Das Geschäftszimmer ist vom 17.08.18 bis einschließlich 20.08.18 nicht besetzt.

Ringvorlesung

Niloufar Tajeri & Gal Kirn, Berlin, “Remembering Riots – Monuments and Archives of Dissent”

Mi., 18.07.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Niloufar Tajeri Und Gal Kirn
© Victoria Tomaschko

Niloufar Tajeri and Gal Kirn will talk about their exhibition project “Thinking a Monument to Sub/Urban Riots” at the Schloss Solitude that connected two phenomena which at first glance do not fit well together: the monument, which is defined as something that builds collective memory and organizes social consensus; and the riot, which is seen as something violent and destructive towards all sacred pillars of society. But once approached theoretically, the history of both monument and riots reveals itself to be much more conflicting. Accordingly, the exhibition argued there might be a way to bring the two notions into a productive dialogue. In their lecture, Tajeri and Kirn will revisit the task to commemorate riots on the more recent catastrophic event of Grenfell Tower. How to think, perhaps even invent new monumental forms and practices to narrate the complex visible and invisible forms of state violence, while also affirming riots as political and collective forms of action?

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung “[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Mabel O. Wilson, Columbia University, “Race/Memory/Nation – The Spatial Politics of Monuments”

Mi., 11.07.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Alexis Gravely
© Alexis Gravely

The recent fiery debates and now deadly protests sparked by the removals of Confederate war monuments around the United States raises import questions about the racialized origins of American democracy and as a consequence whether public representations can ever truly represent foundational ideals, liberty, equality and justice for all. Prof. Mabel O. Wilson’s talk will explore the blueprint for the biopolitics of the U.S. social order, one where white citizens, idealized in the bronze figures of soldiers, politicians and muses, have thrived at the expense of the lives and labor of black and brown bodies, what Michel Foucault formulated in the modern racial state’s power dynamic of “to ‘make’ live and ‘let’ die” [1].

[1] Michel Foucault, Society Must be Defended: Lectures at the College de France, edited by Mauro Bertani and Alessandro Fontana, trans. David Macey, New York: Picador, 2003, p. 247.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung .“[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ausstellung

Europa in Münster - Neue Blicke auf die Stadt

Studierende des Instituts für Kunstgeschichte zeigen europäische Spuren in den Denkmalen der Stadt (5.-18. Juli 2018)
Europa In M _nster
© LWL

Unser baukulturelles Erbe ist das Ergebnis von kulturellem Austausch über Grenzen hinweg: Die LWL-Aktion „Europa in Westfalen“ lädt junge Menschen dazu ein, in Baudenkmalen Spuren ihrer eigenen Stadtgeschichte und der Geschichte Europas zu entdecken. In Münster haben sich Studierende des Instituts für Kunstgeschichte im Rahmen von zwei Studienprojekten auf eine Forschungsreise durch ihren Studienort begeben. Ihre Entdeckungen möchten sie - ganz im Sinne des Europäischen Kulturerbejahres SHARING HERITAGE - mit den Gästen der Ausstellung "Europa in Münster" teilen.

Ort: LWL-Landeshaus | Bürgerhalle | Freiherr-vom-Stein-Platz 1 | 48145 Münster
Öffnungszeiten: 08:00 - 19:00 Uhr | Sa. & So. geschlossen

Herzlich laden die Studierenden zur Ausstellungseröffnung am 5. Juli 2018, 17.30 Uhr in die Bürgerhalle des LWL-Landeshauses ein!

Ringvorlesung

Nina Möntmann, Hamburg, „Zur Raumproduktion neoliberaler Marktwirtschaft: Harun Farockis Film ‚Ein Neues Produkt‘ im Rahmen des Projekts ‚Neue Auftraggeber‘“

Mi., 04.07.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Nina M _ntmann
© Jens Boldt

Der Vortrag widmet sich Harun Farockis Filmprojekt Ein Neues Produkt (2012), das Nina Möntmann als Kuratorin in Hamburg mit den Deichtorhallen Hamburg als institutionellem Träger begleitet hat. Das im Rahmen der Initiative „Neue Auftraggeber“ entstandene Projekt wurde mit einer Beratungsfirma als teilnehmender „Auftraggeberin“ durchgeführt. Farocki begleitete die Firma über ein Jahr bei ihrer Arbeit in der Hamburger HafenCity, wo neue Lebens- wie Arbeitsräume konstruiert und erprobt wurden, auf deren Gestaltung diese Berufsgruppe großen Einfluss hat. Ihre Aktivitäten finden jedoch im Verborgenen, oder wie sich im Film zeigt, in einer „Bubble“ neoliberaler Werteordnungen statt, die letztlich nur die Resultate in repräsentativer und normativer Form an die Öffentlichkeit gelangen lassen. Farockis Filmprojekt ist in verschiedener Hinsicht als „Counter-Monument“ zu verstehen: zunächst im Apriori der verschobenen Auftraggeberschaft, indem diese Prozesse der Verschiebung in der Praxis sowohl gesellschaftliche Strukturen offenlegen als auch die Limitierungen des Konzepts der „Neuen Auftraggeber“ aufzeigen; auf medialer Ebene werden die klassischen Medien von Kunst im öffentlichen Raum infrage gestellt und schließlich ist mit einer Unternehmensberatung als Auftraggeberin und Teilnehmerin des Projekts das Paradigma der „Bedürftigkeit“ einzelner Bevölkerungsgruppen als Motor partizipatorischer Kunstformen im öffentlichen Raum seit den 1980er Jahren infrage gestellt.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Nora Sternfeld, Kunsthochschule Kassel, „Errungene Erinnerungen und umkämpfte Monumente. Vermitteln was geschehen ist und was es für die Gegenwart bedeutet“

Mi., 27.06.2018 – Fürstenberghaus, F5 – 18 Uhr c.t.
Nora Sternfeld
© Daniel Shaked

Der Vortrag verfolgt eine Auseinandersetzung mit Monumenten und widmet sich vor allem künstlerischen Gegen-Monumenten und Para-Monumenten von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart. Etymologisch beinhaltet der Begriff Monument das lateinische Worte monere (erinnern, auffordern, warnen, verweisen auf). Dieses bezieht sich einerseits auf die Vergangenheit und andererseits auf die Zukunft. Es geht also bei Monumenten gewissermaßen um den Sinn, der Erinnerung verliehen wird. Und da begegnen wir auch schon den Problemen, die wir mit dem Monumentalen haben können. Einerseits ist der Sinn der Erinnerung ja gerade umkämpft. Monumente werden angeeignet und umgedeutet. Und andererseits ist der Pathos des Sinns auch problematisch. Denn bereits Hannah Arendts Perspektivierung auf die „vollendete Sinnlosigkeit“ [1] der Shoah warnte davor, den Verbrechen der Nazis Sinn zu unterstellen oder zu verleihen. Und doch stolpern wir auf der Suche nach einem antifaschistischen „Wir“ und einem „Nie wieder“, immer wieder über diesen Sinn. Was wäre nun ein Monument, das weder Sinn verleiht noch unterstellt? Möglicherweise eines, das sich der Umkämpftheit von Geschichte stellt.

[1] Hannah Arendt, "Die vollendete Sinnlosigkeit," in dies.: Nach Auschwitz, Berlin 1989, S. 29.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Adriana Markantonatos, Frankfurt a. M., „‘[...] aber das ist eine fast unendliche Geschichte.‘ Über Reinhart Kosellecks Bildarchiv im Kontext seiner Denkmalstudien“

Di., 26.06.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Markantonatos
© privat

Während Reinhart Koselleck (1923-2006) vornehmlich mit seinen Arbeiten zur Historik, Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, Sprachgeschichte und historischen Anthropologie sowie seiner Mitherausgeberschaft der „Geschichtlichen Grundbegriffe“ (1972-1994) verbunden wird, so sind seine kunsthistorischen und bildwissenschaftlichen Interessen sowie seine intensive Bildpraxis als Fotograf, Zeichner und Bildsammler in ihrem vollen Umfang weitgehend unbekannt geblieben. Der Vortrag gibt Einblick in Kosellecks Bildnachlass, der heute im Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg verwahrt wird, insbesondere in das Herzstück: eine umfangreiche Bildsammlung mit mehr als 20.000 eigenhändigen Fotografien des Historikers, etwa von Kriegerdenkmälern, Mahnmalen, Reiterstandbildern und generell von Objekten zur Geschichte des gewaltsamen Todes sowie zu den Themenkreisen Macht und Herrschaft. In diesen Aufnahmen zeigt sich Kosellecks eigensinnige „Erinnerungspraxis im öffentlichen Raum“ im Verlauf eines halben Jahrhunderts. Der Beitrag verfolgt diese „fast unendliche Geschichte“ auf den Spuren von Nachlass und veröffentlichten Schriften.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Verónica Tello, UNSW Sydney, “Counter-Memory and Migratory Subjectivity: Staying with the Many Times of Global Contemporaneity”

Mi., 20.06.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Veronica Tello
© privat

This talk will trace a critical genealogy of counter-memory, one that is bound to migratory subjectivity. It addresses the politics of memory in an era of mass global displacement, and charts the import of migratory subjectivity as a method for staying with the many times, and histories, of global contemporaneity. It seeks to move beyond thinking of counter-memory as simply a means to maintain or register erased and/or contested histories, or more specifically, as a dialectical mnemonic system — and charts an alternative concept of counter-memory, one that is post-dialectical, not bound to an us/them or self/other formula, but is instead committed to endless accumulation and proximities of things — the and/and.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung “[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

„So it is better to speak / remembering / we were never meant to survive.“ (Audre Lorde) Podiumsdiskussion zu der Arbeit „münsters GESCHICHTE VON UNTEN“ von Silke Wagner und dem Umweltzentrum-Archiv e.V. für die Skulptur Projekte 2007 mit Silke Wagner (Frankfurt a. M.), Bernd Drücke (Münster), Christian Fuhrmeister (ZIKG München), Benjamin Lahusen (HU Berlin), Ursula Frohne und Marianne Wagner

Di., 19.06.2018 – Philosophikum, Studiobühne – 18 Uhr c.t.
Paul Wulf-skulptur
© Presseamt Münster / Angelika Klauser

Paul Wulf (1921-1999) steht als wichtiger Verfechter für die kompromisslose Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus, deren Opfer er selber war. Es war vor allem seine radikale Entscheidung, die von ihm in jahrelangen Recherchen zusammengetragenen Archivmaterialien als Schautafeln im Stadtraum zu präsentieren, die die bundesrepublikanische Gesellschaft zu einem Zeitpunkt mit ihrer jüngsten Vergangenheit konfrontierte, da diese noch weitgehend verdrängt wurde. Die Fortführung dieser Inanspruchnahme des öffentlichen Raums durch Silke Wagners Kooperation mit dem UWZ-Archiv, ihre Auseinandersetzung mit Paul Wulf, die Widerstände, mit denen sich Opfer der NS-Euthanasie auch nach der sogenannten „Stunde Null“ konfrontiert sahen und Denkmal und Archiv als zwei Formen der Erinnerungsarbeit werden aus soziologischer, rechtshistorischer und kunstwissenschaftlicher Perspektive diskutiert.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Bronislaw Szerszynski, Lancaster University, „When human time meets geological time: the (im)possibility of an Anthropocene monument”

Mi., 13.06.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Bronislaw Szerszynski
© Lancaster University


In the proposed new geological epoch of the Anthropocene, it has been suggested, humans are becoming a geological force that is changing the way the Earth system operates. This suggests that human, historical time and deep, geological time are merging. In this talk Bronislaw Szerszynski argues that we can use an analysis of how monuments bring together different kinds of time and space to understand how deep, geological time is made meaningful to mortal humans - and the particular challenges posed by the Anthropocene. What monuments - or counter-monuments - can help us make sense of the Anthropocene moment?

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

"As If Memories Could Deceive Me". Marcel Odenbach im Gespräch über die Monumente der Erinnerung

Mi., 6. Juni 2018 – Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur Münster – 18 Uhr c.t.
Ringvorlesung Counter-monuments
© Vanessa Dartmann, Designservice WWU

Mit Prof. Dr. Ursula Frohne (WWU), Dr. Marianne Wagner (LWL-Museum für Kunst und Kultur) und Maria Engelskirchen (WWU)

In seinen Arbeiten setzt sich Marcel Odenbach mit der Erinnerung an vergangene Traumata auseinander, unter anderem mit der Kolonialgeschichte Deutschlands, dem Holocaust oder dem Genozid in Ruanda. Odenbach spürt dem Fortbestehen dieser vergangenen Gewalttaten in der Gegenwart nach und kompiliert mittels der Montage von eigenen Filmsequenzen und Archivaufnahmen filmische Palimpseste, die eher das aktuelle Zusammenleben als die historischen Ereignisse selbst in den Vordergrund rücken. Die oftmals architektonisch vermittelte Vergangenheit, sei es in Form von Mahnmalen oder Relikten der Kolonialzeit, wird auf poetische Weise auf ihre ins Gestern und Heute weisenden Spuren hin befragt.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Anna-Lisa Dieter, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, „Institutionalisierter Ikonoklasmus: Das Musée des Monuments Français und die Literatur des 19. Jahrhunderts“

Mi., 30.05.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t. (ausgefallen)
Anna-Lisa Dieter
© Privat

Das von Alexandre Lenoir gegründete Musée des Monuments Français beherbergte in den Jahren 1795–1816 ehemals adlige und kirchliche Besitztümer, die während der Französischen Revolution eingezogen wurden. Es setzte dem revolutionären Vandalismus ein Denkmal, indem es die „verstümmelten“ Monumente ausstellte, ohne sie zuvor restauriert zu haben. Als „steinerne Wunden“ erinnerten sie an das Ancien Régime und gaben es den Blicken der Museumsbesucher als tödlich verwundete, endgültig überholte Ordnung preis. Diese Präsentation war wiederum nicht mit dem restaurativen Projekt der 1814/15 zurückgekehrten Bourbonen-Monarchie zu vereinen, sodass das Zurschaustellen der zerstörten Symbole des Ancien Régime unter der Restauration daher auch ein baldiges Ende fand. Der Vortrag stellt die ästhetische Faszination vor, die das Museum und die in ihm ausgestellte revolutionäre Zerstörungskraft auf Autoren wie Victor Hugo und Stendhal ausübte. Als romantische Anhänger des Musée empfanden sie die Auflösung des Museums im Jahr 1816 und die Wiederherstellung der monarchischen Symbole als abermaligen Vandalismus, nun in einer postrevolutionären Zeit.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Tagung

Tagung "FRIEDEN. Theorien, Bilder und Strategien von der Antike bis heute" des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der WWU

22.05.2018 - 25.05.2018 / LWL-Museum für Kunst und Kultur, Auditorium, Domplatz 10, 48143 Münster
Frieden 1
© Vince Musi/The White House, Tomasz Samek/Stadtmuseum Münster

Konzeption: Prof. Dr. Gerd Althoff, Prof. Dr. Eva-Bettina Krems, Prof. Dr. Christel Meier-Staubach, Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer

Auf der öffentlichen Tagung widmen sich international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Frage, warum Menschen zu allen Zeiten den Frieden wünschten, seine Bewahrung auf Dauer aber nie gelang. Anhand zahlreicher historischer Beispiele der europäischen Geschichte diskutieren sie Strategien, Verhaltensmuster und Verfahren, mit denen sich Menschen von der Antike bis heute um Herstellung und Wahrung des Friedens bemühten. Sie richten das Augenmerk darauf, wie viele der Bilder, Rituale und Strategien zeitüberdauernd Geltungskraft behielten. Zugleich zeigen sie zeittypische Veränderungen und ihre Ursachen auf.

Programmübersicht der Tagung.

Ringvorlesung

Barbara Winckler, WWU Münster, „Dokumentation – Imagination – Intervention: Debatten um Erinnerung und Wiederaufbau des Beiruter Stadtzentrums in Kunst, Architektur und Literatur“

Mi., 16.05.20218 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Barbara Winckler
© WWU

Die Debatte um den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Beiruter Stadtzentrums nach dem Ende des Bürgerkriegs (1975-1990) steht emblematisch für die Kontroversen um Erinnerung versus Vergessen, Aufarbeitung versus Amnestie, Partizipation versus wirtschaftliche Entwicklung, die in den 1990er Jahren im Libanon geführt wurden. Anhand von ausgewählten Beispielen aus Literatur, Kunst und Architektur diskutiert der Vortrag unterschiedliche Positionen und Zugänge. Während manche dieser Arbeiten als Intervention unmittelbar im öffentlichen Raum wirken, regen andere in verschiedenen medialen Formen (Roman, graphic novel, Installation) zur Auseinandersetzung mit dem Stadtraum, den ihm eingeschriebenen Erfahrungen und den auf ihn projizierten Leitbildern an. Implizit oder explizit arbeiten sie mit Konzepten wie Latenz, Utopie und Gegennarrativ, und die Grenzen zwischen Dokumentarischem und Imaginärem verwischen. Gerade durch die Ambiguität des künstlerischen Ausdrucks entsteht ein diskursiver Raum, in dem sich Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herausbilden und diskutiert werden können.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“.

Ringvorlesung

Maria Muhle, ADBK München, „‘Geschichte [ist] das, was die Dokumente in Monumente transformiert.‘ Medienphilosophische Überlegungen zur Aktualisierung von Vergangenheit“

Mi., 09.05.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Maria Muhle
© Maria Muhle

Anhand der Untersuchung zeitgenössischer performativer wie nicht-performativer Nachstellungen möchte der Vortrag der Frage nachgehen, wie ein Counter-Monument sich zu tradierten geschichtspolitischen Formen des Monumentalen verhält bzw. sich davon absetzen kann. Ausgehend von einer Typologie der vielseitigen Strategien des Reenactments und einer Befragung ihrer jeweiligen Geschichtspolitiken soll zuletzt auch Reenactment in einem dritten Sinne zu denken versucht werden, d.h. weder als Agent der historiographischen nationalen, sozialen, ethnischen Identitätsproduktion, noch als deren ideologiekritische Dekonstruktion, die der einen Wahrheit eine andere, potentiell wahrere Wahrheit entgegensetzt. Vielmehr möchte der Vortrag eine Nachstellung denken, die erprobt, inwiefern gerade eine solche Wiederholung das Potential hat, Platz für jene Differenzen oder Prozesse zu schaffen, die sich im Vollzug des Reenactments ereignen und es damit ermöglichen, einen Blick auf die Verfasstheit von Geschichte überhaupt zu eröffnen, die sich immer in Kodierungen und Rekodierungen, Bebilderungen, Monumentalisierungen und Dokumentarisierungen ereignet.

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Abendvortrag
Benjamin Paul Plakat 2
© Institut für Kunstgeschichte WWU

Prof. Dr. Benjamin Paul, “Tintorettos Zweifel?“

Do., 03.05.2018 - Philosophikum, Domplatz 23, Hörsaal 102 - 19:15 Uhr

Prof. Dr. Benjamin Paul (Rutgers University, New Brunswick, NJ) ist ein Spezialist für italienische Renaissance-Kunst mit Schwerpunktsetzung auf venezianische Architektur und Malerei des 16. Jahrhunderts. In seinem öffentlichen Gastvortrag am Institut für Kunstgeschichte in Münster beleuchtet er das Schaffen des Künstlers Jacopo Tintoretto.

Alle Studierenden der Kunstgeschichte sowie Fachinteressierte sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen.

Ringvorlesung

Katharina Neuburger, LWL-Museum für Kunst und Kultur, „Monumente ohne Erinnerung. Maschinenästhetik, Ausstellungspraxis und Rezeption in den USA im späten 19. Jahrhundert“

Mi., 02.05.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Katharina Neuburger
© LWL/Anne Neier

Katharina Neuburger geht den Präsentationen des Corliss-Motors auf der Centennial Exhibition 1876 in Philadelphia und der Kanone des Industriemagnaten Alfred Krupp bei der World’s Columbian Exposition in Chicago im Jahr 1893 nach. Weit mehr als bloße Beispiele eines überbordenden Fortschrittsfiebers sind sie von Historizität befreite Monumente, inszenierte Maschinen, die einen neuen Umgang mit Erinnerungsformen in den Vereinigten Staaten visualisieren und das neue Selbstverständnis der amerikanischen Kultur widerspiegeln. Der Vortrag widmet sich diesen beiden Maschinen als ‚Monumenten ohne Erinnerung‘ – von den Ausstellungsstrukturen ausgehend, über die Inszenierungsmechanismen der Maschinen selbst bis hin zu den in der zeitgenössischen Rezeption verwendeten Begriffen.

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Ringvorlesung

Corinna Kühn, WWU Münster, „Performen in kalten Zeiten. Das Denkmal ohne Reisepass und andere Adressierungen sozialrealistischer Denkmäler im ostmitteleuropäischen Raum der 1970er-80er Jahre“

Mi., 25.04.2018 – Fürstenberghaus, F2 – 18 Uhr c.t.
Corinna Kühn
© Corinna Kühn

In ihrem Vortrag folgt Corinna Kühn künstlerischen Strategien und Praktiken, mit denen Performance-Künstler_innen Ostmitteleuropas während der 1970er und 1980er Jahre sozrealistische Denkmäler im öffentlichen sowie im halböffentlichen Raum adressierten. Mit Protestaktionen gegen staatliche Sanktionen verhandelten Künstler_innen wie z. B. KwieKulik, Endre Tót und Jiří Kovanda Erfahrungen des Exils und des Reiseverbots oder entlarvten den Personenkult um sozialistische Führungskräfte. Allen Aktionen gemeinsam ist die Hinterfragung des offiziell propagierten Kunstbegriffs, eine Untersuchung der Rolle von Künstler_innen innerhalb einer Gesellschaft sowie ein kritischer Umgang mit der Produktion unterschiedlicher Arten von Öffentlichkeit, der Teilhabe an ihr und dem Recht auf Privatheit.

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Denkmalpflege: Blogseite und Fernsehbericht zum europäischen Kulturerbe in Münster.

Clemenskirche
© MüEu

Allerorts kann man auch in Münster jenseits der "großen" Monumente gebautes Kulturerbe finden, das von europäischen Geschichten und Einflüssen erzählt. Im Wintersemester 2017/18 haben Studierende im Rahmen einer Lehrveranstaltung zur Denkmalpflege von Dr. Oliver Karnau als die künftigen "Erben des Erbes" auf Orte und Objekte in Münster untersucht, deren Geschichte und Bedeutung von grenzüberschreitenden Einflüssen geprägt sind. Absichtlich haben sie keine Sehenswürdigkeiten ausgewählt, die schon weithin bekannt sind. Die Redaktion von WDR Münster fand das so spannend, dass darüber ein Bericht erstellt worden ist, der am 5. April 2018 gesendet wurde (leider in der Mediathek nicht mehr verfügbar). Die Blogseite der Studierenden findet man unter http://muenstereuropa.blogspot.de/. Einige Studierende reisen nun nach Girona, um dort das Projekt vorzustellen und Perspektiven für das europäische Kulturerbe zu diskutieren.

Ringvorlesung
Ringvorlesung Counter-monuments
© Vanessa Dartmann, Designservice WWU

[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum

mittwochs, 18-20 Uhr c.t., Fürstenberghaus, F2

An fünfzehn Terminen werden in diesem Sommersemester internationale Wissenschaftler*innen und Künstler*innen in Vorträgen und Gesprächen Fragen zu Denkmälern, Erinnerungspraxen und „Formen des Vergessens“ (Aleida Assmann) im öffentlichen Raum nachgehen und diese aus der Perspektive ihrer Fächer diskutieren. Einen Überblick über alle Termine finden Sie hier.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsprojekts zum Skulptur Projekte Archiv.
Die erste Sitzung findet am Mittwoch, den 18. April statt.

Lageplan Domplatz 6

Plan Domplatz _2017