinne von poena einerseits oder im Sinne von restitutio, Vergeltung, andererseits. Folgerichtig wird das aufgenommene Gespräch in Kooperation zwischen dem SFB 1385 "Recht und Literatur" und interessierten Fachkollegen in Form eines Arbeitskreises 'Literatur und Strafrecht' für den Untersuchungszeitraum vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert fortgesetzt.

      Sebastian Speth (A03)

    • Workshop-Plakat

      Workshop-Plakat
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      © Julius Noack
  • Round Table
    Round Table
    © © University of Mumbai

    17.12.19: ROUND TABLE: Law, Literature and the Diaspora

    The disciplines of Law and Literature in recent years have become triangulated with Diaspora Studies as texts on global migration and dispersion find echoes in national and international laws on migration and citizenship. Diasporic Literature looks towards legal studies as it seeks to portray the trajectories of migrants who legally and sometimes outside the ambit of the law make their homes in new lands. There are also Transnationals who are employed for short durations of time on work permits which are issued according to the laws of the country that has employed them. Such intermeshing of these three areas has led to the creation of interdisciplinary collaborative centres of study.

    The University of Muenster, Germany has one such collaborative centre for the study of law and literature. As a partner of the University of Mumbai, the University of Muenster is looking at ways in which Mumbai University could participate in this venture.

    This Round Table on Law, Literature and Diaspora is an attempt in this direction and would be brain-storming for ideas on the formalization of areas of overlaps and new fields for research. The Constructions of Home and Belonging Indian Diaspora Centre (CoHaB IDC), University of Mumbai has collaborated with Muenster in the area of Diasporic research and training under the European Union Marie Curie programme. CoHaB IDC looks forward to the deliberations of this Round Table leading to newer, interdisciplinary collaborations with the WWU and their Centre for Law and Literature.