Didaktik der Kirchengeschichte
Die Didaktik der Kirchengeschichte geht in der Forschung der Frage nach, inwieweit eine Beschäftigung mit der Kirchengeschichte im Rahmen religiöser und kultureller Bildungsprozesse relevant ist und sein kann. Unter Kirchengeschichte wird dabei nicht nur die Geschichte der Institution Kirche verstanden, sondern die Geschichte des kirchlichen Lebens in all seinen unterschiedlichen Vollzügen, wozu auch Formen persönlicher Religiosität und ihre Ausdrucksformen im Alltag gehören.
Drei Aspekte sind für die Forschung wesentlich:
- Welche Themen der Geschichte kirchlichen Lebens spielen in religiösen Bildungsprozessen bereits eine Rolle und welche Themen bergen ein bisher ungeschöpftes Potenzial?
- Welche Methoden kirchengeschichtlichen Lernens, insbesondere solcher, die auf die Möglichkeiten digital aufbereiteter Quellen und Daten zurückgreifen, können erforscht werden?
- Welche Erinnerungen an kirchengeschichtlichen Ereignissen gibt es und welche Bedeutung haben sie für aktuelle kirchliche und gesellschaftliche Diskurse?
Während die Geschichtsdidaktik mit dem Konzept der Geschichtskultur den Umgang einer Gesellschaft mit Geschichte schon seit langem zu einem zentralen Gegenstand ihres Interesses gemacht hat, fehlt es in der Historischen Theologie noch an Forschung, die die Darstellung von spezifisch kirchengeschichtlichen Themen in den verschiedenen Medien einer Gesellschaft untersucht – seien es nun institutionelle wie Museen oder Produkte der Populärkultur wie Filme, Romane oder Videospiele.
Am Seminar für Historische Theologie und ihre Didaktik werden neben grundsätzlichen Fragen zur Verortung und zu konkreten Inhalten einer Kirchengeschichtsdidaktik ebenso die Präsenz und Bedeutung von historischem kirchlichen Leben in der Gesellschaft untersucht. Die Forschungen tragen dazu bei, eine Didaktik der Kirchengeschichte zwischen Geschichtsdidaktik, Kirchengeschichte und Religionspädagogik zu verorten.
