Archiv der Kategorie: UKM

Wie ein Zahnarzt aus Münster half, Goebbels Kinder zu töten

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Dieser Tage traf ein nicht ganz alltägliches Buch in der Zweigbibliothek Medizin ein: Petra Fohrmann’s „Die Kinder des Reichsministers“ aus dem Fohrmann-Verlag in Swisttal. In diesem Buch schildert Käthe Hübner, die Erzieherin der Goebbels-Kinder in den Jahren 1943-1945, die trügerische Idylle, in der sie bei Familie Goebbels gelebt und gearbeitet hat. Das Buch ist unter der Signatur WZ 70.GG4 05/1 ausleihbar.

Welche Verbindung besteht nun zwischen Goebbels, Münster und der Medizin? Wieso haben wir dieses Buch angeschafft?

In Spiegel Online wies vor kurzem Georg Bönisch in „Habt keine Angst“ auf einen Justizskandal aus den fünfziger Jahren hin. Im Giftmordfall an den sechs Kindern von NS-Propagandachef Joseph Goebbels gestand ein Zahnarzt aus Münster seine Mittäterschaft, doch die Richter ließen ihn ungestraft ziehen.

Aus dem Spiegel-Bericht:

Der Mann, um den sich in jenen Dokumenten alles dreht, heißt Helmut Kunz, geboren 1910 im badischen Ettlingen. Erst hatte er Jura studiert, dann Zahnmedizin, seine Doktorarbeit befasste sich mit „Untersuchungen über Zahncaries bei Schulkindern unter Berücksichtigung ihrer Stillzeiten„. Von 1936 an betrieb er eine Praxis in Lucka südlich von Leipzig, er gehörte der SS an, dem „Sturm 10/48“. Als Hitler den Krieg begann, diente Kunz als Sanitätsoffizier bei der SS-Totenkopf-Division, einem berüchtigten Haufen, 1941 wurde der Arzt schwer verletzt – und nach seiner Genesung in die Etappe versetzt: ans Sanitätsamt der Waffen-SS, nach Berlin. Im April 1945, da war er Sturmbannführer, kommandierten ihn seine Chefs ab in die Reichskanzlei. Für Kunz, den ein Vertrauter Hitlers als „stramme soldatische Erscheinung“ beschrieb, sollte dies zum Schicksalsmoment werden.

Er sedierte die sechs Kinder von Goebbels durch Morphium-Injektionen, anschließend gab Dr. Stumpfegger, der Vertrauensarzt von Himmler, den Kindern Blausäurekapseln. Nach dem Krieg wurde dieser Fall zwar durch das OLG Münster aufgerollt, das Verfahren jedoch eingestellt:

Kunz blieb [im Gegensatz zu Stumpfegger nach 1945] am Leben. Er war nun Zeuge und Täter zugleich, er konnte andere belasten und sich selbst entlasten, er konnte auch Falsches behaupten. Am 30. Juli 1945 flogen die Russen Kunz nach Moskau aus, er war ein Kriegsgefangener wie Hunderttausende andere Deutsche auch. Über zehn Jahre saß Kunz in russischer Gefangenschaft, die Kreml-Gewaltigen entließen ihn erst am 4. Oktober 1955.

Im Januar 1959 erhob die Staatsanwaltschaft Münster Anklage, nicht wegen Mordes, sondern wegen Beihilfe zum Totschlag „durch sechs selbständige Handlungen“. Von vornherein schloss sie aus, dass das Straffreiheitsgesetz von 1954 im Fall Kunz angewendet werden könnte. Erstens sei das „Ansinnen, bei der Tötung der Kinder mitzuwirken“, für ihn kein „verbindlicher Befehl“ gewesen, auch wenn Magda Goebbels so getan haben sollte, ob sie nun ihren Mann ins Feld führte oder Hitler. Und wenn Kunz dies doch so interpretierte, hätte er sich verweigern müssen, denn: „Die Tötung der Kinder war nichts anderes als ein Verbrechen.“ Kunz hatte sich inzwischen in Münster niedergelassen, hier arbeitete er als „Volontärsassistent“ an der Uni-Zahnklinik, auch als Vertragsarzt bei der noch ganz jungen Bundeswehr.

Ja, er habe den Kindern Morphium gespritzt, gestand der Zahnarzt in der ersten Vernehmung, und er schilderte, dass sein Medizinerkollege Stumpfegger und Magda Goebbels danach allein im Zimmer gewesen seien. Als sie herauskam, habe sie weinend gerufen: „Nun ist alles vorbei!“ Nach nur dreiwöchiger Prüfung der Akten stellte die 1. Strafkammer des Landgerichts Münster das Verfahren ein, auf Kosten der Staatskasse. „Straffreiheit sollen grundsätzlich alle diejenigen erlangen, die in abhängiger Situation schuldig wurden“, postulierte das Gericht. Der Zahnarzt starb 1976 in Freudenstadt, hochangesehen, bis zu seinem Tode hatte er praktiziert. Dort, auf dem Städtischen Friedhof, ist er auch bestattet, Abteilung R, Doppelgrab 10/11.

FAZ-Artikel: Vom Untergang der Unikliniken

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Prof. Jürgen Peters, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Universität Duisburg-Essen kritisiert unter dem Titel „Vom Untergang der Unikliniken“ in der FAZ die stille Rationierung der Medizin im Kuhhandel von Parteipolitik und Krankenkassen auf Kosten insbesondere der Universitätsklinika.

Das DRG-System führe zu folgendem:

Krankenhäuser senken ihre Kosten massiv, und zwar durch Erhöhung der Leistungsdichte, Einschränkung der Personalstärke sowie durch medizinische Unterbehandlung und Qualitätsreduktion. Endlose Dokumentationsbürokratie verleidet den Ärzten genuine Tätigkeiten, die Arbeitsbelastung ist teils unerträglich, das Niveau ärztlicher Weiterbildung und Motivation im steilen Sinkflug.

Ebenso werden die Evaluationsrunden kritisiert:

An dieser Stelle setzen nun übliche, aber keineswegs zielführende Reflexe von Politik und Klinikvorständen ein. Es wird beständig evaluiert, oft nach fragwürdigen Kriterien. Unbeschadet der generellen Frage, ob Forschung quantitativ überhaupt sinnvoll messbar ist, werden Impact-Faktoren oder Zitationen wissenschaftlicher Publikation summiert, vor allem aber Euros eingeworbener Drittmittel.

iPhone am Patienten – hygienische Aspekte

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In meinem Beitrag über die Verwendung des iPhones am Patienten (iPhone+Twitter im Staatsexamen) hatte ich die aus meiner Sicht hygienischen Vorteile des Touchscrees hervorgehoben. Ein aufmerksamer Leser der ZBMed-Rubrick „Aktuelles“ hatte daraufhin auf einen Artikel in Wikipedia verwiesen, in dem steht, dass

„Ein gravierender Nachteil von kapazitiven Touchscreens besteht darin, dass diese nur mit dem blossen Finger oder sehr speziellen Eingabestiften, nicht aber mit einem herkömmlichen Eingabestift oder in Handschuhen bedient werden können.“

Vor Anwendung des iPhones am Patienten haben wir natürlich verschiedene Tests durchgeführt. Das iPhone funktioniert sowohl mit Handschuhen, unter Abdeckfolie, als auch in Kombination von Beiden. Als Beleg habe ich einen kleinen Film auf YouTube geladen.

Kontamination von Hardware im Krankenhaus ist ein grosses und wichtiges Thema. Ich habe bisher keine Informationen darüber, ob Smartphones hygienische Vorteile gegenüber stationären Terminals haben. Das iPhone kann ich jedenfalls wie jede PC-Tastatur mit Folie abdecken und in Handschuhen bedienen. Ein Vorteil (für meine Anwendung) ist, dass ich von Patient zu Patient gehen kann und unabhängig von Ort und Ausstattung des Terminals bin. Vielleicht findet sich ja noch ein Kommentar eines Krankenhaus-Hygienikers.

International Medical College (IMC) – Fortbildungsplattform

Das International Medical College, begründet als Universitätsverbund nebst Partnern, ist eine umfangreiche Online-Fortbildungsplattform und bietet neben dem ersten nach den Bologna-Kriterien international anerkannte Masterstudiengang für Implantologie, Online-Fortbildungen, Präsenz-Fortbildungen und in Kooperation mit der Zahnärztekammer Westfalen Lippe Strukturierte Fortbildungen an. Von Seiten des Universitätsklinikums Münster ist die Klinik und Poliklinik für Mund- und Kiefer-, Gesichtschirurgie beteiligt.

Das IMC WIKI® ist eine frei zugängliche, medizinische, universitäre Online-Enzyklopädie unter der Supervision eines wissenschaftlichen Beirates, der sich aus Universitätsprofessoren zusammensetzt. Es richtet sich an Ärzte, Zahnärzte, Wissenschaftler und Patienten sowie interessierte Personen.

Informationen zur Schweine-Influenza

Informationen zur Schweineinfluenza werden von einer Vielzahl von Organisationen zur Verfügung gestellt, hier einige der wichtigsten Seiten:

Neue Online-Bücher: Medizinische Titel von de Gruyter

Allen Angehörigen der WWU steht ab sofort das neue STM-Paket des de Gruyter-Verlages zur Verfügung. Es umfasst ca. 90 Titel der Fächer Biologie, Physik, Chemie, Mathematik und Medizin. Darunter sind folgende medizinischen Titel:

Diese elektronischen Bücher sind im ULB-Katalog nachgewiesen und können jetzt rund um die Uhr benutzt werden.
Bitte beachten Sie: Die Bibliothek hat für Sie eine Ausgewählte Liste aller Online-Lehrbücher zusammengestellt. Zugänglich sind diese Bücher nur im Hochschulnetz der Universität.

Alle aktuellen Meldungen aus den Kliniken und Instituten an einer Stelle

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Weiß das UKM, was das UKM weiß? Vermutlich nicht – es gibt zwar eine Vielzahl an aktuellen Informationen und Newstickern in Klinikum und Fachbereich, aber für einen Rundumblick müßte man eine Vielzahl von Webseiten aufsuchen – und dies regelmäßig.

Dabei gibt es eine einfache Lösung: RSS oder Really Simple Syndication. Jeder Anbieter eines Newstickers könnte diesen leicht in dem universellen RSS-Format (das übrigens auch PubMed nutzt) zur Verfügung stellen. Diese so genannten RSS-Feeds könnten dann ganz einfach auf einer einzigen Webseite zusammengestellt werden – ein einzigartiges Newsportal wäre Wirklichkeit. Doch in der Realität bieten nur Medicampus und ZB Med einen solchen RSS-Feed an. Die Informationsseiten vieler Institute und Kliniken, der Veranstaltungskalender des IZKF, die aktuellen Informationen des Dekanats, der PulsSchlag und schlussendlich die Pressemeldungen des Klinikums verfügen nicht über diese mittlerweile in der Presselandschaft selbstverständliche Möglichkeit und sind damit ein Stück weit außen vor, sie schöpfen ihr Potenzial bei weitem nicht aus.

Um wenigstens die wichtigsten internen Informationsquellen zugänglich zu machen und die Möglichkeiten von RSS zu demonstrieren, hat die Zweigbibliothek unter eine zentrale Newsseite erstellt (s.o.). Sie können einen Link auf diese Seite legen oder die vereinigten News von UKM, Fakultät, PulsSchlag und Medicampus unter folgenden RSS-Adresse abonnieren bzw. mit den Code-Snippets auf Ihrer eigenen Webseite anbieten:

Landkarte Hochschulmedizin

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Die Landkarte Hochschulmedizin wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Medizinischen Fakultätentag zusammengestellt und enthält zahlreiche Kennzahlen der 36 deutschen Unikliniken aus den Jahren 2003-2005. Die Landkarte ermöglicht Recherchen nach einzelnen Hochschulen, den Vergleich von Standorten oder Bundesländern. So kan man sich z.B. über das Betreuungsverhältnis von Studierenden zu Professoren, über die Durchschnittsnoten in den Staatsexamina oder über die Forschungsschwerpunkte informieren. Hier finden Sie die Kennzahlen der Medizinischen Fakultät Münster.

Medizinbibliothek auf dem iPhone

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Bild 1 würde der Fotograf etwa so titulieren: „Best meets best!“

Das hochgerühmte iPhone wirft seine Schatten voraus. Obwohl es ihn offiziell noch gar nicht gibt in Deutschland, wurden bereits Angebote der Zweigbibliothek Medizin der Uni Münster auf ihm gesichtet und genutzt. Wie obiges Bild zeigt, sind alle Ressourcen der Zweigbibliothek Medizin jetzt buchstäblich nur noch einen Handgriff weit entfernt – auch ohne WLAN.

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Die innovative Poliklinik für Kieferorthopädie des Uniklinikums Münster stellte bisher ihre digitalen Lehrinhalte als Videos per iTunes-Feed für den iPod zur Verfügung. Da das IPhone gleichwohl mehr Potenzial bietet (Zugang zum Internet und den Ressourcen der Bibliothek), wurde die Lernumgebung nun auf das Apple-Handy portiert – genial!

Newsfeeds von wiss. Nachrichten und Sendungen

Kurzanleitung: Wie kann ich die folgenden Nachrichtenkanäle / Newsfeeds benutzen?

  1. Installieren Sie einen kostenfreien RSS-Reader auf Ihrem PC. Kopieren Sie den RSS-Link und fügen ihn in Ihren RSS-Reader ein
  2. Oder benutzen Sie die Windows-Sidebar für eine Anzeige auf Ihrem Desktop.

UKM Mixed: Medizinische Einrichtungen Münster

Medizin News: Medizinische Nachrichten

Bauarbeiten vor der Bibliothek

Durch die heftigen Regengüsse der vergangenen Wochen fiel auf, dass ein Abwasserrohr unmittelbar vor dem Eingang der Bibliothek undicht war. Das Rohr verlief so niedrig unter den Gehwegplatten, dass das Wasser aus dem Boden sprudelte. Anstatt das Rohr jetzt nur einfach zu reparieren und es wieder zuzumachen, wird es gleichzeitig auch tiefer im Boden verlegt, da es in der bisherigen Tiefe nicht frostsicher war.

Die Bibliothek ist in der Zeit durch den erhöhten Seiteneingang über die Treppe zu erreichen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.