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Handschrift „Beda Venerabilis. Historia ecclesiastica gentis Anglorum“, 9. Jh.

© ULB Düsseldorf

50 Jahre Institut für Mittelalterforschung

Interdisziplinäre Kooperationen gehen im Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung weiter

Pressemitteilung der WWU Münster vom 19. August 2014

Das im August 1964 gegründete Institut für Frühmittelalterforschung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Mit einem am Institut eingerichteten Sonderforschungsbereich, konkret der SFB 7, wurde einst der erste geisteswissenschaftliche SFB Deutschlands durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. Infolgedessen bildete das Institut den organisatorischen Rahmen für eine über 40 Jahre andauernde Forschung innerhalb großer, drittmittelfinanzierter Verbundprojekte. Im Rahmen des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ wurde das Institut an der WWU neu aufgestellt. Seit 2014 ist es in das neue „Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung“ (CMF) integriert und an den Fachbereich Geschichte/Philosophie angebunden, wo die bewährten interdisziplinären Kooperationen fortgesetzt werden.

Die Initiative zur Einrichtung dieses interdisziplinär konzipierten Instituts kam vom Mittelalterhistoriker Prof. Dr. Karl Hauck, der unterschiedliche Fächer und Disziplinen wie die Philologien, die Religionswissenschaften und die Archäologie in die historische Forschung einbinden wollte. Drei Jahre später erschien zum ersten Mal das Jahrbuch „Frühmittelalterliche Studien“ – eine interdisziplinäre Zeitschrift mit bereits 47 Bänden, die sich bis heute zu einer der angesehensten Mittelalterzeitschriften weltweit entwickelt hat.

Infolge der vielfältigen Vernetzungen innerhalb der WWU bildete sich seit den 1960er-Jahren eine Kultur fächerübergreifender Forschung heraus, die der münsterschen Mediävistik (Wissenschaft des Mittelalters) zu international herausragender Geltung verhalf. Bis zum Jahr 2013 blieb das Institut als zentrale Einrichtung der WWU institutionell unabhängig und bot Raum und Rahmen für die kooperativen Projekte von Archäologen, Historikern, Philologen, Theologen, Rechtshistorikern und Byzantinisten.

Arbeitsmethoden und Ergebnisse fließen überdies auch in die universitäre Lehre mit ein. Zahlreiche heute berühmte Forscherpersönlichkeiten haben ihre ersten Schritte in der Wissenschaft bereits während des Studiums am Institut für Frühmittelalterforschung unternommen. Forschungsergebnisse früherer Schwerpunkte und die Arbeit von Langzeitprojekten werden für die Fachwelt und die interessierte Öffentlichkeit darüber hinaus in Datenbanken zur Verfügung gestellt. (upm/vvm)