Lehrveranstaltungen des Sommersemesters 2019

Vorlesungen

  • Vorlesung Relevanz und Aktualität der Theologie (Prof. Dr. Thomas Schüller)

    Relevanz und Aktualität der Theologie

    Di: 8 Uhr c.t. - 10Uhr, Schlossplatz 4, SP4 201

    Gemeinsam mit den Studierenden werden aktuelle Themen der Theologie und der Kirche identifiziert, die helfen können, die Vielfalt des theologischen Fächerkanons mit seinen verschiedenen methodischen und fachlichen Zugängen zu theologischen Fragestellungen aufzuzeigen. Dabei werden die einzelnen theologischen Fächer an unserer Fakultät mit ihren Lehrenden vorgestellt.

  • Vorlesung Eherecht (Prof. Dr. Thomas Schüller)

    Eherecht

    Mo: 10Uhr c.t. - 12Uhr, Domplatz 23, 102

    Wenn in kirchlichen Kreisen oder aus der Beobachterperspektive die Disziplin Kirchenrecht zur Sprache kommt, wird diese meist mit der kirchlichen Eheschließung in Verbindung gebracht. Hier verberge sich auf der einen Seite eine veraltete, den theologischen Diskurs hemmende Auffassung von Ehe und auf der anderen Seite ein Hintertürchen, um dann doch nochmal kirchlich heiraten zu können. Martin Luther sprach von der Ehe als weltlich‘ Ding, der Kanonist spricht von ihr als rechtlich Ding. Welche dogmatischen Vorgaben mit welchen rechtlichen Implikationen verbunden sind und wie die Ehe verstanden und gerichtlich behandelt wird, ist Thema dieser Vorlesung.

    Ausgehend von den rechtlichen Wurzeln im Römischen Recht und den theologischen Fundamenten bei Augustinus und Thomas von Aquin über das Aggiornamento des II. Vaticanums werden die cc. 1055-1165 CIC/1983 kanonistisch analysiert.

    Literatur:

    • Rhode, Ulrich, Kirchenrecht, § 48 Die Ehe (cc. 1055-1165), Stuttgart 2015.
    • Schöch, Nikolaus, § 84 Die Ehe in der kirchlichen Rechtsordnung, in: Haering, Stephan; Rees, Wilhelm; Schmitz, Heribert (Hrsg.), Handbuch des katholischen Eherechts, Regensburg ³2015, 1243-1267.
    • Sebott, Reinhold, Das neue kirchliche Eherecht, Frankfurt a. M. ³2005.
    • Witte, John, Vom Sakrament zum Vertrag. Ehe, Recht und Religion in der abendländischen Tradition, Leipzig 2005.

Seminare

  • PS: Die Kirche im Religionsverfassungsrecht (Johannes Hohmann)

    Die Kirche im Religionsverfassungsrecht

    Di: 10Uhr c.t. - 12Uhr, Fürstenberghaus, F 040

    Welche Position vertritt die Kirche in ethischen und religionspolitischen Gesellschaftsdiskursen? Und in welchem Verhältnis stehen Staat und Kirche aktuell zueinander? Diesen Fragen soll anhand der staatlichen Rechtsprechung zum Werbeverbot für Abtreibung, Kruzifix in öffentlichen Gebäuden, Kirchenaustritt, Seelsorgegeheimnis oder kirchlichen Arbeitsrecht etc. nachgegangen werden.

    Im Seminar werden einzelne Rechtsurteile untersucht und anhand aktueller Fragen diskutiert.

  • HS: Es war einmal - Die Bedeutung von Rechtstraditionen in der Geschichte der Kirche (Dr. Thomas Neumann)

    Es war einmal - Die Bedeutung von Rechtstraditionen in der Geschichte der Kirche

    Mi 16Uhr c.t - 18Uhr, Fürstenberghaus F 041

    In manchen öffentlichen Debatten mag der Eindruck entstehen, dass doch in der Kirche „früher alles besser war“! In der „Urkirche“ gab es noch Diakonissen, Synoden als Herrschaftsinstrument, charismatische Gemeindeleitung nach paulinischen Modell, Bischofswahlen durch das „Volk“ und letztlich einen moderierten Primat des Römischen Bischofs durch die vier übrigen Patriarchate.

    Halten diese optativen Utopien jedoch einer historischen und rechtlichen Überprüfung stand? Im Hauptseminar wird ein Einblick in die Disziplin der kirchlichen Rechtsgeschichte gegeben, dabei sind folgende Fragen leitend: Welche normativen Quellen sind in der jeweiligen Epoche einschlägig? Unter welchen Umständen sind sie entstanden und mit welcher Zielsetzung? Handelt es sich um überhistorisches „göttliches Recht“ oder kontingente Normen? Mit welcher Methode lassen sich rechtliche Quellen erschließen? Können die Rechtstraditionen kontemporär adaptiert werden oder würde das zu Anachronismen führen?

    Folgende Rechtstraditionen werden untersucht: Hierarchie vs. Charisma; Synoden; Primat des Papstes; Ehe; Pfarrei; Bischofsamt; Römische Kurie; Inquisition; Universitäre Bildung.

    Literatur:

    • Goetz, Hans Werner, Proseminar Geschichte Mittelalter, Stuttgart 42014.
    • Brauer, Michael, Quellen des Mittelalters, Paderborn 2013.
    • Oexle, Otto Gerhard, Rechtsgeschichte und Geschichtswissenschaft, in: Simon, Dieter (Hrsg.), Akten des 26. Deutschen Rechtshistorikertags (Ius Commune Sonderheft. Studien zur Europäischen Rechtsgeschichte; 30), Frankfurt 1987, S. 77-107.
    • Rennie, Kristen R.; Taliadoros, Jason, Why study Medieval Canon Law? in: History Compass 12/2 (2014) S. 133-149.
    • Helmholz, Richard, Kanonisches Recht und Europäische Rechtskultur, Kapitel 1: Quellen und Literatur des Kanonischen Rechts, Tübingen 2013.
    • Kuttner, Stephan, Methodological Problems Concerning the History of Canon Law, in: Speculum 30 (1955), S. 539-549.

  • HS: Die Bischofskonferenz (Prof. Dr. Michael Seewald; Prof. Dr. Thomas Schüller

    Die Bischofskonferenz

    Blockseminar

    23.04.2019 10-12Uhr

    20.05.2019 18-20Uhr

    Tagung am 24./25.05.2019

    Im Hauptseminar wird es aus systematischer und kirchenrechtlicher Perspektive um den ekklesialen Ort der Bischofskonferenz gehen. Kann sie ein Instrument der heilsamen Dezentralisierung sein oder doch nur unverbindliches Gesprächsgremium? Wie ist es um das Verhältnis von Diözesanbischof zur Bischofskonferenz bestellt? Kernstück der Lehrveranstaltung ist die wissenschaftliche Tagung am 24./25.5.2019 mit Beiträgen von rennormierten Expertinnen und Experten. Die Teilnahme an dieser Tagung ist verpflichtend. In zwei Vorbesprechungen wird auf das Thema vorbereitet.

  • HS: Sakramentenrecht unter Berücksichtigung der verwaltungskanonistischen Praxis (Prof. Dr. Peter Platen)

    Sakramentenrecht unter Berücksichtigung der verwaltungskanonistischen Praxis

    Blockseminar

    05.04.2019 14Uhr c.t. - 16Uhr

    27.06.2019 14Uhr c.t. - 20Uhr

    28.06.2019 9Uhr c.t. - 18Uhr

    In dem Seminar, das als Blockveranstaltung durchgeführt wird, soll unter Berücksichtigung der verwaltungskanonistischen Praxis verschiedenen sakramentenrechtlichen Fragestellungen nachgegangen werden, u. a.:

    • Recht auf Sakramentenempfang: universalkirchliche Vorgaben und Praxis der Sakramentenkatechese
    • Pflicht zur Sakramentenspendung: Bedingungen und Grenzen
    • Geltung von staatlichem Recht und von Kirchenrecht mit Blick auf Taufe und Konversion von Kindern
    • Rechtsfragen um das Tauf- und Firmpatenamt
    • De-facto-Konversionen und Zugehörigkeit zur Kirche
    • Konversion und Erwachsenentaufe von in ungültiger Ehe Lebenden
    • Kirchenaustritt und actus formalis defectionis ab Ecclesia - Konsequenzen für Verwaltungskanonistik und Diözesangerichte
    • Sakramentenempfang von wiederverheiraten Geschiedenen
    • Teilnahme nichtkatholischer Christen an der Eucharistie
    • Geltung und Schutz verschiedener Geheimnisse und Verschwiegenheitspflichten in der pastoralen Praxis