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Neue Nachwuchsforschergruppen am Exzellenzcluster

„Gerty-Cori-Programm“ dient herausragenden Wissenschaftlerinnen als Sprungbrett für ihre weitere Karriere.
Die neuen Gerty-Cori-Nachwuchsgruppenleiterinnen Dr. Noelia Alonso Gonzalez (links) und Dr. Maria Bohnert
© CiM / E. Wibberg

Verstärkung am Exzellenzcluster „Cells in Motion“ der Universität Münster: Biologin Dr. Noelia Alonso Gonzalez und Molekularmedizinerin Dr. Maria Bohnert haben Anfang September als Nachwuchsgruppenleiterinnen begonnen. Die Forscherinnen waren zuvor unter anderem in Israel und den USA tätig und erhalten nun in Münster die Möglichkeit, jeweils ihre eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Gefördert werden sie im Zuge des neu entwickelten „Gerty-Cori-Programms“ des Exzellenzclusters, das die Karriere von herausragenden Wissenschaftlerinnen unterstützen und zu deren Gleichstellung im Forschungsverbund beitragen soll. „Unsere Wahl ist auf zwei vielversprechende Nachwuchsforscherinnen gefallen, deren Themen hochinteressant sind und gut zu unserem Schwerpunkt passen“, sagt Prof. Dr. Lydia Sorokin, Sprecherin von „Cells in Motion“. Die Förderung läuft zunächst über fünf Jahre.

Dr. Noelia Alonso Gonzalez untersucht das Verhalten von Immunzellen bei Entzündungsprozessen. Sie interessiert sich unter anderem dafür, wie sich Immunzellen an Entzündungen in verschiedenen Geweben molekular anpassen, um diese richtig bekämpfen zu können. Darüber hinaus möchte sie verstehen, wie das Immunsystem dafür sorgt, dass sich Entzündungsreaktionen rechtzeitig wieder auflösen, bevor sie chronisch werden. Die Forschergruppe von Noelia Alonso Gonzalez ist am Institut für Immunologie der Medizinischen Fakultät angesiedelt.

Ihre Kollegin Dr. Maria Bohnert untersucht, wie funktionelle Einheiten im Inneren einer Zelle miteinander kommunizieren. Vor allem möchte sie verstehen, wie sich Lipidkörper, das sind zelluläre Strukturen, die auf die Fettspeicherung spezialisiert sind, mit anderen Bestandteilen der Zelle austauschen. Ziel ist es, mehr über die Rolle dieser Strukturen im gesunden und kranken Organismus herauszufinden. Dabei interessiert sich Maria Bohnert für spezielle Kontaktstellen, die verschiedene Zellbestandteile miteinander verbinden. Ihre Forschergruppe befindet sich am Institut für Zelldynamik und Bildgebung, ebenfalls an der Medizinischen Fakultät.

Gerty Cori, Nobelpreisträgerin für Physiologie 1947
© Smithsonian Institution Archives, Accession 90-105, Image #SIA2008-1291

Zum „Gerty-Cori-Programm“

Das „Gerty-Cori-Programm“ des Exzellenzclusters „Cells in Motion“ soll den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Leitungsfunktionen erhöhen und exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen in den Natur- und Lebenswissenschaften als Sprungbrett für ihre weitere Karriere dienen. Die „Namensgeberin“ Gerty Cori war eine österreichisch-US-amerikanische Biochemikerin, die Pionierleistungen bei der Erforschung des Zuckerstoffwechsels erbrachte. Gemeinsam mit ihrem Mann gelang es ihr, das D-Glucose-1-Phosphat zu identifizieren, das an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Für ihre Arbeiten erhielt Gerty Cori 1947 als erste Frau den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.