Zuschnitt Plakat
© studiom1/123RF.com

Forschungsprogramm

Vertrauen spielt im digitalen Leben eine große Rolle: Ob man bei der Medienrezeption zwischen Tatsachenbericht und "Fake News" unterscheiden muss oder ob man sich entscheiden soll, wem man im Internet seine persönlichen Daten anvertraut, jede Information, jede Quelle, jede Dienstleistung und Interaktion, die online getätigt wird, wirft eine Vertrauensfrage auf.

Vertrauen ist allerdings sehr eng verknüpft mit Kommunikation. Es wird in Kommunikationsprozessen hergestellt. Daher kann Kommunikation Vertrauen sowohl entstehen lassen als auch zerstören. Die genannten Beispiele machen dies deutlich: Durch die Digitalisierung verändern sich die Bedingungen und Formen, unter denen die Kommunikationsprozesse der Vertrauensbildung ablaufen. Diese Veränderung betrifft alle Ebenen: individuelle, institutionelle und gesellschaftliche.

Diese neuen digitalen Kommunikationsformen geraten in Konflikt mit eingespielten Kommunikationsroutinen. Sie verändern bestehende Vertrauensbeziehungen und sie erfordern neue Formen der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Vertrauen. Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs greift die skizzierte Entwicklung auf und fragt danach, welche Konsequenzen die digital geprägten Kommunikationsweisen für den Aufbau und die Störung von Vertrauen haben. Die leitende Frage des Forschungsprogramms der ersten Förderphase stellte daher das grundlegende Entstehen und die Erhaltung von Vertrauen in digitalen Kontexten in den Mittelpunkt:

Wie kann unter den Bedingungen neuer Formen der medial vermittelten Kommunikation in einer digitalisierten Welt Vertrauen entwickelt und aufrechterhalten werden? 

Auf Grundlage der Forschungsprojekte der vergangenen Jahre haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Graduiertenkollegs die Forschungsfrage weiterentwickelt. Das Interesse der zweiten Förderphase liegt nun zusätzlich auf den Chancen und Risiken der Vertrauensentwicklung:

Welche Chancen eröffnet Digitalisierung für Vertrauensentwicklung? Welche neuen Möglichkeiten des Risikomanagements – und damit der Reduzierung des Vertrauensbedarfs – entstehen mit der Digitalisierung?

Durch die Arbeit der Kollegiatinnen und Kollegiaten werden auch weiterhin bestehende Vertrauenskonzepte und -modelle vertieft und empirische Daten zur individuellen, organisationsbezogenen und gesellschaftlichen Entwicklung von Vertrauen erhoben. Auf dieser Basis können die Kollegiaten sowohl theoretische als auch anwendungsbezogene Konzepte der Vertrauenskommunikation erarbeiten.