Ausstellung
11. Jan. 2017 – 19. Feb. 2017

Drei deutsche Prinzgemahle

Hendrik, Bernhard und Claus am niederländischen Hof
Headerbild
© Poster: ZNS

Am Abend des 16. Oktober 1900 gab eine strahlende Königin Wilhelmina auf Palais Het Loo dem niederländischen Volk ihre Verlobung mit Heinrich (Hendrik) Wladimir Albrecht Ernst Herzog zu Mecklenburg bekannt. Auch ihre Tochter, Prinzessin Juliana, sollte sich für einen deutschen Heiratskandidaten entscheiden – am 7. Januar 1937 heiratete sie Bernhard, Prinz von Lippe-Biesterfeld. Und am 10. März 1966 vermählte sich Wilhelminas Enkelin Prinzessin Beatrix mit dem deutschen Diplomaten Claus von Amsberg. In der Ausstellung „Drei deutsche Prinzgemahle“ wird anhand von Tages- und Wochenzeitungen sowie politischen Karikaturen gezeigt, wie diese drei verschiedenen Prinzgemahle von der niederländischen Presse empfangen wurden.

Die Ankündigung der Verlobung von Wilhelmina und Hendrik am 16. Oktober 1900 wurde in der Presse im Allgemeinen gut aufgenommen. Durch die Burenkriege herrschte in den Niederlanden eine anti-englische Einstellung, und so zog man einen deutschen einem englischen Prinzen als Heiratskandidaten vor. In der Ausstellung werden unter anderem Fotoreportagen von der Hochzeitszeremonie, von Hendrik als stolzem Vater von Juliana und seinem Besuch bei der Flutkatastrophe in Marken gezeigt.

Im September 1936 wurde Prinz Bernhard dem niederländischen Volk vorgestellt, und die Nachricht von der Verlobung mit Juliana wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Seine Popularität sollte während der Zeit der deutschen Besatzung noch weiter zunehmen. In der Ausstellung werden zahlreiche Presseartikel über seinen triumphalen Empfang im Jahr 1945, unmittelbar nach der Befreiung durch die Alliierten, zu sehen sein. Ins Negative schlug seine Popularität erst nach den Enthüllungen über die sogenannte Lockheed-Affäre um, als sich zeigte, dass Prinz Bernhard Schmiergelder angenommen hatte. Die Schlagzeilen sprechen eine eindeutige Sprache: „Prinz schadete dem Interesse des Staates“ (NRC Handelsblad vom 27. August 1976). In dem posthum in de Volkskrant erschienenen Interview „Bernhard spricht“ tätigte er die folgende Aussage: „Die Leute mögen mich für einen Taugenichts halten, aber ich will nicht, dass sie denken: er taugte nicht“.

Am 1. Mai 1965 wurde das mittlerweile sehr bekannte Foto von John van Rooy von Beatrix mit einer unbekannten männlichen Person im Garten von Schloss Drakensteyn veröffentlicht. Schnell fand man heraus, dass es sich hierbei um Claus von Amsberg handelte, einen deutschen Diplomaten, der einmal (gezwungenermaßen) Mitglied der Hitlerjugend gewesen war und als Wehrpflichtiger bei einer Panzerdivision gedient hatte. Durch den Journalisten Wim Klinkenberg wurde in der Familienzeitschrift Panorama ein äußerst negatives Bild von Claus von Amsberg gezeichnet. Die linke Bewegung und speziell die sogenannte Provo-Bewegung stellte sich lautstark gegen die Hochzeit, obwohl der Historiker Loe de Jong festgestellt hatte, dass Claus von Amsberg nicht ein einziges Kriegsverbrechen vorzuwerfen war. Das anfänglich negative Bild, das man von Claus hatte, sollte sich im Laufe der Jahre völlig verändern. Von den drei Prinzgemahlen ist er beim niederländischen Volk vielleicht der beliebteste und am meisten wertgeschätzte.

Die feierliche Ausstellungseröffnung findet am 10. Januar 2017 um 17 Uhr statt.

Eintritt
frei
Zeit
Mittwoch, 11. Januar 2017 - Sonntag, 19. Februar 2017
Geöffnet
Mo. bis Fr. 12-18 Uhr, Sa./So./Feiertag 10-16 Uhr (am 9. Februar bleibt die Ausstellung wegen einer internen Veranstaltung geschlossen)
Ort
Zunftsaal im Haus der Niederlande, Alter Steinweg 6/7, 48143 Münster
Organisation
Kontakt
Zentrum für Niederlande-Studien
Alter Steinweg 6/7
48143 Münster
zns@uni-muenster.de
0251/83-28511