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Münster (upm/ch)

Schwimmende Preisverleihung

Prof. Dr. Hans-Joachim Schnittler erhält Transferpreis der Universität Münster an Bord der "Solaaris"
Prof. Dr. Hans-J. Schnittler (Mitte) und Dr. Maria Odenthal-Schnittler (2. von rechts) mit Kanzler Matthias Schwarte, Prof. Dr. Wilhelm Schmitz (Dekan der Medizinischen Fakultät) und Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles (v. l.) an Bord der Solaaris<address>© WWU - Peter Grewer</address>
Prof. Dr. Hans-J. Schnittler (Mitte) und Dr. Maria Odenthal-Schnittler (2. von rechts) mit Kanzler Matthias Schwarte, Prof. Dr. Wilhelm Schmitz (Dekan der Medizinischen Fakultät) und Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles (v. l.) an Bord der Solaaris
© WWU - Peter Grewer

"Seit Jahren wird dieser Preis an immer anderen, speziellen 'Locations' verliehen", erklärte die Rektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Ursula Nelles, am Montagabend (21. Mai) bei der Verleihung des Transferpreises an den Mediziner Prof. Dr. Hans-Joachim Schnittler. Diesmal wurde die Auszeichnung "schwimmend" verliehen: an Bord des Fährschiffs "Solaaris" auf dem Aasee. "Dieses Boot ist ein passendes Beispiel für einen gelungenen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis", betonte die Rektorin. An Bord befindet sich eine Lithium-Ionen-Batterie, die als Energiespeicher auf dem mit Sonnenkraft betriebenen Schiff dient - ein Projekt, das vom MEET-Batterieforschungszentrum der WWU wissenschaftlich begleitet wird.

Die Solaaris war somit ein würdiger Rahmen für die Auszeichnung eines herausragenden Projektes: Die Jury, so erklärte die Rektorin, hatte sich in diesem Jahr "mühelos" darauf einigen können, dass Hans-Joachim Schnittler den mit 20.000 Euro dotierten Transferpreis erhalten solle - trotz einer Reihe weiterer beeindruckender Bewerbungen. Hans-Joachim Schnittler vom Institut für Anatomie der Universität Münster erforscht, wie Zellen auf mechanische Beanspruchung reagieren. Zu diesem Zweck hat er in Kooperation mit der Firma MOS-Technologies in Telgte ein spezielles Forschungsgerät entwickelt.

Rektorin Ursula Nelles überreichte die Auszeichnung auf der voll besetzten Solaaris an Hans-Joachim Schnittler und an seine Frau, Dr. Maria Odenthal-Schnittler, Inhaberin der Firma "MOS Technologies". Für ihre Mitarbeit an dem Projekt wurden zudem Dr. Jochen Seebach und Christof Mrowietz geehrt. Neben den Preisträgern, die ihr Projekt und dessen Werdegang vorstellten, sprach Dr. René Hessling von der "Cars Zeiss MicroImaging GmbH" aus Jena über die Technologieentwicklung am Beispiel der Superresolution-Mikroskopie. Dr. Gerhard Hörpel von MEET gab Einblicke in den Stand der Lithium-Ionen-Batterieforschung und das Potenzial der Sonnenenergie-Nutzung. Der musikalische Rahmen wurde von Sarah Bouwers und Christian Mews gestaltet.

"BTF-System zur Applikation von Schubspannungen"

Hans-Joachim Schnittler erforscht spezialisierte Zellen des Gefäßsystems: Endothelzellen, welche die Blutgefäße innen auskleiden. Sie regulieren abhängig von der Blutströmung zahlreiche Gefäßfunktionen. Gleichzeitig müssen sie der Schubspannung standhalten, die durch die Blutströmung verursacht wird. Schubspannungen verändern das Verhalten von gesunden Zellen und von Tumorzellen erheblich. Dies spielt bei Entzündungsreaktionen durch Bakterien oder Viren und bei Einheilungsprozessen von Implantaten eine große Rolle. Der Professor und sein Team haben mit dem "BTF-System zur Applikation von Schubspannungen" ein Werkzeug entwickelt, mit dem Forscher solche Schubspannungen außerhalb des Körpers in Zellkulturmodellen sehr definiert erzeugen und die Effekte auf die Zellen analysieren können.

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