Lehrveranstaltungen

  • Wintersemester 2022/23

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig
    Proseminar (080221): Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Die Industrielle Revolution
    Fr 10-14, F 030, Beginn 21.10.2022

    Das Seminar wird die Geschichte der europäischen Industrialisierung thematisieren, die durch technologische Innovationen und grundlegenden gesamtgesellschaftlichen Wandel gekennzeichnet ist. Dieser Modernisierungsprozess betraf sämtliche Sphären der Gesellschaft, die nun ihre Warenproduktion zunehmend mittels Arbeitsteilung und Maschineneinsatz in zentralen Produktionsstätten organisierte. In der Folge waren die Bereiche der Arbeitsverfassung, der Gestaltung von Familie, Alltag und Konsum im 18. und 19. Jahrhundert grundlegenden Umwälzungen unterworfen. Dazu gehört auch der Blick auf die zunehmende Globalisierung seit dem frühen 18. Jahrhundert und die wirtschaftliche Verflechtung der europäischen Gesellschaften mit außereuropäischen Regionen. Die inhaltliche Arbeit wird ergänzt durch die Einführung in Hilfsmittel, Methoden und Arbeitstechniken der Neueren und Neuesten Geschichte. Regelmäßige aktive Teilnahme, die Mitarbeit in einer Referatsgruppe, eine abschließende Klausur und eine schriftliche Hausarbeit sind Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises.

    Literaturhinweise: Dieter Ziegler, Die Industrielle Revolution (Darmstadt 2005); Toni Pierenkemper, Umstrittene Revolutionen: Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert (Frankfurt a. M. 1997); Richard H. Tilly und Michael Kopsidis: From Old Regime to Industrial State A History of German Industrialization from the Eighteenth Century to World War I (Chicago: University of Chicago Press, 2020).

     

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig
    Hauptseminar (080234): Globaler Handel und Konsum (16.-18. Jahrhundert)
    Do 14 - 16, Beginn 13.10.2022

    Die europäische Expansion führte seit dem 16. Jahrhundert zu einer ökonomischen Globalisierung, in die Europa und die europäischen Überseegebiete involviert waren. Mit der Gründung von Ostindienkompanien in den Niederlanden und England stieg das Handelsvolumen mit dem asiatischen Raum stark an, und im atlantischen Raum entstanden Plantagenwirtschaften, die unter Einsatz von Sklaven Konsumgüter wie Zucker, Tabak und Kaffee für europäische Märkte produzierte. Mit dem Übergang von einem weitgehenden Luxus- zum Massenhandel setzte eine neue Zeit ein, in der immer größere gesellschaftliche Gruppen in die entstehende Konsumgesellschaft integriert wurden. Das Seminar nimmt Handel und Konsum in der ersten Globalisierung in den Blick.

    Literaturhinweise: Markus A. Denzel (Hg.), Vom Welthandel des 18. Jahrhunderts zur Globalisierung des 21. Jahrhunderts (Stuttgart, 2007); Mark Häberlein (Hg.), Praktiken des Handels. Geschäfte und soziale Beziehungen europäischer Kaufleute in Mittelalter und früher Neuzeit, (Konstanz, 2010); Klaus Weber und Jutta Wimmler (Hg.), Globalized Peripheries. Central Europe and the Atlantic World 1680-1860, (Woodbridge: Boydell & Brewer, 2020).

     

     

  • Sommersemester 2022

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig
    Übung (088287): Heilmittel und medizinisches Wissen in der Frühen Neuzeit
    Mo 12-14, F 104, Beginn 04.04.2022

    Antike medizinische und pharmazeutische Schriften bildeten in der Frühen Neuzeit die Basis der gelehrten Heilkunde. Mit der zunehmenden Erkundung der außereuropäischen Welt in der Frühen Neuzeit veränderte sich nicht nur das heilkundliche Wissen, auch das Verständnis des menschlichen Körpers wurde grundlegend in Frage gestellt. Bereits im Mittelalter wurden asiatische Gewürze nicht nur als Genussmittel konsumiert, sondern auch wegen ihrer therapeutischen Eigenschaften geschätzt. Kräuterbücher, Pharmakopöen, pharmazeutische Schriften von Ärzten wie von Laien, Rezeptbücher und –sammlungen gehören zu den wichtigsten Quellen, in denen heilkundliches Wissen gesammelt, systematisiert und zugänglich gemacht wurde. Die Übung wird nach einer Lektürephase zur Einführung ins Thema verschiedene Quellen untersuchen und Auswertungsstrategien insbesondere von digitalisierten Quellen diskutieren und erproben.

    Literatur: Rudolf Schmitz, Christoph Friedrich und Wolf-Dieter Müller-Jahncke (Hg.), Geschichte der Pharmazie, Bd. 2: Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart (Eschborn 2005); Christoph Friedrich und Wolf-Dieter Müller-Jahncke (Hg.), Arzneimittelkarrieren: zur wechselvollen Geschichte ausgewählter Medikamente; die Vorträge der Pharmaziehistorischen Biennale in Husum vom 25. bis 28. April 2 (Stuttgart 2009); Philip Rieder und François Zanetti (Hg.), Materia medica: Savoirs et usages des medicaments aux epoques medievales et modernes (Genf 2018).

     

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig
    Übung (088256): Botanik, Pflanzentransfer und Wissensproduktion (17.-19. Jh.)
    Mo 14-16, F 030, Beginn 04.04.2022

    Die wissenschaftliche Neugier gehört zu den wesentlichen Antreibern der europäischen Expansion in der Frühen Neuzeit. Die Erkundung der natürlichen Welt diente diesem Streben nach Wissen, bald aber auch dem Nutzbar-Machen der Neuentdeckungen. Botanische Gärten und Herbrarien dienten als Speicher des Wissens, Korrespondenzen und Abhandlungen waren Medien des Wissenskommunikation. Mit der Entdeckung exotischer Pflanzen in weit entfernten Weltregionen stellten sich Fragen nach der Identifikation, also nach Zusammenhängen und Verwandtschaften über lokale Kontexte hinaus. Erkundung und Systematisierung gingen also Hand in Hand, und stellten die Produktion von botanischem Wissen auf neue Grundlagen. Die Übung vollzieht diesen Prozess nach und reflektiert neue Modi der Wissensproduktion.

    Literatur: Sabine Anagnostou, Florike Egmond and Christoph Friedrich (Hg.), A passion for plants: materia medica and botany in scientific networks from the 16th to 18th century (Stuttgart: Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, 2011); Paula Findlen (Hg.), Empires of knowledge. Scientific networks in the early modern world (London: Routledge, 2019); Londa Schiebinger und Claudia Swan (Hg.), Colonial Botany: Science, Commerce, and Politics in the Early Modern World, (Philadelphia: University of Philadelphia Press, 2007).

  • Wintersemester 2021/22

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig

    Oberseminar (086285): Herausforderungen der Globalisierung. Wissen und Praktiken von Kaufleuten in der Neuzeit (17.-19. Jh.) – ein Forschungsseminar
    Donnerstags, 12-14 Uhr, Beginn: 14.10.2021, Raum F 041

    Das Masterseminar wird zentrale Entwicklungen von europäischer Expansion und ökonomischer Globalisierung in Europa und in den europäischen Überseegebieten zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert in den Blick nehmen. Mit der Ausweitung der Handelsbeziehungen zu außereuropäischen Regionen und der Etablierung kolonialer Wirtschaften stieg das Volumen des Handels an. Die Vielfalt der gehandelten Waren und der Übergang von einem weitgehenden Luxus- zum Massenhandel stellte die Agenten des Welthandels vor neue Herausforderungen. Exotische Waren aus fernen Ländern mussten erkannt, klassifiziert, kontrolliert und bewertet werden. Es brauchte Wissen über Herkunft und Gebrauch, über Qualitäten und Preise, um die Waren erfolgreich auf dem Markt zu platzieren. Zugleich gewannen Kaufmannspraktiken und –handbücher an Bedeutung, die nicht nur der Information, sondern auch der Vermittlung von Techniken dienten. Das Seminar erarbeitet an ausgewählten Beispielen, wie sich eine Geschichte der globalen Waren und der Wissensproduktion über diese Waren schreiben lässt.

    Denzel Markus A., Jean Claude Hocquet und Harald Witthöft (Hg.), Kaufmannsbücher und Handelspraktiken vom Spätmittelalter bis zum beginnenden 20. Jahrhundert (Stuttgart, 2002); Denzel Markus A. (Hg.), Vom Welthandel des 18. Jahrhunderts zur Globalisierung des 21. Jahrhunderts (Stuttgart, 2007); Lachenicht Susanne (Hg.), Europeans engaging the Atlantic. Knowledge and trade, 1500 - 1800 (Frankfurt a. M., 2014); Weber, Klaus und Jutta Wimmler (Hg.), Globalized Peripheries. Central Europe and the Atlantic World 1680-1860 (Woodbridge, 2020).

     

     

     

    Proseminar (086219): Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Ehe und Familie im 18. bis 20. Jahrhundert

    Montags, 10-14 Uhr, Beginn: 18.10.2021, Raum F 030

    Das Proseminar führt in die Geschichte von Ehe und Familie in der Neuzeit ein. Familien waren bis ins späte 19. Jahrhundert nicht nur Lebensgemeinschaften, sondern auch zentrale Akteure wirtschaftlichen Handelns. In Familien fand nicht nur das alltägliche Miteinander-Leben statt, ihre Haushalte waren zugleich Produktionsstätten, wie die bäuerlichen Höfe, die Textilwerkstätten der Weber und Spinner, oder die handwerklichen und kaufmännischen Betriebe. Dies änderte sich erst mit dem Aufkommen der industriellen Produktionsweisen und der modernen Verwaltung, die für viele Menschen ein Auseinanderfallen von Privat- und Arbeitsleben bedeuteten. Das Seminar untersucht das European marriage pattern als spezifisch europäische, gesellschaftliche Grundformation von Heirat und Familie der Neuzeit in seinen regional unterschiedliche Ausprägungen sowie die Rolle von Kirche, Recht bzw. Gericht, Familie und peer groups junger Erwachsener bei der Partnerwahl. Das 20. Jahrhundert ist dann zunächst gekennzeichnet durch die Etablierung der romantischen Liebe als mindestens auf einer ideologischen Ebene zentralen Grundlage ehelicher Partnerschaft im Bürgertum. In der zweiten Hälfte des 20. Jhs. führt dann die Auflösung der Heirat als Übergangsritus zu Kohabitation, Sexualität und Kinderzeugung bzw. –erziehung zu einer Pluralisierung der Lebensformen. Die inhaltliche Arbeit wird ergänzt durch die Einführung in Hilfsmittel, Methoden und Arbeitstechniken der Neueren und Neuesten Geschichte. Regelmäßige aktive Teilnahme, die Mitarbeit in einer Referatsgruppe, eine abschließende Klausur und eine schriftliche Hausarbeit sind Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises.

    Einführende Literatur: Andreas Gestrich: Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert (München, 3. Aufl. 2013); David Kertzer und Marzio Barbagli (Hg.): The history of the European family, 2 Bde. (New Haven, 2001–2003); Rüdiger Peuckert: Familienformen im sozialen Wandel (Wiesbaden, 2012); Heidi Rosenbaum: "Familienformen im historischen Wandel", in: Anja Steinbach (Hg.), Familie im Fokus der Wissenschaft (Wiesbaden, 2014), S. 19-39.

     

  • Sommersemester 2021

     

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig

    Vorlesung (084207): Geschichte der Konsumgesellschaft (1650 – 1950)
    Donnerstags, 14-16 Uhr, Beginn: 15.4.2021

    Die Konsumgesellschaft ist nicht erst in den letzten Jahren in Verruf geraten. Bereits die Umwelt- und Friedensbewegung der 1970er Jahre hat die Grenzen des Wachstums benannt und den Massenkonsum mit seinen teilweise zerstörerischen Kräften kritisiert. Die Geschichte der Konsumgesellschaft begann jedoch deutlich früher als oft angenommen wird. Die Vorlesung zeichnet die Anfänge des modernen Konsums nach, der zumindest in manchen europäischen Regionen bereits im 17. Jahrhundert begann. Konsum wird als eine Praxis moderner Gesellschaftsformen verstanden, zu der nicht nur der Ge- und Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen gehörte, sondern auch der soziale und kulturelle Umgang mit ihnen. Konsumieren erfolgte im Schnittpunkt wirtschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Anforderungen, Handlungsmöglichkeiten und Aneignungspraktiken, die neue, ausdifferenzierte, eben moderne Formen der Lebensführung ermöglichte. Die Vorlesung thematisiert zunächst die Entstehung der Konsumgesellschaft in der Frühen Neuzeit und diskutiert, wie weit der Begriff einer Konsumrevolution trägt. Die materielle Kultur des (früh)modernen Konsums wird dann anhand ausgewählter Beispiele vorgestellt, die nicht nur Einzug in die Lebenswelt der meisten Menschen fanden, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung nahmen und die Beziehungen Europas zur außereuropäischen Welt nachhaltig veränderten. Im letzten Teil wird der Übergang in den Massenkonsum ab dem späten 19. Jahrhundert thematisiert.

    Literaturhinweise: John Brewer und Porter Roy (Hg.): Consumption and the World of Goods, London 1993; Hannes Siegrist u.a. (Hg.): Europäische Konsumgeschichte. Zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Konsums (18.-20. Jahrhundert), Frankfurt a.M. 1997; Christian Kleinschmidt: Konsumgesellschaft, Göttingen 2008; Frank Trentmann: Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute, München 2017.

     

    Hauptseminar (084239): Die Welt der Güter. Konsumgeschichte und frühe Globalisierung
    Donnerstags, 10-12, online-Seminar; ab Pfingsten ggfs. Fürstenberghaus F 072, Beginn 15.04.2020

    Sozial- und Wirtschaftshistoriker diskutieren, wie weit man ab dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert von einer Konsumrevolution („consumer revolution“) sprechen kann. In dieser Zeit lässt sich für Regionen in England, Holland und Nordamerika und sowie einigen europäischen Großstädten zeigen, dass breite Gruppen der Mittelklassen begannen, eine neue Konsumkultur zu entwickeln. Sie schmückten sich und ihre Wohnräume mit erschwinglichen, aber dekorativen Dingen, und richteten sich immer weniger nach den traditionellen Kleiderordnungen für Stände, Geschlechter und Altersgruppen. Tee, Kaffee und Zucker entwickelten sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts zu massenhaft nachgefragten Kolonialwaren und regelrechten Modegetränken. Diese neuen Praktiken zielten nicht nur auf persönlichen Genuss, sondern konstituierten auch soziale Identitäten: Modische Kleider signalisieren, als wer man gelten und wahrgenommen werden möchte, und die feine Tischkultur kann sich nicht jeder leisten oder sie etwa erlernen. Der Besitz von Waren, der Konsum von Gütern, die Auswahl und Art wie man mit ihnen umging (Geschmack) und die Gefühle und Phantasien, die man ihnen zudachte, konstituierten das Selbst- und Fremdbild von Individuen und Gruppen. Hier finden sich die Anfänge der modernen consumer culture und Konsumgesellschaft. Allerdings lässt sich auch argumentieren, dass von einer Durchsetzung einer consumer culture erst für die zweite Hälfte des 20. Jh. die Rede sein kann, als immer mehr Menschen an den neuen Dingwelten partizipieren konnten. Diese und andere Fragen werden in dem Seminar behandelt, wobei ein spezielles Augenmerk auf die Rezeption außereuropäischer Einflüsse und Dingwelten gelegt wird.

    Einführende Literatur: Maxine Berg und Helen Clifford (Hg.): Consumers and Luxury. Consumer Culture in Europe 1650‑1850, Manchester 1999; John Brewer und Roy Porter (Hg.): Consumption and the world of goods, London 1993; Anne Gerritsen und Riello Giorgio (Hg.), The Global Lives of Things. The material culture of connections in the early modern world, London 2016; Frank Trentmann (Hg.), The Oxford handbook of the history of consumption, Oxford 2012; Frank Trentmann: Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute, München 2017.

  • Wintersemester 2020/21

    Proseminar (082229): Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Die Weimarer Republik. Sozialstaat und Alltag

    Mo, 12 - 16

    Die Weimarer Republik war eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Das moderne Leben in den Städten, die Entstehung einer Freizeitkultur, neue Lebenswelten für Männer und Frauen, die Suche nach Antworten auf die soziale Frage und die Entwicklung eines frühen Wohlfahrtssystems sind Themenfelder, die im Seminar angesprochen werden sollen. Schwerpunkte werden zum einen grundlegende soziale, wirtschaftliche und politische Entwicklungen sein, zum anderen stehen Alltag und Lebenswelt einer sich zunehmend differenzierenden Gesellschaft im Mittelpunkt des Seminars. Die inhaltliche Arbeit wird ergänzt durch die Einführung in Hilfsmittel, Methoden und Arbeitstechniken der Neueren und Neuesten Geschichte. Regelmäßige aktive Teilnahme, die Mitarbeit in einer Referatsgruppe, eine abschließende Klausur und eine schriftliche Hausarbeit sind Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises. Die Ausgestaltung des Seminars wird sich nach den aktuellen Gegebenheiten im Herbst/Winter 2020/21 richten, in jedem Fall aber Elemente des Selbststudiums und der digitalen Lehre einschließen.

    Einführende Literatur: Anthony McElligott (Hg.), Weimar Germany (=Short Oxford History of Germany, Oxford 2009); Eberhard Kolb/Dirk Schumann, Die Weimarer Republik (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 16) ,(München, 8. überarb. u. erw. Auflage 2013); Ursula Büttner, Weimar: Die überforderte Republik 1918-1933. Leistung und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur (Stuttgart 2008).

     

    Hauptseminar (082245): Wohlfahrt in der Nachkriegszeit. Sozialpolitik in Skandinavien, Großbritannien und der BRD

    Mi, 14-16

    Die Nachkriegszeit war geprägt von einer Neuausrichtung der staatlichen Daseinsfürsorge, die umfassender als je zuvor in die Lebensgestaltung der Bürger hineinreicht(e). Der Ausbau des Sozialstaates diente der gesellschaftlichen Wohlfahrt, die Ausgestaltung der sozialen Sicherung wurde in den behandelten Länder unterschiedlich und im Lauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer wieder neu verhandelt. Die gesellschaftspolitischen Entscheidungen zielten auf zentrale gesellschaftliche Felder wie die Arbeitspolitik, die Gesundheitspolitik, die Alterssicherung und die damit verbundenen Generationenbeziehungen, die Wohnbauförderung und der Ausbau der Bildung ab den 1970er Jahren. Die im Titel genannten Länder folgten teils unterschiedlichen Pfaden, der Vergleich soll Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Ansätze herausarbeiten. Die Ausgestaltung des Seminars wird sich nach den aktuellen Gegebenheiten im Herbst/Winter 2020/21 richten, in jedem Fall aber Elemente des Selbststudiums und der digitalen Lehre einschließen.

    Literaturhinweise: Jens Alber, Der Sozialstaat in der Bundesrepublik 1950–1983 (Frankfurt a. M. 1989); Eberhard Eichenhofer, Geschichte des Sozialstaats in Europa. Von der „sozialen Frage“ bis zur Globalisierung (München 2007); Thomas Etzemüller (Hg.), Die Ordnung der Moderne: Social Engineering im 20. Jahrhundert (Bielefeld 2009); Franz-Xaver Kaufmann: Varianten des Wohlfahrtsstaats: der deutsche Sozialstaat im internationalen Vergleich (Frankfurt a. M. 2003); Peter Flora (Hg.): Growth to limits: the Western European welfare states since World War II , 5 Bde. (Berlin 1986–1987); Gerhard A. Ritter, Der Sozialstaat. Entstehung und Entwicklung im internationalen Vergleich (München 1991).

  • Sommersemester 2020

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig

    Hauptseminar (080230): Das Wissen (von) der Welt. Natur, Medizin und die Entstehung der Wissensgesellschaft (17.-19. Jahrhundert)
    Mo., 12-14, Fürstenberghaus F 072, Beginn 06.04.2020

    Die Erforschung der Welt war ein zentrales Motiv der frühneuzeitlichen Globalisierung. Neben Handelsinteressen und der Eroberung fremder Welten stand ein frühes wissenschaftliches Interesse, das Flora und Fauna erforschte, systematisierte und dem europäischen Wissensdiskurs zugänglich machte. Zahlreiche neue, exotische Heilmittel fanden Eingang in medizinische Diskurse und alltägliche Praktiken einer Heilkunst, deren therapeutische Fähigkeiten noch sehr beschränkt waren. Die Integration exotischer Substanzen und die Sammlung indigener Wissensbestände stellte die europäischen Heilkundigen vor die Herausforderung, eigenes mit fremdem Denken in Dialog bringen zu müssen. Die Entwicklung neuer Vorstellung von Krankheit und Gesundheit, aber auch die wachsende Bedeutung der Botanik für die Produktion von naturwissenschaftlichem Wissen werden im Fokus des Seminars stehen. Es nimmt die Entwicklung von heilkundlichem Wissen, die Perspektive der Patienten und Heilkundigen und die Medien und Verfahrensweisen der Wissensproduktion in den Blick.

    Jun.-Prof. Dr. Christine Fertig

    Übung (080265): Methoden der digitalen Geschichtswissenschaft. Haushalte im Netz
    Mo., 14-16, Fürstenberghaus F 042, Beginn 06.04.2020

    Die Geschichtswissenschaft bedient sich zunehmend digitaler Instrumente, um innovative Forschung zu betreiben und neue Fragen zu stellen und zu beantworten. In der Lehrveranstaltung sollen verschiedene Methoden digitaler Geschichtswissenschaft vorgestellt, diskutiert und erprobt werden. Vorgesehen ist die Beschäftigung mit einem breiten Methodenkanon, wie die Digitalisierung von Textkorpora, Verfahren der digitalen Textanalyse, qualitativen und quantitativen Auswertungen sowie der historischen Netzwerkanalyse. Der inhaltliche Fokus wird auf der Arbeit mit Quellen zur (früh)neuzeitlichen Wissensgeschichte liegen; die Lehrveranstaltung begleitet damit das Hauptseminar „Das Wissen (von) der Welt“.

    Henning Bovernkerk, MA/MEd

    Übung: Digitales Arbeiten zur Konsumgeschichte: Münsterländische Nachlassinventare des 18. Jahrhunderts

    Mi., 8-10, Fürstenberghaus F 072, Beginn 15.4.2020

    Die Übung befasst sich mit der These der frühneuzeitlichen Konsumrevolution und den Möglichkeiten der Erforschung anhand von Nachlassverzeichnissen. In drei thematischen Einheiten wird zuerst der theoretische Ausgangspunkt der Revolution und die Rolle von Nachlassinventaren in deren Kontext beschrieben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verbindung von materieller Kultur und Konsum. Im zweiten Teil stehen die Quellen selbst, ihre Erschließung und Aussagekraft im Mittelpunkt. Schließlich werden grundlegende Möglichkeiten der digitalen Erfassung und Auswertung aufgezeigt. Der Fokus liegt dabei auf der Nachvollziehbarkeit und selbstständigen Durchführung der einzelnen Schritte durch die Teilnehmer.

  • Wintersemester 2019/20

    Hauptseminar (088238): Agrarwirtschaft in der Neuzeit (18.-20. Jh.)

    Bis weit in die Moderne lebten die meisten Menschen auf dem Land, noch heute ist die Agrarwirtschaft weltweit einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Nach wie vor prägen bäuerliche Familien die Landwirtschaft, aber die Einbindung familienfremder Arbeitskräfte ist mit der industriellen Urbanisierung des späten 19. Jahrhunderts und der Technisierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert weitgehend verschwunden. Das Seminar setzt sich mit der Agrarwirtschaft der in Vormoderne bis ins 20. Jahrhundert auseinander, mit bäuerlichen Wirtschaftsformen, durch soziale Ungleichheit geprägten ländliche Arbeitsmärkte und den tiefgreifenden Veränderungen des 20. Jahrhunderts. Ergänzend wird der Besuch der Vorlesung „Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft“ von Ulrich Pfister und der Besuch einer begleitenden Übung (entweder „Westfälische Sterbfallverzeichnisse“ von Henning Bovenkerk oder „Familie, Verwandtschaft und Haushalt“ von Christine Fertig) empfohlen.

    Übung (088255): Familie, Verwandtschaft und Haushalt in der Neuzeit (18.-19. Jh.)

    Familien waren bis ins späte 19. Jahrhundert nicht nur Lebensgemeinschaften, sondern auch zentrale Akteure wirtschaftlichen Handelns. In Familien fand nicht nur das alltägliche Miteinander Leben statt, ihre Haushalte waren zugleich Produktionsstätten, wie die bäuerlichen Höfe, die Textilwerkstätten der Weber und Spinner, oder die handwerklichen Betriebe. Dies änderte sich erst mit dem Aufkommen der industriellen Produktionsweisen und der modernen Verwaltung, die für viele Menschen ein Auseinanderfallen von Privat- und Arbeitsleben bedeuteten. Darüber hinaus waren Familien zentrale Institutionen, die als Vermittlungsinstanz zwischen Individuen, Institutionen und den Prozessen des sozialen Wandels gelten können und in größere Zusammenhänge, wie etwa die lokale Gesellschaft oder in verwandtschaftliche Beziehungen eingebunden waren. Die Übung erarbeitet wichtige Ergebnisse der neueren historischen Forschung zu Familie, Verwandtschaft und häuslicher Arbeit. Ein zweiter Schwerpunkt wird auf der Arbeit mit Quellen und mit Methoden der angesprochenen Forschungsfelder beschäftigen.

     

  • Sommersemester 2019

    Proseminar (086220): Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Gewerbe und Industrie in Westfalen im 19. Jahrhundert

    Im 18. und 19. Jahrhundert gehörte Westfalen zu den wichtigsten gewerblichen Zentren Deutschlands. Dies ist auf den ersten Blick erstaunlich, da die Region als Binnenland weder über direkten Zugang zu Häfen verfügte noch besonders gut an andere wichtige Verkehrswege angebunden war. Man kann sie zunächst als klassisches Hinterland, der wirtschaftlichen prosperierenden Niederlande und der deutschen Nordseehäfen, charakterisieren. Gleichwohl nahm Westfalen mit seinen reichen Ressourcen zunächst an der protoindustriellen Entwicklung der frühen Neuzeit teil, und produzierte Güter wie Leinwand und Eisenwaren für überregionale und internationale Märkte. Im 19. Jahrhundert entstand dann eines der wichtigsten industriellen Zentren, das die wirtschaftliche Entwicklung auf lange Zeit prägte. Das Seminar wird die verschiedenen Gewerbe und Industrien, ihre Entwicklung und gesellschaftliche Bedeutung in den Blick nehmen. Die inhaltliche Arbeit wird ergänzt durch die Einführung in Hilfsmittel, Methoden und Arbeitstechniken der Neueren und Neuesten Geschichte. Regelmäßige aktive Teilnahme, die Mitarbeit in einer Referatsgruppe, eine abschließende Klausur und eine schriftliche Hausarbeit sind Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises.

  • bis Wintersemester 2018/19

    Wintersemester 2018/19

    Die Konsum- und Fleißrevolution im 18. und 19. Jahrhundert als Grundlage der modernen Entwicklung Europas (Hauptseminar, 2 SWS, gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Pfister).
    Familie, Besitz und Konsum im ländlichen Raum. Quellen und Methoden zur Agrargeschichte (18./19. Jahrhundert), (Übung, 2 SWS, gemeinsam mit Henning Bovenkerk).

    Sommersemester 2018

    Medizin und Heilkunde in der Neuzeit (Hauptseminar, 2 SWS).
    Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts (Vorlesung, 2 SWS).


    Wintersemester 2017/18

    Das moderne Leben: Alltag im 20. Jahrhundert (Hauptseminar, 2 SWS).
    Arbeit in der Neuzeit. Erwerbsarbeit und Hauswirtschaft vom 18. zum 20. Jahrhundert (Übung, 2 SWS).


    Sommersemester 2017

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Menschen in Bewegung. Migration im 19. und 20. Jahrhundert (Proseminar, 4 SWS).

    Wintersemester 2016/17

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Industrialisierung und Globalisierung (Proseminar, 4 SWS).

    Sommersemester 2016

    Die Kunst des Heilens. Krankheit, Körper und Diätetik in der Neuzeit, 17.-20. Jahrhundert (Übung, 2 SWS).

    Wintersemester 2015/16

    Wie Menschen früher mit Knappheit klar kamen: Ressourcen, Risiken und Lebensführung in Deutschland, 17. - 19 Jh. (Hauptseminar, 2 SWS, gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Pfister).
    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Die ländliche Gesellschaft. Familienwirtschaft und vormoderne Märkte im 17.-20. Jahrhundert (Proseminar, 4 SWS).

    Sommersemester 2015

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur im Kaiserreich (Proseminar, 4 SWS).

    Wintersemester 2014/15

    Wandel des privaten Lebens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert (Hauptseminar, 2 SWS, gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Pfister).
    Die vermessene Gesellschaft: Einführung in die historische Analyse sozialwissenschaftlicher Datensätze (Übung, 2 SWS).

    Sommersemester 2014

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Flüchtlinge, Vertriebene, Gastarbeiter. Migration und Integration in der frühen Bundesrepublik Deutschland (Proseminar, 4 SWS).

    Wintersemester 2013/14

    Einführung in die Sozialgeschichte (Kurs, 2 SWS).

    Sommersemester 2013

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Die Weimarer Republik. Sozialstaat und Alltag (Proseminar, 4 SWS).

    Wintersemester 2012/13

    Wenn zwei sich finden. Eheeinleitung in Europa, 16.–20. Jahrhundert (Hauptseminar, 2 SWS, gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Pfister).
    Hauswirtschaft und Hausarbeit vom 17. bis zum 20. Jahrhundert (Übung, 2 SWS).
    Einführung in statistische Methoden für HistorikerInnen (Übung, 2 SWS).

    Sommersemester 2012

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Leben auf dem Dorf, 16.-20. Jahrhundert (Proseminar, 4 SWS).

    Wintersemester 2011/12

    Arbeiterbewegung in Kaiserreich und Weimarer Republik (Hauptseminar, 2 SWS, gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Pfister).
    Arbeiteralltag und Arbeiterkultur in Kaiserreich und Weimarer Republik (Übung/Kurs, 2 SWS).
    Familie, Verwandtschaft und Haushalt in der Neuzeit (Übung/Kurs, 2 SWS).

    Sommersemester 2011

    Bürgerliche Bewegungen im frühen 19. Jahrhundert (Übung, 2 SWS).
    Der Lebensstandard: Ökonomisches Konzept und historische Lebenswelten (Übung, 2 SWS).

    Wintersemester 2010/11

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Die industrielle Revolution in Westfalen (Proseminar, 4 SWS).

    Sommersemester 2010

    Familien, Verwandtschaft und häusliche Arbeit in der Neuzeit (Übung, 2 SWS).
    Soziale Bewegungen in Deutschland 1789-1933, (Kurs, 2 SWS).

    Wintersemester 2009/10

    Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Arbeiter im Kaiserreich (Proseminar, 4 SWS).

    Sommersemester 2009

    Einführung in die neuere und neueste Geschichte (Übung zur Vorlesung, 2 SWS).
    Familie und Haushalt in der Neuzeit (Kurs, 2 SWS).

    Wintersemester 2008/09

    Einführung in die neuere und neueste Geschichte (2 Übungen zur Vorlesung, 2 SWS, zusammen 4 SWS).

    Sommersemester 2008

    Einführung in die neuere und neueste Geschichte (2 Übungen zur Vorlesung, 2 SWS, zusammen 4 SWS).

    Wintersemester 2006/07

    Familie, Verwandtschaft und häusliche Arbeit in der Neuzeit (Übung, 2 SWS, gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Pfister).

    Sommersemester 2004

    Verwandtschaft als Kategorie der historischen Forschung (Übung, 2 SWS).

    Sommersemester 2003

    Familie, Haushalt und Verwandtschaft (Übung, 2 SWS, gemeinsam mit Volker Lünnemann, M. A.).