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Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) veröffentlichte sein programmatisches Werk Vom Gesellschaftsvertrag im Frühjahr 1762. Im Unterschied zu anderen seiner Werke erfuhr es zu Rousseaus Lebzeiten nur wenig Aufmerksamkeit. Erst die Ereignisse um die Französische Revolution führten in den 1790er Jahren zu einem breiten Interesse an dieser schmalen Schrift. Vielen galt es als „Bibel“ der Revolution; heute ist es ein Klassiker der Politischen Philosophie. Mit den von Rousseau explizierten Begriffen des Souveräns und der bürgerlichen Freiheit, mit seiner Unterscheidung zwischen dem Wollen aller (volonté de tous) und dem Gemeinwillen (volonté générale) und schließlich mit seiner Neuformulierung der Vertragsidee entwickelte er ein begriffliches Gerüst, das sich heute sowohl in der Rechtswissenschaft als auch in Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft als fester Bezugspunkt des Nachdenkens über das Verhältnis von Staat, Recht und Demokratie etabliert hat.
Das Seminar hat zwei Ziele: Erstens will es mit diesem Grundlagentext vertraut machen, zweitens bietet es eine Einführung in das philosophische Argumentieren. Denn Rousseau ist nicht nur ein hervorragender Stilist, sondern auch ein leidenschaftlicher Argumentierer. Mit hoher gedanklicher Stringenz präsentiert er hier einige paradigmatische Argumente, die die neuzeitliche Politische Philosophie geprägt haben. Rousseau argumentiert dafür, dass wir durch das Einwilligen in den Gesellschaftsvertrag unsere natürliche Freiheit gegen eine – höhere – bürgerliche Freiheit eintauschen. Bereits 1762 legt er eine Argumentation gegen die Sklaverei vor und versucht nachzuweisen, dass die schon damals verbreitete Rede vom „Recht des Stärkeren“ nicht nur inhaltlich problematisch, sondern aus begrifflichen Gründen Unsinn ist.
Im Seminar werden wir diese und andere Argumente Rousseaus intensiv diskutieren. Zudem ziehen wir geeignete Sekundärliteratur hinzu, die die argumentative Struktur der jeweiligen Textstücke erläutert und einen aktuellen Zugang zu den Kernthesen und Schlüsselargumentationen des Werks eröffnet. Schließlich werden wir in konkreten Übungseinheiten lernen, Rousseaus zentrale Argumente eigenständig zu identifizieren und zu rekonstruieren.
Eine deutsche Übersetzung von Rousseaus Originaltext ist in ein- und zweisprachigen Ausgaben (insbesondere beim Reclam-Verlag) leicht greifbar; alle zugänglichen Übersetzungen können ebenfalls als Textgrundlage verwendet werden.
- Lehrende/r: Martin Hoffmann
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) veröffentlichte sein programmatisches Werk Vom Gesellschaftsvertrag im Frühjahr 1762. Im Unterschied zu anderen seiner Werke erfuhr es zu Rousseaus Lebzeiten nur wenig Aufmerksamkeit. Erst die Ereignisse um die Französische Revolution führten in den 1790er Jahren zu einem breiten Interesse an dieser schmalen Schrift. Vielen galt es als „Bibel“ der Revolution; heute ist es ein Klassiker der Politischen Philosophie. Mit den von Rousseau explizierten Begriffen des Souveräns und der bürgerlichen Freiheit, mit seiner Unterscheidung zwischen dem Wollen aller (volonté de tous) und dem Gemeinwillen (volonté générale) und schließlich mit seiner Neuformulierung der Vertragsidee entwickelte er ein begriffliches Gerüst, das sich heute sowohl in der Rechtswissenschaft als auch in Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft als fester Bezugspunkt des Nachdenkens über das Verhältnis von Staat, Recht und Demokratie etabliert hat.
Das Seminar hat zwei Ziele: Erstens will es mit diesem Grundlagentext vertraut machen, zweitens bietet es eine Einführung in das philosophische Argumentieren. Denn Rousseau ist nicht nur ein hervorragender Stilist, sondern auch ein leidenschaftlicher Argumentierer. Mit hoher gedanklicher Stringenz präsentiert er hier einige paradigmatische Argumente, die die neuzeitliche Politische Philosophie geprägt haben. Rousseau argumentiert dafür, dass wir durch das Einwilligen in den Gesellschaftsvertrag unsere natürliche Freiheit gegen eine – höhere – bürgerliche Freiheit eintauschen. Bereits 1762 legt er eine Argumentation gegen die Sklaverei vor und versucht nachzuweisen, dass die schon damals verbreitete Rede vom „Recht des Stärkeren“ nicht nur inhaltlich problematisch, sondern aus begrifflichen Gründen Unsinn ist.
Im Seminar werden wir diese und andere Argumente Rousseaus intensiv diskutieren. Zudem ziehen wir geeignete Sekundärliteratur hinzu, die die argumentative Struktur der jeweiligen Textstücke erläutert und einen aktuellen Zugang zu den Kernthesen und Schlüsselargumentationen des Werks eröffnet. Schließlich werden wir in konkreten Übungseinheiten lernen, Rousseaus zentrale Argumente eigenständig zu identifizieren und zu rekonstruieren.
Eine deutsche Übersetzung von Rousseaus Originaltext ist in ein- und zweisprachigen Ausgaben (insbesondere beim Reclam-Verlag) leicht greifbar; alle zugänglichen Übersetzungen können ebenfalls als Textgrundlage verwendet werden.
- Lehrende/r: Martin Hoffmann
Seit 2023 besteht eine Kooperation zwischen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster und der Theologischen Fakultät der Yerevan State University, in deren Rahmen im Sommer 2025 eine Sommerakademie in Armenien durchgeführt wird. Diese wird als Hauptseminar für Studierende der Theologie an der Universität Münster angeboten.
Die Sommerakademie beschäftigt sich vertieft mit dem kirchenhistorischen und kulturellen Kontext Armeniens, theologischen Perspektiven zum Völkermord, die Rolle der Religion in politischen und militärischen Konflikten, Konflikttransformation und Friedensarbeit, Ökumene und dem interreligiösen Dialog. Formate der Akademie sind Vorträge, Lektüre und Gruppenarbeit, die von Fachvertreter*innen aus Deutschland und Armenien begleitet werden. Die Arbeitssprache in Armenien ist Englisch.
Neben inhaltlicher Arbeit an Texten und Konzepten werden bedeutende Orte der armenischen orthodoxen Kultur besucht, die armenische Spiritualität erlebt und aktuelle gesellschaftliche Ereignisse in der Begegnung mit Vertreter*innen aus Kirche und Gesellschaft diskutiert.
Eine Vorbereitung durch Lektüre und das Vorbereiten einer inhaltlichen Einheit vor Ort auf Englisch wird erwartet. Absprachen dazu werden bei der Vorbesprechung getroffen.
Die Kosten werden durch verschiedene Geldgeber mitgetragen, so dass eine verhältnismäßig geringe finanzielle Beteiligung der Studierenden aus Deutschland angestrebt wird. Informationen dazu werden beim Vorbereitungstreffen mitgeteilt.
Für eine Teilnahme an der Sommerakademie ist die Teilnahme am Vorbereitungstreffen verpflichtend. Den Termin dafür wird nach der Anmeldung per Email bis zum 15. April 2025 mitgeteilt.
In 2023, the Faculty of Catholic Theology at the University of Münster and the Faculty of Theology at Yerevan State University established a cooperation, in the context of which a summer academy will be held in Armenia in the summer of 2025. This will be offered as an advanced course for students of theology at the University of Münster.
The summer academy will deal in depth with the ecclesiastical, historical and cultural context of Armenia, theological perspectives on the genocide, the role of religion in political and military conflicts, conflict transformation and peace work, ecumenism and interreligious dialogue. The formats of the academy are lectures, reading and group work, accompanied by experts from Germany and Armenia. The working language of the academy in Armenia is English.
In addition to working on texts and concepts, important places of Armenian Orthodox culture will be visited, Armenian spirituality will be experienced, and current social events will be discussed in encounters with representatives from church and society.
It is expected that participants will prepare by reading and preparing a content-related unit in English. Details will be discussed at the preparatory meeting.
The costs are covered by various sponsors, so that the aim is for the financial contribution of the students from Germany to be relatively low. Information on this will be provided at the preparatory meeting.
Participation in the preparatory meeting is mandatory for participation in the summer academy. The date for the meeting will be communicated after registration by email by April 15, 2025.
- Lehrende/r: Regina Elsner
Ökonomische Ungleichheit und die Bedrohung durch Armut betreffen viele Kinder im gegenwärtigen Deutschland und führen zu vielfältigen Benachteiligungen sowie verminderten Teilhabe- und Bildungschancen. Der Zusammenhang von ökonomischer Ungleichheit und klassistischer Benachteiligung wurde in den letzten Jahren in vielen literarischen Texten aufgegriffen und im Kontext der ‚Erwachsenenliteratur‘ breit diskutiert. Das literaturwissenschaftliche Seminar greift diese Anregung auf und verfolgt zwei Ziele: Erstens werden wir uns einen historischen Überblick zur Thematisierung und Darstellung von Armut in der deutschsprachigen Literatur erarbeiten. Zweitens ergänzen wir die Perspektive durch die Analyse von Texten der historischen und aktuellen Kinder- und Jugendliteratur.
- Lehrende/r: Katharina Grabbe
- Lehrende/r: Sebastian Krekeler
- Lehrende/r: Petra Wedeking
- Lehrende/r: Carolin Wever
Enrolement key / Einschreibeschlüssel: AstroPhys21
The lecture provides an introduction into astroparticle physics ranging from neutrino physics and the search for dark matter to the exploration of the high-energy universe using charged cosmic rays, gamma-rays, neutrinos and gravitational waves. The first class of topics aims to understand the sources, abundance and properties of neutrinos and dark matter. The goal of the second class of topics is to understand the high energy, non-thermal universe and the locations and properties of cosmic acceleratoring mechanisms. The lecture provides a mixture of the theoretical background, the experimental findings and the experimental techniques.
Apart from students generally interested in the interdisciplinary field of astroparticle physics, the lecture targets in particular students who want to write their master thesis in the AG Weinheimer or AG Kappes.
1) Brief summary of cosmology
2) Neutrinos from nuclear fusion in the sun, neutrino mass and matter-enhanced neutrino oscillation
3) Evidence, candidates and search for dark matter
4) Primary cosmic radiation: charged cosmic rays, ultra-high energy gamma rays, neutrinos
5) Multimessenger physics and cosmic accelerators
6) Gravitational waves
Einschreibeschlüssel: AstroPhys_xxxxxx
The event date is still subject to change. If the date conflicts with other events of yours, you can let me know your preferences in advance, but unfortunately it is not possible to reschedule after 13:30. We will then set the exact date in the first lecture, which will take place at the time indicated in the course catalog.
The lecture provides an introduction into astroparticle physics with focus on the exploration of the high-energy universe using nuclei, gamma-rays, neutrinos and gravitational waves. After an introduction, the acceleration of nuclei and the production of photons and neutrinos as well as their propagation and detection are discussed. This is followed by a chapter on gravitational waves and their detection. Afterwards, the highly topical field of multi-messenger astrophysics is presented by means of two recent examples. The lecture closes with a chapter on the still illusive Dark Matter and the current status of searches for it.
Apart from students generally interested in the interdisciplinary field of astroparticle physics, the lecture targets in particular students who want to write their master thesis in the AG Kappes or AG Weinheimer.
1 Cosmic radiation (CR)
- Discovery of CRs
- Energy scale and composition of CRs
2 Acceleration mechanisms and sources of CRs
- Acceleration in shock fronts, diffusive shock acceleration
- Sources of CRs (candidates, energy budget)
3 Primary cosmic radiation
- Charged component (sources, propagation, detection)
- Gamma-rays (production, propagation, detection)
- Neutrinos (production, oscillation, detection)
- Gravitational waves (production and detection)
4 Multimessenger astronomy (recent successes)
- Neutron star mergers and the gravitational wave event GW170817
- Neutrinos from blazars and the neutrino event TXS 0506+056
5 Dark Matter
- Evidence for Dark Matter
- Dark Matter Experiments and current status
- Lehrende/r: Alexander Kappes
- Lehrende/r: Christian Weinheimer
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung vor Belegung in SLcM erforderlich!
Im Rahmen des Seminars erarbeiten wir uns einen historischen Überblick über den Umgang mit dem Phänomen Behinderung und gehen auf den jeweiligen gesellschaftlichen Kontext ein. Ein Fokus wird dabei auf den Entwicklungen im 20. Jahrhundert zwischen Pathologisierung, Eugenik und Euthanasie, Rehabilitation und Normalisierung, Behindertenrechtsbewegung und Inklusionsforderung liegen. In dieser historischen Perspektive verorten wir auch die Entstehung und Entwicklung der Sonderpädagogik und fragen abschließend, was die Beschäftigung mit der Geschichte von In- und Exklusion mit aktuellen Entwicklungen zu tun hat.
- Lehrende/r: Julia Gasterstädt
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung vor Belegung in SLcM erforderlich!
Im Rahmen des Seminars erarbeiten wir uns einen historischen Überblick über den Umgang mit dem Phänomen Behinderung und gehen auf den jeweiligen gesellschaftlichen Kontext ein. Ein Fokus wird dabei auf den Entwicklungen im 20. Jahrhundert zwischen Pathologisierung, Eugenik und Euthanasie, Rehabilitation und Normalisierung, Behindertenrechtsbewegung und Inklusionsforderung liegen. In dieser historischen Perspektive verorten wir auch die Entstehung und Entwicklung der Sonderpädagogik und fragen abschließend, was die Beschäftigung mit der Geschichte von In- und Exklusion mit aktuellen Entwicklungen zu tun hat.
- Lehrende/r: Julia Gasterstädt
- Lehrende/r: Taravat Anvari
- Lehrende/r: Tore Christian Dubbert
- Lehrende/r: Bernd Kempa
- Lehrende/r: Adrian Schröder
- Lehrende/r: Eva Maria Sommerfeld
- Lehrende/r: Feina Zou
Nachdem wir uns im Wintersemester mit den Strukturen, der Grammatik und Lexik der slavischen Sprachen beschäftigt haben, stehen nun die historischen und interdisziplinären Aspekte der slavistischen Sprachwissenschaft im Fokus.
Wir steigen ein, indem wir uns einen Überblick über die Vielfalt der großen und kleinen slavischen Sprachen in Ost-, Mittelost- und Südosteuropa verschaffen und die wissenschaftlichen Disziplinen näher kennenlernen, die sich mit ihnen beschäftigen: Slavistik und Linguistik.
Im Laufe des Semesters tauchen wir in die verschiedenen interdisziplinären Teilbereiche der slavistischen Linguistik ein: Zunächst stehen mit der Psycholinguistik die Sprecher*innen slavischer Sprachen im Fokus, und mit ihnen die mentalen Prozesse, die beim Sprechen, Schreiben, Zuhören und Lesen vor sich gehen. Besonderes Augenmerk gilt hier dem Themenkomplex der Mehrsprachigkeit und der slavischen Sprachen als Herkunfts- und Familiensprachen, wie sie in Deutschland häufig sind.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Soziolinguistik, im Rahmen derer Sprachverhalten als Merkmal unterschiedlicher Gruppen (z.B. Dialekte, Jugendsprache, Fachsprachen usw.) betrachtet wird. Eng damit verbunden und höchstaktuell ist das Thema der Sprachpolitik und des Umgangs mit Minderheitensprachen im slavischen Sprachraum.
Heutige Sprachsituationen lassen sich nur aus ihrer historischen Entwicklung hinaus verstehen. Daher werfen wir einen Blick „rückwärts“ bis zu den Anfängen menschlicher Sprache vor fast 2 Millionen Jahren und verfolgen ihre Geschichte über die Entstehung „unserer“ indoeuropäischen Sprachfamilie und das Urslavische bis hin zu unserem modernen Russischen, Ukrainischen, Polnischen, Tschechischen usw.
Die (unbenotete) Studienleistung besteht in der Abgabe dreier Übungsblätter mit Fragen zu den Inhalten der Vorlesung.
- Lehrende/r: Christina Clasmeier
Aufmerksamkeit, deren Lenkung, Inanspruchnahme, Investition und Ökonomisierung, ist in den vergangenen Jahren immer wieder vor dem Hintergrund des digitalen Kapitalismus und den durch ihn technologisierten Umwelten diskutiert worden. Ob von Armen Avanessian, der den Ursprüngen des aktuell erforderten ‘Flüchtigkeitsmanagements’ bis ins 19. Jahrhundert nachgeht, in Anna Kornbluhs Überlegungen zur ‘Unmittelbarkeit’ als Paradigma gegenwärtiger Produktions- und Rezeptionsbedingungen oder bei Jenny Odell, die Wege zum Widerstand gegen die ‘Aufmerksamkeitsökonomie’ aufzeigt, sie alle beziehen sich mal sehr explizit, mal nur implizit auf den Aufmerksamkeitsdiskurs.
Auch in der Kunstgeschichte nimmt die Frage nach der Rolle der Aufmerksamkeit mit der Bildung der digitalen Gesellschaft neue Wendungen. Seit Beginn der 1990er-Jahre geht Jonathan Crary den Wechselwirkungen von Technik, Gesellschaft und Kunst nach, die er immer wieder entlang der sich zwischen ihnen konstituierenden Aufmerksamkeitsregime untersucht. Die Beobachtung von Aufmerksamkeitsstrukturen wird ihm zum nützlichen Werkzeug der Analyse visueller Artefakte. Pamela Lee hingegen plädiert
für eine Kunst, die sich dem Modus der Disruption, dem vielleicht grundlegenden Aufmerksamkeitsregime seit dem Web 2.0, entzieht. Aufgabe der Kunst und Kunstwissenschaft sei es, diesem einen Modus des ‘Close-Readings’ und ‘Slow-Lookings’ entgegenzusetzen. Jüngst hat Claire Bishop vorgeschlagen, die Dialektik von Aufmerksamkeit und Ablenkung zugunsten einer neuen, ‘kollektiven Form der Betrachtung’ aufzulösen. Im Seminar werden wir uns ausführlich mit den genannten Positionen, den Genealogien der Aufmerksamkeitsregime und deren Herrschaft in der Kunst auseinandersetzen. Nicht zuletzt gilt es, deren Effekten auf die Wissenschaft und Wissensvermittlung nachzugehen und offen zu legen. Welche Aufmerksamkeitsregime beherrschen den Seminarraum und das Klassenzimmer und in welchem Verhältnis stehen sie zu jenen der Kunst und anderen Bereichen?
Literatur:
Claire Bishop, ‘Disordered Attention. How We Look at Art and Performance Today’, London 2024. // Jonathan Crary, ‘Suspensions of Perception. Attention, Spectacle, and Modern Culture, Cambridge 2000. // Anna Kornbluh, ‘Immediacy, or The Style of Too Late Capitalism’, London 2024. // Pamela M. Lee, ‘The Glen Park Library. A Fairy Tale of Disruption’, Cambridge 2019. // Jenny Odell, ‘How to do nothing. Resis- ting the Attention Economy’, Brooklyn/London 2019. //
- Lehrende/r: Simon Vagts
- Lehrende/r: Frauke Heins
- Lehrende/r: Christian Wolf
Nach dem Ende einer langen Reihe von Bürgerkriegen, die die römische Republik erschütterten, erhielt der junge siegreiche Octavian, der testamentarisch adoptierte Sohn Caesars, im Jahr 27 v. Chr. neben weiteren Ehrungen auch den Namen Augustus. Er rühmte sich fortan, das alte Staatswesen wiederhergestellt zu haben. Trotz des Slogans der res publica restituta war die Herrschaft des Augustus (31 v. Chr. – 14 n. Chr.) einerseits eine Zeit des Wandels und der Umbrüche, die weite Teile des politischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens betrafen, andererseits lassen sich auch Kontinuitätslinien aus der römischen Republik verfolgen. Neben der politischen Geschichte soll daher im Seminar ein Augenmerk auf die gesellschaftlichen und sozialen Prozesse zur Zeit des Augustus gelegt werden.
Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik, Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Erwerb der Leistungspunkte sind die regelmäßige Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.
- Lehrende/r: Eva Baumkamp
Der lutherische Theologe Johann Andreas Quenstedt empfiehlt in seiner Homiletik Ethica Pastoralis (1678) angehenden Theologiestudierenden, bereits zu Beginn ihres Studiums zu allen sonntäglichen Epistel- und Evangelientexten Karteikarten anzulegen, auf denen sie – in Vorbereitung ihrer späteren Predigttätigkeit – Auslegungsideen und Erschließungsansätze festhalten, die ihnen im Laufe ihres Studiums begegnen.
Diese Idee greift das Hauptseminar auf: Für ausgewählte, zentrale Texte der Lesereihen (etwa zu den großen kirchlichen Festen) wollen wir historische Bibelkommentare, Predigten und Frömmigkeitsliteratur sichten, studieren und aufbereiten. Ziel wird es sein, eine kommentierte Datenbank zusammenzustellen, die den Seminarteilnehmer*innen in ihrem späteren Beruf und bei der Vorbereitung von Predigt und Unterricht zur Verfügung stehen soll.
Literatur: Patrick Bahl, Vom Nutzen der Kirchengeschichte für die Predigt. Homiletische Erwägungen ausgehend von predigtgeschichtlichen Beobachtungen (in: Predigt als Bibelauslegung. Praktische Hermeneutik in interdisziplinären Perspektiven, hg. v. Johannes Greifenstein, Tübingen 2022, 157–186); Patrick Bahl, Auslegungsgeschichte als Grundsignatur kirchenhistorischen und theologischen Arbeitens (Evangelische Theologie, 2025, im Erscheinen).
- Lehrende/r: Patrick Bahl
Das 19. Jahrhundert ragt an bestimmten Orten in ganz besonderer Weise „sinnträchtig in die Gegenwart hinein.” (Rüsen, Historik, S. 105.) Das gilt nicht nur für zahlreiche (National-)Museen, die in dieser Zeit gegründet wurden, (vgl. Pomian, Le musée, S. 169-433.) sondern auch für die historischen Orte selbst, deren systematische Erschließung erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allmählich begann. Dies ist besonders am Ort der Varusschlacht gut nachzuvollziehen. Die Rezeptionsgeschichte dieses Ereignisses, seine geschichtskulturellen Implikationen und museumsdidaktischen Konsequenzen sollen Inhalt des Hauptseminars sein. Neben dieser themenbezogenen Säule geht es auch darum, Museen generell als Orte der Geschichtskultur und des historischen Lernens zu profilieren.
Geschichtskulturell lassen sich u.a. folgende Ansprüche an das Museum Kalkriese unterscheiden. Erstens wird Kalkriese als ‚authentischer‘ Ort (vgl. Brauer, "Heiße Geschichte", S. 38.) wahrgenommen und vermarktet. Zweitens lässt sich Kalkriese als Institution der Geschichtskultur (vgl. Schönemann, Museum, S. 246f.) beschreiben, drittens als Akteur historisch-politischer Bildung. (vgl. Barricelli, Historisch-politisches Lernen, S. 172.) Konkret ergibt sich daher die Frage, inwieweit diese unterschiedlichen Ansprüche in Einklang zu bringen sind und welche Potentiale für das historische Lernen sich in diesem Spannungsfeld realisieren lassen.
Vor Ort werden wir Gelegenheit haben, Kalkriese als geschichtskulturellen Ort zu analysieren, mit den Museumsexpert:innen über didaktische Konzepte zu diskutieren und gemeinsam an einer Neukonzeptionierung des museumsdidaktischen Programms zur Arminiusrezeption mitzuwirken.
- Lehrende/r: Martin Berghane
- Lehrende/r: Hannah Maga
- Lehrende/r: Holger Thünemann
Nachdem die Textproduktion für die spanischsprachige Theaterlandschaft traditionell eher männlich geprägt war, etablieren sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch Autorinnen. Thematisch höchst vielfältig aufgestellt, setzen sie sich mit patriarchalen Strukturen und der Rolle von Frauen in der spanischen Gesellschaft auseinander – und nutzen das Theater darüber hinaus, jenseits jeder vermeintlichen Verpflichtung zur ausschließlichen Beschäftigung mit Genderthemen, für die kritische Befragung der spanischen Vergangenheit und Gegenwart, für die Auseinandersetzung mit Themen wie Machtstrukturen und Hierarchien, sozialen Ungerechtigkeiten, Migrationsprozessen oder Erinnerungskultur. Im Seminar lesen und diskutieren wir ausgewählte Beispiele von Autorinnen wie Paloma Pedrero, Concha Romero, Laila Ripoll, Lluïsa Cunillé oder Angélica Liddell.
- Lehrende/r: Elmar Schmidt
Von Peter Gays 1968 erschienenem Weimar Culture: The Outsider as Insider ausgehend nimmt das Seminar die Explosion von Modernität in Augenschein, die sich in den Werken der Intellektuellen der Weimarer Republik niederschlug. Vermittels der Lektüre einschlägiger Schriften etwa Walter Benjamins, Ernst Troeltschs, Max Webers und Aby Warburgs, aber auch Gottfried Benns, Martin Heideggers, Ernst Jüngers und Carl Schmitts sucht das Seminar, sich dem „Experiment Weimar“ zu nähern. Das Seminar gewährt einen Einblick in das Laboratorium Weimar und fragt nach dem Beitrag der Intellektuellen zu den „Krisenjahren der klassischen Moderne“. Es gilt, die Offenheit jener Jahre zu verdeutlichen, denn – allen Krisen zum Trotz – war der Weg in die nationalsozialistische Diktatur keineswegs vorgezeichnet.
- Lehrende/r: Fernando Esposito
The center of this lecture is the individual balance sheet according to HGB (German-GAAP). On the one hand, the students shall become familiar with the regulatory fundamentals of constructing balance sheets. On the other hand, using balance sheets as a basis for decision making is focused. This can already be seen in different ways of handling questions in financial accounting. The content of this lecture is based on the aims of a trade financial statement and the principles of orderly accounting. They will be used to present the recognition and measurement rules and to discuss their decision usefulness based on tangible examples. The regulation according to IFRS (content of the lecture International Accounting) will also be looked at for several balance sheet positions.
Die Veranstaltung vertieft die Kenntnisse der externen Rechnungslegung in den Bereichen der nationalen und internationalen Einzelabschlüsse. Zum Schwerpunkt der Erstellung des handelsrechtlichen Einzelabschlusses gehören die Ansatz- und Bewertungsvorschriften nach HGB, die sowohl theoretisch betrachtet als auch anhand zahlreicher Beispiele vertieft werden.
- Lehrende/r: Ann Kristin Borchert
- Lehrende/r: Clarissa Büngeler
- Lehrende/r: Nils Burchardt
- Lehrende/r: Hans-Jürgen Kirsch
- Lehrende/r: Maren Kwiatkowski
- Lehrende/r: Simon Lücht
- Lehrende/r: Christian Weber
Die geschriebene Sprache hat m Deutschen in vielen Fällen andere Regeln und Normen als die gesprochene Sprache. Einige dieser Regeln und Normen sollen Sie in diesem Kurs kennenlernen und praktisch anwenden. Sie üben im Kurs das Schreiben unterschiedlicher Textsorten, die mehr oder weniger formell sein können, wie zum Beispiel Forumsbeiträge, die Kommunikation mit Behörden oder Bewerbungsschreiben. Neben diesen festgelegten Textformen nutzen wir auch Methoden kreativen Schreibens im Kurs und machen kleine Schreibprojekte. Kursziele: Verbesserung des schriftlichen Ausdrucks. Es sollen kohärente Texte verfasst werden können, indem die auf dem Niveau bekannten Strukturen sowie der Grundwortschatz angewendet werden.
- Lehrende/r: Sabine Beyer
- Lehrende/r: Irma Carbajal-Rodriguez
- Lehrende/r: Katharina Grenningloh
- Lehrende/r: Andrea Schilling
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmer*innen, Anmeldung erforderlich!
Nachdem Grundlagen zu den Begriffen Bildung, Lehren und Lernen sowie Leistung gelegt und kritisch diskutiert wurden, widmet sich dieses Seminar aktuellen Trends und innovativen Ansätzen in der Didaktik. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, wie moderne Lehrkonzeptionen individuelle Bedürfnisse, Neigungen und Interessen der Lernenden berücksichtigen und gleichzeitig die Motivation der Lerner fördern können. Dabei geht es auch darum, welche Rolle digitale Medien und künstliche Intelligenz (KI) spielen können, um Lernmaterialien ansprechend aufzubereiten und Lernprozesse zu unterstützen. Zudem wird untersucht, wie Leistungsbewertung gestaltet werden kann, um individualisierte Lernwege gerecht zu bewerten.
Das Hauptziel des Seminars besteht darin, dass Sie selbst eine Lerneinheit zu einem aktuellen Thema der Didaktik entwickeln, durchführen und unter Einbezug theoretischer Konzepte reflektieren. Dadurch sollen Sie Ihre Fähigkeiten in der Planung und Umsetzung von modernen Lernarrangements stärken.
- Lehrende/r: Carolin Krüll
- Lehrende/r: Albina Haas
- Lehrende/r: Nicola Huson
- Lehrende/r: Yash Gupta
- Lehrende/r: Özge Kayan
- Lehrende/r: Eva Larisch
- Lehrende/r: Mark U. Stein
- Lehrende/r: Gabriele Uplawski
Die Vorlesung vermittelt einerseits einen Überblick über zentrale Forschungsfelder und Untersuchungsgegenstände der Kultur- und Sozialanthropologie. Reflektiert wird dabei auch der begriffliche und konzeptuelle Wandel der Untersuchungsgegenstände im wissenschaftshistorischen Verlauf in den Themenfeldern Familie und Verwandtschaft, materielle Kultur, das Haus, Museum und Medien. Andererseits vermittelt die Vorlesung Einblicke in den Prozess der wissenschaftshistorischen Herausbildung von Forschungsfeldern auf Grundlage der ethnografischen Methode, gewandelter Definitionen des Forschungsgegenstandes der Ethnologie und der Formulierung und Re-Formulierung von Forschungsproblemen.
- Lehrende/r: Dorothea Schulz
- Lehrende/r: Elisabeth Timm
Im Rahmen der Vorlesung Bilanzanalyse werden den Studierenden die wesentlichen Aspekte der Analyse der wirtschaftlichen Lage von Unternehmen auf der Basis der externen Rechnungslegung vermittelt. Inhaltliche Schwerpunkte sind die finanz- und erfolgswirtschaftliche Analyse eines Unternehmens. Unter anderem werden Cash Flow-basierte Analysen und kapitalmarktorientierte Kennzahlen diskutiert. Zudem wird die Gesamturteilsbildung auf der Basis von Kennzahlensystemen, von mathematisch-statistischen Methoden und von qualitativen Methoden thematisiert. Die Inhalte der Vorlesungen werden anhand des Geschäftsberichtes eines konkreten Unternehmens vertieft. Da zur Analyse von Unternehmen grundlegende Kenntnisse im Bereich der Bilanzierung notwendig sind, sollten die Inhalte der Vorlesungen Bilanzen I/Bilanzen und Bilanzen II/Konzernbilanzen bekannt sein.
Im Rahmen der Vorlesung Bilanzanalyse wird der Geschäftsbericht der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA bilanzanalytisch aufbereitet, der in Learnweb zur Verfügung gestellt wird. Bitte bringen Sie diesen zu jeder Vorlesung mit.
- Lehrende/r: Ann Kristin Borchert
- Lehrende/r: Clarissa Büngeler
- Lehrende/r: Nils Burchardt
- Lehrende/r: Hans-Jürgen Kirsch
- Lehrende/r: Maren Kwiatkowski
- Lehrende/r: Simon Lücht
- Lehrende/r: Christian Weber
- Lehrende/r: Jo Marie Dominiak