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Buch des Monats - April 2019

Alldeutsche in den USA - Die New Yorker Ortsgruppe im frühen 20. Jahrhundert

von Markus Bierkoch
© Peter Lang

Die Ortsgruppe New York des «Alldeutschen Verbandes» war ein Sammelbecken deutschamerikanischer Immigranten mit mehrheitlich völkischer Weltanschauung in den Jahren vor und während des Ersten Weltkrieges. Sie fällt durch eine rege Agitation und ausgeprägte Vernetzung mit Akteuren des ideologischen Milieus über die USA hinaus auf. Durch die Verknüpfung von sozial- und ideologiegeschichtlichen Methoden leistet die Untersuchung sowohl zur Migrationsforschung als auch zur Ideengeschichte einen informativen Beitrag. Nicht zuletzt veranschaulicht die Studie den Transfer völkischen Gedankenguts in die USA und schließt an jüngere transnationale Untersuchungen an, die globale Austauschprozesse zwischen rassistischen Gesinnungen und das Verhältnis von Ethnizität und Nationalismus in den Blick nehmen.

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Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte


Die Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte wurde im Januar 2014 am Institut für Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingerichtet. Zum ersten Mal existiert seither an einem deutschen erziehungswissenschaftlichen Universitätsinstitut ein international ausgerichtetes Zentrum zur Erforschung transatlantischer Bildungsprozesse – von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Erforscht und in der universitären Lehre vermittelt werden die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen deutschen und amerikanischen Pädagogen, Schulgründern und Bildungspolitikern vom Kolonialzeitalter bis ins 21. Jahrhundert.

Die gesamte Forschungs-, Lehr- und Informationstätigkeit der Arbeitsstelle basiert dabei auf der Grundannahme, dass sich die deutschen und amerikanischen Bildungssysteme seit der Frühen Neuzeit im Rahmen einer gegenseitigen Beeinflussung kontinuierlich und im fruchtbaren Wettbewerb bis zu ihrer heutigen Gestalt fortentwickelt haben. Beide Bildungssysteme profitieren deshalb vom Wissen um die gemeinsame Bildungsgeschichte, deren genaue Kenntnis erst ins Bewusstsein rückt, dass es trotz mancher Differenzen im Detail eine transatlantische Wertegemeinschaft auch mit Blick auf gemeinsame Bildungsideale gibt.

Die gegenwärtigen Bildungsideale der USA und der Bundesrepublik Deutschland sind nach dem Selbstverständnis beider Nationen und ihrer Verfassungen ganz wesentlich den im Zeitalter der Aufklärung geschaffenen politischen Grundlagen verpflichtet: Mündigkeit des Bürgers, religiöse Toleranz, individuelle Freiheitsrechte und eine jedem Menschen zugängliche Allgemeinbildung als Zeichen seiner Würde. Diese Werte wurden als bereits in der Schule zu vermittelnde Ziele moderner Bildung erstmals im 18. Jahrhundert formuliert. Sie prägen auch den Geist der bis heute gültigen US-Verfassung von 1787/88 sowie das mit amerikanischer Unterstützung in den Jahren 1948 und 1949 erarbeitete deutsche Grundgesetz. In Forschung und Lehre befassen sich die Mitarbeiter der Arbeitsstelle daher vornehmlich, wenn auch keineswegs ausschließlich, mit der Frühgeschichte und Grundlegung des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs im Bildungswesen, also mit der deutsch-amerikanischen Bildungsgeschichte der Aufklärung.

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