Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte


Die Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte wurde im Januar 2014 am Institut für Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingerichtet. Zum ersten Mal existiert seither an einem deutschen erziehungswissenschaftlichen Universitätsinstitut ein international ausgerichtetes Zentrum zur Erforschung transatlantischer Bildungsprozesse – von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Erforscht und in der universitären Lehre vermittelt werden die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen deutschen und amerikanischen Pädagogen, Schulgründern und Bildungspolitikern vom Kolonialzeitalter bis ins 21. Jahrhundert.

Die gesamte Forschungs-, Lehr- und Informationstätigkeit der Arbeitsstelle basiert dabei auf der Grundannahme, dass sich die deutschen und amerikanischen Bildungssysteme seit der Frühen Neuzeit im Rahmen einer gegenseitigen Beeinflussung kontinuierlich und im fruchtbaren Wettbewerb bis zu ihrer heutigen Gestalt fortentwickelt haben. Beide Bildungssysteme profitieren deshalb vom Wissen um die gemeinsame Bildungsgeschichte, deren genaue Kenntnis erst ins Bewusstsein rückt, dass es trotz mancher Differenzen im Detail eine transatlantische Wertegemeinschaft auch mit Blick auf gemeinsame Bildungsideale gibt.

Franz von Fürstenberg - der Premierminister und Gründer der Universität Münster - stand mit deutschen Auswanderern in Pennsylvania in Kontakt.
Franz von Fürstenberg - der Premierminister und Gründer der Universität Münster - stand mit deutschen Auswanderern in Pennsylvania in Kontakt.
© IfE


Die gegenwärtigen Bildungsideale der USA und der Bundesrepublik Deutschland sind nach dem Selbstverständnis beider Nationen und ihrer Verfassungen ganz wesentlich den im Zeitalter der Aufklärung geschaffenen politischen Grundlagen verpflichtet: Mündigkeit des Bürgers, religiöse Toleranz, individuelle Freiheitsrechte und eine jedem Menschen zugängliche Allgemeinbildung als Zeichen seiner Würde. Diese Werte wurden als bereits in der Schule zu vermittelnde Ziele moderner Bildung erstmals im 18. Jahrhundert formuliert. Sie prägen auch den Geist der bis heute gültigen US-Verfassung von 1787/88 sowie das mit amerikanischer Unterstützung in den Jahren 1948 und 1949 erarbeitete deutsche Grundgesetz. In Forschung und Lehre befassen sich die Mitarbeiter der Arbeitsstelle daher vornehmlich, wenn auch keineswegs ausschließlich, mit der Frühgeschichte und Grundlegung des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs im Bildungswesen, also mit der deutsch-amerikanischen Bildungsgeschichte der Aufklärung.


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Buch des Monats - Januar 2018

Education for Empire: American Schools, Race, and the Paths of Good Citizenship

Clif Stratton
© University of California Press

Education for Empire brings together topics in American history often treated separately: schools, race, immigration, and empire building. During the Gilded Age and Progressive Era, American imperial ambitions abroad expanded as the country's public school system grew. How did this imperialism affect public education? School officials, teachers, and textbook authors used public education to place children, both native and foreign-born, on multiple uneven paths to citizenship. 
 
Using case studies from around the country, Clif Stratton deftly shows that public schooling and colonialism were intimately intertwined. This book reveals how students—from Asians in the U.S. West and Hawai‘i to blacks in the South, Mexicans in the Southwest, and Puerto Ricans in the Caribbean and New York City—grappled with the expectations of citizenship imposed by nationalist professionals at the helm of curriculum and policy. Students of American history, American studies, and the history of education will find Education for Empire an eminently valuable book.

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