„Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere“

Blumenberg-Gastprofessor Hauschild über religiöse „Geisterseherei“ im Vormärz

Prof. Dr. Thomas Hauschild - Hans-Blumenberg-Gastprofessor
© Franziska Richter

Über religiöse „Geisterseherei“, Schamanismus und Neurobiologie im deutschen Vormärz spricht der Ethnologe und Hans-Blumenberg-Gastprofessor Prof. Dr. Thomas Hauschild am Montag, 10. Juli, am Exzellenzcluster „Religion und Politik“. In dem öffentlichen Vortrag analysiert der Wissenschaftler eine „Welle moraltheologisch unterlegter Dämonologie“ in der Epoche des Vormärz unter anderem anhand der Schriften von Karl Marx, Justinus Kerner und Annette von Droste-Hülshoff. Der Vortrag mit dem Titel „‚… über das Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere‘. Schamanismus und Neurobiologie im deutschen Vormärz“ bildet den Abschluss der Vortragsreihe des Hans-Blumenberg-Gastprofessors über „Die Unvermeidbarkeit von Religion“. Er ist ab 18.15 Uhr im Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Hörsaal JO 1, Johannisstraße 4 in Münster zu hören.

Eine Einführung ins Themenfeld der Vortragsreihe zum nachlesen oder nachhören gibt der Wissenschaftler im Interview mit dem Deutschlandradio in der Sendung „Tag für Tag“.

Prof. Dr. Thomas Hauschild war zuletzt Professor für Ethnologie und vergleichende Kultursoziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Fellowships und Gastprofessuren führten ihn unter anderem an das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien, das Wissenschaftskolleg zu Berlin und das Internationale Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie in Weimar. Thomas Hauschild hat zahlreiche, viel beachtete Publikationen vorgelegt, darunter „Hexen“, „Der böse Blick“, „Magie und Macht in Italien“ (2002), „Ritual und Gewalt“ (2008), und „Weihnachtsmann – Die wahre Geschichte“ (2012). Er ist im Sommersemester 2017 Inhaber der Hans-Blumenberg-Gastprofessur am Exzellenzcluster „Religion und Politik“.

Hans-Blumenberg-Gastprofessur

Die Gastprofessur am Exzellenzcluster „Religion und Politik“, benannt nach dem einflussreichen Philosophen Hans Blumenberg (1920-1996), soll dazu beitragen, innovative Impulse aus der internationalen Forschung nach Münster zu bringen, und die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit am Exzellenzcluster stärken. Dem Verbund gehören rund 200 Mitglieder aus gut 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern an. (dak/ill)