Lehrveranstaltungen des Wintersemesters 2018/19

Vorlesungen

  • Vorlesung Sakramentenrecht (Prof. Dr. Thomas Schüller)

    Sakramentenrecht

    Mo: 14Uhr c.t. - 16Uhr, Fürstenberghaus, F 5

    Die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden ist untrennbar mit dem sakramentalen Geschehen zum Aufbau des Leibes Christi verbunden. In dieser Vorlesung soll die rechtliche Dimension der sakramentalen Wirklichkeit der Kirche erschlossen werden. Die Sakramente der Kirche haben nicht nur eine theologische, sondern auch eine rechtliche Dimension. Das Recht der Sakramente behandelt die Art und Weise der Spendung (Form), die Voraussetzungen auf der Seite des Spenders und die auf der Seite des Empfängers. Mit Ausnahme der Ehe werden die übrigen 6 Sakramente unter diesen rechtlichen Aspekten sowie die Möglichkeiten der ökumenischen Spendung der Sakramente in der Vorlesung behandelt.

    Literatur:

    • Althaus, Rüdiger, Kommentar zu cc. 834-1054 und cc. 1166-1253, in: Lüdicke, Klaus (Hrsg.), Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici, unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Loseblattwerk, Essen seit 1985, 48. Ergänzungslieferung, Stand November 2012.
    • Ahlers, Reinhild; Gerosa, Libero; Müller, Ludger (Hrsg.), Ecclesia a Sacramentis. Theologische Erwägungen zum Sakramentenrecht, Paderborn 1992.
    • Haering, Stephan; Rees, Wilhelm; Schmitz, Heribert (Hrsg.), Handbuch des katholischen Kirchenrechts, Regensburg ³2015, §§ 77-82.

  • Vorlesung Ausgewählte Fragen des kirchlichen Dienst- und Arbeitsrechts (Prof. Dr. Thomas Schüller)

    Ausgewählte Fragen des kirchlichen Dienst- und Arbeitsrechts

    Di: 8Uhr c.t. - 10Uhr, Juridicum, JUR 1

    In der LV geht es um grundlegende Fragen des kirchlichen Dienst- und Arbeitsrechts. Was ist bei der Anstellung von Mitarbeitern zu beachten, welche Loyalitätsobliegenheiten werden bei Verstoß zum Beispiel im Bereich der persönlichen Lebensführung arbeitsrechtlich sanktioniert und was meint der sog. Dritte Weg ohne Streik und Aussperrung? Die aktuelle staatliche Rechtsprechung (BAG; BVerfG; EuGH; EGMR) in diesem Bereich wird berücksichtigt.

    Literatur:

    • HAHN, Judith, Mitbestimmung in kirchlichen Einrichtungen zwischen deutschem Verfassungs- und Europäischem Gemeinschaftsrecht, Essen 2009 (= Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici. Beihefte; 56).
    • KÄMPER, Burkhard; THÖNNES, Hans-Werner (Hrsg.), Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche, Bd. 46, Das kirchliche Arbeitsrecht vor neuen Herausforderungen, Münster 2012.
    • SCHÜLLER, Thomas, Katholische Krankenhäuser und kirchliches Arbeitsrecht - zwischen Sein und Schein, Ideal und Wirklichkeit, in: Marianne Heimbach-Steins, Thomas Schüller, Judith Wolf (Hrsg.), Katholische Krankenhäuser - herausgeforderte Identität, Paderborn 2017, 83-106.
    • THÜSING, Gregor, Kirchliches Arbeitsrecht, Tübingen 2006.

Seminare

  • HS: Kirchenrecht im Dialog (Prof. Dr. Thomas Schüller / Dr. Thomas Neumann)

    Kirchenrecht im Dialog

    Blockseminar

    • Mo. 15.10.2018 16Uhr c.t. - 18Uhr DPL 23.426
    • Mo. 17.12.2018 16Uhr c. t. - 20Uhr, Johannisstraße 8-10, KTH I
    • Mo. 14.01.2019 16Uhr c.t. - 20Uhr, Johannisstraße 8-10, KTH I

    Das Seminar richtet sich an Studierende höherer Semester und wird im Verbund mit der Tagung "Kirchenrecht im Dialog" vom 18-20. Februar 2019 in Fulda angeboten.

    Es wird um Anmeldung (thomas.m.neumann@wwu.de) zum Seminar bis zum 12. Oktober 2018 gebeten. Die Teilnahme an der Tagung ist aus didaktischen Gründen verpflichtend.

    Interdisziplinarität gilt in der Scientific Community als unumgängliches Gebot. Ihre Verwirklichung ist an den Dialog der Wissenschaften auf Augenhöhe gebunden. Eine fruchtbare Kooperation ist mehr als die Anwendung einer fachfremden Methodik, sie muss vielmehr auf der Basis der aus differenten Perspektiven gewonnenen Erkenntnisse aufbauen, um neue Konvergenzen zu erzeugen. Die Kanonistik ist von ihrem Wesen als Teil der Theologie interdisziplinär angelegt, denn die „Rechtswissenschaft der Theologischen Fakultät“ arbeitet unter anderem mit systematisch-, praktisch-, historisch-, wie auch bibeltheologischen Erkenntnissen. Dieser innertheologische Dialog gestaltet sich als ein ebenso intensives wie umfängliches Vorhaben. Darüber hinaus hat das Kirchenrecht als religiöses Recht unumstritten zahlreiche Berührungspunkte mit außertheologischen Wissenschaften, die verstärkt als Anknüpfungspunkte für einen interdisziplinären Austausch genutzt werden sollten, um aus jenem Diskurs Erkenntnisse für die je eigenen Forschungsvorhaben zu gewinnen. Aus diesem Grund tritt das Kirchenrecht im Rahmen der Tagung „Kirchenrecht im Dialog“ anhand aktueller Forschungsfragen mit der Rechtswissenschaft, der Psychologie, der Soziologie und der Geschichtswissenschaft in einen intensiven Dialog. An der Universität als Wissenschaftsgemeinschaft ist dieser Dialog zwingend anzustreben.

    Zum Setting

    In vier thematisch unterschiedlich ausgerichteten Panels werden jeweils ein Vertreter / eine Vertreterin der Kanonistik und ein fachfremder Wissenschaftler / eine fachfremde Wissenschaftlerin die Thematik aus ihrer jeweiligen theoretischen Perspektive betrachten. Im Anschluss an die ersten beiden Vorträge wird der Referent / die Referentin des dritten Vortrags die Erkenntnisse der Theorie für die Praxis fruchtbar machen bzw. ihre praktische Umsetzung analysieren. Im Anschluss an die drei Vorträge wird unter Anleitung eines Moderators / einer Moderatorin die Diskussion für das Plenum eröffnet. Die Tagung schließt mit einem gemeinsamen Mittagessen bei Tischgesprächen zum vertieften Austausch mit den Referentinnen und Referenten.

    1. Panel: Recht zwischen Kontingenz und überhistorischer Relevanz

    Abstract:

    In diesem Panel soll es um die mögliche Konvergenz historischer und kanonistischer Erkenntnisse gehen. Sofern sich Historiographen mit rechtlichen Themen und Kanonisten mit historischen Themen beschäftigen, scheinen in den meisten Fällen die Forschungen isoliert voneinander stattzufinden. Der Kanonist hat jedoch einen besonderen Blick und dadurch auch ein eigenes Verständnis normativer Gegebenheiten, welches theologisch geprägt ist. Der Historiker wiederum hat einen besonderen Blick und daraus resultierendes Verständnis historischer Phänomene und Prozesse in ihrem jeweiligen Kontext. Der Rekurs aus rechtlicher Perspektive auf Rechtstraditionen ist ein viel bemühtes Mittel um Reformen auf der Grundlage der Geschichte anzustreben. Die Analyse normativer Texte ermöglicht dem Historiker die Analyse gesellschaftlicher, ritualtheoretischer oder weiterer Prozesse und Phänomene. Die Frage in Bezug auf das Thema der Tagung ist, inwiefern eine Rechtstradition aus historiographischer Perspektive kontingent ist und daher nicht ohne ahistorische Konsequenzen in heutige Rechtssysteme integriert werden kann und weiterhin die Frage, ob Recht aufgrund seines Entstehungskontextes als überkommen gelten müsste. Auf der anderen Seite steht die Frage, ob es aus kanonistischer Perspektive Rechtsprinzipien wie „quod omnes tangit ad omnibus approbari debet“ gibt, die eine über die historische Situation hinausweisende Bedeutung haben und bis heute das Rechtssystem der Kirche prägen, also letztendlich nicht kontingent sind. Im dritten Vortrag soll auf die Praxis der Ehelehre hin eine Synthese der beiden Disziplinen erfolgen und die aus historiographischen Erkenntnissen resultierende Chancen für das geltende Eherecht dargelegt werden.

    2. Panel: Recht zwischen Globalität und Partikularität in Staat und Kirche

    Abstract:

    In dem Panel geht es um zwei gegensätzliche Prozesse im staatlichen und kirchlichen Rechtsbereich. Im staatlichen Rechtsbereich firmiert unter dem Schlagwort „Globalisierung des Rechts“ das Bestreben übernationales Recht, möglichst auf globaler oder zumindest auf der Ebene von transnationalen Zusammenschlüssen durchzusetzen. Als Ursprung des transnationalen Rechts gilt hier der europäische Rechtsraum, jedoch muss hierbei beachtet werden, ob es sich wirklich um globales Recht handelt, oder nur um eine Kolonisierung durch das europäische Recht, welches den außereuropäischen Rechtssystemen fremd ist. Es gilt die Frage zu klären wie die Transformation zu globalem Recht gelingen kann. Beispiele hierfür sind ein gemeinsames Wirtschafts-, Umweltrecht oder eine gemeinsame Vereinbarung über die Menschenrechte. Auf der anderen Seite ist nicht erst seit Papst Franziskus unter dem Schlagwort der „heilsamen Dezentralisierung“ die entgegengesetzte Tendenz weg vom globalen bzw. universalen Recht hin zum partikularen Recht zu beobachten. Ein besonderes Beispiel für eine starke Dezentralisierung in partikulare Rechtsräume sind die unierten Ostkirchen, die mit dem CCEO ein wirkliches universales Rahmenrecht besitzen, welches weitgehende partikulare Ausgestaltungen erfährt. In Bezug auf das Thema der Tagung soll hier der Vergleich und Erfahrungsaustausch ermöglicht werden welche Vor- und Nachteile sich aus einer Globalisierung/Universalisierung des Rechts und einer Partikularisierung des Rechts ergeben können. Im dritten praxisorientierten Beitrag soll aus der Perspektive der Judikative eines übernationalen Gerichts berichtet werden, welche Prinzipien bei der Klärung religionsrechtlicher Fragen angewendet werden, wenn diese durch einen Urteilsspruch für ein bestimmtes Land auch Konsequenzen für weitere Länder haben können, die dieses Gericht anerkennen. Welche partikularen/lokalen Gesetze und Rechtssprechungstendenzen müssen beachtet werden und welche transnationalen Überlegungen fließen dabei mit in die Urteilsfindung ein.

    3. Panel: Herausforderungen der Pluralisierung der Gesellschaft für das geltende Religionsrecht

    Abstract:

    In diesem Panel geht es in den ersten beiden Vorträgen um die rechtswissenschaftliche Analyse aktueller religionspolitischer Phänomene. Konkret geht es um die Frage, wie adäquat auf die religiöse Pluralisierung der Gesellschaft mit religionsrechtlichen Mitteln reagiert werden kann. Hat die Pfadabhängigkeit des deutschen Religionsverfassungsrechts Konsequenzen für dessen Anwendbarkeit auf nicht-christliche Religionsgemeinschaften und werden die christlichen Kirchen durch nicht-grundgesetzliche Gesetzgebungen gegenüber anderen Religionen stark bevorzugt? Auf der anderen Seite soll die Analyse der religionsrechtlichen Gesetzgebung eines islamisch geprägten Landes wie Syrien oder dem Libanon stehen, in dem der religiöse Einfluss selbst das Privatrecht prägt bzw. die Anwendbarkeit religiösen Rechts durch den Staat eingeräumt wird. Im dritten auf die Praxis hin orientierten Vortrag soll aus soziologischer Perspektive betrachtet werden, welche Prozesse zu dem starken Einfluss religiöser Vorstellungen auf das staatliche Recht geführt haben und ob eine Säkularisierung der Gesellschaft ebenfalls eine Säkularisierung des Rechts zur Folge hat. Weiterhin soll analysiert werden, welche Konsequenzen die Migration bestimmter religionsrechtlicher Prägungen in ein anderes religionsrechtliches System haben. Konkret wie z. B. islamisch-rechtliche Vorstellungen gesellschaftlich und damit aber auch letztendlich rechtlich in das deutsche Religionsverfassungsrecht integriert werden können.

    4. Panel: Rechtlicher Umgang mit und Gründe für Scheitern

    Abstract:

    In diesem Panel geht es um den rechtlichen Umgang der kirchlichen Autoritäten mit Scheitern und Fehlverhalten, sei es moralisch oder strafrechtlich sanktioniert. Beispiele hierfür sind die erneute Eheschließung nach ziviler Scheidung, sexueller Missbrauch durch Kleriker, die Grundordnung im kirchlichen Dienstrecht sowie der Verlust des klerikalen Standes strafweise oder auf dem Verwaltungsweg. Über welche straf- und disziplinarrechtlichen Mittel verfügt die Kirche und wie werden diese angewendet. Auf der anderen Seite steht die psychologische Analyse der möglichen Gründe für das Scheiter / Fehlverhalten und eine Einschätzung wie diesen Verhaltensformen aus psychologischer Perspektive adäquat begegnet werden kann. In Bezug auf das Thema der Tagung soll reflektiert werden, ob der kontemporäre rechtliche Umgang ausreicht, um die Ziele des Strafrechts (c. 1341 CIC/1983), die Behebung des Ärgernisses, die Herstellung der Gerechtigkeit und die Besserung des Täters zu verwirklichen, oder für die Prävention und fortlaufende Behandlung der Sache psychologische Erkenntnisse einbezogen werden müssten. Im dritten Vortrag soll auf die Praxis hin ausgerichtet aus der Perspektive der systematischen Theologie der Versuch unternommen werden, ein Modell einer Theologie des Scheiterns zu entwerfen. Im religiösen bzw. kirchlichen Bereich deutet das mehr der Religion an, dass nicht nur ein rechtlicher Umgang, sondern ein theologisch fundierte Handlungsweise erforderlich ist, um das Problem des Scheiterns aufzufangen.

  • PS: Einführung in die Methodik der Praktischen Theologie (Johannes Hohmann)

    Einführung in die Methodik der Praktischen Theologie

    Mo: 16Uhr c.t. - 18Uhr, Fürstenberghaus, F 40

    N.N

    Literatur:

    N.N.

  • PS: Im Auftrag ihrer Majestät - Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Handelns im Namen der Kirche (Dr. Thomas Neumann)

    Im Auftrag ihrer Majestät - Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Handelns im Namen der Kirche

    Mi: 16Uhr c.t. - 18Uhr, Domplatz 23, DPL 23.426

    Wer will schon noch Religionslehrerin / Religionslehrer für römisch-katholische Theologie werden, wenn man sich mit den vermeintlich unzeitgemäßen Moralvorstellungen der päpstlichen Lehre (Verbot künstliche Verhütung, Sexualmoral) einverstanden erklären muss? Warum toleriert der weltanschaulich-religiös neutrale Staat die immense Einflussnahme der „Kirche“ auf das Privatleben der Lehrerinnen und Lehrer? Rechtlich kann das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen (Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 5 WRV), die Religionsfreiheit (Art. 4 GG) und die Kontrolle durch den Diözesanbischof als oberstem Wächter der Lehre (c. 804 und 805 CIC/1983) durch die missio canonica angeführt werden. Kurz: Der Staat stellt den Rahmen, die Religionsgemeinschaft den Inhalt. Was aber passiert eigentlich im RU: ist das Katechese, Religionskunde oder ein Zwischending? Das Handeln im Namen der Kirche der Religionslehrer, zu dem sie beauftragt sind, ist dem Verkündigungsdienst der Kirche (munus docendi/propheticum) zuzuordnen, hat also immer einen katechetischen Grundimpetus.

    Im Seminar wir diesen Fragen nachgegangen und versucht auf die Person bezogen die juridisch-kanonische Stellung der Religionslehrerin / des Religionslehrers herauszuarbeiten wie auch auf die Institution bezogen die staatlich-rechtlichen Rahmenbedingungen zu eruieren.

    Literatur:

    • Anuth, Bernhard - Aufgabe und "Sendung" von ReligionslehrerInnen in kirchlicher Sicht, in: Religionsunterricht an höheren Schulen 52 (2009), S. 133-138.
    • Künzel, Heike, Die Missio Canonica für Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Kirchliche Bevollmächtigung zum Religionsunterricht an staatlichen Schulen, Essen 2004 (= Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici; 39).
    • Meckel, Thomas, Religionsunterricht im Recht. Perspektiven des katholischen Kirchenrechts und des deutschen Staatskirchenrechts, Paderborn; München; Wien 2011 (=Kirchen- und Staatskirchenrecht; 14).
    • Rees, Wilhelm - "Keine Angst, bei Neuevangelisierung aus sich heraus zu gehen" (Papst Franziskus). Neuevangelisierung und schulischer Religionsunterricht. Kirchenrechtliche Überlegungen angesichts von Säkularisierung und schwindendem Glaubensbewusstsein, in: AfkKR 183 (2014), S. 387-441.