Kunst erleben im goldenen Pavillon

LWL-Landesmuseum eröffnet Werkstatt und Informationspunkt für die „Goldene Pracht“

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Dr. Hermann Arnhold (Direktor des LWL-Landesmuseums, links), Dr. Udo Grote (Direktor der Domkammer, 3. v. r.), Prof. Dr. Gerd Althoff (Exzellenzcluster "Religion und Politik", Mitte hinten) und Prof. Julia Bolles Wilson (münster school of architecture, 3. v. l.) bei der Eröffnung des goldenen Pavillons auf dem Domplatz.

© LWL

Goldener Glanz auf dem Domplatz: Seit wenigen Tagen ist der goldene Pavillon in Betrieb. Der Bau wurde für die Ausstellung „Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen“ (bis 28. Mai 2012) errichtet, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Domkammer der Kathedralkirche St. Paulus und der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gemeinsam entwickelt haben. Im Pavillon befinden sich eine Goldschmiedewerkstatt, in der Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Workshops selbst kreativ werden können, und ein Informationspunkt für Besucher und Interessierte.

Der 120 Quadratmeter große Pavillon ist in goldenes Kupferblech gehüllt und nimmt damit das Thema der Ausstellung visuell auf. Das Material für die goldene Fassade stellte die Firma KME aus Osnabrück zur Verfügung. Durch die bodentiefen Fenster an allen vier Seiten wirkt der Pavillon offen und erlaubt damit auch Einblick von außen in die Goldschmiede-Werkstatt.

Der goldene Pavillon als symbolischer Verbindungspunkt

„Die Idee, einen Pavillon auf dem Domplatz zu errichten, ist zunächst aus der Raumnot geboren“, erklärt Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte. Durch den Neubau des Museums und die zahlreichen Leihgaben der Ausstellung „Goldene Pracht“ herrscht im Altbau am Domplatz Platzmangel. Deshalb musste für die Kunstvermittlung ein neuer Raum gesucht werden. „Mit dem Pavillon haben wir jetzt eine architektonisch überzeugende Lösung gefunden: Der sternförmige Bau bietet Platz für rund 30 Workshop-Teilnehmer und einen Informationspunkt“, sagt Historiker Prof. Dr. Gerd Althoff vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Auf dem zentral gelegenen Domplatz ist der Pavillon zwischen dem Bischöflichen Palais und dem Westportal des Doms schon von weitem sichtbar. „Gleichzeitig verbindet er die beiden Ausstellungsorte LWL-Landesmuseum und Domkammer symbolisch miteinander“, erläutert Dr. Udo Grote, Direktor der Domkammer.

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Im goldenen Pavillon befindet sich eine Goldschmiedewerkstatt und ein Informationspunkt

© LWL

Das Kunstvermittlungsangebot zur Ausstellung „Goldene Pracht“ umfasst Tages-, Wochenend- und Ferienworkshops, in denen die Workshop-Teilnehmer erste Kenntnisse in der Buch- und Glasmalerei erwerben, Schmuckanhänger aus Emaille herstellen oder Experten beim Schauschmieden beobachten können: „Der Glanz von Gold, Silber und Edelsteinen fasziniert die Menschen. Dies ist auch heute trotz allen Wohlstandes noch so“, erläutert Ingrid Fisch, Leiterin der Kunstvermittlung am LWL-Landesmuseum. Für Kinder gibt es ein Mitmach-Buch, das Kinder und Jugendgruppen zur Ausstellung erarbeitet haben und in dem die Themen rund um die „Goldene Pracht“ anschaulich dargestellt werden. Das Mitmachbuch ist im LWL-Landesmuseum für 4,50 Euro erhältlich.

Entwurf wurde von einer Jury ausgewählt

Studierende der msa (münster school of architecture) haben den Pavillon unter der Leitung der Architekten Marc Günnewig und Jan Kampshoff entworfen, deren Büro modulorbeat die Umsetzung übernahm. Insgesamt haben sich mehr als 30 Studierende monatelang mit dem Projekt „Goldene Pracht“ beschäftigt. Der Entwurf, der jetzt auf dem Domplatz realisiert wird, wurde von einer Jury ausgewählt. Ziel war es, ein Gebäude mit Signet-Charakter zu schaffen, das gleichzeitig alle Anforderungen an das museumspädagogische Programm erfüllt.

Der Pavillon liegt gleich neben dem Wochenmarkt, die Marktstände müssen aber nicht weichen. Es fallen jedoch einige Parkplätze weg, die die Marktbeschicker im hinteren Teil des Domplatzes üblicherweise nutzen. Das LWL-Landesmuseum hat aus diesem Grund 20 Parkplätze auf dem Hindenburgplatz angemietet, auf die die betroffenen Händler ausweichen können.

Die Ausstellung „Goldene Pracht“ ist ein Kooperationsprojekt des Bistums Münster, des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster. Vom 26. Februar bis 28. Mai 2012 präsentiert sie auf 1.500 Quadratmetern 300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts. Die Kuratoren haben 220 Leihgaben von internationalem Rang zusammengetragen. Diesen werden 60 Exponate aus dem Domschatz und dem LWL-Landesmuseum gegenübergestellt.

Der Pavillon ist zu folgenden Zeiten geöffnet:

Dienstag 10-16 Uhr
Mittwoch 9-16 Uhr
Donnerstag 10-21 Uhr
Freitag 10-18 Uhr
Samstag 9-17 Uhr
Sonntag 12-17 Uhr
Montag geschlossen