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Münster (upm/ch)

Chemiker Manuel van Gemmeren leitet neue Otto-Hahn-Nachwuchsforschergruppe

Auszeichnung durch Max-Planck-Gesellschaft / Grundlagenforschung zur Kontrolle chemischer Reaktionen
Dr. Manuel van Gemmeren<address>© privat</address>
Dr. Manuel van Gemmeren
© privat

Dr. Manuel van Gemmeren vom Organisch-Chemischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) ist seit Januar 2017 Leiter einer Otto-Hahn-Nachwuchsforschungsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Er forscht und lehrt an der WWU, gehört aber zugleich dem Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr an.

Der 31-jährige Chemiker ist Träger des Otto-Hahn-Awards der MPG. Durch eine Finanzierung für drei Jahre ermöglicht die Max-Planck-Gesellschaft den Trägern dieser Auszeichnung den Aufbau einer Nachwuchsgruppe – üblicherweise an einem Max-Planck-Institut ihrer Wahl. "Ich hatte mich aber bereits dafür entschieden, nach meiner Postdoktorandenzeit an die Uni Münster zu wechseln", sagt Manuel van Gemmeren. "Im bundesweiten Vergleich ist die organische Chemie hier extrem stark." Ein Indikator seien beispielsweise die renommierten ERC-Grants, die die Europäische Kommission an gleich mehrere Wissenschaftler des Instituts vergab. Auch die technische Ausstattung sei hervorragend. "Die Bedingungen an der WWU sind für meine Forschung perfekt." Manuel van Gemmeren kooperiert eng mit dem Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion sowie mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Frank Glorius an der WWU.

Manuel van Gemmeren betreibt Grundlagenforschung zur Kontrolle chemischer Reaktionen – mit Blick auf mögliche Anwendungen, beispielsweise in der Pharmaproduktion. Dabei geht es darum, aus einfachen Molekülen komplexe, nutzbare Substanzen zu schaffen und damit möglichst ressourcenschonend ihren Nutzwert zu steigern. Nach dem Vorbild der Natur entwickelt er chemische Katalysatoren, die die räumliche Positionierung der Moleküle als Schlüssel nutzen, um passgenau das gewünschte Produkt zu erhalten oder die Produktivität zu steigern.

Jährlich erhalten bis zu vier Nachwuchswissenschaftler in Deutschland einen Otto-Hahn-Award. Der Preis ist eine Ehrung für besonders herausragende Träger der Otto-Hahn-Medaille, die die MPG jährlich an bis zu 30 Nachwuchswissenschaftler vergibt. Der Otto-Hahn-Award soll Wegbereiter für eine wissenschaftliche Karriere in Deutschland sein.

Die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion wollen einen Beitrag zur Energiewende leisten. Sie erforschen die grundlegenden chemischen Prozesse der Energieumwandlung und tragen zur Entwicklung neuer und leistungsfähiger Katalysatoren bei.

Zur Person:

Nach einem Chemiestudium in Freiburg im Breisgau arbeitete Manuel van Gemmeren von 2011 bis 2014 am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr an seiner Doktorarbeit. Für ein Postdoktorat ging er anschließend ans Institute of Chemical Research of Catalonia nach Spanien. 2016 wechselte er an die Universität Münster. Dort ist er seit Januar 2017 Leiter einer Otto-Hahn-Nachwuchsgruppe.

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