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Münster (upm/ch)

Geoinformatik-Projekt macht Schüler fit für die Zukunft

"GI@School" ist "Ausgewählter Ort 2012" im Land der Ideen / Preisverleihung an der Universität Münster
Von links: Juliane von Trotha (Initiative &quot;Deutschland - Land der Ideen&quot;), Prorektorin Dr. Marianne Ravenstein, Preisträger Thomas Bartoschek und Bernhard Haberkamp (Deutsche Bank)<address>© WWU - Peter Grewer</address>
Von links: Juliane von Trotha (Initiative "Deutschland - Land der Ideen"), Prorektorin Dr. Marianne Ravenstein, Preisträger Thomas Bartoschek und Bernhard Haberkamp (Deutsche Bank)
© WWU - Peter Grewer

Fast 7000 Schüler, die Erfahrungen im Umgang mit digitalen Geoinformationen gesammelt haben, 600 Lehrer, die in diesem Bereich fortgebildet wurden und ungezählte Unterrichtseinheiten und Projekttage in den Fächern Erdkunde, Informatik, Mathematik, Geschichte und Biologie – das ist die Bilanz von "GI@School". Seit sechs Jahren setzen sich Geoinformatiker der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) bei diesem Projekt dafür ein, ihr Fach Schülerinnen und Schülern näherzubringen. Die Standortinitiative "Deutschland – Land der Ideen" hat dieses Engagement nun belohnt: Sie kürte das Projekt zum "Ausgewählten Ort 2012" im Land der Ideen. Die offizielle Auszeichnung fand am Dienstag, 11. Juni, im münsterschen Fürstenberghaus statt.

Bernhard Haberkamp von der Deutschen Bank überreichte die Auszeichnung an Thomas Bartoschek, Leiter von "GI@School". "Das Projekt zeigt, wie durchdrungen Technik und Gesellschaft bereits von Geodaten sind. Ihre Arbeit schafft die Grundlage für einen bewussten, verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit persönlichen Daten. Kurzum: Sie macht die Schülerinnen und Schüler fit für die globale Zukunft: praxisnah und alltagstauglich", erklärte Bernhard Haberkamp. Der Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" wird von der Standortinitiative "Deutschland – Land der Ideen" gemeinsam mit der Deutschen Bank realisiert.

"Bei Schülerinnen und Schülern frühzeitig ein Forschungsinteresse – in diesem Fall für die Geoinformatik – zu wecken, ist ein Anliegen der Universität Münster. Deshalb ist es mir als Prorektorin für Lehre und studentische Angelegenheiten besonders wichtig, dass solche – ursprünglichen studentischen – Initiativen wie "GI@School" ins Leben gerufen und vor allem so lange und sehr erfolgreich aktiv gepflegt werden", betonte Dr. Marianne Ravenstein. Gemeinsam mit dem "MExLab Physik" hatten die Geoinformatiker das Ende vergangenen Jahres eröffnete Experimentierlabor "MExLab ExperiMINTe" an der Universität gegründet. Sie unterstützen so die Bestrebungen der WWU, Schüler für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.

"Das Projekt hält die Forschungsarbeiten am Institut für Geoinformatik im Auge und arbeitet interessante Aspekte für Schüler auf. So lernen die Schüler, wissenschaftliche Methoden anzuwenden, und sie können sogar die Forschung am Institut unterstützen", erklärte Prof. Dr. Werner Kuhn vom Institut für Geoinformatik. Umgekehrt ist das Projekt, das inzwischen mehrfach preisgekrönt ist, auch in die Lehre eingebunden. So gibt es beispielsweise "Lernen durch Lehren", ein Studienmodul, bei dem Geoinformatik-Studierende verschiedene Projekte an Schulen durchführen. Ohne die Mithilfe zahlreicher Studierender, so betonte Thomas Bartoschek, sei "GI@School" undenkbar.

Im Rahmen von "GI@School" entstanden Innovationen, beispielsweise die App "WWU Campus Plan" für Smartphones und Co. sowie eine Lernsoftware für Kinder in Entwicklungsländern und ein Multi-Touch-Tisch für den Einsatz in Schulen. Die münsterschen Geoinformatiker haben "GI@School"-Projekte nicht nur in Deutschland, sondern auch an Schulen in Indien, Ruanda und Brasilien durchgeführt. Derzeit leitet "GI@School" in Kooperation mit der Arbeitsstelle Forschungstransfer der WWU und weiteren Partnern eine Projektwoche an einer Gesamtschule in Havixbeck im Kreis Coesfeld. Unter anderem führen die Schüler dabei archäologische Untersuchungen mit modernen geoinformatischen Methoden durch.

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