Reden. Reden? Reden!

Frank Westerman rekonstruiert in seinem jüngst auf Deutsch erschienenen Buch (Übersetzung von Gerd Busse) terroristisch motivierte Geiselnahmen – Anschläge der südmolukkischen Minderheit in den Niederlanden, direkt in seiner Nachbarschaft, die Entführung Hanns Martin Schleyers durch die RAF, die grausamen Geiselaktionen tschetschenischer Rebellen in Russland, die er als Korrespondent miterlebte, bis hin zum Charlie Hebdo-Attentat in Paris. Er beleuchtet sie aus der Perspektive von Tätern, Opfern und der Staatsmacht, der die schwierige Aufgabe zukommt, mit Terroristen zu verhandeln, um Menschenleben zu retten.
Westerman rückt hautnah an das Geschehen und die Akteure heran, bringt viele eigene Erfahrungen und Beobachtungen ein, nimmt an Gewalt-Deeskalationstrainings für Spezialeinheiten teil, trifft Attentäter und international anerkannte Unterhändler und zeigt unterschiedliche Strategien im Umgang mit Gewalt auf. Eine packende Reportage über eines der drängendsten Probleme unserer Zeit.
Die Buchvorstellung findet im Rahmen des Kolloquiums „Kreative Sachliteratur“ (Arbeitstitel) statt. Die Teilnahme an der Tagung in der Akademie Franz Hitze Haus ist nach Anmeldung und Entrichtung einer Teilnahmegebühr möglich (Ermäßigung für Studenten). Zur abschließenden Lesung in der Bibliothek im Haus der Niederlande sind alle Interessierten herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
Programm:
- 16.00 Uhr: Dr. Beatrix van Dam, Münster - Belegen oder beleben? Zur Fiktion in der Geschichtsschreibung
- 16.40 Uhr: Lieselot de Taeye M.A., Brüssel - Cees Nooteboom „Paris, Mai 1968“
- 17.20 Uhr: Jos Palm, Amsterdam - Der Familiengeschichtsschreiber als Muttermörder
- 18.30 Uhr: Abendessen
- 20.00 Uhr: Lesung: Frank Westerman - „Reden. Reden? Reden! - Spricht man mit Terroristen?“ (2016) und Gespräche mit dem Übersetzer Gerd Busse
- 21.30 Uhr: Ende der Veranstaltung
Näheres über das Tagesprogramm des Kolloquiums auf https://www.franz-hitze-haus.de/programm/17-704/.
48143 Münster
0251/83-28521