AG-Team Kritische Stadtgeographie
AG Kritische Stadtgeographie
© Dzudzek

Über uns

Die Arbeitsgruppe Kritische Stadtgeographie beschäftigt sich mit der räumlichen Produktion gesellschaftlicher Verhältnisse und ihren Machteffekten in Städten. Forschungsschwerpunkte sind kritische Geographien urbaner Gesundheit, Infrastrukturen der sorgenden Stadt, Community Forschung, Geographien der Marginalisierung, Stadtentwicklung nach Covid-19, Verkörperung von Macht und Regieren durch Resilienz. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, im Dialog mit Partner*innen aus Wissenschaft und Praxis Ansätze der Community Forschung im Bereich community-basierter Gesundheitsförderung anhand konkreter Forschungsprojekte voranzutreiben. Unsere Arbeit ist von machtkritischen, poststrukturalistischen, polit-ökonomischen und feministischen Ansätze der Stadt- und Wirtschaftsgeographie sowie der Wissenschafts- und Technikstudien inspiriert. Die Arbeitsgruppe ist Teil des StadtLabor Münster an der Universität, wo wir transdisziplinär Methoden der partizipativen Forschung für die lokale sozioökologische Nachhaltigkeitstransformation entwickeln. Das StadtLabor Münster verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung von partizipativer Forschung und der Umsetzung von partizipativer Stadtentwicklung und wurde hierfür mit dem Wissenschaftskommunikationspreis der Universität ausgezeichnet.

  • AG-Team

    AG-Team

  • Projekte

    Bewilligt

    Laufend

    Abgeschlossen

  • Lehrforschung


    TRANSFER-LEHRFORSCHUNGSPROJEKT "DIE POSTPANDEMISCHE STADT"

    Laufzeit
    2021

    Finanzierung

    • Qualitätsverbesserungsmittel Lehre der Universität Münster

    Beschreibung
    Die Zukunft städtischen Lebens nach der Covid-19 Pandemie wird jetzt entschieden, obwohl der Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht ist. Der Wettbewerb um die besten Ideen für die postpandemische Stadt bereits hat begonnen. Hier mischen sich die Verkäufer*innen von smart-city-solutions mit Designer*innen und kritischen Stadtplaneri*nnen. Aber welche Ideen führen zu einer resilienten, transformativen und sozial gerechten Stadt? Wie sieht ein Recht auf die postpandemische Stadt aus? Diese Zukunftsfragen wollen wir im Sommersemester von den Studierenden mittels vielfältiger Methoden der aktiven Stadtgestaltung erprobt werden. In einem innovativem Lehrformat kann dabei mit Methoden urbaner Intervention wie z.B. Audiowalks, Pop-Up-Kurzfilmscreenings, psychogeographischen Erkundungen uvm. experimentiert werden. Auch schriftliche Arbeiten wie das Verfassen eines Blogs an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Aktivismus oder die Organisation und Durchführung von Diskussionsveranstaltungen mit Vertreter*innen der Stadt Münster sowie der Münsteraner Zivilgesellschaft sind Möglichkeiten der Bearbeitung wissenschaftlicher Fragen und aktiven Verhandlung und Gestaltung der postpandemischen Stadt. Als Grundlage und Toolbox für alle Arbeiten dient ein mobiles Stadtlabor bestehend aus einem Lastenfahrrad mit Lastenanhänger und allerlei technischer Ausrüstung für die autarke Ausrichtung verschiedenster Formate im urbanen Raum.

     


    GESUNDHEIT UND GLOBALISIERUNG – ZUR NEUVERHANDLUNG DES LEBENS IN TECHNOLOGIE, ÖKONOMIE UND POLITIK

    Laufzeit
    2016 – 2017

    Finanzierung

    • Mittel zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen (QSL) der Goethe-Universität

    Projektleitung: Jun. Prof'in. Dr. Iris Dzudzek

    Beschreibung
    Die Globalisierung beschleunigt die Zirkulation von therapeutischen Technologien, Patient*innen, Pharmazeutika, Gesundheitsdienstleistungen, Viren und Mikroben und erzeugt neue Geographien und Topologien des Lebens und der Macht. Wer verfügt über Körper, Organe, Zellen in Form von Eigentums- und Schutzrechten oder in Form von Produkten und Märkten? Wer erhält Zugang zu neuen Medikamenten, Therapien und Impfstoffen (Curtis 2004, Horner 2016)? Sie gehen auf die spektakulären Revolutionen in der Biologie und den Lebenswissenschaften zurück, die – beginnend mit den Entdeckungen von Bakteriologie und Virologie bis zu ihrem vorläufigen symbolischen Höhepunkt der Dechiffrierung des humanen Genoms im Jahr 2001 haben – zu nichts geringerem geführt als der Neuverhandlung des Lebens selbst (Rose 2001). Sie haben eine Welle ökonomischer Inwertsetzung in Gang gesetzt und erfordern eine Neuverhandlung ethischer Maßstäbe (Collier und Lakoff 2005) und biopolitischer Steuerung.
    Im Seminar werden wir die technologischen Neuerungen, die Ökonomien und Politiken untersuchen, die die Neuverhandlung des Lebens und ihre Geographien konstituieren. Dabei werden wir auf theoretische Perspektiven aus der Geographie, science and technology studies und der Medizinanthropologie zurückgreifen. Der erste Teil im Wintersemester 2016/17 bereitet auf die Durchführung eines eigenen kleinen Forschungsprojektes im nächsten Sommersemester vor. Das Seminar ist inhaltlich bewusst breit angelegt, behandelt die Implikationen der Neuverhandlung des Lebens in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und dient dazu, allgemeine Grundlagen zum Thema der Veranstaltung zu vermitteln.

    Output
    Die Studierenden führten ihre Forschungsprojekte in Rumänien, Griechenland, in Bonn, via Skype und im Rhein-Main-Gebiet durch.

    Workshop
    Richard Bůžek, Ibo Bakari, Iris Dzudzek, Alex Firus, Susanne Hübl, Lisa Maschke, Max Söllner und Vertreter*innen der studentischen Poliklinik Frankfurt „Wenn das Soziale krank macht – Kritische Perspektiven auf Gesundheit und Ungleichheit in der Stadt“. Workshop im Rahmen der 10. Forschungswerkstatt Kritische Geographie in Frankfurt.

    Veröffentlichungen
    Bůžek, Richard; Firus, Alexandru (2017): »Care europäisch denken« – Wie die Fürsorge mit den Menschen auswandert – das Beispiel Rumänien. In: express Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit. 09/10 2017. S. 11-12

    Bůžek, Richard; Firus, Alexandru; Mankivska, Olena (2017): What happens after care drain? A nexus between external migration, peripheralization, institutional (dis)involvement and NGO action on elderly care in the EU's Nord-Est Romanian region. (Gemeinsam mit Alexandru Firus und). In: Duygu Bräuer (Hg.): Themenheft Migration. In: Feministische Geo-RundMail (73), September 2017. S. 9-17


    LABOR FÜR RAUMSTRATEGIEN – KOLLABORATIVES PROJEKT ZUR ÄSTHETISCHEN ERFORSCHUNG NEUER ARBEITS- UND SOZIALFORMEN

    Laufzeit
    2013 – 2015, abgeschlossen

    Finanzierung

    • Mittel zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen (QSL) der Goethe-Universität
    • Institut für Humangeographie der Goethe-Universität

    Projektleitung: Jun. Prof'in. Dr. Iris Dzudzek

    Beschreibung
    Das Lehrforschungsprojekt verband Diskussionen um fehlende Freiräume auf dem Westend-Campus der Goethe-Universität Frankfurt mit akademischen Debatten und praktischen, künstlerischen Arbeiten zu räumlichen Interventionsformen.
    In einem ersten theoretischen Abschnitt setzte sich das Projekt mit architektonischen Leitbildern und damit einhergehenden Konfigurationen von historischen sowie zeitgenössischen Arbeitswelten und Räumen des Studierens auseinander – und beleuchtet diese kritisch. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung beschäftigten es sich mit dem Einzug der Kybernetik in die Organisation von Arbeitswelten, verglich die Architekturen der Headquarters von gegenwärtigen multinationalen Firmen und diskutierte über das Leitbild der neoliberalen Uni.
    Der zweite Teil des Seminars lud ein, in einem kreativen und kollaborativen Prozess über alternative Raumkonzepte nachzudenken, die vor Ort – erst im Institut für Humangeographie, dann auf dem gesamten Campus – erprobt wurden. Als Gegenstück zum verkopften akademischen Arbeiten bestand hier der Reiz im Verstehen theoretischer Konzepte, dem Übertragen der Inhalte in einen lokalen Kontext und dem Anwenden des neuen Wissens, um es in eine eigene interventionistische Formsprache zu übersetzen.
    Das offene, experimentelle Format des Seminars ermöglichte es den Studierenden sich je nach eigenen Interessen und individuellen Fähigkeiten in verschiedenen Bereich zu engagieren. Das Seminar förderte das kreative, assoziative Arbeiten jenseits von Disziplingrenzen, ermöglichte die Auseinandersetzung mit Themenfeldern der Architektursoziologie und Kunst, weckte Experimentierlust mit (Bau-)Materialien, beinhaltete die Erstellung (digitaler) Skizzen, Zeichnungen und Messungen, sowie die organisatorischen und konzeptionellen Herausforderungen der Planung einer Vernissage.

    Link

    Output