Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte


Die Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte wurde im Januar 2014 am Institut für Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingerichtet. Zum ersten Mal existiert seither an einem deutschen erziehungswissenschaftlichen Universitätsinstitut ein international ausgerichtetes Zentrum zur Erforschung transatlantischer Bildungsprozesse – von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Erforscht und in der universitären Lehre vermittelt werden die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen deutschen und amerikanischen Pädagogen, Schulgründern und Bildungspolitikern vom Kolonialzeitalter bis ins 21. Jahrhundert.

Die gesamte Forschungs-, Lehr- und Informationstätigkeit der Arbeitsstelle basiert dabei auf der Grundannahme, dass sich die deutschen und amerikanischen Bildungssysteme seit der Frühen Neuzeit im Rahmen einer gegenseitigen Beeinflussung kontinuierlich und im fruchtbaren Wettbewerb bis zu ihrer heutigen Gestalt fortentwickelt haben. Beide Bildungssysteme profitieren deshalb vom Wissen um die gemeinsame Bildungsgeschichte, deren genaue Kenntnis erst ins Bewusstsein rückt, dass es trotz mancher Differenzen im Detail eine transatlantische Wertegemeinschaft auch mit Blick auf gemeinsame Bildungsideale gibt.

Franz von Fürstenberg (1729-1810) war Minister des Fürstbistums Münster und gründete die Universität Münster. Auch er erhielt Briefe aus Amerika.
Franz von Fürstenberg (1729-1810) war Minister des Fürstbistums Münster und gründete die Universität Münster. Auch er erhielt Briefe aus Amerika.
© IfE


Die gegenwärtigen Bildungsideale der USA und der Bundesrepublik Deutschland sind nach dem Selbstverständnis beider Nationen und ihrer Verfassungen ganz wesentlich den im Zeitalter der Aufklärung geschaffenen politischen Grundlagen verpflichtet: Mündigkeit des Bürgers, religiöse Toleranz, individuelle Freiheitsrechte und eine jedem Menschen zugängliche Allgemeinbildung als Zeichen seiner Würde. Diese Werte wurden als bereits in der Schule zu vermittelnde Ziele moderner Bildung erstmals im 18. Jahrhundert formuliert. Sie prägen auch den Geist der bis heute gültigen US-Verfassung von 1787/88 sowie das mit amerikanischer Unterstützung in den Jahren 1948 und 1949 erarbeitete deutsche Grundgesetz. In Forschung und Lehre befassen sich die Mitarbeiter der Arbeitsstelle daher vornehmlich, wenn auch keineswegs ausschließlich, mit der Frühgeschichte und Grundlegung des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs im Bildungswesen, also mit der deutsch-amerikanischen Bildungsgeschichte der Aufklärung.


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Buch des Monats - Oktober 2018

Humboldt and Jefferson - A Transatlantic Friendship of the Enlightenment

von Sandra Rebok

Humboldt and Jefferson explores the relationship between two fascinating personalities: the Prussian explorer, scientist, and geographer Alexander von Humboldt (1769–1859) and the American statesman, architect, and naturalist Thomas Jefferson (1743–1826). In the wake of his famous expedition through the Spanish colonies in the spring of 1804, Humboldt visited the United States, where he met several times with then-president Jefferson. A warm and fruitful friendship resulted, and the two men corresponded a good deal over the years, speculating together on topics of mutual interest, including natural history, geography, and the formation of an international scientific network. Living in revolutionary societies, both were deeply concerned with the human condition, and each vested hope in the new American nation as a possible answer to many of the deficiencies characterizing European societies at the time.

The intellectual exchange between the two over the next twenty-one years touched on the pivotal events of those times, such as the independence movement in Latin America and the applicability of the democratic model to that region, the relationship between America and Europe, and the latest developments in scientific research and various technological projects. Humboldt and Jefferson explores the world in which these two Enlightenment figures lived and the ways their lives on opposite sides of the Atlantic defined their respective convictions.

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