25 Jahre Haus der Niederlande im Krameramtshaus

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© BHN/INP/ZNS

Seit dem Jahr 1995 sind im Krameramtshaus drei Einrichtungen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster untergebracht, die sich mit dem niederländischen Sprach- und Kulturraum beschäftigen: das Institut für Niederländische Philologie (INP), das Zentrum für Niederlande-Studien (ZNS) und die Bibliothek im Haus der Niederlande (BHN).

Gemeinsam haben diese drei Institute das Haus der Niederlande in den letzten 25 Jahren als einen Ort der universitären Lehre und Forschung sowie des grenzüberschreitenden Austauschs mit den Nachbarn im Westen etablieren können.

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Franz-Josef Jakobi

Das Krameramtshaus im 19. und 20. Jahrhundert

Wechselnde Nutzungen und Provisorien

Auch nach den einschneidenden Veränderungen, die die Zeit des Übergangs von den alteuropäischen Staats- und Ständeordnungen zu den neuen politischen, rechtlichen und sozialen Verhältnissen des 19. Jahrhunderts mit sich gebracht hat, sind alte Traditionen und Strukturen keineswegs schlagartig verschwunden. Vor allem die in den krisenhaften Entwicklungen des 18. Jahrhunderts überlebensfähig gebliebenen örtlichen Ausprägungen ganzheitlicher Lebensformen, wie es die Gilden, Zünfte und Bruderschaften waren, wirkten bis tief ins 19. Jahrhundert hinein weiter. Das galt in Münster besonders für die in dieser Zeit bedeutendste der alteingesessenen Kaufleute-Gemeinschaften, das Krameramt.

Ulf-Dietrich Korn

Wandlungen eines Baudenkmals

Vom Umgang mit der Geschichte des Krameramtshauses

Max Geisberg hat zweimal recht ausführlich zu Bau und Ausstattung des Krameramtshauses geschrieben, so daß es fast müßig erscheint, dieses Thema noch einmal aufzugreifen. Aber seither ist ein halbes Jahrhundert vergangen, eine Zeit, die Gesicht und Gestalt der Stadt grund-legend verändert hat. Im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs ist der weitaus größte Teil ihrer Bau- und Kunstdenkmäler unwiederbringlich verloren gegangen, verbrannt, zerschlagen, beim Abräumen der Trümmer beseitigt oder den Notwendigkeiten des Wiederaufbaues geopfert. Nahezu der gesamte Bestand an Profanbauten vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, an denen Münster schier unermeßlich reich war und die Geisberg in seinen Inventarbänden auch keineswegs vollständig hat erfassen können, war in den Kriegsjahren und in der Nachkriegszeit vernichtet worden.