Institut für Kanonisches Recht

Herzlich willkommen!

Wir freuen uns, dass Sie die Seiten unseres Institutes besuchen. Sie finden bei uns zahlreiche Informationen zu Fragen rund um das Studium des Kanonischen Rechts und können Einblick in unsere Arbeit sowie die laufendenden Vorlesungen gewinnen. Sollten Sie weitere Fragen haben, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung oder besuchen Sie uns zu den angebenen Sprechzeiten.

Hinweis:

Herr Prof. Schüller befindet sich im Sommersemester 2022 im Forschungsfreisemester und bietet bis zum 30.9.2022 keine Sprechstunden an. Bitte senden Sie Herrn Prof. Schüller daher bei Anliegen eine Mail. Wenn es sich um Studien- und Prüfungsangelegenheiten handelt, wenden Sie sich bitte an den Lehrstuhlvertreter Dr. Thomas Neumann.

Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IKR.

 

Fachtagung Kirchenrecht im Dialog II: "Zeichen der Zeit" vom 12.07.2022 bis 14.07.2022

  • Abstract/Anmeldung

    Die Wendung „Zeichen der Zeit“ ist zu einem oszillierenden Begriff zwischen den Polen der Tradition und des Fortschritts in soziologischen, rechtlichen und vor allem religiösen Diskursen avanciert. Dabei steht die Frage im Vordergrund, in welcher Form sich kulturelle Traditionen, kodifizierte Normen und religiöse Lehrsätze zu Innovationen und Fortschrittsprozessen verhalten. Einerseits werden letztere konstante Faktoren der Stabilität als überkommen – mitunter kontingent – angesehen und eine reaktive Haltung der zuständigen Institutionen zur Anpassung an die „Zeichen der Zeit“ gefordert. Die entgegengesetzte Position fordert eine beständige Haltung der zuständigen Institutionen, da in einer Anpassung der drohende Verlust der Stabilität und Identität heraufbeschworen wird. Eine dritte Position sieht in den Stabilitätsfaktoren eine prokreative Kraft, die Zeit zu prägen und Fortschritt zu bewirken, also selbst zum „Zeichen der Zeit“ zu werden.
    Die beschriebene Debatte ist nicht neu, da sie in jeder Epoche mit neuer Intensität geführt werden muss. Die „Tagung Kirchenrecht im Dialog: Zeichen der Zeit“ will diesen Diskurs vor dem Hintergrund des 21. Jahrhunderts zwischen Gesellschaft, Recht und Religion interdisziplinär im Vergleich der Religionen, im Bereich der Grundlagenforschung und an den beiden Beispielen Ehe und Verwaltungsgerichtsbarkeit aktualisieren und einen Beitrag zur Entfaltung von Antwortmöglichkeiten leisten.

    Anmeldung

  • Programm

    Panel I: Religionen vor den Herausforderungen der Zeit und ihr rechtlicher Umgang damit

    Abstract: Die Zeichen der Zeit und ihren Bezugsrahmen begrifflich zu fassen ist eine Herausforderung, der sich die Wissenschaftler*innen dieses Panels stellen. In der Analyse werden die Auswirkungen der Zeichen der Zeit auf das Recht von Judentum, Islam und Orthodoxie dargestellt und miteinander verglichen. Hierbei ist aus interreligiöser und interkonfessioneller Perspektive zu fragen: Wie gehen Religionsgemeinschaften mit den „Zeichen der Zeit“ um? Welche Konsequenzen ziehen Autoritäten aus diesen Zeichen für die Normierung von Recht? Welche Auswirkungen haben z.B. gesellschaftliche Veränderungen auf die orthodoxe Kirche / das Judentum / den Islam und das Handeln offizieller Verantwortungsträger? Die Zusammenschau der Antworten lässt im Ergebnis idealiter Erkenntnisse darüber zu, ob die Zeichen der Zeit Veränderungsprozesse innerhalb einer Religion anstoßen und wenn ja, welche rechtlichen Konsequenzen damit verbunden sind.

    Dienstag 12.07.2022

    15:45Uhr

    Entwicklungen und Herausforderungen des jüdischen Religionsgesetzes inder Gegenwart

    Prof‘in Dr. Regina Grundmann
    (Professur für Judaistik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

    16:15Uhr

    Zum Wandel des islamischen Rechts in der Moderne

    Prof. Dr. Norbert Oberauer
    (Professur für Islamisches Recht, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

    17:00Uhr

    Ist die Orthodoxie für die „Zeichen der Zeit“ empfänglich? Das Orthodoxe Kirchenrecht zwischen Akribeia und Oikonomia und die Rolle der Sozialdoktrinen der Neuzeit

    Dr. Dr. Anargyros Anapliotis
    (Institut für Orthodoxe Theologie, Ludwig-Maximilians Universität München)

     

    Panel II: Recht als Phänomen (in) der Zeit

    Abstract: In Panel II ist die leitende Frage inwiefern Recht in Abhängigkeit zu seinem Entstehungs- und seinem Anwendungszeitpunkt steht. Im Zentrum steht die Normbegründung bzw. die Legitimität als geltungstheoretische Kategorie. Rechtshistorisch soll der „Fortschrittsgedanke“ im Recht im Fokus stehen, also wie das Verhältnis zwischen „altem“ und „neuem“ Recht in unterschiedlichen Epochen bestimmt wurde. Wird dem „alten“ Recht qua Tradition der Vorrang gegeben, oder wird eher auf der Grundlage eines evolutiven Gedankens das „neue“ Recht als reformiertes und besseres Recht präferiert. Die Frage, inwiefern historische kollektive – kulturell oder soziologisch definiert – Erfahrungen der Normbegründung dienen, soll rechtsphilosophisch analysiert werden. Ein entscheidender Aspekt dabei ist die Bestimmung der Interdependenz zwischen normativen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Dabei soll die positivistische bzw. „Legitimität durch Legalität“ herleitende Position als Kontrastfolie dienen. Spezifisch auf die Kanonistik bezogen soll (kirchen)rechtssoziologisch beleuchtet werden, ob und wenn ja wie Kultur bzw. bestimmte Gesellschaftsformen mit ihren Normengefügen prägenden oder de lege ferenda reformorientierten Einfluss auf das System des Kanonischen Rechts haben können bzw. müssten. Verbunden hiermit ist die Beurteilung des „kommunitaristischen“ Ansatzes, dass bestimmte Wertegemeinschaften nur aus ihnen abgeleitete Normsysteme erzeugen können, also universale – im Sinne von gemeinschaftsübergreifend – Rechtssystemen nahezu unmöglich sind.

    Mittwoch 13.07.2022

    09.00Uhr

    Zeitschichten des kanonischen Rechts. Beobachtungen zur Temporalität einer religiösen Rechtsordnung?

    Prof. Dr. Andreas Thier
    (Lehrstuhl für Rechtsgeschichte, Kirchenrecht, Rechtstheorie und Privatrecht, Universität Zürich)

    09.30Uhr

    Das Recht in den Zeiten—Simultaneität und Synchronizität sozialer Zeitstrukturen
    Prof. Dr. Stephan Kirste

    (Lehrstuhl für Völkerrecht, Europarecht und Grundlagen des Rechts, Paris Lodron Universität Salzburg

    10.30Uhr

    10.30Uhr        Kirchliche Rechtsschöpfung in Geschichte und Gegenwart: selektive Aneignung und systemspezifische Neubildung

    Prof. Dr. P. Rafael Rieger OFM
    (Lehrstuhl für Kirchenrecht und kirchliche Rechtsgeschichte, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

     

    Panel III: Kirchliches Arbeitsrecht unter dem Druck des Wandels der Zeit

     

    Donnerstag 14.07 .2022

    14.30Uhr

    N.N.
     

    15.00Uhr

    „Aufbruch und Umbruch“ bei der Reform des kirchlichen Arbeitsrechts

    Prof. Dr. Hermann Reichold
    (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschafts- und Arbeitsrecht, Eberhard Karls Universität Tübingen

    16.00Uhr

    N.N


    Prof. Dr. Alexander Dilger
    (Direktor des Instituts für Organisationsökonomik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

     

     

    Panel IV: Ehe als kontingent-soziologischer Begriff

    Abstract: In diesem Panel geht es aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln um den faktischen und im Nachgang auch rechtlichen Wandel im Eheverständnis der staatlichen und kirchlichen Rechtsordnungen. Während die katholische Doktrin und die ihr folgende Rechtssetzung am binären Geschlechtsmodell von Mann und Frau in der Ehe festhält und allen Bestrebungen, die auf die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher dauerhafter Paarbeziehungen in der Kirche abzielen, kritisch gegenübersteht, ist es in Gesetzgebung und Judikatur trotz Art. 6 GG in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern in Europa zu entsprechenden Regelungen für eine Ehe für alle gekommen. Ist die katholisch stark naturrechtlich konzipierte Vorstellung von Ehe und Familie an ihr Ende gekommen und wie wirken die staatlichen Anpassungsprozesse und Öffnungen des familienrechtlichen Instituts der Ehe sowie gesellschaftliche Entwicklungen auf die Kirchen und ihre Judikate zurück? Dabei ist aus psychologischer Perspektive zu fragen, welche aktuellen Entwicklungen die Vorstellung von eheschließenden Menschen prägen und unter welchen selbst und von außen durch gesellschaftliche Erwartungshaltungen geprägten Vorstellungen bewusst oder unbewusst adaptiert an die Ehe mit einem geliebten Menschen herangetreten wird.

    Mittwoch 16.02.2022

    09.00Uhr

    Katholische Ehelehre im Wandel?!

    Prof. Dr. Georg Bier
    (Arbeitsbereich Kirchenrecht und Kirchliche Rechtsgeschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.)

    09:30Uhr

    N.N


    Prof’in Dr. Bettina Heiderhoff
    (Professur für Internationales Privat- und Verfahrensrecht und Bürgerliches Recht, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

    10.30Uhr

    Biopsychologische Grundlagen der Paarinteraktion

    Prof’in Dr. Beate Ditzen
    (Institut für medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Heidelberg)

     

     

     

  • Aktuelle Meldungen

    Aktuelle Meldungen

    Um Gottes Willen! mit dem Kirchenrechtler Thomas Schüller

    Wozu braucht es neben dem weltlichen Recht, auch noch ein Kirchenrecht?

    Einmal im Monat geht es in unserem Aufwacher am Sonntag um den
    Glauben. Wie sehr beeinflusst er unser Leben und welche Aufgaben
    sind mit ihm verbunden? Heute: Lothar Schröder im Gespräch mit dem
    Kirchenrechtler Thomas Schüller.

    Zum Podcast

     

    © WWU - Peter Leßmann

    Zwei Preisträger für erstklassige Wissenschaftskommunikation

    Universitätsgesellschaft Münster zeichnet Ökonomen Andreas Löschel und Theologen Thomas Schüller aus

    Die Universitätsgesellschaft Münster e. V. hat dem Theologen Prof. Dr. Thomas Schüller und dem Ökonomen Prof. Dr. Andreas Löschel den diesjährigen „Preis für Wissenschaftskommunikation – wissen.kommuniziert“ verliehen. Mit dem zum zweiten Mal ausgelobten Preis zeichnet die Universitätsgesellschaft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster aus, die sich um die Vermittlung komplexer Sachverhalte auf besondere Weise verdient gemacht haben. „Universitäten kommt in der Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft eine wichtige Rolle zu. So sorgen sie dafür, dass diese ihren gesellschaftlichen Nutzen voll entfalten“, betonte Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels in der Feierstunde in der WWU-Studiobühne. „Die diesjährigen Preisträger tragen ihre Forschungsergebnisse auf sehr unterschiedliche Weise wirkungsvoll in die Gesellschaft. Beide leisten damit einen wichtigen Beitrag, der mit dieser Auszeichnung eine angemessene Würdigung erfährt.“

    Der Vorstandsvorsitzende der Universitätsgesellschaft, Dr. Paul-Josef Patt, hob hervor, dass es gerade in Zeiten von großen Herausforderungen und gleichzeitiger Wissenschaftsskepsis wichtig sei, das Vertrauen in die Wissenschaft in der Bevölkerung zu stärken. „Beiden Preisträgern gelingt es in exzellenter Weise, ihre herausragenden Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit nachhaltig und anschaulich zu vermitteln und damit eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu bauen.“

    Der Preis ist mit 10.000 € dotiert und wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Universitätsgesellschaft im Jahr 2018 vom Vorstand ins Leben gerufen. Auf Empfehlung der fünfköpfigen Jury hatte der Vorstand der Universitätsgesellschaft entschieden, den Preis in diesem Jahr auf zwei Preisträger aufzuteilen.

    Universität Münster News
    Katholisch-Theologische Fakultät Aktuelles

    Kooperation DaKaR mit ixtheo und KALDI

    Durch die Kooperation mit dem Index Theologicus in Tübingen konnte die Datenbank für Kanonisches Recht grundlegend überarbeitet und an die neuesten bibliothekarischen Standards angepasst werden. In diesem Zuge ist nun auch KALDI (Kanonistische Literaturdatenbank Innsbruck) Kooperationspartner.

    Wie gewohnt können nun unter canonlaw.ixtheo.de kanonistische Fachliteratur, Normen und Rechtsprechung recherchiert werden. Neu ist u. a. die multilinguale Suchmaske und Stichwortsuche sowie die Möglichkeit den Standort der gewünschten Titel in der eigenen Umgebung zu prüfen. Nach dem Anlegen eines eigenen Accounts können Merklisten erstellt und gespeichert, sowie „Alerts“ eingerichtet werden, sobald zu bestimmten Themengebieten neue Literatur in der Datenbank erfasst wird.

    Weiterhin ist natürlich die Canonsuche möglich. Diese befindet sich derzeit in der Betaversion und ist über die Eingabe „cic83 204“ möglich (Angabe des Codex [cic17, cic83, cceo] Leerzeichen, Angabe der Nummer des Canons).

    Für Anregungen zur Optimierung wenden Sie sich bitte an ixtheo@ub.uni-tuebingen.de.
    Allgemeine Fragen können Sie auch an kanrecht@uni-muenster.de richten.

    © privat

    Professor Thomas Schüller erhält den"wissen.kommuniziert"-Preis für Wissenschaftskommunikation 2021

    Thomas Schüller, Direktor des Instituts für Kanonisches Recht und Professor für Kirchenrecht an unserer Fakultät, ist einer von zwei Preisträgern des "wissen.kommuniziert"-Preises für Wissenschaftskommunikation. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird zu gleichen Teilen an Thomas Schüller und Prof. Dr. Andreas Löschel (Lehrstuhl für Mikroökonomik an der WWU) verliehen. Seit 2018 verleiht die Universitätsgesellschaft Münster den "wissen.kommuniziert"-Preis für besondere und innovative Leistungen auf dem Feld der Wissenschaftskommunikation, mit denen in herausragender Weise komplexe und komplizierte wissenschaftliche Inhalte verständlich kommunziert und für eine breitere Öffentlichkeit aufbereitet werden. Die Preisverleihung erfolgt im feierlichen Rahmen am 9. November 2021 in der Studiobühne Münster. Die Fakultät gratuliert ihrem Professor sehr herzlich und freut sich mit ihm über diese Auszeichnung seines Engagements.
    Auszeichnung für herausragende Wissenschaftskommunikation

  • Aktuelle Termine

    Herr Prof. Schüller befindet sich im Sommersemester 2022 im Forschungsfreisemester und bietet bis zum 30.9.2022 keine Sprechstunden an. Bitte senden Sie Herrn Prof. Schüller daher bei Anliegen eine Mail. Wenn es sich um Studien- und Prüfungsangelegenheiten handelt, wenden Sie sich bitte an den Lehrstuhlvertreter Dr. Thomas Neumann.