International Symposion on the Archaeology of Izmir/Smyrna 17-19. Nov. 2022
© Dokuz Eylül University

The Department of Archaeology of the Dokuz Eylül University is organizing an ınternatıonal symposıum on the Archaeology of İzmİr for the centennıal of the city's lıberatıon. The Call for Papers can be downloaded here             (deadline for submission: 9. Sept. 2022)

 

Verteidigung der Dissertation an der Universität Leiden (24.05.2022)
© E. Winter

Verteidigung der Dissertation „The Assembled Palace of Samosata. Object Vibrancy in 1st C. BCE Commagene“ an der Universität Leiden.

Teilnehmer von links nach rechts: Prof. Dr. Michael Blömer, Prof. Dr. Miguel John Versluys, Dr. Lennart Wouter Kruijer, Prof. Dr. Engelbert Winter

"Highway to Science!" Online workshop – 28.02.-03.03.2022
© Asia Minor

In collaboration with the universities of Bern/Switzerland, Toronto/Canada, Gaziantep/Turkey and the German Archaelogical Institute, as well as The International Association for Archaeological Research in Western & Central Asia (ARWA), the Forschungsstelle Asia Minor hosts an online workshop on scientific archaeology in Turkey, with a special focus on basic research methods in environmental archaeology, from 28.02. - 03.03. 2022.

The online lectures are free for interested participants. Further information and the full programm can be found here.

Graben im Gestern – die Erforschung der antiken Stadt Doliche
© WWU - Sophie Pieper

Seit 25 Jahren erforscht Prof. Dr. Engelbert Winter mit seinem Team die antike Stadt Doliche im Südosten der Türkei nahe der syrischen Grenze. Die Ausgrabung der Forschungsstelle Asia Minor zählt zu den am längsten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekten. Die Dauer des Projekts, so der Altertums-wissenschaftler, hänge vor allem mit dem Standort des Gebiets zusammen: „Die Lage der Stadt ist ein Glücksfall für die archäologische Forschung. Der Stadthügel wurde im 12. Jahrhundert verlassen und seitdem nicht mehr bebaut. Die meisten anderen Städte im antiken Teil Syriens kommen für Ausgrabungen nicht mehr in Frage, weil sie entweder nachträglich bebaut wurden oder durch den syrischen Bürgerkrieg zerstört wurden.“

Im Podcast berichtet Engelbert Winter von den Anfängen des Projekts und der Entwicklung bis heute. Dabei geht es beispielsweise um den Alltag während der mehrwöchigen Grabungsreisen, die im Sommer und Herbst stattfinden, um die Frage, wie moderne Technik die archäologische Forschung verändert hat und um die Zusammenarbeit mit den türkischen Ortskräften und der Regierung.

Das vollständige Interview (WWU Podcast 2022) mit Prof. Dr. Engelbert Winter finden Sie hier

Pressemitteilung zur Grabungskampagne 2021 in Doliche / Keber Tepe
© Forschungsstelle Asia Minor

Wissenschaftler der Universität Münster erkunden ein bislang unbekanntes Heiligtum aus römischer Zeit

Archäologinnen und Archäologen der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster haben im vergangen-en Sommer bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Doliche im Südosten der Türkei ein bislang unbekanntes Heiligtum aus römischer Zeit entdeckt. Das Team um Prof. Dr. Engelbert Winter und Prof. Dr. Michael Blömer von der WWU-Forschungsstelle Asia Minor legte Teile eines großen Tempels frei, der sich nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine ungewöhnliche Form auszeichnet. Für die Kenntnis der Entwicklung antiker Tempelarchitektur im Nahen Osten ist dieser Fund von großer Bedeutung.

Vor Beginn der Grabungsarbeiten deutete wenig auf die Existenz eines antiken Großbaus an dieser Stelle hin. Auf dem sanft abfallenden, mit Trauben bepflanzten Feld waren keine Spuren antiker Architektur zu erkennen. Georadar-Messungen, die unterirdische Strukturen sichtbar machen, hatten jedoch bereits im Vorfeld der Kampagne Hinweise auf unter der Oberfläche verborgene Mauerzüge gegeben. Ihre Dimensionen verrieten zudem, dass sie dem öffentlichen Raum der antiken Stadt zuzurechnen sind. Die Grabungen konnten die Vermutungen der Wissenschaftler bestätigen.

Soweit bislang erkennbar, liegt im Zentrum des Feldes ein ost-west orientierter Tempel von rund 35 Meter Breite. Sein Innenraum schließt im Westen mit einer Apsis, einem halbrunden Raum, ab, deren Breite etwa zwölf Meter beträgt. Die seitlich angrenzenden Bereiche sind noch nicht vollständig untersucht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich jeweils kleine Seitenräume anschlossen, die von der Apsis aus zu erreichen waren. „Trotz starker Zerstörungen durch eine lange Nachnutzung und Steinraub vermitteln die freigelegten Reste des Tempels auch heute noch einen guten Eindruck von seiner Monumentalität. Zudem erlauben zahlreiche Kapitell- und Gebälkfragmente von beachtlicher Größe, den Aufbau des Gebäudes schon jetzt genau zu rekonstruieren“, betont Grabungsleiter Engelbert Winter.

Die Erforschung des Tempels steht nach Angaben der münsterschen Wissenschaftler erst am Anfang. Nach ersten Einschätzungen zeichnet sich ab, dass er sich durch seine eigenwillige Gestaltung des Innenraums mit großer Apsis von den üblichen Tempelbauten des östlichen Mittelmeerraums unterscheidet. Er steht allerdings nicht alleine da, sondern findet Parallelen in Palmyra und im südlichen Syrien. „Wir hoffen, Hinweise auf die Entwicklung der Tempelarchitektur des antiken Syrien zu bekommen“, sagt Michael Blömer. Wer in dem neu entdeckten Tempel verehrt wurde, weiß das Team allerdings noch nicht. Dazu sind weitere Forschungen in den kommenden Jahren notwendig. Möglich scheint aber nach Einschätzungen der Wissenschaftler, dass es sich um eine Anlage des römischen Kaiserkultes handeln könnte.

Die Entdeckung unterstreicht, dass Doliche ein Ort ist, an dem die religiösen Entwicklungen des antiken Nahen Osten besonders gut archäologisch untersucht werden können. So hat das münstersche Team in der Vergangenheit bereits das außerhalb der Stadt gelegenen Heiligtum des Iuppiter Dolichenus, ein unterirdisches Heiligtum des Gottes Mithras und eine große frühchristliche Basilika des 4. Jh. n. Chr. freigelegt.

In den kommenden Wochen bereiten die Wissenschaftler die Veröffentlichung ihrer Forschungserkenntnisse für die Fachwelt vor. Dazu haben sie unter anderem eine eigene Buchreihe begründet, die sich den Ergebnissen der Grabung widmet, und deren erster Band im Frühjahr 2022 erscheinen wird.

25-jähriges Grabungs-Jubiläum

Die Arbeiten in Doliche werden seit 25 Jahren unter der Leitung von Prof. Dr. Engelbert Winter in Kooperation mit der türkischen Antikenverwaltung durchgeführt. In diesem Jahr waren eine internationale Gruppe von 43 Wissenschaftlern und Studierenden sowie 25 Grabungshelfer an den Arbeiten in der Türkei beteiligt. Wichtigster Förderer ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft.