Die Nachtseite des Ichs - Traum, Surrealismus und Moderne

Plakat Die Nachtseite Des Ichs Teaser
© Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Im Rahmen der Ausstellungen "Marc Chagall - Der wache Träumer" und "Surreale Bücher - Von Picasso bis Miró" (13.10.2018-20.01.2019) präsentiert das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster in Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität eine spannende und informative Vortragsreihe, die den Traum als Gegenstand und Inspirationsquelle künstlerischer Darstellung in Malerei, Literatur und Film in der Moderne beleuchtet.

© Shubhangi Prolingheuer
© Shubhangi Prolingheuer

6. Internationale Konferenz der EAM

Europäisches Netzwerk für Studien zu Avantgarde und Moderne
Eam Conference 2018
© Marie-Christina Latsch, www.monoparade.de

Hiermit möchten wir auf die diesjährige 6. Internationale Konferenz der EAM (Europäisches Netzwerk für Studien zu Avantgarde und Moderne) hinweisen. Vom 5. bis zum 7. September 2018 findet die EAM-Konferenz zum Thema "Realismen der Avantgarde" an der Universität Münster statt. Nähere Informationen und Programm unter: https://www.uni-muenster.de/Kulturpoetik/EAMconference/

Ringvorlesung

Niloufar Tajeri & Gal Kirn, Berlin, “Remembering Riots – Monuments and Archives of Dissent”

Mi., 18.07.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Niloufar Tajeri Und Gal Kirn
© Victoria Tomaschko

Niloufar Tajeri and Gal Kirn will talk about their exhibition project “Thinking a Monument to Sub/Urban Riots” at the Schloss Solitude that connected two phenomena which at first glance do not fit well together: the monument, which is defined as something that builds collective memory and organizes social consensus; and the riot, which is seen as something violent and destructive towards all sacred pillars of society. But once approached theoretically, the history of both monument and riots reveals itself to be much more conflicting. Accordingly, the exhibition argued there might be a way to bring the two notions into a productive dialogue. In their lecture, Tajeri and Kirn will revisit the task to commemorate riots on the more recent catastrophic event of Grenfell Tower. How to think, perhaps even invent new monumental forms and practices to narrate the complex visible and invisible forms of state violence, while also affirming riots as political and collective forms of action?

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung “[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Mabel O. Wilson, Columbia University, “Race/Memory/Nation – The Spatial Politics of Monuments”

Mi., 11.07.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Alexis Gravely
© Alexis Gravely

The recent fiery debates and now deadly protests sparked by the removals of Confederate war monuments around the United States raises import questions about the racialized origins of American democracy and as a consequence whether public representations can ever truly represent foundational ideals, liberty, equality and justice for all. Prof. Mabel O. Wilson’s talk will explore the blueprint for the biopolitics of the U.S. social order, one where white citizens, idealized in the bronze figures of soldiers, politicians and muses, have thrived at the expense of the lives and labor of black and brown bodies, what Michel Foucault formulated in the modern racial state’s power dynamic of “to ‘make’ live and ‘let’ die” [1].

[1] Michel Foucault, Society Must be Defended: Lectures at the College de France, edited by Mauro Bertani and Alessandro Fontana, trans. David Macey, New York: Picador, 2003, p. 247.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung .“[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ausstellung

Europa in Münster - Neue Blicke auf die Stadt

Studierende des Instituts für Kunstgeschichte zeigen europäische Spuren in den Denkmalen der Stadt (5.-18. Juli 2018)
Europa In M _nster
© LWL

Unser baukulturelles Erbe ist das Ergebnis von kulturellem Austausch über Grenzen hinweg: Die LWL-Aktion „Europa in Westfalen“ lädt junge Menschen dazu ein, in Baudenkmalen Spuren ihrer eigenen Stadtgeschichte und der Geschichte Europas zu entdecken. In Münster haben sich Studierende des Instituts für Kunstgeschichte im Rahmen von zwei Studienprojekten auf eine Forschungsreise durch ihren Studienort begeben. Ihre Entdeckungen möchten sie - ganz im Sinne des Europäischen Kulturerbejahres SHARING HERITAGE - mit den Gästen der Ausstellung "Europa in Münster" teilen.

Ort: LWL-Landeshaus | Bürgerhalle | Freiherr-vom-Stein-Platz 1 | 48145 Münster
Öffnungszeiten: 08:00 - 19:00 Uhr | Sa. & So. geschlossen

Herzlich laden die Studierenden zur Ausstellungseröffnung am 5. Juli 2018, 17.30 Uhr in die Bürgerhalle des LWL-Landeshauses ein!

Ringvorlesung

Nina Möntmann, Hamburg, „Zur Raumproduktion neoliberaler Marktwirtschaft: Harun Farockis Film ‚Ein Neues Produkt‘ im Rahmen des Projekts ‚Neue Auftraggeber‘“

Mi., 04.07.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Nina M _ntmann
© Jens Boldt

Der Vortrag widmet sich Harun Farockis Filmprojekt Ein Neues Produkt (2012), das Nina Möntmann als Kuratorin in Hamburg mit den Deichtorhallen Hamburg als institutionellem Träger begleitet hat. Das im Rahmen der Initiative „Neue Auftraggeber“ entstandene Projekt wurde mit einer Beratungsfirma als teilnehmender „Auftraggeberin“ durchgeführt. Farocki begleitete die Firma über ein Jahr bei ihrer Arbeit in der Hamburger HafenCity, wo neue Lebens- wie Arbeitsräume konstruiert und erprobt wurden, auf deren Gestaltung diese Berufsgruppe großen Einfluss hat. Ihre Aktivitäten finden jedoch im Verborgenen, oder wie sich im Film zeigt, in einer „Bubble“ neoliberaler Werteordnungen statt, die letztlich nur die Resultate in repräsentativer und normativer Form an die Öffentlichkeit gelangen lassen. Farockis Filmprojekt ist in verschiedener Hinsicht als „Counter-Monument“ zu verstehen: zunächst im Apriori der verschobenen Auftraggeberschaft, indem diese Prozesse der Verschiebung in der Praxis sowohl gesellschaftliche Strukturen offenlegen als auch die Limitierungen des Konzepts der „Neuen Auftraggeber“ aufzeigen; auf medialer Ebene werden die klassischen Medien von Kunst im öffentlichen Raum infrage gestellt und schließlich ist mit einer Unternehmensberatung als Auftraggeberin und Teilnehmerin des Projekts das Paradigma der „Bedürftigkeit“ einzelner Bevölkerungsgruppen als Motor partizipatorischer Kunstformen im öffentlichen Raum seit den 1980er Jahren infrage gestellt.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Nora Sternfeld, Kunsthochschule Kassel, „Errungene Erinnerungen und umkämpfte Monumente. Vermitteln was geschehen ist und was es für die Gegenwart bedeutet“

Mi., 27.06.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Nora Sternfeld
© Daniel Shaked

Der Vortrag verfolgt eine Auseinandersetzung mit Monumenten und widmet sich vor allem künstlerischen Gegen-Monumenten und Para-Monumenten von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart. Etymologisch beinhaltet der Begriff Monument das lateinische Worte monere (erinnern, auffordern, warnen, verweisen auf). Dieses bezieht sich einerseits auf die Vergangenheit und andererseits auf die Zukunft. Es geht also bei Monumenten gewissermaßen um den Sinn, der Erinnerung verliehen wird. Und da begegnen wir auch schon den Problemen, die wir mit dem Monumentalen haben können. Einerseits ist der Sinn der Erinnerung ja gerade umkämpft. Monumente werden angeeignet und umgedeutet. Und andererseits ist der Pathos des Sinns auch problematisch. Denn bereits Hannah Arendts Perspektivierung auf die „vollendete Sinnlosigkeit“ [1] der Shoah warnte davor, den Verbrechen der Nazis Sinn zu unterstellen oder zu verleihen. Und doch stolpern wir auf der Suche nach einem antifaschistischen „Wir“ und einem „Nie wieder“, immer wieder über diesen Sinn. Was wäre nun ein Monument, das weder Sinn verleiht noch unterstellt? Möglicherweise eines, das sich der Umkämpftheit von Geschichte stellt.

[1] Hannah Arendt, "Die vollendete Sinnlosigkeit," in dies.: Nach Auschwitz, Berlin 1989, S. 29.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Adriana Markantonatos, Frankfurt a. M., „‘[...] aber das ist eine fast unendliche Geschichte.‘ Über Reinhart Kosellecks Bildarchiv im Kontext seiner Denkmalstudien“

Di., 26.06.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Markantonatos
© privat

Während Reinhart Koselleck (1923-2006) vornehmlich mit seinen Arbeiten zur Historik, Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, Sprachgeschichte und historischen Anthropologie sowie seiner Mitherausgeberschaft der „Geschichtlichen Grundbegriffe“ (1972-1994) verbunden wird, so sind seine kunsthistorischen und bildwissenschaftlichen Interessen sowie seine intensive Bildpraxis als Fotograf, Zeichner und Bildsammler in ihrem vollen Umfang weitgehend unbekannt geblieben. Der Vortrag gibt Einblick in Kosellecks Bildnachlass, der heute im Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg verwahrt wird, insbesondere in das Herzstück: eine umfangreiche Bildsammlung mit mehr als 20.000 eigenhändigen Fotografien des Historikers, etwa von Kriegerdenkmälern, Mahnmalen, Reiterstandbildern und generell von Objekten zur Geschichte des gewaltsamen Todes sowie zu den Themenkreisen Macht und Herrschaft. In diesen Aufnahmen zeigt sich Kosellecks eigensinnige „Erinnerungspraxis im öffentlichen Raum“ im Verlauf eines halben Jahrhunderts. Der Beitrag verfolgt diese „fast unendliche Geschichte“ auf den Spuren von Nachlass und veröffentlichten Schriften.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Verónica Tello, UNSW Sydney, “Counter-Memory and Migratory Subjectivity: Staying with the Many Times of Global Contemporaneity”

Mi., 20.06.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Veronica Tello
© privat

This talk will trace a critical genealogy of counter-memory, one that is bound to migratory subjectivity. It addresses the politics of memory in an era of mass global displacement, and charts the import of migratory subjectivity as a method for staying with the many times, and histories, of global contemporaneity. It seeks to move beyond thinking of counter-memory as simply a means to maintain or register erased and/or contested histories, or more specifically, as a dialectical mnemonic system — and charts an alternative concept of counter-memory, one that is post-dialectical, not bound to an us/them or self/other formula, but is instead committed to endless accumulation and proximities of things — the and/and.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung “[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

„So it is better to speak / remembering / we were never meant to survive.“ (Audre Lorde) Podiumsdiskussion zu der Arbeit „münsters GESCHICHTE VON UNTEN“ von Silke Wagner und dem Umweltzentrum-Archiv e.V. für die Skulptur Projekte 2007 mit Silke Wagner (Frankfurt a. M.), Bernd Drücke (Münster), Christian Fuhrmeister (ZIKG München), Benjamin Lahusen (HU Berlin), Ursula Frohne und Marianne Wagner

Di., 19.06.2018 – Philosophikum, Studiobühne – 18 Uhr c.t.
Paul Wulf-skulptur
© Presseamt Münster / Angelika Klauser

Paul Wulf (1921-1999) steht als wichtiger Verfechter für die kompromisslose Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus, deren Opfer er selber war. Es war vor allem seine radikale Entscheidung, die von ihm in jahrelangen Recherchen zusammengetragenen Archivmaterialien als Schautafeln im Stadtraum zu präsentieren, die die bundesrepublikanische Gesellschaft zu einem Zeitpunkt mit ihrer jüngsten Vergangenheit konfrontierte, da diese noch weitgehend verdrängt wurde. Die Fortführung dieser Inanspruchnahme des öffentlichen Raums durch Silke Wagners Kooperation mit dem UWZ-Archiv, ihre Auseinandersetzung mit Paul Wulf, die Widerstände, mit denen sich Opfer der NS-Euthanasie auch nach der sogenannten „Stunde Null“ konfrontiert sahen und Denkmal und Archiv als zwei Formen der Erinnerungsarbeit werden aus soziologischer, rechtshistorischer und kunstwissenschaftlicher Perspektive diskutiert.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Lageplan Domplatz 6

Plan Domplatz _2017