Forschung
Wir Menschen leben mit Bildern von der Geschichte. Das gilt für unser eigenes Leben, für die Geschichte unseres Landes und auch für die Geschichte der Katholischen Kirche. In der Historischen Forschung nennt man solche Geschichtsbilder auch historische Narrative. Historische Narrative sind wichtig, um Standpunkte und Orientierungen zu verstehen und für sich selbst zu finden. Sie prägen persönliche und gesellschaftliche Geschichtskulturen.
Am Seminar für Historische Theologie und ihre Didaktik beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Historische Narrative entstehen und welche Rolle sie in Geschichtskulturen und religiösen Bildungsprozessen ausüben. Die Erforschung von Geschichtskulturen wird in den Historischen Wissenschaften als public history bezeichnet, die Beschäftigung mit der Rolle der Geschichte in religiösen Bildungsprozessen auch als Kirchengeschichtsdidaktik.
Historische Theologie arbeitet in zwei Richtungen: Sie dekonstruiert zum einen gängige Narrative zur Rolle von Kirche und Religion in der Geschichte, die in aktuellen Diskussionen eine Rolle spielen. Zum anderen steuert sie historische Narrative in aktuelle Diskussionen ein, um Perspektiven zu klären und zu erweitern.
Ein dritter, wichtiger Bereich besteht in der Frage, wie Zugänge zu historisch-theologischen Inhalten eröffnet werden können. Es werden didaktische Methoden und Vermittlungskonzepte entwickelt, die in unterschiedlichen Bildungsbereichen Anwendung finden. Dazu zählen neben dem Religionsunterricht die Erwachsenenbildung und die kulturelle Bildung in unterschiedlichen Kontexten.
Das Seminar für Historische Theologie und ihre Didaktik hat aktuell zwei wesentliche Forschungsschwerpunkte: Die Vermittlung christlichen Kulturerbes und die Didaktik der Kirchengeschichte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte des Bistums Münster.




