Tagung

Tagung "FRIEDEN. Theorien, Bilder und Strategien von der Antike bis heute" des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der WWU

22.05.2018 - 25.05.2018 / LWL-Museum für Kunst und Kultur, Auditorium, Domplatz 10, 48143 Münster
Frieden 1
© Vince Musi/The White House, Tomasz Samek/Stadtmuseum Münster

Konzeption: Prof. Dr. Gerd Althoff, Prof. Dr. Eva-Bettina Krems, Prof. Dr. Christel Meier-Staubach, Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer

Auf der öffentlichen Tagung widmen sich international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Frage, warum Menschen zu allen Zeiten den Frieden wünschten, seine Bewahrung auf Dauer aber nie gelang. Anhand zahlreicher historischer Beispiele der europäischen Geschichte diskutieren sie Strategien, Verhaltensmuster und Verfahren, mit denen sich Menschen von der Antike bis heute um Herstellung und Wahrung des Friedens bemühten. Sie richten das Augenmerk darauf, wie viele der Bilder, Rituale und Strategien zeitüberdauernd Geltungskraft behielten. Zugleich zeigen sie zeittypische Veränderungen und ihre Ursachen auf.

Programmübersicht der Tagung.

Ringvorlesung

Barbara Winckler, WWU Münster, „Dokumentation – Imagination – Intervention: Debatten um Erinnerung und Wiederaufbau des Beiruter Stadtzentrums in Kunst, Architektur und Literatur“

Mi., 16.05.20218 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Barbara Winckler
© WWU

Die Debatte um den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Beiruter Stadtzentrums nach dem Ende des Bürgerkriegs (1975-1990) steht emblematisch für die Kontroversen um Erinnerung versus Vergessen, Aufarbeitung versus Amnestie, Partizipation versus wirtschaftliche Entwicklung, die in den 1990er Jahren im Libanon geführt wurden. Anhand von ausgewählten Beispielen aus Literatur, Kunst und Architektur diskutiert der Vortrag unterschiedliche Positionen und Zugänge. Während manche dieser Arbeiten als Intervention unmittelbar im öffentlichen Raum wirken, regen andere in verschiedenen medialen Formen (Roman, graphic novel, Installation) zur Auseinandersetzung mit dem Stadtraum, den ihm eingeschriebenen Erfahrungen und den auf ihn projizierten Leitbildern an. Implizit oder explizit arbeiten sie mit Konzepten wie Latenz, Utopie und Gegennarrativ, und die Grenzen zwischen Dokumentarischem und Imaginärem verwischen. Gerade durch die Ambiguität des künstlerischen Ausdrucks entsteht ein diskursiver Raum, in dem sich Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herausbilden und diskutiert werden können.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Maria Muhle, ADBK München, „‘Geschichte [ist] das, was die Dokumente in Monumente transformiert.‘ Medienphilosophische Überlegungen zur Aktualisierung von Vergangenheit“

Mi., 09.05.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Maria Muhle
© Maria Muhle

Anhand der Untersuchung zeitgenössischer performativer wie nicht-performativer Nachstellungen möchte der Vortrag der Frage nachgehen, wie ein Counter-Monument sich zu tradierten geschichtspolitischen Formen des Monumentalen verhält bzw. sich davon absetzen kann. Ausgehend von einer Typologie der vielseitigen Strategien des Reenactments und einer Befragung ihrer jeweiligen Geschichtspolitiken soll zuletzt auch Reenactment in einem dritten Sinne zu denken versucht werden, d.h. weder als Agent der historiographischen nationalen, sozialen, ethnischen Identitätsproduktion, noch als deren ideologiekritische Dekonstruktion, die der einen Wahrheit eine andere, potentiell wahrere Wahrheit entgegensetzt. Vielmehr möchte der Vortrag eine Nachstellung denken, die erprobt, inwiefern gerade eine solche Wiederholung das Potential hat, Platz für jene Differenzen oder Prozesse zu schaffen, die sich im Vollzug des Reenactments ereignen und es damit ermöglichen, einen Blick auf die Verfasstheit von Geschichte überhaupt zu eröffnen, die sich immer in Kodierungen und Rekodierungen, Bebilderungen, Monumentalisierungen und Dokumentarisierungen ereignet.

Einen Überblick über alle Termine der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“ finden Sie hier.

Abendvortrag
Benjamin Paul Plakat 2
© Institut für Kunstgeschichte WWU

Prof. Dr. Benjamin Paul, “Tintorettos Zweifel?“

Do., 03.05.2018 - Philosophikum, Domplatz 23, Hörsaal 102 - 19:15 Uhr

Prof. Dr. Benjamin Paul (Rutgers University, New Brunswick, NJ) ist ein Spezialist für italienische Renaissance-Kunst mit Schwerpunktsetzung auf venezianische Architektur und Malerei des 16. Jahrhunderts. In seinem öffentlichen Gastvortrag am Institut für Kunstgeschichte in Münster beleuchtet er das Schaffen des Künstlers Jacopo Tintoretto.

Alle Studierenden der Kunstgeschichte sowie Fachinteressierte sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen.

Ringvorlesung

Katharina Neuburger, LWL-Museum für Kunst und Kultur, „Monumente ohne Erinnerung. Maschinenästhetik, Ausstellungspraxis und Rezeption in den USA im späten 19. Jahrhundert“

Mi., 02.05.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Katharina Neuburger
© LWL/Anne Neier

Katharina Neuburger geht den Präsentationen des Corliss-Motors auf der Centennial Exhibition 1876 in Philadelphia und der Kanone des Industriemagnaten Alfred Krupp bei der World’s Columbian Exposition in Chicago im Jahr 1893 nach. Weit mehr als bloße Beispiele eines überbordenden Fortschrittsfiebers sind sie von Historizität befreite Monumente, inszenierte Maschinen, die einen neuen Umgang mit Erinnerungsformen in den Vereinigten Staaten visualisieren und das neue Selbstverständnis der amerikanischen Kultur widerspiegeln. Der Vortrag widmet sich diesen beiden Maschinen als ‚Monumenten ohne Erinnerung‘ – von den Ausstellungsstrukturen ausgehend, über die Inszenierungsmechanismen der Maschinen selbst bis hin zu den in der zeitgenössischen Rezeption verwendeten Begriffen.

Einen Überblick über alle Termine der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“ finden Sie hier.

Ringvorlesung

Corinna Kühn, WWU Münster, „Performen in kalten Zeiten. Das Denkmal ohne Reisepass und andere Adressierungen sozialrealistischer Denkmäler im ostmitteleuropäischen Raum der 1970er-80er Jahre“

Mi., 25.04.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Corinna Kühn
© Corinna Kühn

In ihrem Vortrag folgt Corinna Kühn künstlerischen Strategien und Praktiken, mit denen Performance-Künstler_innen Ostmitteleuropas während der 1970er und 1980er Jahre sozrealistische Denkmäler im öffentlichen sowie im halböffentlichen Raum adressierten. Mit Protestaktionen gegen staatliche Sanktionen verhandelten Künstler_innen wie z. B. KwieKulik, Endre Tót und Jiří Kovanda Erfahrungen des Exils und des Reiseverbots oder entlarvten den Personenkult um sozialistische Führungskräfte. Allen Aktionen gemeinsam ist die Hinterfragung des offiziell propagierten Kunstbegriffs, eine Untersuchung der Rolle von Künstler_innen innerhalb einer Gesellschaft sowie ein kritischer Umgang mit der Produktion unterschiedlicher Arten von Öffentlichkeit, der Teilhabe an ihr und dem Recht auf Privatheit.

Einen Überblick über alle Termine der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“ finden Sie hier.

Denkmalpflege: Blogseite und Fernsehbericht zum europäischen Kulturerbe in Münster.

Clemenskirche
© MüEu

Allerorts kann man auch in Münster jenseits der "großen" Monumente gebautes Kulturerbe finden, das von europäischen Geschichten und Einflüssen erzählt. Im Wintersemester 2017/18 haben Studierende im Rahmen einer Lehrveranstaltung zur Denkmalpflege von Dr. Oliver Karnau als die künftigen "Erben des Erbes" auf Orte und Objekte in Münster untersucht, deren Geschichte und Bedeutung von grenzüberschreitenden Einflüssen geprägt sind. Absichtlich haben sie keine Sehenswürdigkeiten ausgewählt, die schon weithin bekannt sind. Die Redaktion von WDR Münster fand das so spannend, dass darüber ein Bericht erstellt worden ist, der am 5. April 2018 gesendet wurde (leider in der Mediathek nicht mehr verfügbar). Die Blogseite der Studierenden findet man unter http://muenstereuropa.blogspot.de/. Einige Studierende reisen nun nach Girona, um dort das Projekt vorzustellen und Perspektiven für das europäische Kulturerbe zu diskutieren.

Ringvorlesung
Ringvorlesung Counter-monuments
© Vanessa Dartmann, Designservice WWU

[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum

mittwochs, 18-20 Uhr c.t., Fürstenberghaus, F2

An fünfzehn Terminen werden in diesem Sommersemester internationale Wissenschaftler*innen und Künstler*innen in Vorträgen und Gesprächen Fragen zu Denkmälern, Erinnerungspraxen und „Formen des Vergessens“ (Aleida Assmann) im öffentlichen Raum nachgehen und diese aus der Perspektive ihrer Fächer diskutieren. Einen Überblick über alle Termine finden Sie hier.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsprojekts zum Skulptur Projekte Archiv.
Die erste Sitzung findet am Mittwoch, den 18. April statt.

Einladung zu Semesterempfang und Ausstellungseröffnung

Picknick Am Lwl Museum 14.jpeg
© Institut für Kunstgeschichte

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Studierende,

am Montag, den 09.04.2018 findet ab 13:00 Uhr in der großen Halle des
Instituts für Kunstgeschichte, Domplatz 23, der diesjährige
Semesterempfang statt. Die geschäftsführende Direktorin Frau
Professorin Krems wird alle zum Semesterstart begrüßen und die
Fachschaft sowie die Lehrenden des Instituts werden sich und ihre
geplanten Veranstaltungen kurz vorstellen.

Im Rahmen des Semesterempfangs wird zudem die Ausstellung der
Fotografien des Studierendenwettbewerbs „Lens-based Sculpture?“
eröffnet und es werden Preise an die beiden Gewinner_innen verliehen.

Wir würden uns freuen, Sie und Euch dort zahlreich begrüßen zu
dürfen!

Ihre Fachschaft Kunstgeschichte und Ihr Institut für Kunstgeschichte


Workshop

Workshop: Frieden in der Kunst

01.-02. Februar 2018 - Domplatz 23, Hörsaal 102
Workshop Frieden In der Kunst
© Saint-Denis, musée d'art et d'histoire - Cliché I. Andréani

Die Studierenden des Oberseminars "Frieden in der Kunst" unter der Leitung von Prof. Dr. Eva Krems laden herzlich zu ihren Vorträgen im Rahmen eines zweitägigen Workshops ein. Im Zentrum steht die Visualisierung von "Frieden" vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Die diskutierte Auswahl dient zugleich als eine kleine Vorschau auf die in Münster ab April 2018 gezeigte Ausstellung „Frieden! Von der Antike bis heute“. Weitere Details zur Tagung entnehmen Sie bitte dem Flyer.
Wir freuen uns auf Euren/Ihren Besuch!

Lageplan Domplatz 6

Plan Domplatz _2017