„Zwischen Apokalypse und Utopie“

Ringvorlesung über Zukunftsvisionen seit der Antike bis heute

dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr, Hörsaal F2, Fürstenberghaus am Domplatz 20-22

News Ringvorlesung „Zukunftsvisionen zwischen Apokalypse und Utopie“

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© fuyu liu, Shutterstock.com

Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ betrachtet im Wintersemester „Zukunftsvisionen zwischen Apokalypse und Utopie“. Die Themen der öffentlichen Reihe, die am 14. Oktober beginnt, reichen von prophetischen Texten aus dem griechisch-römischen Ägypten über geschichtsphilosophische Zukunftsentwürfe bis zu Richard Wagners „Kunstwerk der Zukunft“. Auch Kino-Erzählungen wie „Avatar“ und „Cloud Atlas“ werden unter die Lupe genommen.

Die Ringvorlesung, die das Habilitandenkolleg des Exzellenzclusters organisiert, widmet sich der Geschichte apokalyptischen und utopischen Denkens und untersucht an Fallbeispielen, wie religiöse und politische Elemente in Zukunftsvisionen verwoben sind. Es sprechen Vertreterinnen und Vertreter der Geschichts-, Rechts- und Politikwissenschaft, Germanistik, Philosophie, Theologie, Archäologie, Ägyptologie und Musikwissenschaft.

„Ständig sehen wir die Zukunft kommen: Wir verweisen auf den Klimawandel, sagen den Zusammenbruch der Staatsfinanzen voraus, sprechen im Namen zukünftiger Generationen oder fordern grundsätzliche Reformen der Gesellschaft“, erläutert Germanist Dr. Christian Sieg für die Veranstaltergruppe aus dem Habilitandenkolleg. „Wir nutzen dabei Bilder und Narrative, die eine lange Tradition haben.“ Zwei historisch bedeutsame und immer noch wirksame Zukunftsentwürfe seien „Apokalypse“ und „Utopie“.

Im Mittelpunkt der Vorträge stehen diverse Konstellationen von Gegenwart und Zukunft: Dient die Zukunft in einigen Fällen als Gegenentwurf, so wird sie in anderen als Fortführung und Verbesserung der Gegenwart begriffen. Rufen einige Visionen dazu auf, die Gegenwart aktiv zu gestalten, so steht für andere die Zukunft schon fest. Spenden einige Entwürfe Trost, so generieren andere Schrecken – oder setzen ein komplexes Zusammenspiel widersprüchlicher Emotionen in Gang.

Das Sprechen über die Zukunft bedient sich dabei seit jeher verschiedener Medien: Neben den mündlichen Visionsbericht treten die Literatur, die Musik, der Film oder auch die Architektur. Ebenso vielfältig sind die Funktionen, die den Entwürfen von Zukunft zukommen: von der Herrschaftssicherung über die Artikulation von Jenseitsvorstellungen bis zur Veränderung von Geschlechterrollen. (exc/vvm)

Programm

14.10.2014 Klaus Vondung (Siegen) Utopische Entwürfe – apokalyptische Visionen: Träume vom besseren Leben?
21.10.2014 Catherine Keller (Drew University) Klima-Apokalypse, grüne Utopie: Auf dem Weg zu einer Politischen Theologie der Erde
28.10.2014 Joachim Friedrich Quack (Heidelberg) Prophetische Texte aus dem griechisch-römischen Ägypten
04.11.2014 Rubina Raja (Aarhus) Zukunftsvisionen im Grab. Grabporträts und Gesellschaft in Palmyra
11.11.2014 Jay Rubenstein (University of Tennessee) Nebuchadnezzar's Dream: Apocalypse, History, and the First Crusade
18.11.2014 Matthias Riedl (Budapest) Die Welt als Kloster – Joachim von Fiore und sein Verfassungsentwurf für die zukünftige Menschheit
25.11.2014 Liliya Berezhnaya (Münster) Wie man eine Heilige Stadt baut: „Neue Jerusalems“ im osteuropäischen Raum der Frühen Neuzeit
- Vortrag entfällt -
02.12.2014 Maren Conrad (Münster) Nach dem Ende – Postapokalyptische Visionen in Literatur, Film und Computerspiel des 21. Jahrhunderts
09.12.2014 Wolfram Steinbeck (Köln) Welterlösungsutopien: Richard Wagner und „Das Kunstwerk der Zukunft“
16.12.2014 Andreas Urs Sommer (Freiburg) Utopische Geschichtsphilosophie –geschichtsphilosophische Utopik
06.01.2015 Toni Morant i Ariño (Münster) „Die großen Tage kommen“: Zum utopischen Staats- und Frauenbild der spanischen Faschistinnen
13.01.2015 Josef Früchtl (Amsterdam) Neue große Erzählungen: Das Kino von „Avatar“ und „Cloud Atlas“
20.01.2015 Tatjana Hörnle (Berlin) Die Zukunft des Strafens in multikulturellen Gesellschaften
27.01.2015 Antje Flüchter (Bielefeld) Indien im „Warteraum der Geschichte“? Wie der Westen zur Zukunft der Welt wurde

Wintersemester 2014/2015
dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr
Hörsaal F2 im Fürstenberghaus
Domplatz 20-22
48143 Münster